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Piller (Unternehmen)

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Piller

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Piller (Unternehmen) Logo.svg
Rechtsform GmbH
Gründung 1909
Sitz Osterode am Harz
Leitung Anthony J. Langley (CEO)
Mitarbeiterzahl ca. 1.000
Umsatz 332 Mio. Euro (2025)<ref>Piller bestätigt mit Rekordjahr Wachstumskurs – Großinvestitionen in Vorbereitung. In: eseltreiber.de. 11. Februar 2026, abgerufen am 12. Februar 2026.</ref>
Branche Sichere Stromversorgung von unternehmenskritischen Anwendungen
Website www.piller.com

Die Piller Group GmbH ist ein Unternehmen mit Sitz in Osterode am Harz und ist im Bereich der unterbrechungsfreien Stromversorgung weltweit tätig. Der Umsatz lag 2025 über 332 Mio. Euro (plus 28 Prozent). Das Unternehmen hat weltweit über 850 Mitarbeiter, davon 600 in Deutschland.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref>

Geschichte vor 1945

1909 wurde die Firma von Anton Piller (* 1. Januar 1878 in Wien; † 1. April 1954 in Osterode am Harz) in Hamburg (Deutschland) gegründet. Anfangs produzierte Piller Orgel- und Schmiedegebläse. Im August 1919 erfolgte der Standortwechsel nach Osterode am Harz und der Beginn mit 18 Mitarbeitern,<ref name="history" /> 1927 waren es 65 Mitarbeiter.<ref name="Berliner" /> 1939 wurde ein weiteres Werk in Moringen eröffnet. Zur Produktion gehörten Ventilatoren, Elektromotoren und Generatoren und das Unternehmen exportierte diese weltweit.<ref name="history" /> Während des Zweiten Weltkriegs waren unter der NS-Herrschaft im Piller-Werk in Osterode rund 905 ausländische Arbeiter im firmeneigenen Lager untergebracht – ab 1942 bis zu 513 Zwangsarbeiter überwiegend aus der Sowjetunion, Frankreich, den Niederlanden und Polen.<ref>Claus Heinrich Gattermann: Der Ausländereinsatz im Landkreis Osterode 1939 – 1945. Lukas Verlag, 2003, ISBN 3-936872-13-9, S. 43, 59 (Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Die Stadt Osterode und die Firma Piller waren zudem ab 1941 Träger eines Zivilarbeiterlagers (ZiAL) von bis zu 223 „Ostarbeitern“ und Polen sowie Kriegsgefangenen.<ref>Erinnern in Südniedersachsen: Osterode. In: erinnernsuedniedersachsen.de. Abgerufen am 4. Juli 2017.</ref> Als Rüstungsbetrieb wurden Elektromotoren und Belüftungsgeräte für U-Boote und Panzer produziert. Im September 1944 waren rund 1900 Mitarbeiter, überwiegend Fremdarbeiter, beschäftigt.

Geschichte nach 1945

1954 übernahm der Sohn des Firmengründers, Hans Piller (bis Kriegsende Wehrwirtschaftsführer in der Region),<ref name="Berliner" /> die Leitung der Firma. 1962 waren rund 1000 Mitarbeiter bei der Anton Piller K.G. beschäftigt. Im gleichen Jahr wurde zur Herstellung von ABC-Schutzluftanlagen in Duderstadt ein Werk angemietet. 1972 war Piller auch Rüstungszulieferer für U-Boote und installierte erste Systeme von Frequenzumformern und Gleichstromantrieben, ab 2003 beispielsweise auch Generatoren für die U-Boot-Klasse 212 A und ab 1975 auch Drehstrom-Synchronmaschinen für U-Boote. 1976 wurde mit der Piller UK Ltd. eine Tochtergesellschaft in Großbritannien eröffnet. 1983 wurde Hans-Anton Piller, der Sohn von Hans Piller, Mitglied der Geschäftsführung. 1986 wurde in Frankreich eine weitere Tochtergesellschaft eröffnet. Piller liefert auch die Bodenstromversorgungssysteme für das AWACS-System. Von 1988 bis 1990 folgten weitere Gründungen von Tochtergesellschaften in Australien und in den USA.<ref name="history" />

1993 erfolgte die Umfirmierung in Piller GmbH und die Kooperation mit der Lahmeyer AG für Energiewirtschaft mit Sitz in Bad Homburg. 1997 vereinigte sich die Lahmeyer AG mit der RWE-Tochter Rheinelektra und firmierte wieder als Lahmeyer AG mit Sitz in Frankfurt am Main. Durch den Zusammenschluss übernahm der RWE-Konzern die Mehrheit an dem Unternehmen Piller. Ab 1996 wurde die Produktion von Industrieventilatoren aufgegeben.<ref name="history" />

2001 wurde der Standort auf Bilshausen erweitert. Zudem gründete das Unternehmen weitere Tochtergesellschaften in Europa und Asien. Piller gehört seit 2005 zu 100 Prozent der britischen Langley Holdings.

Der Standort Moringen mit der Piller Blowers & Compressors GmbH, bis 2013 als Piller Industrieventilatoren GmbH auftretend, ist seit 1996 ein eigenständiges Unternehmen und gehört nicht mehr zum Firmenportfolio der Piller Group GmbH.<ref>Historie In: piller.de, Piller Blowers & Compressors, abgerufen am 18. Oktober 2017.</ref>

Im Jahr 2016 kaufte Piller die Geschäftsbereiche und Vermögenswerte von Active Power, dem in Texas ansässigen Spezialisten für Schwungrad-USV.<ref>Übernahme von Active Power durch Piller abgeschlossen. In: piller.com. 21. November 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. August 2017; abgerufen am 4. Juli 2017.</ref>

2025 konnte die Piller Group den Umsatz auf über 332 Millionen Euro (plus 28 Prozent) sowie den Auftragseingang auf über 370 Millionen Euro (plus 24 Prozent) steigern. Piller gehört zu den Weltmarktführern für Systeme für Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) großer Leistungen über 500 kW.<ref>Piller mit Rekordjahr auf Wachstumskurs. In: Harz Kurier vom 12. Februar 2026.</ref>

Weblinks

Commons: Piller Group – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="Berliner"> Wolfgang Kohrt: Wie gehen Firmen damit um, dass ihr Name auf einer Liste von Unternehmen steht, die Zwangsarbeiter beschäftigten? Ein Beispiel aus dem Harz: Versuch an der Pforte. In: berliner-zeitung.de. 14. Dezember 1999, abgerufen am 4. Juli 2017. </ref> <ref name="history"> Piller im Wandel der Zeit. (PDF; 766 kB) In: piller.com. 16. Juni 2016, abgerufen am 4. Juli 2017. </ref> </references>

Koordinaten: 51° 43′ 33,4″ N, 10° 15′ 55,2″ O

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