Prämie
Prämie ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=la |SCRIPTING=Latn |SERVICE=lateinisch}}, ‚Belohnung‘, ‚Preis‘) ist ein Allgemeinbegriff für jeden geldlichen oder nicht-finanziellen Anreiz, mit dem Erfolg oder Leistung belohnt werden soll oder als Gegenleistung für eine erbrachte Leistung erforderlich ist.
Allgemeines
Der Begriffsinhalt des Begriffs „Prämie“ richtet sich nach dem jeweiligen Fachgebiet und fällt deshalb unterschiedlich aus. Als Fachgebiete kommen insbesondere Bankwesen, Börse, Lotterie, Personalwesen, Sport, staatliche Subventionen oder das Versicherungswesen in Betracht.
Bankwesen
Das Bankwesen kennt den Prämienbegriff in vielfältiger Form.
- Beim Prämiensparen ist die Sparprämie ein zusätzlich zur Verzinsung ausgeschütteter Geldbetrag. Das von Volks- und Raiffeisenbanken sowie Sparkassen eingeführte Prämiensparen – auch als Gewinnsparen bezeichnet – ist eine Sparform, bei welcher der Sparer innerhalb einer Periode einen bestimmten Spar- und einen Auslosungsbetrag einzahlt. Die Auslosungsbeträge fließen in einen Prämienfonds, der nach Abzug der Rennwett- und Lotteriesteuer durch Los an die Sparer ausgeschüttet wird. Als Prämiensparen (Bonussparen oder Zuschlagssparen) wird eine Sondersparform der Kreditinstitute bezeichnet, bei der der Sparer einen längerfristigen Sparvertrag abschließt, regelmäßig Sparbeträge einzahlt und am Ende der Laufzeit eine Prämie als Zusatzverzinsung erhält.
- Prämienanleihe ist ein anderes Wort für die Losanleihe, die keine Standardanleihe darstellt.
- Beim Zinscap erhält der Verkäufer (meist ein Kreditinstitut) bei Vertragsabschluss eine einmalige Prämie, die von der Höhe des Caps, dem aktuellen Marktzinssatz, der Laufzeit und der Volatilität des Referenzzinssatzes abhängt.<ref>Springer Fachmedien Wiesbaden (Hrsg.), Kompakt-Lexikon Wirtschaft, 2014, S. 102</ref> Er sichert ein Zinsänderungsrisiko ab.
- Die Risikoprämie ist allgemein die Entschädigung für ein vom Risikoträger übernommenes Finanzrisiko.<ref>Alexander Klos/Martin Weber, Equity Premium Puzzle, 2000, S. 3</ref> Speziell bei der Kapitalanlage müssen risikoscheue Anleger eine Risikoprämie in ihre Erwartungen des Realzinses einbauen, wenn Unsicherheit über die Inflationsentwicklung besteht.<ref>Springer Fachmedien Wiesbaden (Hrsg.), Gabler Volkswirtschafts-Lexikon, 1997, S. 513</ref> So setzt sich beispielsweise die erwartete Gleichgewichtsrendite einer Aktie aus dem risikolosen Basiszinssatz und der Risikoprämie zusammen.<ref>Springer Fachmedien Wiesbaden (Hrsg.), Gabler Volkswirtschafts-Lexikon, 1997, S. 570</ref> In der Außenwirtschaftstheorie ist die Risikoprämie die Differenz zwischen der erwarteten Rendite einer Kapitalanlage in Fremdwährung und der Rendite einer vergleichbaren Anlage in Inlandswährung.<ref>Springer Fachmedien Wiesbaden (Hrsg.), Gabler Volkswirtschafts-Lexikon, 1997, S. 931</ref>
Börse
An der Börse muss der Stillhalter (Käufer) einer Option bei Vertragsabschluss dem Verkäufer (Emittent) eine Prämie („Optionsprämie“) bezahlen, um seine Rechte aus der Option ausüben zu können. Die Optionsprämie ist der Preis, den die Long-Position (Stillhalter) an die Short Position zu entrichten hat.<ref>Jürgen Krumnow/Ludwig Gramlich/Thomas A. Lange/Thomas M. Dewner (Hrsg.), Gabler Bank-Lexikon: Bank – Börse – Finanzierung, 2002, S. 989</ref>
Lotterie
Lotterien und Gewinnspiele schütten als Anreiz zusätzlich zu den regulären Gewinnchancen auch Gewinnprämien in Sonderauslosungen oder Prämienziehungen aus.
