Plattenglocken
Plattenglocken sind als Musikinstrument genutzte Metallplatten, die ähnlich klingen wie Glocken.<ref name="acustica">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Es handelt sich um Aufschlagidiophone.
Herkunft
Die Klangplatten aus Metall stammen aus Ostasien, wo sie auch heute noch verwendet werden.<ref name="vslhist">Vienna Symphonic Library: Plattenglocken: Geschichte, abgerufen am 10. März 2015.</ref> Plattenglocken werden seit dem 19. Jahrhundert in Opern- und Symphonieorchestern benutzt, um den Klang echter Glocken nachzubilden.<ref name="vslhist"/> So kommen sie beispielsweise in der Symphonie fantastique von Hector Berlioz von 1830 oder Giuseppe Verdis Der Troubadour von 1853 zum Einsatz.<ref name="vslrep">Vienna Symphonic Library: Plattenglocken: Repertoire, abgerufen am 10. März 2015.</ref> Im 20. Jahrhundert wurden erstmals chromatisch gestimmte Plattenglockenspiele zusammengestellt.<ref name="vslhist"/> Für die 1962 von Pierre Boulez durchgeführte Vertonung des Werkes Pli selon pli von Stéphane Mallarmé wurde ein Glockenspiel von zwei Oktaven hergestellt, inzwischen sind auch dreioktavige Glockenspiele erhältlich.<ref name="vslhist"/>
Bauform und Spielweise
Die Platten sind zwischen 30 und 100 Zentimeter lang und wiegen aus Aluminium hergestellt zwischen ein und sechs Kilogramm, während die am besten klingenden<ref name="vslhist"/> Bronzeplatten bis zu dreißig Kilogramm schwer sind.<ref name="vslbau"/> Stahlplatten liegen von der Masse dazwischen. Die Platten werden senkrecht hängend an zwei Löchern befestigt, die sich auf Knotenlinien der meisten stehenden Wellen befinden und so den Klang kaum beeinträchtigen.<ref name="vslbau">Vienna Symphonic Library: Plattenglocken: Bauweise, abgerufen am 10. März 2015.</ref> Die Platten fungieren gleichzeitig als Schwingungserreger und Resonator.<ref name="vslbau"/>
Plattenglocken werden mit schweren Schlägeln aus Holz oder mit Metallkern gespielt, deren Kopf mit einer Schicht aus Leder oder Filz gepolstert ist.<ref name="vslschlägel">Vienna Symphonic Library: Plattenglocken: Schlägel, abgerufen am 10. März 2015.</ref> Gewicht und Härtegrad des Schlägels beeinflussen den Klang, ebenso gibt es verschiedene Schlagflecke mit unterschiedlichen Klangspektren.<ref name="vslton">Vienna Symphonic Library: Plattenglocken: Tonerzeugung, abgerufen am 10. März 2015.</ref> Verglichen mit Röhrenglocken wird der Glockenklang besser nachgebildet, weil der Schlagklang besser ausgeprägt ist.<ref name="acustica"/> Daher werden Röhrenglocken meist nur für hohe Töne oberhalb des c0 eingesetzt, wo der Klangunterschied gering ist.<ref name="vsl">Vienna Symphonic Library: Plattenglocken, abgerufen am 10. März 2015.</ref><ref name="vslklang">Vienna Symphonic Library: Plattenglocken: Tonerzeugung, abgerufen am 10. März 2015.</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references />