Giacomo Puccini
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Giacomo Antonio Domenico Michele Secondo Maria Puccini (italienisch [<templatestyles src="IPA/styles.css" />
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|all= 1= |opt= 2= Tondatei= |template=Vorlage:IPA |errNS= 0 |cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:IPA |format=@@@ }}]; * 22. Dezember 1858 in Lucca; † 29. November 1924 in Brüssel) war ein italienischer Komponist. Er ist insbesondere bekannt für seine Opern, die zu den wichtigsten Werken des Verismo gehören.
Leben
Herkunft und Familie
Puccini stammte aus einer Musikerfamilie. Seine Eltern waren Albina Magi und Michele Puccini. Dieser war Leiter der Stadtkapelle von Lucca, Organist am Martinsdom und Komponist von Opern und Messen, sein Großvater Domenico Puccini war ebenfalls ein Komponist von Orchesterwerken und Klavierstücken, und schon sein Ururgroßvater Giacomo Puccini war Komponist und Organist. Als Ursprungsort der Familie Puccini gilt das 20 Kilometer von Lucca, dem Geburtsort des Opernkomponisten, entfernte Dorf Celle dei Puccini (heute Ortsteil von Pescaglia), in dem Ururgroßvater Giacomo Puccini geboren wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 18.">Dieter Schickling: Puccini – Biografie. Carus, Stuttgart 2017 [1983]</ref> Kurz nach Puccinis Geburt wurde mit dem Sardinischen Krieg der Zweite Italienische Unabhängigkeitskrieg geführt, nach dessen Ende das Königreich Italien entstand.<ref name="DieterSchickling" details="S. 29–30." />
Puccini war der erste Sohn seiner Eltern.<ref name="DieterSchickling" details="S. 30." /> Seine Geschwister waren:<ref name="DieterSchickling" details="S. 30–31." />
- Zemi (geb. Oktober 1853; starb wenige Monate nach der Geburt)
- Otilia (geb. o. get. 23. Januar 1851), heiratete später Massimo del Carlo (Augenarzt und später Bürgermeister von Lucca)
- Tomaide (geb. o. get. 14. April 1852), heiratete Enrivo Gherardi (verwitweter Bankbeamter)
- Nitteti (geb. o. get. 27. Oktober 1854), heiratete Alberto Marsili (Anwalt)
- Iginia (geb. o. get. 19. November 1856), ging ins Kloster und wurde Oberin
- Ramelde (geb. o. get. 18. Dezember 1859), heiratete Raffaelo Franceschini (Finanzamtsleiter)
- Macrina (geb. o. get. 13. September 1862)
- Michele (geb. o. get. 13. April 1864)
Puccini wurde am 23. Dezember 1858 unter dem Namen Giacomo Antonio Domenico Michele Secondo Maria in der Kirche San Giovanni getauft.<ref name="DieterSchickling" details="S. 30." /> Puccinis Eltern entstammten dem damaligen gehobenen Bürgertum, die nicht besonders reich war, aber auch nicht arm.<ref name="DieterSchickling" details="S. 30–31." /> Wie der Vater entstammte auch die Mutter einer musikalischen Familie.<ref name="DieterSchickling" details="S. 31." /> Am 23. Januar 1864 starb Vater Michele; Mutter Albina erhielt eine Pension von 72 Lire (heute: etwa 615 Euro).<ref name="DieterSchickling" details="S. 32–33." />
Puccini erhielt eine ordentliche Schulbildung, und zwar sehr wahrscheinlich als externer Absolvent der geistlichen Seminare, die an die Hauptkirchen von Lucca, Sani Michele und San Martino, angeschlossen waren, war jedoch ein schlechter Schüler.<ref name="DieterSchickling" details="S. 33." /> Onkel Fortunato Magi unterstützte die Familie mit der Hälfte seines Gehalts und gab Puccini zusätzlichen Musikunterricht.<ref name="DieterSchickling" details="S. 33." />
Ausbildung
Istituto Musicale Pacini
Im Jahr 1871 wechselte Puccini von der Seminarschule an das Istituto Musicale Pacini, um in der Tradition der Familie Berufsmusiker zu werden, wo er den Unterricht mehr schlecht als recht absolvierte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 34." /> So meinte einer seiner Lehrer angeblich:<ref name="DieterSchickling" details="S. 34." />
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Ihn interessierte eher das Machen von Musik.<ref name="DieterSchickling" details="S. 34." /> Dementsprechend erhielt er erste Preise wie zum Beispiel in der Orgelklasse im Jahr 1875 und für Komposition und Kontrapunkt im Jahr 1878.<ref name="DieterSchickling" details="S. 34." /> Ein enges Verhältnis entwickelte Puccini am Istituto Musicale Pacini zu Carlo Angeloni, Lehrer für Gesang und Kompositionstheorie, der auch Puccinis Leidenschaft für die Jagd geweckt haben soll, distanzierte sich aber von ihm, als Angeloni ein Vierteljahrhundert später starb.<ref name="DieterSchickling" details="S. 34–35." />
Für den Lebensunterhalt betätigte Puccini sich als Orgelspieler an den weniger wichtigen Kirchen der Stadt und nahm mit Carlo Della Nina den einzigen Schüler seines Lebens an.<ref name="DieterSchickling" details="S. 35." /> Im Zusammenhang mit seiner Kirchenmusik- und Unterrichtstätigkeit unternahm Puccini auch seine ersten kompositorischen Versuche.<ref name="DieterSchickling" details="S. 35." /> Viele Anekdoten aus dieser Zeit hat Puccini später als erfunden bezeichnet, aber zumindest seinem priesterlichen Bekannten Don Pietro Panichelli gegenüber zugegeben, dass er zu dieser Zeit Geld, das er für sein Orgelspiel erhielt und das für den Familienhaushalt bestimmt war, unterschlagen hat und einmal Pfeifen aus einer Kirchenorgel als Altmetall verkauft hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 35–36." /> Dass er in einem Bordell nahe des Doms verkehrte und dort eine Freundin namens Lola hatte, gilt zumindest als nicht unwahrscheinlich.<ref name="DieterSchickling" details="S. 36." /> Ein besonderer Bezugspunkt für intellektuellen Austausch war für ihn auch noch Jahrzehnte später das „Caffè Caselli“ (heute Cafè „De Simo“) an der alten Hauptstraße, das dem Vater seines späteren Freundes Alfredo Caselli gehörte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 36." /> Er war sehr an Oper interessiert und besuchte das Teatro del Giglio, wo er Gioachino Rossini, Vincenzo Bellini, Gaetano Donizetti und Giuseppe Verdi sah.<ref name="DieterSchickling" details="S. 36." /> Als prägend beschrieb Puccini die Aufführung von Aida im Jahr 1876 in Pisa, von der er noch im Jahr 1903 berichtete, dass er für sie zu Fuß eine Gesamtstrecke von 40 Kilometern nach Pisa und zurück gewandert sei.<ref name="DieterSchickling" details="S. 36–37." />
In dieser Zeit spielte Puccini zum Gelderwerb im „Cafè Buon Gusto“ in einer Tanzkapelle, die vom Geiger Augusto Michelangeli geleitet wurde, der auch am Instituto Pacini unterrichtete und am Teatro del Giglio dirigierte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 37." />
Anfang des Jahres 1870 starb die jüngste Schwester, die siebenjährige Macrina.<ref name="DieterSchickling" details="S. 37." /> Mitte März 1872 heiratete die älteste Schwester Ottilia den Arzt Massimo del Carlo; beide blieben in Lucca.<ref name="DieterSchickling" details="S. 37." /> Anfang 1875 trat Schwester Iginia als Suor Giulia Enrichetta dem Orden der Augustinerinnen im Kloster von Vicopelago fünf Kilometer entfernt von Lucca bei.<ref name="DieterSchickling" details="S. 37." />
In politischer Hinsicht war Puccini enttäuscht, dass Korruption an die Stelle des abgeschafften Absolutismus trat und der politische Neubeginn im politischen Alltag unterging.<ref name="DieterSchickling" details="S. 37–38." /> Sowohl in Lucca als auch in ganz Italien gab es viele Auswanderungen ins Ausland.<ref name="DieterSchickling" details="S. 38." /> Das politische Leben im Italien jener Zeit war eine Mischung aus revolutionärem Aufbruch, bürokratischer Kleinkrämerei, sozialen Spannungen, wirtschaftlicher Depression, aufklärerischem Freidenkertum und klerikaler Reaktion.<ref name="DieterSchickling" details="S. 38." /> Für Puccini bedeutete der Wegfall des Absolutismus in erster Linie die Unabhängigkeit von aristokratischen Dienstherren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 38." />
