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Pekach

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Pekach aus „Promptuarii Iconum Insigniorum“

Pekach war der vorletzte König des Nordreichs Israel. Seine Regierungsdaten werden in aktuellen Standardwerken<ref>Jan Christian Gertz (Hrsg.): Grundinformation Altes Testament. Eine Einführung in Literatur, Religion und Geschichte des Alten Testaments. Vandenhoeck & Ruprecht, 6., überarbeitete und erweiterte Auflage Göttingen 2019, S. 608.</ref><ref name=":0">Christian Frevel: Geschichte Israels. Kohlhammer, zweite, erweiterte und überarbeitete Auflage, Stuttgart 2018, S. 272.</ref> mit 735–732 v. Chr. angegeben; seine Residenz war Samaria.

Etymologie des Namens

Der hebräische Personenname {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=he |SCRIPTING=Hebr}} „Pekach“ ist die Kurzform eines Verbalsatznamens, dessen Subjekt (und theophores Element) entfallen ist. Sein Prädikat leitet sich von der Verbwurzel {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=he |SCRIPTING=Hebr}} ab. Der Name lässt sich als „(Gott) hat geöffnet“ übersetzen. Dies bezieht sich auf die Geburt des Namenträgers: Gott ist derjenige, der den Mutterschoß öffnet.<ref>Hans Rechenmacher: Althebräische Personennamen, Münster 2012, S. 137.</ref> In der Septuaginta-Edition von Rahlfs wird der Namen als Φακεε Phakee wiedergegeben, im Antiochenischen Text dagegen als Φακεαι Phakeai.<ref>Wolfgang Kraus, Martin Karrer (Hrsg.): Septuaginta Deutsch. Das griechische Alte Testament in deutscher Übersetzung. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2009, S. 462.</ref> Die Vulgata hat die Namensform Phacee.

Militärputsch

Pekach, der Sohn des Remalja (Remaljahu), war nach Vorlage:Bibel/Link ein Offizier (Vorkämpfer) des Königs Pekachja. Dieser war seinem Vater Menahem nachgefolgt, der ein Vasallenverhältnis zum Neuassyrischen Reich eingegangen war. Menahem, ein Usurpator, konnte die Tributleistungen an Assur nur mit brutaler Gewalt aufbringen;<ref>Antonius H. Gunneweg: Geschichte Israels: Von den Anfängen bis Bar Kochba und von Theodor Herzl bis zur Gegenwart. Kohlhammer, 6. durchgesehene und erweiterte Auflage Stuttgart / Berlin / Köln 1989, S. 112.</ref> das wurde unter seinem Sohn nicht anders. Pekach ermordete diesen im Wohnturm des königlichen Palastes von Samaria. Dabei hatte er möglicherweise die Unterstützung der Aramäer.<ref name=":0" /> „Das Motiv dieses neuen Königsmords liegt am Tage. Der assurhörige Menahem-Sohn sollte durch einen Exponenten der assurfeindlichen Partei ersetzt werden.“<ref>Antonius H. Gunneweg: Geschichte Israels: Von den Anfängen bis Bar Kochba und von Theodor Herzl bis zur Gegenwart. Kohlhammer, 6. durchgesehene und erweiterte Auflage Stuttgart / Berlin / Köln 1989, S. 113.</ref>

Antiassyrische Koalition

Im Jahr 733 oder 732 ging Pekach von Israel mit Rezin von Damaskus und Hiram II. von Tyros ein Militärbündnis ein, um sich aus dem assyrischen Vasallenverhältnis zu lösen. König Ahas von Juda weigerte sich, diesem Bündnis beizutreten. Entweder war er bereits loyaler assyrischer Vasall oder er wurde es in dieser Situation und bat Assur um Militärhilfe.<ref>Angelika Berlejung: Geschichte und Religionsgeschichte des antiken Israel. In: Jan Christian Gertz (Hrsg.): Grundinformation Altes Testament. Eine Einführung in Literatur, Religion und Geschichte des Alten Testaments. Vandenhoeck & Ruprecht, 6., überarbeitete und erweiterte Auflage Göttingen 2019, S. 59–192, hier S. 110.</ref> Pekach und Rezin übten erheblichen Druck auf ihn aus. Traditionell werden die folgenden Ereignisse von Bibelwissenschaftlern als Syrisch-Ephraimitischer Krieg bezeichnet, d. h. als aggressives Vorrücken der Aramäer (=Syrien) und Israeliten (=Ephraim) auf den Kleinstaat Juda, um in Jerusalem einen mit ihnen kooperierenden König zu installieren. Es gibt verschiedene Versuche, Texte aus den biblischen Prophetenbüchern (Hosea und Jesaja) heranzuziehen, um ein Bild vom Ablauf dieses kurzen Krieges zu gewinnen.

