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Pfinz-Entlastungskanal

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Pfinz-Entlastungskanal
Datei:Wehr im Pfinzentlastungskanal - geo.hlipp.de - 17736.jpg
Wehr im Hardtwald, rechts der Abzweig des Hirschkanals

Wehr im Hardtwald, rechts der Abzweig des Hirschkanals

Daten
Gewässerkennzahl DE: 237512
Lage Hardtebenen

Nördliche Oberrheinniederung


Stadtkreis Karlsruhe Landkreis Karlsruhe

Flusssystem Rhein
Abfluss über Rhein → Nordsee
Abzweig von der Pfinz am Hühnerlochwehr in Karlsruhe-Grötzingen
49° 0′ 27″ N, 8° 29′ 26″ O
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Quellhöhe Vorlage:Höhe/Fmt m ü. NHN<ref name="TK-HLB-Höhe" group="LUBW" />
Mündung bei Leopoldshafen von rechts in den Rhein bei km 371.2Koordinaten: 49° 6′ 28″ N, 8° 21′ 43″ O
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Mündungshöhe Vorlage:Höhe/Fmt m ü. NHN<ref name="TK-HLB-Höhe" group="LUBW" />
Höhenunterschied 18 m
Sohlgefälle 1,2 ‰
Länge 15,6 km<ref name="GeNe-Länge" group="LUBW" />
Einzugsgebiet 10,654 km²<ref name="BEZG-EZG" group="LUBW" />
Schiffbarkeit Ab der Einmündung des Albkanals
Datei:Hebebrücke (-Steg) bei Leopldshafen II - panoramio.jpg
Fußgängersteg als Hubbrücke im Mündungsbereich

Fußgängersteg als Hubbrücke im Mündungsbereich

Vorlage:Wikidata-Registrierung

Der Pfinz-Entlastungskanal verläuft in der Oberrheinebene zwischen Karlsruhe-Grötzingen und Leopoldshafen. Der 15,6 Kilometer lange Kanal leitet Hochwasser der Pfinz zum Rhein ab.

Verlauf und Geschichte

Der Kanal entstand im Rahmen der Pfinz-Saalbach-Korrektion zwischen 1934 und 1936. Die Bauarbeiten wurden überwiegend von Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes ausgeführt.

Der Pfinz-Entlastungskanal zweigt am Hühnerlochwehr in Grötzingen von der Pfinz ab. Bei Hagsfeld wird er von der Pfinz und wenig später von der Alten Bach in zwei Dükern unterquert. Am Karlsruher Wohngebiet Reitschulschlag fließt Wasser aus der Regenkanalisation des Stadtteils Waldstadt zu, das von einem Pumpwerk an den Jägerhausseen zum Kanal befördert wird. Im Hardtwald zweigt der nach Norden verlaufende Hirschkanal ab. In Eggenstein-Leopoldshafen stürzt das Wasser an einem Wehr in das Tiefgestade und fließt zwischen Hochwasserdämmen zum Rhein.

Gut einen Kilometer oberhalb der Mündung in den Rhein fließt dem Pfinz-Entlastungskanal von links der Albkanal zu. Im Landeswassergesetz für Baden-Württemberg ist der Mündungsbereich des Pfinz-Entlastungskanals als schiffbares Gewässer ausgewiesen. Der Kanal dient hier als Zufahrt für Kiesschiffe zum Baggersee Schmugglermeer.<ref name="Wassergesetz" /> Zwei Brücken im Mündungsbereich wurden als Klapp- beziehungsweise Hubbrücke gebaut, um die notwendige Durchfahrtshöhe für Schiffe zu erreichen.

Bei Bau des Kanals wurden zwei Polder angelegt: Vom Pfinz-Entlastungskanal kann Hochwasser in den Retentionsraum Oberfüllbruch mit einem Fassungsvermögen von zwei Millionen Kubikmetern geleitet werden. Der Retentionsraum liegt nördlich des Kanals zwischen der Bundesautobahn 5 und dem Pfinzdüker. Ein weiterer Retentionsraum mit einer Kapazität von 80.000 Kubikmetern befand sich bis Mitte der 1970er Jahre im Gewann Großer Saubruch im Hardtwald. Es wurde wegen eines nahegelegenen Wasserwerks der Stadt Karlsruhe aufgegeben.