Puccini strebte den Weggang nach Mailand an.<ref name="DieterSchickling" details="S. 38." /> In Mailand bestand das angesehenste Konservatoriums Italiens; Mailand bot die Beziehungen, die ein erfolgreicher Komponist brauchte; schließlich war das Teatro alla Scala das bedeutendste Opernhaus im Königreich und eines der weltweit ersten überhaupt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 38." /> Aus Puccinis Anfangszeit sind das Preludio a Orchestra (SC 1), das Vexilla regnis prodeunt für zweistimmigen Männerchor und Orgel (SC 7) und die Romanze A te für Singstimme und Klavier (SC 8), die lange verschollene, aber fragmentarisch wiederaufgetauchte Kantate I figli dell'Italia bella erhalten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 38–39." /> Öffentlichen Erfolg hatte Puccini mit dem am 29. April 1877 am Istituto Pacini uraufgeführten Mottetto per San Paolino für Solobariton, vierstimmigen gemischten Chor und großes Orchester (SC 2).<ref name="DieterSchickling" details="S. 39." /> Sein umfangreichstes und musikalisch bedeutendstes Werk ist die Messa a 4 voci (SC 6).<ref name="DieterSchickling" details="S. 39–40." />
Konservatorium in Mailand
Da die Familie sich einen Studienaufenthalt Puccinis in Mailand aus eigener Kraft nicht leisten konnte, bat seine Mutter Königin Margherita erfolgreich um Hilfe, die ihm ein einjähriges Stipendium von 100 Lire gewährte; weitere finanzielle Hilfe kam von Onkel Cerù.<ref name="DieterSchickling" details="S. 40." /> Im Herbst 1880 trat Puccini die Reise nach Mailand an.<ref name="DieterSchickling" details="S. 40." />
Am 14. Oktober 1880 reichte Puccini sein Aufnahmegesuch beim Mailänder Conservatorio Giuseppe Verdi ein.<ref name="DieterSchickling" details="S. 42." /> Als Adresse gab er Via Unione 7 bei seinem vierzehn Jahre älteren Vetter Carlo Biagini an, dem Sohn von Michele Puccinis Schwester Clara.<ref name="DieterSchickling" details="S. 42." /> Diese Adresse gab er auch weiterhin als seine offizielle Adresse an, auch als er wenige Wochen später in die Via (heute Corso) Monforte 26 wenige hundert Meter vom Konservatorium entfernt umzog.<ref name="DieterSchickling" details="S. 42." />
Eigentlich war Puccini schon zu alt für den Eintritt am Konservatorium, doch konnte er wegen seines guten Ergebnisses bei der Aufnahmeprüfung und der Empfehlung seines Lehrers Fortunato Magi trotzdem an das Konservatorium.<ref name="DieterSchickling" details="S. 42." /> In seiner Anfangszeit knüpfte Puccini erste Kontakte zu seinem lucchesischen Landsmann Alfredo Catalani, dessen erste Opernerfolge bevorstanden, und zu Signora Lucca, der siebzigjährigen Chefin des gleichnamigen Musikverlages, der unter anderem die italienischen Rechte an Richard Wagners Opern besaß.<ref name="DieterSchickling" details="S. 42." /> Seine ersten Stunden in Komposition hatte Puccini bei Professor Antonio Bazzini.<ref name="DieterSchickling" details="S. 43." />
Puccini konzentrierte sich ganz auf seine Studien, ohne aber das gesellschaftliche Leben zu vernachlässigen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 43–44." /> Zunächst klagte er dennoch, dass er aus Geldmangel nicht in die Oper gehen konnte, was sich dank der finanziellen Unterstützung durch seine Mutter bald änderte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 44." /> Die Scala könne er, so klagte er, auf Grund der dortigen hohen Preise, dennoch nicht besuchen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 44." /> Auch zeigte er sich enttäuscht von Frau Lucca, die, obwohl Verfechterin von Richard Wagner, der Macht des großen Traditionsverlags Ricordi unterworfen war und damit der Konvention Giuseppe Verdis.<ref name="DieterSchickling" details="S. 44." /> Trotzdem berichtete er in den Briefen an seine Familie von weiteren Premieren an der Scala, wobei unklar ist, wie viel er davon wirklich gesehen hat, da er sparsam mit seinem Geld umgehen musste.<ref name="DieterSchickling" details="S. 44–45." /> Aus diesem Grund zog er Anfang Februar 1881 der günstigeren Miete wegen aus der Via Monforte in die Via Zecca Vecchia 10 und wohnte ab Mai 1881 in der Vicolo San Carlo 2.<ref name="DieterSchickling" details="S. 45." />
In diese Zeit fiel die Heirat seiner zweitältesten Schwester Tomaide.<ref name="DieterSchickling" details="S. 45." /> Am Konservatorium gehörte Puccini zu den besten Studenten, aber nicht wegen seines Fleißes, sondern wegen seiner Begabung.<ref name="DieterSchickling" details="S. 45." /> So bekam er wegen unentschuldigten Fehlens schon nach zwei Monaten eine Geldstrafe von 10 Lire.<ref name="DieterSchickling" details="S. 45." /> Bagazzi, inzwischen Direktor des Konservatoriums, schrieb an Puccinis Mutter, dass ihr Sohn faul war und oft fehlte und trotz Bagazzis Empfehlung wegen der großen Konkurrenz in Mailand nicht mit einer profitablen Stelle rechnen könne.<ref name="DieterSchickling" details="S. 45." />
Für Puccini war der Unterricht am Konservatorium eher eine Last, der aus den traditionellen Grundlagen von Harmonielehre, Kontrapunkt und klassischer Instrumentation bestand und die moderne Oper vernachlässigte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 45–46." /> In diesem Zusammenhang könnte die Anekdote stimmen, Puccini habe seinem neuen Lehrer Amilcare Ponchielli mehrfach die gleiche Fuge, nur in verschiedenen Tonarten, abgeliefert.<ref name="DieterSchickling" details="S. 46." /> Für Puccini interessanter könnte die Anfertigung von Solfèges, also Übungsstücken zur Gehör und Gesangsbildung, gewesen sein.<ref name="DieterSchickling" details="S. 46." /> Zu dieser Zeit war er beeindruckt von Carl Maria von Webers Der Freischütz und las die Instrumentationslehre von Hector Berlioz.<ref name="DieterSchickling" details="S. 46." /> Am Konservatorium lernte Puccini den fünf Jahre jüngeren Pietro Mascagni kennen (wahrscheinlich durch den gemeinsamen Lehrer Ponchielli); ob sie auch zusammen wohnten, ist allerdings unklar.<ref name="DieterSchickling" details="S. 46." /> Eine prägende Erfahrung war für beide der gemeinsame Kauf eine Klavierauszugs des Parsifal von Richard Wagner, den Puccini verehrte, obwohl er wahrscheinlich bis dahin noch keine Wagner-Aufführung gesehen hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 46–47." />
Puccini schloss – offenbar Bazzinis Rat folgend, fleißiger zu sein – das zweite Konservatoriumsjahr mit noch besseren Noten ab als das erste.<ref name="DieterSchickling" details="S. 47." /> In diese Zeit fällt im Juni/Juli 1882 die Komposition seines konventionellen Preludio sinfonico in A-Dur für Orchester (SC 32) sowie zwischen Frühjahr 1882 und Frühjahr 1883 die Komposition seines nach 2000 rekonstruierten, reiferen Streichquartetts (SC 50, 31, 34, 52, 56), aus dem er später unter anderem in Le Villi, Manon Lescaut und Madama Butterfly Themen übernahm.<ref name="DieterSchickling" details="S. 47." />
Im dritten Studienjahr litt Puccini unter Geldnot, da das Stipendium von Königin Margherita nur für das erste Jahr gegolten hatte und das zweite durch familiäre Mittel finanziert wurde, die nun knapp wurden.<ref name="DieterSchickling" details="S. 47." /> Seine briefliche Bitte an den Bürgermeister von Lucca um finanzielle Unterstützung blieb ohne Erfolg, so dass die Familie, vor allem Onkel Cerú, doch noch einige Mittel aufgebracht zu haben schien.<ref name="DieterSchickling" details="S. 47–48." />
Puccini scheint auch die Komposition einer eigenen Oper ins Auge gefasst zu haben, denn er bat Onkel Cerú, Bruder Michele solle einen gewissen Medarse Capelletti fragen, ob dieser nichts von dem Libretto wisse, das er Puccini versprochen hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 48." /> Ponchielli sah sich zu erneuten Ermahnungen veranlasst, Puccini müsse fleißiger sein.<ref name="DieterSchickling" details="S. 48." />
Inzwischen hatte Puccinis Schwester Ramelde den Steuerbeamten Rafaello Franceschini geheiratet, mit dem Puccini noch zahlreiche Aktivitäten verbinden sollten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 48." /> Seine musikalischen Fähigkeiten schulte Puccini nun durch Theaterbesuche und durch das Schreiben eigener Musik und schrieb auffällig oft Lieder auf Texte von Antonio Ghislanzoni: Melancolia (SC 38), Salve Regina (SC 39), Storiella d'amore (SC 40) und Ad una morta! (SC 41).<ref name="DieterSchickling" details="S. 49–51." />