Martin Noth referierte das besonders von Albrecht Alt entwickelte Szenario so: Nach Vorlage:Bibel/Link, Vorlage:Bibel/Link und Vorlage:Bibel/Link begannen die vereinigten Streitkräfte der Aramäer und Israeliten mit der Belagerung Jerusalems, um Ahas zu stürzen und den „Sohn Tabeals“ als König zu installieren (Vorlage:Bibel/Link, aufgrund seines Vatersnamens offenbar ein Aramäer oder Phönizier<ref name=":0" />). Sie waren zunächst erfolgreich (Vorlage:Bibel/Link), und Ahas wurde vom Propheten Jesaja bestärkt, ruhig und zuversichtlich zu bleiben. Ahas sandte aus dem Tempelschatz ein „Geschenk“ an Tiglatpileser III., um diesen zur Hilfe zu rufen – wo sich der assyrische Herrscher zu diesem Zeitpunkt befand, ist unbekannt. Noth merkte an, dass Tiglatpileser III. ohnehin die Unterwerfung Syrien-Palästinas vorantrieb und deshalb „überhaupt nicht des Hilfegesuchs des Ahas bedurfte.“<ref>Martin Noth: Geschichte Israels. Vandenhoeck & Ruprecht, 7. Auflage Göttingen 1969, S. 235.</ref> Der stärkste Gegner dieser Expansionspläne war Damaskus. Deshalb wandte sich Tiglatpileser III. zuerst gegen das Nordreich Israel. Damit konnte er Damaskus isolieren und die Kleinstaaten in diesem Raum in Schach halten. Nach Vorlage:Bibel/Link rückte er von Norden kommend in den Jordangraben vor und eroberte die Regionen Gilead und Galiläa. Aus diesen Territorien bildete er assyrischen Quellen zufolge zwei neue Provinzen Megiddo (Magidû) und Gilead (Galʾad).<ref name=":1">Christian Frevel: Geschichte Israels. Kohlhammer, zweite, erweiterte und überarbeitete Auflage, Stuttgart 2018, S. 274.</ref>

Für Pekach blieb nach dieser assyrischen Strafexpedition nur mehr ein Rumpfstaat um die Residenz Samaria übrig. Kurz darauf wurde er von proassyrischen Putschisten getötet (Vorlage:Bibel/Link). Sie setzten Hoschea als neuen König ein, der von assyrischer Seite bestätigt wurde und als Vasall Tribut zahlte.<ref name=":1" />

Chronologieprobleme

Die von den biblischen Königebüchern tradierten Regierungsdaten der letzten Könige Israels bereiten den Exegeten Probleme, da sie mit außerbiblischen Angaben nicht zusammenpassen. Das wird gerne dadurch gelöst, dass der textlich sehr gut abgesicherte Satz, Pekach habe 20 Jahre in Samaria regiert Vorlage:Bibel/Link, zugunsten einer plausibleren Regierungszeit korrigiert wird. Entweder soll Pekach schon unter den Königen Menahem und Pekachja hohe Ämter bekleidet haben, die dann im Nachhinein als königliches Regieren gezählt worden wären, oder Pekach habe ein Gegenkönigtum in Gilead errichtet, bis es ihm gelungen sei, Pekachja in Samaria zu stürzen, oder Pekach habe sich als legitimen Nachfolger der Jehu-Dynastie betrachtet und seine Jahre ab dem Sturz dieser Dynastie berechnen lassen. Es handelt sich bei diesen Vorschlägen deutlich um eine komplexe, mit verschiedenen Hilfskonstruktionen arbeitende „Justierung der biblischen Angaben bis zur Stimmigkeit des biblischen Systems“, so Christian Frevel, der stattdessen vorschlägt, „dass eine Rekonstruktion der Ereignisgeschichte nicht ausschließlich auf den biblischen Angaben fußen sollte.“<ref>Christian Frevel: Geschichte Israels. Kohlhammer, zweite, erweiterte und überarbeitete Auflage, Stuttgart 2018, S. 210.</ref>

