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Piaffe

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Datei:Oberbereiter Johann Meixner.jpg
Oberbereiter Meixner auf Neapolitano Bona in der Piaffe
Datei:Passage Piaffe perfect.ogv
Piaffe und Passage gezeigt von Reiner Klimke

Die Piaffe (von frz. piaffer = tänzeln, stampfen) ist eine Übung der klassischen Reitkunst, bei der das Pferd eine trabartige Bewegung an der Stelle ausführt.

Die Piaffe ist Teil der höheren Dressurprüfungen der FEI und wird in vielen Reitweisen als Folklore gepflegt (z. B. auf der Iberischen Halbinsel, in Pakistan und Indien und in vielen südamerikanischen Staaten).

Die Piaffe gehört zu den Kunstgangarten (kunstvollen Verzierungen der natürlichen Gangarten). Sie stellt die Verzierung der Gangart Trab dar. Die anderen Kunstgangarten sind Spanischer Schritt, als Veredelung des Schrittes, Passage, als Veredelung des Trabes und Terre à Terre, Mezair und Courbetten als Veredelung des Galopps.<ref name="hofreitschule_1">Schulen und Touren der barocken Reitkunst, Fürstliche Hofreitschule Bückeburg, 2011</ref>

Die günstigen Auswirkungen für das Gleichgewicht und die Durchlässigkeit des Pferdes schildern die Buchautoren aller Jahrhunderte einhellig als bedeutsam. Dabei seien nicht alle Pferde gleich gut für die Piaffe geeignet. Es bedarf der angeborenen erhabenen, edlen Bewegung und eines munteren aber zugleich geduldigen Temperaments.<ref name="dupaty_1">La science et l’arte d’equitation, Mercier Du Paty de Clam, 1777</ref> Bei der Ausführung wird darauf Wert gelegt, dass der Reiter den Zügel nicht nötig hat, weil das Pferd die Übung von sich heraus macht.<ref name="dupaty_1"/> Die Piaffe wird meist an der Hand geschult und erst später unter dem Reiter ausgeführt.<ref name="hinrichs_1">Tänzer an leichter Hand, Richard Hinrichs, 1989</ref> Hinrichs teilt die Hilfen in vier Bausteine ein: mäßiges Treiben, volles Treiben, Effekt abwarten, Reprise ausklingen lassen. Er empfiehlt, ein faules Pferd in kurzen Reprisen zu wecken und ein übereifriges Pferd in langen Reprisen zu beruhigen.<ref name="hinrichs_1"/> Francois Baucher gibt die strikte Anweisung, insbesondere in der Piaffe peinlichst genau die Regel „Hände ohne Beine, Beine ohne Hände“ zu befolgen. Er meint damit, dass Zügel und Schenkelhilfen nie gleichzeitig eingesetzt werden dürfen.<ref>Methode der Reitkunst, François Baucher, 1874</ref> Steinbrecht sieht die ideale Piaffe, wenn das Vorderbein sich beinahe in die Waagerechte hebt, der Hals wohlaufgerichtet ist und das Pferd bei jedem Schritt auf dem Gebiss kaut.<ref name="steinbrecht_1" >Das Gymnasium des Pferdes, Gustav Steinbrecht, 1886</ref> Das veranschaulicht Philippe Karl in einem Feldversuch, der beweist, dass nur die Piaffe mit dem Genick am höchsten Punkt, dem Vorderbein in der Senkrechten und gesenkter Kruppe das Körpergewicht des Pferdes vermehrt auf die Hinterbeine zu verlagern vermag.<ref name="karl_1">Irrwege der modernen Dressur, Philippe Karl, 2006</ref>

Als Fehler werden beschrieben:

  • Nach hinten heraus hüpfende Hinterhand<ref name="steinbrecht_1"/>
  • Klebende (mangelnde Aktivität der) Hinterhand<ref name="steinbrecht_1"/>
  • Wedeln oder „leinewebern“ (seitliche Ausfallschritte der Hinterbeine)<ref>Die Logik der Reitkunst, Peter Spohr, 1903</ref>
  • Nachtreten (kurzes Zwischenauffußen des Hinterhufes)<ref name="steinbrecht_1"/>
  • Kruppe höher als der Widerrist<ref name="holleuffer_1">Die Bearbeitung des Reit- und Kutschpferdes zwischen den Pilaren, Bernhard H. von Holleuffer, 1900</ref>
  • Übertriebenes Unterkriechen der Hinterhand<ref name="steinbrecht_1"/><ref name="holleuffer_1"/>
  • Flache Vorhand<ref>Ecole de cavalerie, François R. de la Guèrinière, 1783</ref>
  • Mangelnde Aufrichtung des Widerrists<ref>Feines Reiten, Jean-Claude Racinet, 2007</ref>
  • Rückständige Vorhand<ref name="karl_1"/>
  • Gesenktes Genick, Überzäumung<ref name="karl_1"/>

Als Bahnfiguren in der Piaffe nennt Bernhard Hugo von Holleuffer das „Kreuz in der Piaff“, eine kreuzförmige vorwärts, seitwärts und rückwärts ausgeführte Piaffe (siehe auch Sarabande), die „Piaffpirouette“, eine langsame Drehung um die Hinterhand in der Piaffe und die „Piaffe in der Bewegung“, bei der zum Abschluss der Piaffe eine Pesade angefügt wird.<ref name="holleuffer_1"/>

Siehe auch

Weblinks

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Einzelnachweise

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