Anfang Juni 1883 begannen die Abschlussprüfungen am Konservatorium.<ref name="DieterSchickling" details="S. 51." /> Von den schriftlichen Aufgaben sind noch zwei vorhanden, und zwar eine vierstimmige Fuge (SC 53) und eine klavierbegleitete Gesangsszene mit den Anfangsworten Mentìa l'avviso (SC 54). Der schwierigste Prüfungsteil war das Capriccio Sinfonico, aus dem er später Teile für den Beginn seiner Oper La Bohème verwendete.<ref>Pietro Spada, in: Beiheft zur Einspielung unter Riccardo Chailly, Decca Records, 1983.</ref> und das bei bestandenem Examen zur öffentlichen Aufführung bestimmt war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 51." /> Puccini erreichte beim Examen eines der besten Ergebnisse.<ref name="DieterSchickling" details="S. 51." /> Puccini schrieb an seine Familie, dass er nach einer erfolgreichen Aufführung des Capriccio Sinfonico (wahrscheinlich durch Ponchielli) dem Verleger Ricordi vorgestellt werden solle; auch Verlegerin Lucca würde das Werk erhalten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 51." /> Als Puccinis Mutter nach dem erfolgreichen Examen ihres Sohnes einen Brief an Ponchielli schrieb und ihn bat, sich bei Rcordi und Lucca für ihren Sohn einzusetzen, reagierte Puccini wütend: ein solches Vorgehen wirke sich bei Leuten wie Ponchielli und Bagazzi eher negativ aus.<ref name="DieterSchickling" details="S. 52." />
Die Uraufführung des Capriccio Sinfonico stand wegen seines Anspruchs und wegen der Unerfahrenheit der Studenten, die im Orchester spielten, unter keinem guten Stern, wurde aber vom erfahrenen Dirigenten Franco Faccio, dem musikalischen Chef der Scala, gerettet.<ref name="DieterSchickling" details="S. 52." /> Das Stück wurde zunächst von den Konservatoriumsprofessoren Dominiceti, Bazzini und Ponchielli und später von der zeitgenössischen Kritik gelobt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 52–53." /> Am 16. Juli, dem Tag des Abschlusskonzerts, bei dem das Capriccio erneut erklang, erhielt Puccini sein Abschlussdiplom mit sehr guten 164 von 200 Punkten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 53." /> Doch mahnte Ponchielli in einem Brief an Puccinis Mutter, auch nach dem Erfolg des Capricccio werde dieser Geduld brauchen; auch Ponchielli selbst habe sich anfangs mit bescheidenen Ämtern zufriedengeben müssen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 53." />
Le Villi
Ponchielli regte Puccini an, an einem Wettbewerb des Verlags Sonzogno teilzunehmen, der sich zur Aufgabe gemacht hat, die italienische Musik zu fördern.<ref name="DieterSchickling" details="S. 54." /> Der Librettist solle Ferdinando Fontana werden, dessen Librettovorschlag Puccinis angeblicher Art der sinfonisch beschreibenden Komposition entspreche und aus dem die spätere Schwarzwald-Oper Le Villi wurde, in der ein junger Mann seine Verlobte betrügt, woraufhin sie und andere Geister an ihm Rache nehmen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 54." /><ref name="DieterSchickling" details="S. 671." /> Ponchielli vermittelte den Kontakt zwischen Puccini und Fontana, der eine günstigere Bezahlung als sonst akzeptierte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 54." /> Puccini reiste nach Lucca und begann sogleich mit der Komposition.<ref name="DieterSchickling" details="S. 54." /> Am 4. Oktober druckte die Musikzeitschrift La Musica Popolare aus dem Verlag Sonzogno Puccinis Lied Soriella d'amore.<ref name="DieterSchickling" details="S. 55." /> Gegen Ende der Arbeiten an Le Villi wurde die Zeit knapp.<ref name="DieterSchickling" details="S. 55." /> Erst am 31. Dezember, dem letzten Tag der Abgabefrist, lieferte Puccini die Oper beim Preisgericht ab, in dem Ponchielli, Faccio und andere Professoren des Konservatoriums saßen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 55." />
Nach der Komposition von Le Villi zog Puccini wieder für längere Zeit nach Mailand in die Piazza San Simpoliciano, Haus Nr. 2.<ref name="DieterSchickling" details="S. 55." /> Dort hoffte er auf eine Empfehlung Ponchiellis an Ricordi, die Ponchielli jedoch hinauszögerte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 55." /> Puccini suchte auch vergeblich Kontakt zu Catalani, der gerade nicht in Mailand und laut Puccinis Mutter ein Egoist war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 56." /> Mehr Erfolg hatte Puccini beim Verlag Lucca, der einen Klavierauszug des Capriccio zu vier Händen mit einer Widmung an den Fürsten Carlo Poniatowski veröffentlichte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 56." />
In dieser Zeit erkrankte Puccinis Mutter, die sich selbst eher um die Karriere ihres Sohnes sorgte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 56." /> Schließlich empfahl Ponchielli Puccini doch noch, jedoch ohne nachhaltigen Erfolg, bei Ricordi, und Puccini ging beim Wettbewerb mit seiner Oper leer aus.<ref name="DieterSchickling" details="S. 56–57." /> Die Vorschläge seiner Mutter, Unterricht zu geben oder sich bei Ricordi als Dirigent für eine Ponchielli-Oper verpflichten zu lassen, waren nicht sein Fall – das Einzige, was er wollte, war selber komponieren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 57." />
Nitteti heiratete als letzte von Puccinis Schwestern den Anwalt Alberto Marsili.<ref name="DieterSchickling" details="S. 57." /> Ende März kam Puccinis kleiner Bruder Michele, der auch am Konservatorium studieren wollte, zur Aufnahmeprüfung für einige Tage nach Mailand.<ref name="DieterSchickling" details="S. 57." />
Im Salon des reichen und kunstbegeisterten Exzentrikers Marco Sala spielte Puccini Le Villi in Anwesenheit von Arrigo Boito und angeblich auch Giovannina Luca und Catalina am Klavier vor, die allesamt beschlossen, Le Villi im Teatro al Verme aufzuführen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 57." />
Inzwischen verschaffte Puccini für Michele eine Stelle bei dem Mailänder Musikalienhändler Pigna und zog in die Piazza Beccaria 13 um, wohnte allerdings auch jetzt noch nicht mit Michele zusammen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 57." />
Eine Stelle im Briefwechsel zwischen Puccini und seiner Mutter aus dem Jahr 1884, in der von einer gewissen „Capua“ die Rede ist, lässt die Veröffentlichung der Tre Menuetti für Streichquartett (SC 61), die Puccini bei Pigna publizierte, statt auf das ursprünglich angenommene Jahr 1890 auf eben jenes Jahr 1884 festlegen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 58." /> Bei der erwähnten „Capua“ handelt es sich um Vittoria Augusta di Bourbone, Principessa di Capua, die Widmungsträgerin der ersten drei der Menuette.<ref name="DieterSchickling" details="S. 58." /> Nachdem Puccinis Mutter vergeblich versucht hatte, die Principessa, die wenige Kilometer nördlich von Lucca wohnte, wegen der Erlaubnis einer Widmung zu kontaktieren, bat sie ihren Sohn, es selbst zu versuchen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 58." /> Es lässt sich nicht feststellen, ob die Menuette direkt vor Drucklegung oder schon deutlich vorher entstanden sind.<ref name="DieterSchickling" details="S. 58–59." />
Am 31. Mai 1884 wurde die Premiere von Le Villi im Teatro al Verme ein sensationeller Erfolg.<ref name="DieterSchickling" details="S. 59–60." /> Auch die zweite, dritte und eine ursprünglich nicht geplante vierte Aufführung waren gut besucht.<ref name="DieterSchickling" details="S. 59–60." /> Puccini konnte mit einem Mal alle Schulden bezahlen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 59–60." />
Nach diesem Erfolg erwarb Ricordi alle Rechte an Le Villi und beauftragte Fontana und Puccini mit einer weiteren Oper.<ref name="DieterSchickling" details="S. 60." /> Nachdem die großen Erfolge des bereits 70-jährigen Verdi Geschichte waren, suchte Ricordi nach jungen Opernkomponisten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 60." /> Auch Verdi äußerte sich einem Freund gegenüber lobend über Le Villi.<ref name="DieterSchickling" details="S. 61." /> Trotz des Erfolges erkannte Ricordi, dass Le Villi für weitere Aufführungen überarbeitet und länger werden müsste.<ref name="DieterSchickling" details="S. 61." />