Literatur

|1=Hamm 1975. 2., unveränderte Auflage. Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1 |2=Hamm 1990, ISBN 3-88309-032-8 |3=Herzberg 1992, ISBN 3-88309-035-2 |4=Herzberg 1992, ISBN 3-88309-038-7 |5=Herzberg 1993, ISBN 3-88309-043-3 |6=Herzberg 1993, ISBN 3-88309-044-1 |7=Herzberg 1994, ISBN 3-88309-048-4 |8=Herzberg 1994, ISBN 3-88309-053-0 |9=Herzberg 1995, ISBN 3-88309-058-1 |10=Herzberg 1995, ISBN 3-88309-062-X |11=Herzberg 1996, ISBN 3-88309-064-6 |12=Herzberg 1997, ISBN 3-88309-068-9 |13=Herzberg 1998, ISBN 3-88309-072-7 |14=Herzberg 1998, ISBN 3-88309-073-5 |15=Herzberg 1999, ISBN 3-88309-077-8 |16=Herzberg 1999, ISBN 3-88309-079-4 |17=Herzberg 2000, ISBN 3-88309-080-8 |18=Herzberg 2001, ISBN 3-88309-086-7 |19=Nordhausen 2001, ISBN 3-88309-089-1 |20=Nordhausen 2002, ISBN 3-88309-091-3 |21=Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-110-3 |22=Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-133-2 |23=Nordhausen 2004, ISBN 3-88309-155-3 |24=Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-247-9 |25=Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-332-7 |26=Nordhausen 2006, ISBN 3-88309-354-8 |27=Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-393-2 |28=Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-413-7 |29=Nordhausen 2008, ISBN 978-3-88309-452-6 |30=Nordhausen 2009, ISBN 978-3-88309-478-6 |31=Nordhausen 2010, ISBN 978-3-88309-544-8 |32=Nordhausen 2011, ISBN 978-3-88309-615-5 |33=Nordhausen 2012, ISBN 978-3-88309-690-2 |34=Nordhausen 2013, ISBN 978-3-88309-766-4 |35=Nordhausen 2014, ISBN 978-3-88309-882-1 |36=Nordhausen 2015, ISBN 978-3-88309-920-0 |37=Nordhausen 2016, ISBN 978-3-95948-142-7 |38=Nordhausen 2017, ISBN 978-3-95948-259-2 |39=Nordhausen 2018, ISBN 978-3-95948-350-6 |40=Nordhausen 2019, ISBN 978-3-95948-426-8 |41=Nordhausen 2020, ISBN 978-3-95948-474-9 |42=Nordhausen 2021, ISBN 978-3-95948-505-0 |43=Nordhausen 2021, ISBN 978-3-95948-536-4 |44=Nordhausen 2022, ISBN 978-3-95948-556-2 |45=Nordhausen 2023, ISBN 978-3-95948-584-5 |46=Nordhausen 2023, ISBN 978-3-95948-590-6 |47=Nordhausen 2024, ISBN 978-3-689-11006-2 |48=Nordhausen 2025, ISBN 978-3-689-11017-8 }}{{#if:160|, Sp. 160}}{{#if:|, Sp. {{#iferror:{{#expr:{{{spalten}}}}}|{{{spalten}}}|{{#expr:1*{{{spalten}}}*0}}–{{#expr:-(0*{{{spalten}}}*1)}}}}}}}}{{#if:|}}{{#if:https://web.archive.org/web/20080111181446/http://www.bautz.de/bbkl/p/pekah_k_v_i.shtml%7C}}.{{#if: 7 | |{{#ifeq:||}}}}

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}}Michaela Bauks, Michael Pietsch, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart {{#if: | {{#iferror: {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}|}} | 2006 ff.}}{{#if: 30627

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Einzelnachweise

<references />

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