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Dimethylphthalat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Phthalsäuredimethylester)
Strukturformel
Struktur von Dimethylphthalat
Allgemeines
Name Dimethylphthalat
Andere Namen
  • Phthalsäuredimethylester
  • Benzol-1,2-dicarbonsäuredimethylester
  • Vorlage:INCI
Summenformel C10H10O4
Kurzbeschreibung

lichtempfindliche, farblose, fast geruchlose Flüssigkeit<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 205-011-6
ECHA-InfoCard 100.004.557
PubChem 8554
ChemSpider 13837329
DrugBank DB13336
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

P03BX02

Eigenschaften
Molare Masse 194,19 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,19 g·cm−3<ref name="GESTIS" />

Schmelzpunkt

6 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

282 °C<ref name="GESTIS" />

Dampfdruck
  • 0,008 hPa (20 °C)<ref name="GESTIS" />
  • 1,33 hPa (100 °C)<ref name="GESTIS" />
Löslichkeit

schwer löslich in Wasser (4,3 g·l−1)<ref name="GESTIS" />

Brechungsindex

1,5138 (20 °C)<ref name="CRC90_3_208">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Physical Constants of Organic Compounds, S. 3-208.</ref>

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS" />
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze<ref name="GESTIS" />
MAK

Schweiz: 5 mg·m−3 (gemessen als einatembarer Staub)<ref>Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva): Grenzwerte – Aktuelle MAK- und BAT-Werte (Suche nach 131-11-3 bzw. Dimethylphthalat)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Dimethylphthalat (DMP) ist ein Phthalsäureester aus Methanol und Phthalsäure und gehört damit neben Diethylhexylphthalat, Di-iso-nonylphthalat, Diethylphthalat und Dibutylphthalat zur Gruppe der Phthalate.

Darstellung und Gewinnung

Die technische Gewinnung von Dimethylphthalat erfolgt in einer zweistufigen Synthese aus Phthalsäureanhydrid und Methanol.<ref name="Ullmann">P.M. Lorz, F.K. Towae, W. Enke, R. Jäckh, N. Bhargava, W. Hillesheim: Phthalic Acid and Derivatives in Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry, 2007 Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim, doi:10.1002/14356007.a20_181.pub2.</ref> Im ersten Schritt erfolgt eine schnelle Alkoholyse zum Phthalsäurehalbester. Der zweite Veresterungsschritt verläuft als Gleichgewichtsreaktion langsamer und erfordert die Verwendung saurer Katalysatoren und zur Umsatzvervollständigung die destillative Abtrennung des entstehenden Wassers.<ref name="Ullmann"/>

Datei:Dimethyl phthalate synthesis01.svg

Eigenschaften

Dimethylphthalat ist eine lichtempfindliche, farblose, wenig flüchtige, höherviskose (dynamische Viskosität von 1,7 mPa·s bei 20 °C.<ref name="GESTIS" />) und fast geruchlose Flüssigkeit, welche schwer löslich in Wasser ist. Sie zersetzt sich in der Hitze, wobei Kohlenstoffmonoxid und Kohlenstoffdioxid sowie reizende Dämpfe und Gase entstehen.

Dimethylphthalat gilt als schwer entzündliche Flüssigkeit. Oberhalb des Flammpunktes können sich entzündliche Dampf-Luft-Gemische bilden. Die Verbindung hat einen Flammpunkt bei 146 °C.<ref name="GESTIS" /><ref name="Brandes" /> Der Explosionsbereich beginnt bei 0,9 Vol.‑% als untere Explosionsgrenze (UEG).<ref name="GESTIS" /> Der untere Explosionspunkt liegt bei 134 °C.<ref name="GESTIS" /> Die Zündtemperatur beträgt 555 °C.<ref name="GESTIS" /><ref name="Brandes">E. Brandes, W. Möller: Sicherheitstechnische Kenngrößen. Band 1: Brennbare Flüssigkeiten und Gase. Wirtschaftsverlag NW – Verlag für neue Wissenschaft, Bremerhaven 2003.</ref> Der Stoff fällt somit in die Temperaturklasse T1.

Verwendung

Verwendung findet DMP als Weichmacher, als Repellent gegen Insekten,<ref name="Legrum">Wolfgang Legrum: Riechstoffe, zwischen Gestank und Duft, Vieweg + Teubner Verlag (2011) S. 75, ISBN 978-3-8348-1245-2.</ref> wobei es besonders wirksam gegen Anopheles ist,<ref>Military Preventive Medicine: Mobilization and Deployment, Vol 1. Kapitel 22: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Personal Protection Measures Against Arthropods (Memento vom 4. Oktober 2013 im Internet Archive) S. 508.</ref> und als Lösungsmittel in Leuchtstäben („Knicklicht“).

Einzelnachweise

<references />