Puccini zog sich für die nötige Überarbeitung nach Lucca zurück, wo er mit dem schlechten Gesundheitszustand seiner Mutter konfrontiert wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 61." /> Er bestand darauf, einen bekannten Arzt in Pisa zu konsultieren, der einen Magenkatarrh und Leberbeschwerden diagnostizierte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 61." />
Zwischendurch fuhr er nach Turin, wo eine Aufführung des Cappriccio Sinfonico geplant war, wo er Don Bosco um religiöse Hilfe für die kranke Mutter bat.<ref name="DieterSchickling" details="S. 61–62." /> Puccinis Mutter würde, so sagte Don Bosco, gesund werden, wenn sie auf Gott vertraute; er versprach, für sie zu beten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 62." /> In musikalischer Hinsicht traf sich Puccini mit Turins führendem Musikkritiker, dem Grafen Valletta; auch Dirigent Franco Faccio war anwesend.<ref name="DieterSchickling" details="S. 62." /> Das Cappriccio wurde auch in Turin ein großer Erfolg und wurde mehrmals aufgeführt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 62." />
Doch sogleich musste Puccini eilends nach Hause nach Lucca zurückkehren, als seine Mutter am 17. Juli 1884 im Alter von 54 Jahren starb.<ref name="DieterSchickling" details="S. 62." /> Puccini traf dieser Schicksalsschlag schwer.<ref name="DieterSchickling" details="S. 62." /> Die Verteilung und den Verkauf des Nachlasses der Mutter übernahm Onkel Cerú.<ref name="DieterSchickling" details="S. 63." />
Mosco Carner stellte in seiner 1961 erschienenen Puccini-Biografie Puccini. Biografia critica. die These auf, Puccini hätte eine Obsession in Bezug auf seine Mutter gehabt, mit der er zeit seines Lebens andere Frauen verglichen hätte.<ref name="Puccini-Handbuch" details="S. 9">Richard Erkens (Hrsg.): Puccini-Handbuch. Metzler Stuttgart Bärenreiter Kassel, 2017</ref> Dieter Schickling hält dem entgegen, dass das erhaltene Material zu dünn für eine fundierte Analyse sei und Carner längst nicht alle Beziehungen zu Frauen kannte, die Puccini in seinem Leben hatte.<ref name="Puccini-Handbuch" details="S. 9"/> Puccini habe, so Carner, seine Ehebrüche „mit obskuren und sozial niedriger stehenden Frauen“ begangen, wobei er „flüchtige[n] Verbindungen“ eingegangen sei, „in denen die Partnerinnen das Gegenteil der mächtigen Mutter repräsentierten; sie zogen ihn mit ihrer Unterwerfung an und erlaubten ihm so ein Gefühl von Domianz und Herrschaft, das er offensichtlich brauchte, um seiner unbewussten Abhängigkeit von der Mutter entgegenzuwirken“.<ref name="Puccini-Handbuch" details="S. 13"/> Schicklin hält dem entgegen, dass Puccinis Verbindungen zu diesen Frauen weder flüchtig waren, noch diese sich ihm unterwarfen, sondern stark und selbstbewusst sowie von höherem sozialen Rang als Puccini waren.<ref name="Puccini-Handbuch" details="S. 13"/>
Nach Erledigung der Formalitäten nach dem Tod der Mutter setzte Puccini in Mailand die Überarbeitung von Le Villi fort und erweiterte die Oper unter anderem von einem auf zwei Akte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 63." /> Gleichzeitig drängte Fontana, Puccini solle sich für einen seiner Librettovorschläge für die nächste Oper entscheiden, für die Puccini sich bei Ricordi verpflichtet hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 63." /> Ob unter diesen Vorschlägen schon das Libretto für Puccinis nächste Oper Edgar dabei war, ist unklar.<ref name="DieterSchickling" details="S. 63." /> In Lucca las Puccini in der Gazzetta musicale die erste, allerdings fehlerhafte mehrseitige, von Fontana verfasste Biografie über sich.<ref name="DieterSchickling" details="S. 63." /> Nach Lehrer Bazzinis Beschwerde, warum er nicht vorkomme, wurde dieser Fehler in der nächsten Version berichtigt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 63." />
Die erste Aufführung der überarbeiteten Le Villi-Oper fand in Turin statt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 63." /> Puccini und Fontana klagten in einem gemeinsamen Brief an Ricordi über die mangelnde Qualität der Musiker.<ref name="DieterSchickling" details="S. 64." /> Im Gegensatz zu Puccini glaubte Fontana an einen Erfolg; für eine Aufführung an der Scala müssten die Vorbereitungen jedoch gewissenhafter sein.<ref name="DieterSchickling" details="S. 64." /> Villana schrieb eine wohlwollende Kritik, die Reaktion des Pulikums fiel jedoch mäßig aus.<ref name="DieterSchickling" details="S. 64." /> An der Scala fand dagegen am 24. Januar 1885 die erste von 13 Aufführungen statt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 64." /> Die Verdi-Sängerin Teresa Stolz äußerte sich in einem Brief an den mit ihr befreundeten Verdi kritisch über die Oper.<ref name="DieterSchickling" details="S. 64–65." />
Am 1. Februar 1885 veröffentlichte Giulio Ricordi in Gazzetta musicale ein Plädoyer für Puccini, das den jungen, an der deutschen Operntradition orientierten Nachwuchs-Komponisten daran erinnern sollte, dass er Italiener sei.<ref name="DieterSchickling" details="S. 73." />
Elvira Bonturi
Am Ende des Jahres erwähnte Puccini in einem Gruß an Fontana das erste Mal seine Lebenspartnerin Elvira Bontuni.<ref name="DieterSchickling" details="S. 74." /> Die am 13. Juni 1860 geborene Elvira (* 13. Juni 1860, † 9. Juli 1930) hatte zwei Kinder aus ihrer ersten Ehe mit dem lucchesischen Kaufmann Narciso Gemignani (1857–1903): die am 5. April 1880 geborene Tochter Fosca und den Sohn Renato (1885–1957).<ref name="DieterSchickling" details="S. 74." /> Ein Brief Puccinis belegt, dass beide Männer sich gut kannten, vielleicht schon in ihrer Jugend.<ref name="DieterSchickling" details="S. 74." /> Am 22. Dezember 1886 wurde Puccinis und Elviras gemeinsamer Sohn Antonio (auch Tonio oder Anton; * 23. Dezember 1886; † 21. Februar 1946) geboren, woraufhin Elvira ihren Ehemann und gemeinsam mit Puccini Lucca verließ.<ref name="DieterSchickling" details="S. 74." /> Bei ihrem Weggang nahm Elvira die sechsjährige Tochter Fosca mit und ließ das Baby Renato bei ihrem Ehemann zurück.<ref name="DieterSchickling" details="S. 74." /> Narciso Gemignani gab sich mit den Umständen zufrieden, obwohl das bürgerliche Recht auf seiner Seite gewesen wäre, was bedeuten könnte, dass er Fosca für Puccinis Tochter hielt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 745." /> Falls dem so gewesen wäre, hätten Puccini und Elvira bereits vor seinem Studium in Mailand eine Affäre gehabt, was sich aber auf Grund der dürftigen Quellenlage nicht mehr aufklären lässt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 75." />
Edgar
Nach den Mailänder Aufführungen von Le Villi fuhr Piccini nach Lucca, um sich auf die Arbeit an seinem nächsten Projekt zu konzentrieren, und zwar die Oper Edgar nach einem Libretto von Fontana<ref name="DieterSchickling" details="S. 73." /> über Edgar, der vor dem Hintergrund der Kriege gegen die Flamen zwischen zwei Frauen steht.<ref name="DieterSchickling" details="S. 83–87." /> Daneben vermarktete er Le Villi und nutzte die Chance zur Aufführung seines Opernerstlings in Bologna durch den bedeutenden Dirigenten Luigi Mancinelli.<ref name="DieterSchickling" details="S. 734." /> Eine Aufführung in Lucca lehnte Puccini jedoch ab, da das Orchester hier zu schlecht sei.<ref name="DieterSchickling" details="S. 74." />
Im Mai 1886 bat Puccini seinen Verleger, seine eigentlich im Juni ablaufende Dotation zu verlängern, da er noch Zeit für die Komposition von Edgar bräuchte und noch seinen Bruder unterstützen müsse.<ref name="DieterSchickling" details="S. 75." /> Biograf Dieter Schickling vermutet den wahren Grund für diese Bitte darin, dass Puccini nun eine Frau und deren Tochter zu versorgen hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 75." /> In diese Zeit fällt die erste Aufführung von Le Villi außerhalb Italiens, und zwar in Buenos Aires.<ref name="DieterSchickling" details="S. 75." />