Marketing
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Im Marketing können Prämien zur Verkaufsförderung eingesetzt werden. Kunden können als „Kaufprämie“ die (kostenlose) Produktzugabe eines Produkts, ein Geschenk oder einen Gutschein erhalten.<ref>Springer Fachmedien Wiesbaden (Hrsg.), Kompakt-Lexikon Wirtschaft, 2014, S. 438 f.</ref>
Die Vergabe von Prämien ist auch essentieller Bestandteil vieler Bonussysteme wie Miles & More und Payback. Dort kann der Kunde für die gesammelten Bonuspunkte Prämien erhalten.
Personalwesen
Im Personalwesen gibt es einen Prämienlohn, der zusätzlich zum arbeitsvertraglich geregelten Arbeitsentgelt vom Arbeitgeber für besonders herausragende Arbeitsleistungen des Arbeitnehmers gezahlt wird.<ref>Springer Fachmedien Wiesbaden (Hrsg.), Kompakt-Lexikon Wirtschaft, 2014, S. 355</ref> Er kann für quantitative („Mengenprämie“) oder qualitative Mehrleistungen („Güteprämie“) gezahlt werden. Der Akkordlohn ist eine Mengenprämie, bei der eine strenge Bindung zwischen Lohnhöhe und Mengenleistung besteht.<ref>Fritz Bisani, Personalführung, 1977, S. 139</ref> Die Mengenprämie wird dagegen gewährt, wenn der Arbeitsablauf aus zu hohen Anteilen unbeeinflussbarer Arbeitszeiten besteht, was sich aber nicht auf die Prämie auswirken soll. Güteprämien haben das Ziel, die Produktqualität/Dienstleistungsqualität zu verbessern und damit Ausschuss, B-Ware oder Nacharbeit zu verringern oder zu vermeiden.<ref>Fritz Bisani, Personalführung, 1977, S. 140</ref>
Im betrieblichen Vorschlagswesen werden Verbesserungsvorschläge des Arbeitnehmers durch Prämien honoriert.<ref>Verlag Dr. Th. Gabler (Hrsg.), Gablers Wirtschafts-Lexikon, Band 4, 1984, S. 782</ref> Verwertete Verbesserungsvorschläge muss der Arbeitgeber dem Bundesarbeitsgericht (BAG) zufolge prämieren, sofern der Arbeitnehmer eine Sonderleistung erbracht hat.<ref>Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 30. April 1965, Az.: 3 AZR 291/63 = BAGE 17, 151</ref> Nach diesem Urteil ist eine besondere Leistung des Arbeitnehmers, insbesondere eine Leistung schöpferischer Art, die über die übliche Arbeitsleistung hinausgeht und eine echte Sonderleistung darstellt, auch ohne besondere Vereinbarung nach Treu und Glauben zusätzlich zu vergüten, wenn sie dem Arbeitgebern einen nicht unerheblichen Vorteil bringt.
Im öffentlichen Dienst gibt es eine Ermächtigung in {{#switch: juris
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Fast ausnahmslos sind die Prämienzahlungen an Arbeitnehmer nicht ruhegehaltsfähig, werden also nicht in den Rentenberechnungen berücksichtigt.
Sport
Im Sport – meist im Profisport – bezeichnet man als Prämie eine bestimmte Geldsumme oder auch einen Sachpreis, die vom Veranstalter als Belohnung für den Gewinn eines Sportwettkampfs ausgelobt werden („Siegprämie“). Die Siegprämie für ein einzelnes Spiel ist Arbeitsentgelt, während Prämien für die gesamte Saison (etwa Gewinn der Meisterschaft) eine Einmalzahlung darstellen.<ref>Christian Rolfs, Sport und Sozialversicherung, 2009, S. 25</ref> Werden bei einem Wettbewerb für mehrere Endpositionen Prämien ausgezahlt, sind die zu gewinnenden Summen nach einem vom Veranstalter festgelegten Schema für jede Position gestaffelt festgelegt.
