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Pitane (Aiolis)

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Datei:Bergama Museum Kouros 147.jpg
Kouros aus Pitane, heute Archäologisches Museum Bergama

Pitane ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) war eine antike Stadt mit zwei Häfen in der mysischen Aiolis beim heutigen Çandarlı in der Türkei.

Geschichte

Pitane galt als sagenhafte Gründung der Amazonen und wurde, gemäß Diodor, nach der Amazone Pitane benannt.<ref>Diodor 3,55,6; Otto Höfer: Pitane 2. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 3,2, Leipzig 1909, Sp. 2513 (Digitalisat).</ref>

Die Stadt war Mitglied im Attisch-Delischen Seebund. Im Jahr 336 v. Chr. belagerte Parmenion Pitane vergeblich.<ref>Diodor 17,7,9.</ref> Für 380 Talente kaufte sich Pitane 281 v. Chr. von Antiochos I. Land hinzu und blieb bis 133 v. Chr. freie Stadt im Pergamenischen Reich. Im Ersten Mithridatischen Krieg floh Mithridates VI. nach Pitane und wurde dort von Gaius Flavius Fimbria eingeschlossen. Auf Anweisung Sullas ließ ihn der Flottenkommandant Lucullus zur See entkommen. In der römischen Kaiserzeit erlitt Pitane bei einem Erdbeben schwere Schäden.<ref>Orosius 7,12.</ref>

In christlicher Zeit war die Stadt Suffraganbistum von Ephesos, darauf geht das Titularbistum Pitanae zurück.

Archäologie

Pitane lag auf einer Halbinsel, auf der später ein venezianisches Kastell errichtet wurde. Die Grabungen des Archäologen Ekrem Akurgal in den Jahren 1959 bis 1965 blieben unveröffentlicht.<ref>Ekrem Akurgal: Çandarlı (Pitane) Kazısı. In: Türk Arkeoloji Dergisi 10, 1, 1960, S. 5–6 (Digitalisat).</ref> In der Stadt selbst wurde bisher offiziell noch nicht gegraben, daher gibt es bis auf Keramik kaum archäologische Funde von dort. Reste der Stadtmauer sind zu erkennen, außerdem die Lage des Theaters und eines vermutlichen Stadions. Grabungen in den Nekropolen erbrachten Keramikfunde aus der mykenischen, protogeometrischen, geometrischen, orientalisierenden und archaischen Zeit.

Eine Sorte von roter Keramik (Östliche Sigillata), die zwischen dem 1. und dem frühen 4. Jahrhundert dort produziert wurde, wird als Çandarlı- bzw. Pitane-Ware bezeichnet und wurde besonders in Pergamon verwendet.<ref>Eastern Sigillata C (Çandarli) aus Illion (Troja); Çandarlı Ware beim Levantine Ceramics Project.</ref>

Ein Kouros aus Pitane aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. ist im Archäologischen Museum Bergama ausgestellt.

Personen

  • Arkesilaos von Pitane (* um 315 v. Chr.; † 241/240 v. Chr.), Philosoph
  • Autolykos von Pitane (* um 360 v. Chr.; † um 290 v. Chr.), Astronom und Mathematiker
  • Matron von Pitane (spätes 4. Jahrhundert v. Chr.), parodistischer Dichter
  • Metrodoros, Schüler des Philosophen Metrodoros von Stratonikeia (2. Jahrhundert v. Chr.)<ref>Tiziano Dorandi: Métrodore de Stratonicée. In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques. Band 4, Paris 2005, S. 518; John Glucker: Antiochus and the Late Academy. Göttingen 1978, S. 113 und Anm. 53 ist hinsichtlich der Lesung des Namens Metrodoros von Pitane anderer Meinung.</ref>

Literatur

  • Stadt und Landschaft (= Altertümer von Pergamon. Band 1, 1). Berlin 1912, S. 99–100 (Digitalisat).
  • Siegfried Loeschcke: Sigillata-Töpfereien bei Tschandarli. Bericht über die Ergebnisse einer Versuchsgrabung im Jahre 1911. In: Athenische Mitteilungen. Band 37, 1912, S. 344–407 (Digitalisat).
  • Josef Keil: Pitane. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band XX,2, Stuttgart 1950, Sp. 1841–1843 (Digitalisat).
  • George Ewart Bean: Kleinasien. Band 1. Die ägäische Türkei von Pergamon bis Didyma. 5. Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 1987, ISBN 3-17-009678-8, S. 114–117.
  • Elmar Schwertheim: Pitane. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 9, Metzler, Stuttgart 2000, ISBN 3-476-01479-7, Sp. 1051–1052.
  • Yasemin Tuna-Nörling: Die attisch-schwarzfigurige Keramik und der attische Keramikexport nach Kleinasien. Die Ausgrabungen von Alt-Smyrna und Pitane (= Istanbuler Forschungen. Band 41). Wasmuth, Tübingen 1995, ISBN 3-8030-1762-9.
  • Eric Laufer: Die urbanistische Entwicklung von Kane und Pitane. Ergebnisse des Kane Regional Harbour Survey 2014–2015. In: Urbanism and architecture in ancient Aiolis. Proceedings of the International Conference from 7th–9th April 2017 in Çanakkale (= Asia Minor Studien. Band 95). Habelt, Bonn 2020, S. 217–232.
  • Wolfgang Müller-Wiener: Die Stadtbefestigungen von Izmir, Sıgacık und Çandarlı. Bemerkungen zur mittelalterlichen Topographie des nördlichen Ionien. In: Istanbuler Mitteilungen. Band 12, 1962, S. 59–114.

Weblinks

Commons: Pitane – Sammlung von Bildern

Münzen

Anmerkungen

<references />

Koordinaten: 38° 56′ N, 26° 56′ O

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