Im Sommer und Herbst arbeitete Puccini weiter an Edgar.<ref name="DieterSchickling" details="S. 75." /> In dieser Zeit half Fontana Puccini neben der Arbeit am Libretto auch in dessen familiärer Situation und verschaffte dem Paar kurz vor der Geburt des Sohnes Antonio eine Wohnung in Monza nahe bei Mailand, wo das Paar sicherer vor gesellschaftlicher Verurteilung war als in der Großstadt Mailand.<ref name="DieterSchickling" details="S. 76." /> Am 22. Dezember wurde schließlich Sohn Antonio Ferdinando Maria geboren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 76." />
Am 5. Februar 1887 wurde Le Villi im damals österreichischen Triest uraufgeführt, wodurch Puccini die mit Spannung erwartete Mailänder Uraufführung von Verdis Otello verpasste, aber rechtzeitig zur zweiten Otello-Aufführung nach Mailand zurückkehrte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 76." /> Verdi kombinierte in Otello Wagners Musiksprache mit der italienischen, woraufhin Puccini große Teile des Edgar umkomponierte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 76." /> Biograf Schickling sieht in dem Kurswechsel und der damit verbundenen Unsicherheit verheerende Folgen für die musikalische Qualität des Edgar.<ref name="DieterSchickling" details="S. 76." />
Ende März reisten Puccini und Elvira trotz des sozialen Drucks wegen ihrer Flucht vor gerade mal einem Jahr nach Lucca, kehrten aber recht schnell wieder nach Monza zurück.<ref name="DieterSchickling" details="S. 77." /> Aus finanziellen Gründen gaben sie ihre Wohnung in Monza auf; Elvira lebte nun mit den Kindern bei ihrer Mutter und ihrer Schwester in Florenz und Puccini unter anderem in Fontanas Sommerfrische in Bergamasco.<ref name="DieterSchickling" details="S. 77." />
In Italien begann zu dieser Zeit eine neue politische Epoche, als nach dem Tod von Agostino Depretis Ende Juli 1887 Francesco Crispi an die Macht kam, der sich vom alten Bündnispartner Frankreich lösen wollte und mit seinem Zollkrieg gegen Frankreich wirtschaftliche Turbulenzen in Italien auslöste.<ref name="DieterSchickling" details="S. 77." />
Puccini zeigte sich inzwischen optimistisch, da der Edgar fast fertig sei, Ricordi mit seiner Arbeit zufrieden sei, der Edgar in Rom oder vielleicht auch an der Scala uraufgeführt werden solle und Mancinelli den Edgar für Madrid haben wolle.<ref name="DieterSchickling" details="S. 78." /> Dennoch musste Fontana zwischenzeitlich Ricordi für Puccini um Geld für Reisekosten und Notenpapier bitten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 78." /> Ende Oktober beendete Puccini die Arbeit an Edgar, doch niemand wollte die neue Oper spielen, auch nicht in Mailand, wohin Puccini in die Via Solferino 27 zog, seine Mailänder Adresse für die nächsten 15 Jahre, da die Scala gerade mit den Vorbereitungen für Wagners Lohengrin beschäftigt war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 78." /> In dieser Zeit brachte Schwester Ramelde ihr erstes Kind, Tochter Albina, zur Welt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 78." />
Zu Beginn des Jahres 1888 wurde eine Aufführung von Le Villi in Neapel zum Fiasko.<ref name="DieterSchickling" details="S. 789." /> Die Angst vor der unberechenbaren Reaktion des Publikums sollte Puccini von nun an nie mehr loslassen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 79." /> Während er auf eine Aufführungsmöglichkeit für Edgar wartete, finden sich in dessen Autograf nur wenige Bearbeitungsspuren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 79." /> In einem Brief von 1888 schrieb er, er arbeite bereits an einer dritten Oper, wobei unklar ist, ob er Manon Lescaut oder ein anderes, aufgegebenes Opernprojekt meinte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 79." /> Am 1. März 1888 komponierte er die Mattinata Sole e amore (SC 63) die im selben Jahr in der Genueser Musikzeitschrift Paganini veröffentlicht wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 79–80." />
Am 2. Juli fand in Bologna die erste italienische Aufführung von Wagners Tristan und Isolde statt; möglicherweise hat auch Puccini sie besucht.<ref name="DieterSchickling" details="S. 80." /> Der Verlag Lucca und seine Wagner-Rechte wurden kurz zuvor von Puccinis Verlag Ricordi aufgekauft.<ref name="DieterSchickling" details="S. 80." /> Von seinem schweizerischen Ferienort Vacallo aus besuchte Puccini gemeinsam mit Fontana die Bayreuther Festspiele, wo die beiden auf jeden Fall Parsifal und Die Meistersinger von Nürnberg gesehen haben.<ref name="DieterSchickling" details="S. 80." />
Nach seiner Rückkehr aus Bayreuth blieb Puccini mindestens bis November in Vacallo und nahm Korrekturen am Edgar vor, schloss aber die Partitur ab.<ref name="DieterSchickling" details="S. 80." /> Die Beteiligten an Edgar erwarteten mit Spannung die Premiere des Edgar, zu der auch Verdi erwartet wurde, aber nicht kam.<ref name="DieterSchickling" details="S. 80." />
Am Premierenabend am 21. April 1889 reagierte das Publikum merklich kühl.<ref name="DieterSchickling" details="S. 80." /> Auch die Kritiker reagierten zurückhaltend und warfen Puccini Eklektizismus vor, da einiges nach Charles Gounod klinge und einiges nach Georges Bizet.<ref name="DieterSchickling" details="S. 80–81." /> Nach zwei weiteren Aufführungen wurde Edgar vom Spielplan genommen und an der Scala zu Puccinis Lebzeiten nie mehr aufgeführt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 81." />
Manon Lescaut
Einige Abende nach der Uraufführung beschlossen Puccini, Fontana und Ricodi, Edgar in dieser Saison nicht mehr aufzuführen, sondern bis zur Winterspielzeit gründlich zu überarbeiten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 88." /> Eine Woche später fuhren Puccini, Fontana und Carignani, der den Klavierauszug des Edgar geschrieben hat, zur Erholung für ein paar Tage nach Cernobbio.<ref name="DieterSchickling" details="S. 88." /> Puccini schrieb von dort aus, er plane als nächstes Projekt Tosca; Ricordi möge bitte die Rechte erwerben.<ref name="DieterSchickling" details="S. 88." /> Die Idee zu Tosca stammte von Fontana, doch schien Ricordi damit gar nicht einverstanden, denn zur Komposition von Tosca kam es erst zehn Jahre später.<ref name="DieterSchickling" details="S. 88." /> Nach Puccinis Rückkehr nach Mailand kam es, offenbar auf Ricordis Betreiben hin, zu Plänen einer Vertonung von Dostojewskis Schuld und Sühne.<ref name="DieterSchickling" details="S. 88." /> Doch wenig später reizte es Puccini viel mehr, Manon Lescaut über das junge Mädchen Manom Lescaut zu schreiben, das ins Kloster geschickt werden soll, sich aber in Renato Des Grieux verliebt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 103–111." /> Am 15. Juli schloss Ricordi mit dem Theaterautor Marco Praga und dem Journalisten Domenico Oliva einen Vertrag über das Libretto.<ref name="DieterSchickling" details="S. 88." /> Doch zunächst schickte Ricordi Puccini nach Bayreuth, um Wagners Meistersinger für eine italienische Erstaufführung vorzubereiten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 88–89." />
Nach wenigen Tagen kehrte Puccini von Bayreuth, wo er neben den Meistersingern vielleicht auch Tristan und Isolde und wohl auch den Parsifal gehört hat, zurück und zog sich in sein Sommerdomizil Vacallo zurück und fing an, die Le Villi-Oper für weitere Aufführungen und die Edgar-Oper, von der ein Klavierauszug veröffentlicht werden sollte, zu überarbeiten, die Meistersinger für eine italienische Aufführung zu kürzen sowie die neue Oper Manon Lescaut (SC 64) zu komponieren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 89." /> Nicht ohne Neid stellte Puccinis lucchesischer Kollege Alfredo Catalani fest, dass nicht er, sondern Puccini der Komponist des nun einzigen Verlages Ricordi und wohl auch Verdis Nachfolger werden würde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 89." />