Der Pfinz-Entlastungskanal kann ab dem Hühnerlochwehr in Grötzingen 145, ab dem Retentionsraum im Füllbruch 60 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aufnehmen.<ref name="Eck 155" /> Am Hühnerlochwehr wird der Abfluss in der Pfinz auf maximal fünf Kubikmeter pro Sekunde begrenzt.<ref name="Klimawandel KA" />

Die große Einschnittstiefe des Kanals trug zur Grundwasserabsenkung im Gebiet der Pfinz-Saalbach-Korrektion bei. Um eine weitere Absenkung des Grundwassers zu vermeiden, wird der Pfinz-Entlastungskanal von mehreren Kulturwehren gestaut. Im Regelfall führt der Kanal nur wenig Wasser, so dass er laut dem Landschaftsplan des Nachbarschaftsverbandes Karlsruhe „eher einem Stillgewässer in Form einer Stauraumkette, als einem Fließgewässer“ ähnelt.<ref name="Nachbarschaftsverband" /> Ein vom Umweltamt der Stadt Karlsruhe herausgegebener Naturführer nennt den Pfinz-Entlastungskanal „eine besonders extreme Ausprägung eines naturfernen Fließgewässers“, das durch geradlinigen Verlauf, durchgängig regelmäßigen Querschnitt, gepflasterte Ufer und fehlende Ufergehölze gekennzeichnet sei.<ref name="Umweltamt KA" />

Literatur

  • Günther Malisius: Die Pfinz: Einst Lebensader, jetzt Naherholung und immer wieder korrigiert. (=Beiträge zur Geschichte Durlachs und des Pfinzgaus, Band 5). Freundeskreis Pfinzgaumuseum, Historischer Verein Durlach e. V. (Hrsg.). Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2011, ISBN 978-3-89735-681-8.

Weblinks

Commons: Pfinz-Entlastungskanal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Vorlage:Wikidata-Registrierung

Einzelnachweise

LUBW

Amtliche Online-Gewässerkarte mit passendem Ausschnitt und den hier benutzten Layern: Lauf und Einzugsgebiet des Pfinz-Entlastungskanals
Allgemeiner Einstieg ohne Voreinstellungen und Layer: <ref name="DE-BW_LUBW">Daten- und Kartendienst der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) (Hinweise)</ref>

<references group="LUBW"> Höhe:

<ref name="TK-HLB-Höhe" group="LUBW"> Höhe nach dem Höhenlinienbild auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte oder dem Digitalen Geländemodell der Online-Gewässerkarte. </ref> Länge:

<ref name="GeNe-Länge" group="LUBW"> Länge nach dem Layer Gewässernetz (AWGN). </ref> EZG:

<ref name="BEZG-EZG" group="LUBW"> Einzugsgebiet nach dem Layer Basiseinzugsgebiet (AWGN). </ref> </references>

Andere Belege

<references> <ref name="BfL-161"> <ref name="DE_BfL-169">Heinz Fischer: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 169 Rastatt. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1967. → Online-Karte (PDF; 4,4 MB)</ref> </ref>

<ref name="Wassergesetz"> Wassergesetz für Baden-Württemberg (WG) vom 3. Dezember 2013. </ref>

<ref name="Eck 155"> Gismar Eck: Pfinz-Saalbach-Korrektion. In: Innenministerium Baden-Württemberg (Hrsg.): Wasserwirtschaft in Baden-Württemberg. Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Flussbau, Talsperrenbau, landwirtschaftlicher Wasserbau, Verwaltung, Organisation. Verwaltungs-Verlag, München 1969, S. 153–156, hier S. 155. </ref>

<ref name="Klimawandel KA"> Stadt Karlsruhe: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Anpassung an den Klimawandel. Bestandsaufnahme und Strategie für die Stadt Karlsruhe. (Memento vom 21. November 2015 im Internet Archive) Karlsruhe 2013, S. 126 (pdf, 19.2 MB). </ref>

<ref name="Nachbarschaftsverband"> Nachbarschaftsverband Karlsruhe: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Landschaftsplan 2010. Erläuterungsbericht. (Memento vom 26. Mai 2012 im Internet Archive) (PDF, 7,2 MB, abgerufen am 17. März 2012), S. 2/14. </ref>

<ref name="Umweltamt KA"> Umweltamt der Stadt Karlsruhe (Hrsg.): Naturführer Bruchwald. Station 5 (online). </ref> </references>