Die „Antrittsprämie“ steht für einen Geldbetrag, der von dem Veranstalter an den Sportler gezahlt wird, damit dieser an dem Wettkampf teilnimmt.<ref> Ohne Superstar Usain Bolt geht nichts in der Leichtathletik dpa, 24. August 2012</ref>
Staatliche Subventionen
Staatliche Subventionen werden umgangssprachlich manchmal als Prämie und gesetzlich als Zulage bezeichnet. Sie dienen im nationalen und europäischen Rahmen der Wirtschafts- oder Steuerpolitik.
Im Bereich der sozialen und individuellen Förderung gibt es die Arbeitnehmersparzulage nach {{#switch: juris
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In der Wirtschafts-, Struktur- und Umweltförderung sind zu erwähnen die Abwrackprämie für Binnenschiffe<ref>Vorlage:EU-Verordnung</ref>, die Verschrottungsprämie (in Deutschland: Umweltprämie), die Mobilitätsprämie, die Investitionszulage, die Forschungszulage, die Ausgleichszulage oder die Prämie für die Stilllegung einer Mühle.
In der Landwirtschaft sind zu erwähnen die Abschlachtungsprämie, Ackerprämie, Flächenstilllegungsprämien, Milchprämie, Mutterkuhprämie, Mutterschafprämie, Schlachtprämie, Sonderprämie für männliche Rinder,<ref>Diethildis Wanke, On-Farm-Management als Konzept zur In-Situ-Erhaltung der Vielfalt landwirtschaftlicher Nutztierrassen, 2008, S. 122</ref> Stärkekartoffelprämie oder Tabakprämie sowie Basisprämie, Greening-Prämie, Umverteilungsprämie oder einheitliche Betriebsprämie (siehe auch: Gemeinsame Agrarpolitik).
Versicherungswesen
Im Versicherungswesen ist der Begriff Prämie für folgende Sachverhalte von Bedeutung:
- Die Versicherungsprämie ist der Preis, den ein Versicherungsnehmer für den Versicherungsschutz gemäß Versicherungsvertrag an den Versicherer zu entrichten hat.<ref>Springer Fachmedien Wiesbaden (Hrsg.), Kompakt-Lexikon Wirtschaft, 2014, S. 439</ref> Versicherungsschutz ist die Übernahme bestimmter Risiken (Risikotransfer) durch den Versicherer.<ref>Dieter Farny/Elmar Helten/Peter Koch/Reimer Schmidt (Hrsg.), Handwörterbuch der Versicherung HdV, 1988, S. 525</ref> Gemäß {{#switch: juris
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- Das Prämienrisiko ist das Risiko, dass sich die tatsächlichen Schäden aus dem Versicherungsgeschäft des aktuellen Geschäftsjahres im Vergleich zu den erwarteten Schadenquoten schlechter entwickeln.
- Die Risikoprämie ist versicherungstechnisch ein kalkulatorischer Bestandteil der Gesamtprämie (Bruttoprämie), der für die reine Risikoübernahme festgesetzt wird:<ref>Dieter Farny/Elmar Helten/Peter Koch/Reimer Schmidt (Hrsg.), Handwörterbuch der Versicherung HdV, 1988, S. 525 f.</ref>
Nettorisikoprämie + Sicherheitszuschlag = Risikoprämie + Betriebskostenzuschlag - Abschlag für Kapitalerträge aus Kapitalanlagen + Gewinnzuschlag + Versicherungsteuer = Bruttoprämie
Die Risikoprämie besteht aus der Netto-Risikoprämie als Erwartungswert der Schadenaufwendungen, die Brutto-Risikoprämie enthält den Sicherheitszuschlag, der unerwartet hohe Schäden abfangen soll.
Weblinks
|1|= – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen |0|-= |X|x= |#default= –
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Einzelnachweise
<references />
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