Puccini glaubte irrigerweise, Manon Lescaut innerhalb eines Jahres vollenden zu können.<ref name="DieterSchickling" details="S. 90." /> Die Arbeiten an der Oper verzögerten sich jedoch auf Grund der musikalischen Erfahrungen, die Puccini bei der Beschäftigung mit den Meistersingern gewann.<ref name="DieterSchickling" details="S. 90." />
Zunächst musste Puccini sich mit familiären Angelegenheiten beschäftigen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 90." /> So beschloss Bruder Michele, wohl deprimiert von den Karriereaussichten in Italien, nach Amerika auszuwandern.<ref name="DieterSchickling" details="S. 90." /> Zur Finanzierung der Auswanderung verkauften die beiden Brüder die ihnen seit dem Tod der Mutter gehörende, in der Via di Poggio in Lucca gelegene Wohnung an den wohlhabenden Schwager Rafaello Franceschini.<ref name="DieterSchickling" details="S. 90." /> Die Überschreibung war wahrscheinlich nur eine Art Sicherheit für das von Franceschini überlassene Geld, denn fast genau fünf Jahre später kaufte Puccini die Wohnung wieder zurück.<ref name="DieterSchickling" details="S. 90." /> Anfang Oktober 1889 reiste Michele nach Buenos Aires und hielt sich zunächst mit Privatunterricht über Wasser und nahm schließlich eine Stelle als Musiklehrer in Jujuy in Nordargentinien an.<ref name="DieterSchickling" details="S. 90." />
Im Nachlass des Librettisten Luigi Illica findet sich eine Librettoskizze für Manon Lescaut – wohl ein erster Nachweis für die Zusammenarbeit mit Illica.<ref name="DieterSchickling" details="S. 90." /> Mit Luigi Illica fand Puccini einen neuen (den vierten) Librettisten für Manon Lescaut.<ref name="DieterSchickling" details="S. 96." /> Er war mit Fontana befreundet, der Illica für Manon Lescaut empfohlen haben soll.<ref name="DieterSchickling" details="S. 96." /> Ende Oktober 1889 waren die ersten drei Akte des Librettos für Manon Lescaut fertig.<ref name="DieterSchickling" details="S. 90." />
In diesen Tagen schrieb Puccini auch eine Gelegenheitsarbeit mit dem Streichquartett Crisantemi (SC 65), das dem Andenken des im Januar 1890 verstorbenen Amedeo von Sayvoen gewidmet ist, dem zweiten Sohn von König Viktor Emanuel II.<ref name="DieterSchickling" details="S. 90." />
Inzwischen wurde Le Villi in Verona und Brescia aufgeführt, in Brescia unter dem Dirigat des noch jungen Arturo Toscanini, der später der führende Puccini-Dirigent werden sollte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 90–91." />
Die geplante Wiederaufführung des Edgar musste jedoch wegen Erkrankung des Tenors verschoben werden.<ref name="DieterSchickling" details="S. 91." /> Mitte April starb der Ehemann seiner Schwester Nitteti, Alberto Marsili.<ref name="DieterSchickling" details="S. 91." /> Puccini musste darauf hinweisen, dass er zu keiner finanziellen Unterstützung seiner Schwester im Stande war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 91." /> Zusätzlich verlangte Onkel Cerù seine finanzielle Unterstützung für Puccinis Studium mit Zinsen zurück.<ref name="DieterSchickling" details="S. 91." /> Puccini konnte nachweisen, dass er mit Le Villi kaum mehr als 6000 Lire statt der von Cerù vermuteten 40.000 Lire verdient hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 91." /> Puccini spielte mit dem Gedanken, nach Südamerika auszuwandern und dort Musiklehrer zu werden.<ref name="DieterSchickling" details="S. 91." />
Stattdessen begann Puccini im März 1890 mit der Instrumentation von Manon Lescaut.<ref name="DieterSchickling" details="S. 91." /> Zwar hatte Puccini sich seit seiner Mailänder Studienzeit mit Wagners Musik beschäftigt, sich mit ihr aber erst im Rahmen seiner Überarbeitung der Meistersinger genauer auseinandergesetzt, was sich auch auf die Musik der Manon Lescaut auswirkte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 92." />
Am 17. Mai 1890 wurde die Oper Cavalleria rusticana von Puccinis Studienfreund Pietro Mascagni mit großem Erfolg uraufgeführt, mit der dieser den Wettbewerb des Verlages Sonzogno gewonnen hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 92." /> In seinem Glückwunschtelegramm an Mascagni schrieb Puccini, wie in dieser Oper hätten beide sich die Zukunft vorgestellt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 92–93." /> Da Puccini annahm, dass Verdi von der neuartigen Entwicklung der Oper nichts hielt, äußerte er sich Verdi gegenüber in der ersten von wahrscheinlich nur zwei persönlichen Begegnungen (obwohl Puccini und Verdi in Mailand lange Zeit nahe beieinander wohnten) jedoch komplett negativ über die Cavalleria rusticana.<ref name="DieterSchickling" details="S. 93." />
Danach arbeitete Puccini im Sommer und im Herbst in Vacallo weiter an Manon Lescaut.<ref name="DieterSchickling" details="S. 93." /> Oliva berichtete Ricordi, die Arbeit sei bald abgeschlossen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 93." /> Puccini äußerte sich in einem langen Brief jedoch unzufrieden mit der Arbeit seiner beiden Librettisten, woraufhin Praga sich von dem Projekt zurückzog und durch Ruggero Leoncavallo ersetzt wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 93." /> Im Januar 1891 war die Instrumentation des ersten Aktes beendet.<ref name="DieterSchickling" details="S. 93." /> Anscheinend fühlte Puccini sich in dieser Arbeitsphase durch Frau und Kinder gestört, denn trotz Elviras erheblichen Widerstandes schickte er sie und die Tochter Ende März zu ihren Verwandten nach Florenz; der Sohn kam zu Schwester Tomaide nach Lucca.<ref name="DieterSchickling" details="S. 93." />
In dieser Zeit erfuhr Puccini, dass Bruder Michele am 12. März 1891 gestorben war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 93." /> Einzelheiten erfuhr Puccini von südamerikanischen Freunden erst Wochen später; demnach führte Michele eine Liebesaffäre mit der Frau eines Senators, verletzte diesen in einem Duell und musste zunächst nach Buenos Aires und dann in das brasilianische Rio de Janeiro fliehen, wo er einer Gelbfieber-Epidemie zum Opfer fiel.<ref name="DieterSchickling" details="S. 93." />
Puccini zeigte sich vom Tod des Bruders noch mehr getroffen als von dem der Mutter.<ref name="DieterSchickling" details="S. 94." /> Es ist jedoch auch möglich, dass Puccini in den Äußerungen in seiner Korrespondenz zum Tod des Bruders einen allzu theatralischen Ton anschlug, denn sein Verhältnis zu Michele war nicht immer ungetrübt.<ref name="Puccini-Handbuch" details="S. 10–11"/> So gab es zwischen beiden Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf die gemeinsam geerbte Wohnung der Mutter in Lucca, Micheles nicht beendetes Abschlussexamen in Verbindung mit einem Betrug während der Prüfung.<ref name="Puccini-Handbuch" details="S. 10–11"/> Möglicherweise hat Puccini Michele auch zur Auswanderung nach Südamerika gedrängt, um die Probleme mit ihm loszuwerden.<ref name="Puccini-Handbuch" details="S. 10–11"/> Auch Puccinis Briefe an Michele nach Argentinien sind eher nüvhtern und voller Ermahnungen.<ref name="Puccini-Handbuch" details="S. 10–11"/> Möglicherweise reagierte Puccini uf Miheles Tod so heftig, weil er sich gerade in einer Schaffenskrise mit Manon Lescaut befand.<ref name="Puccini-Handbuch" details="S. 10–11"/>
Inzwischen wollte Ricordi Manon Lescaut in der nächsten Karnevalsaison in Turin aufführen und war der Meinung, dass bei den zwischenzeitlichen Fortschritten in der Kompositionsarbeit die Oper bald fertiggestellt sein müsste.<ref name="DieterSchickling" details="S. 94." /> Die unterschiedlichen Grade der Fertigstellungen innerhalb der Oper zeigten, dass Puccini so durcheinander wie sonst nicht mehr in seiner Karriere an der Oper gearbeitet hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 94." />
Puccini kümmerte sich auch um die geplante Edgar-Aufführung und forderte in einem Brief an den Bürgermeister von Lucca erstklassige Musiker und Sänger; die voraussichtlichen Kosten betrugen 6000 Lire.<ref name="DieterSchickling" details="S. 94." />
In dieser Zeit entstand Puccinis neues ständiges Domizil Torre del Lago am See von Lago di Massaciuccoli.<ref name="DieterSchickling" details="S. 94." /> Dieter Schickling geht davon aus, dass Puccini den 20 Kilometer von Lucca entfernten See bereits seit seiner Kindheit kannte, sich jedoch im Sommer 1891 entschloss, sich hier niederzulassen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 94." /> Ab Juli 1891 wohnte Puccini bei einem gewissen Andreozzi, mietete dann mit Elvira zwei Zimmer bei einem Bauern namens Venanzio Barsuglia.<ref name="DieterSchickling" details="S. 94." /> Diese Unterkunft sollte wohl dazu dienen, ohne Heimlichkeiten mit Elvira zusammenleben zu können.<ref name="DieterSchickling" details="S. 94–95." /> Torre Lago wurde bald aber auch zur neuen Heimat, wo er in einfachen Bauern oder armen Künstlern neue Freunde fand und sich der Jagd widmete.<ref name="DieterSchickling" details="S. 95." /> Dieter Schickling sieht in Puccinis Neigung für die Jagd einen Männlichkeitswahn repräsentiert, der Puccinis Verhältnis zu seinen Mitmenschen bestimmte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 95." /> Demnach unterschied er zwischen seinen zärtlichen Frauenfreundschaften und seinen robusten Beziehungen zu Männern, was sich auch in seinen Opern widerspiegelte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 95." />
Am 5. September 1891 fand die Aufführung des Edgar, bei der auch die Principessa di Capua anwesend war, statt und wurde trotz der mäßigen musikalischen Qualität der Proben und publizistischer Scharmützel – man vermutete familiäre Protektion, da der Bürgermeister von Lucca mit Puccini verschwägert war – ein voller Erfolg.<ref name="DieterSchickling" details="S. 95." /> Edgar wurde in Lucca insgesamt 13 Mal gespielt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 95." />
Die für Madrid schon seit Jahren geplante Aufführung des Edgar geriet wegen einer nötig gewordenen Umbesetzung der Tenor-Titelrolle mit Francesco Tamagno kurzfristig in Gefahr.<ref name="DieterSchickling" details="S. 96." /> Die historische Erstaufführung der dreiaktigen Neufassung des Edgar fand damit schließlich am 28. Januar 1892 in Ferrara statt und wurde ein großer Erfolg.<ref name="DieterSchickling" details="S. 96." /> In Ferrara traf Puccini auch den noch jungen Giulio Gatti-Casazza (später Direktor der Scala und der Metropolitan Opera).<ref name="DieterSchickling" details="S. 96." />
Wenig später reiste Puccini nach Madrid, wo er sich unwohl fühlte, unter anderem, weil er die Sprache nicht verstand.<ref name="DieterSchickling" details="S. 96." /> Auch die Proben erwiesen sich als schwierig, weil Partitur und Stimmen immer wieder handschriftlich korrigiert werden mussten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 96." /> Bis auf Tamagno hielt Puccini nichts von den Musikern und Sängern.<ref name="DieterSchickling" details="S. 96." /> Am 19. März 1892 fand dennoch eine erfolgreiche Premiere statt; bei der zweiten Vorstellung bat Königinwitwe Maria Christina Puccini in ihre Loge, um ihm zu gratulieren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 97." />
In der Zwischenzeit überarbeitete Illica das Libretto von Manon Lecaut und versah es mit mehr Logik und Handlung. Puccini zielte jedoch auf Diskontinuität und Handlungsarmut ab; menschliche Situationen waren ihm wichtiger.<ref name="DieterSchickling" details="S. 97." /> In dieser Arbeitsphase wurde auch Giuseppe Giacosa als Autorenfunktionär hinsichtlich möglicher Urheberrechtsprobleme in Bezug auf die erste drei Librettisten der Oper hinzugezogen; laut Dieter Schickling gibt es entgegen anderer Biografenmeinungen keine Hinweise darauf, dass Giacosa direkt am Libretto gearbeitet hätte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 97." /> Für die nächste Arbeitsphase reiste Puccini nach Vacallo, da es ihm in Torre di Lago zu heiß war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 97." /> Hier war auch wieder Leoncavallo am Libretto beteiligt, der gerade mit seiner Oper Der Bajazzo einen eigenen Erfolg hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 97–98." /> Im Oktober 1892 war die Kompositionsarbeit am Manon Lescaut beendet.<ref name="DieterSchickling" details="S. 98." />
Am 20. November 1892 kündigte La Gazzetta musicale einen deutschen, um hundert Takte gekürzten Klavierauszug von Le Villi an.<ref name="DieterSchickling" details="S. 98." /> Italien hatte sich Deutschland immer mehr zum Vorbild genommen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 98–99." /> Der erhoffte Erfolg von Le Villi in Deutschland blieb jedoch aus.<ref name="DieterSchickling" details="S. 99." />
Im November 1892 reiste Puccini nach Hamburg und fühlte sich dort wegen seiner Sprachunkundigkeit – er reiste alleine – nicht wohl.<ref name="DieterSchickling" details="S. 99." /> Die Deutschen hielt er für ungeschliffene Menschen, war aber begeistert von dem von Gustav Mahler geleiteten Orchester, der zwar schon Wagner aufgeführt hatte, jedoch mit Puccinis Opern nicht so recht warm werden konnte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 99." /> Der Hamburger Le Villi-Premiere folgten sieben weitere Aufführungen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 99." /> In Berlin, Dresden, Wien und Mailand bemühte sich Puccini vergeblich um weitere Le Villi-Aufführungen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 99." /> In Wien lernte er Baron Angelo Eisner kennen, der in den nächsten Jahrzehnten Pucinis Wiener Agent wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 99." /> In Wien erreichte Puccini auch ein Brief von Ricordi, der sich besorgt zeigte, Puccinis Manon Lescaut könne im Schatten der acht Jahre älteren Manon-Oper von Jules Massenet stehen, und andererseits die Suche nach einem neuen Libretto zur Vertonung ansprach.<ref name="DieterSchickling" details="S. 99–100." /> Illica habe auch schon einen neuen Stoff im Auge, womit Ricordi aber wahrscheinlich nicht La Bohème meinte, sondern eine von Illicas zahlreichen, von Puccini abgelehnten Ideen unter dem vorläufigen Titel Le Nozze di Nane.<ref name="DieterSchickling" details="S. 100." /> Illica beklagte sich in diesem Zusammenhang auch bei Ricordi über Puccini, der den Librettisten ins Handwerk pfuschte, obwohl diese wüssten, was ein gutes Libretto ist.<ref name="DieterSchickling" details="S. 100." /> Nach Meinung von Biograf Dieter Schickling gab jedoch der Erfolg Puccini recht, der mit seiner Arbeitsweise, nur das zu komponieren, was er selber gut fand, so manche Dutzendware der Librettisten vor der Vergessenheit rettete.<ref name="DieterSchickling" details="S. 100." />
Als am 1. Januar 1893 in Turin die Proben zu Manon Lescaut begannen, war Puccini zunächst skeptisch wegen der schlechten Qualität der Sänger, war dann aber überzeugt vom Erfolg der Premiere, da alle die Oper für fantastisch hielten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 100." /> Ricordi konnte nur bedingt bei den Proben anwesend sein, da er zeitgleich mit der Premiere von Verdis Falstaff beschäftigt war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 100." /> Die Premiere von Manon Lescaut am 1. Februar 1893 wurde ein überwältigender Erfolg bei Publikum und Kritik.<ref name="DieterSchickling" details="S. 100." /> Am 9. Februar 1893, dem Tag der Falstaff-Premiere, signierte Verdi eine Fotografie für Puccini, in dem er seinen Nachfolger gefunden hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 100." /> Bis Ende März folgen sechzehn Vorstellungen von Manon Lescaut.<ref name="DieterSchickling" details="S. 100." /> Im folgenden Sommer nahmen zahlreiche italienische Städte die Oper auf den Spielplan sowie viele andere Städte im Ausland wie Buenos Aires, Rio de Janeiro, St. Petersburg, Madrid und Hamburg.<ref name="DieterSchickling" details="S. 100–101." />
La Bohème
Auf einer Bahnreise von Turin nach Mailand soll Puccini erstmals die Geschichte von La Bohème als nächstes Opernprojekt ins Auge gefasst haben.<ref name="DieterSchickling" details="S. 128–136." /> Es geht darin um drei verarmte, miteinander befreundete Künstler, von denen sich einer in die an Tuberkulose leidende Mimi verliebt, die schließlich stirbt.
Zunächst musste Puccini sich damit auseinandersetzen, dass sich das Interesse anderer Opernhäuser an Manon Lescaut in Grenzen hielt, was für seine Karriere als Opernkomponist das Ende hätte bedeuten können.<ref name="DieterSchickling" details="S. 112." /> Vielleicht aus diesem Grund überarbeitete Puccini Anfang März 1893 bei einem Aufenthalt in Lucca ältere Werke, und zwar das Cappriccio Sinfonico und die Missa.<ref name="DieterSchickling" details="S. 112." />
Doch dann kam es zu einem Streit mit Leoncavallo, der ebenfalls eine La Bohème-Oper plante.<ref name="DieterSchickling" details="S. 117." /> Es ist möglich, dass Leoncavallo von Ricordi einige Monate, bevor Puccini sich für den Stoff interessierte, mit einem Libretto für Puccini beauftragt wurde, sich dann aber entschloss, den Stoff für seinen neuen Verlag Sonzogno selber zu vertonen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 112." /> Zwar hätte es keine Urheberrechtsprobleme gegeben, doch hätte möglicherweise einer dem anderen mit einer Premiere in die Quere kommen können.<ref name="DieterSchickling" details="S. 112." /> Am 20. März 1893 kündigte Sonzognos Zeitung Il secolo an, dass Leoncavallo an einer Bohème-Oper arbeitete, woraufhin Puccini im Corriere della Sera antwortete, dass er seit der Premiere von Manon Lescaut an der Bohème-Idee arbeitete.<ref name="DieterSchickling" details="S. 112." /> Mitte April 1893 trafen sich Puccini, Illica und Giacosa zu einem ersten ausführlichen Gespräch.<ref name="DieterSchickling" details="S. 113." /> Die Arbeit an der Bohème bis zur Uraufführung im Jahr 1896 war von Puccinis zahlreichen Änderungswünschen sowie seinen Versuchungen, sich anderen Opernprojekten zuzuwenden, geprägt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 113–124." />
Inzwischen wollte Schwager Francheschini Puccinis Geburtswohnung in Lucca verkaufen, doch Puccini, der die Wohnung unter keinen Umständen in fremde Hände geben wollte, versicherte ihm, mit Manon Lescaut bald soviel Geld zu verdienen, dass er die auf fünf Jahre befristete Rückkaufoption wahrnehmen könne.<ref name="DieterSchickling" details="S. 113." />
Im Jahr 1893 soll Puccinis ehemaliger Konservatoriumsprofessor Bazzini diesem die Kompositionsprofessur am Konservatorium angeboten haben, da diese wegen Catalanis frühem Tod mit 39 Jahren freigeworden war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 114." /> Doch trotz der Zukunftsaussichten lehnte Puccini ab, da ihm das Komponieren viel mehr lag als das Unterrichten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 114." />
Im Jahr 1894 wurde Puccini während einer nächtlichen Jagd auf dem Massaciuccoli-See wegen Wilderei verhaftet und beim folgenden Prozess vor dem Tribunal von Bagni San Giuliano freigesprochen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 119." /> Mit beißendem Spott reagierte Puccini im selben Jahr 1894 auf einen Prozess, der gegen ihn in Terre del Lago wegen Ruhestörung angestrengt worden war, wo er trotzdem lieber gewesen wäre als im winterlichen Mailand.<ref name="DieterSchickling" details="S. 120." />
Im selben Jahr gründete sich in einer schilfbedeckten Holzhütte, die dem Schuster Giovanni Cragnani gehörte und in der er die einzige Kneipe des Dorfes betrieb, gegenüber von Puccinis Domizil ein Freundeskreis namens „Club La Bohème“.<ref name="DieterSchickling" details="S. 120." /> Dessen Mitglieder mussten schwören, „es sich gutgehen zu lassen und noch besser zu essen“; der Präsident hatte den Kassierer am Einziehen von Mitgliedsbeiträgen zu hindern; diesem war es wiederum gestattet, mit der Kasse durchzubrennen; alle erlaubten Spiele waren ebenso wie die Weisheit und das Schweigen, streng verboten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 120." /> Viele Anekdoten ranken sich um diesen „Club“, dessen Gesellschaft Puccini als Ausgleich zum Komponieren brauchte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 120." />
Bis Herbst 1895 verbrachte Puccini wenig Zeit in Torre del Lago, höchstwahrscheinlich, weil ihm die Wohnung im Haus des Venanzio Barsuglia nicht zur Verfügung stand, worauf auch eine Bemerkung in einem Brief an Schwager Francescini wohl von Februar 1895 hindeutet, dass er sich mit den Einnahmen aus bevorstehenden Manon Lescaut-Aufführungen unter anderem im Januar in Warschau, im Februar in Alexandria sowie ferner in St. Petersburg, Turin, Bari, Bologna, Parma, San Remo und Moskau.hoffentlich bald ein Häuschen auf dem Land leisten könne.<ref name="DieterSchickling" details="S. 121." />
Da Puccini Mailand für die weitere Kompositionsarbeit für ungeeignet hielt und er in Torre del Lago keine Wohnung mehr hatte, suchte er als neue Bleibe eine ruhige Villa in den lucchesischen Bergen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 121–122." /> Am 8. Juni wurde der erste Akt fertig instrumentiert.<ref name="DieterSchickling" details="S. 122." /> Ende Mai 1895 fanden Raffaelo und Ramelde Franceschini mit der Villa del Castellaccio eine passende Bleibe für Puccini.<ref name="DieterSchickling" details="S. 122." />
Im Jahr 1895 stand während der Arbeit an der Bohème mit Tosca bereits Puccinis nächstes Opernprojekt fest, da Alberto Franchetti den Kompositionsauftrag kurz vorher abgegeben hatte (laut Dieter Schickling tat Franchetti dies – entgegen der Meinung anderer Biografen – freiwillig).<ref name="DieterSchickling" details="S. 122." /> Puccini reiste mit Elvira nach Florenz und sah dort Sartous Tosca-Bühnenstück und reiste nach vier Monaten nach Torre del Lago.<ref name="DieterSchickling" details="S. 123." /> Hierfür mietete er im Herbst 1895 seine nächste Wohnung am Massaciuccoli-See.<ref name="DieterSchickling" details="S. 123." />
Im Herbst 1896 schrieb Puccini für Ginori das Lied Avanti Urania! (SC 68) nach einem Text des gemeinsamen Freundes Renato Fucini. In dieser Zeit begann Giacosa mit dem Libretto für Puccinis nächste Oper Tosca.<ref name="DieterSchickling" details="S. 124–125." />
Von 1895 bis 1896 verlangte Minsterpräsident Francesco Crispi das Protektorat über Äthiopien, was in einem militärischen Desaster endete und eine der Grundlagen für den italienischen Faschimus legte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 125." />
Am 1. Februar 1896 fand die Uraufführung statt und stieß auf durchschnittliche Resonanz.<ref name="DieterSchickling" details="S. 126." /> Die Reaktion auf die Bohème machte Puccini unempfindlich gegen die Verlockung der Wiederholung von Erfolgen; stattdessen wollte er von nun an immer wieder Besseres.<ref name="DieterSchickling" details="S. 126." />
Nach dem mäßigen Erfolg der Premiere kümmerte sich Puccini zunächst in Rom, Neapel, Palermo und Florenz um weitere, möglichst perfekte Aufführungen der Bohème.<ref name="DieterSchickling" details="S. 137." /> In Rom hielt er während der Proben im Teatro Argentina viel von Rosina Storchio, der Darstellerin der Musetta.<ref name="DieterSchickling" details="S. 137." /> Doch auch in Rom wurde die Bohème trotz der Auszeichnung Puccinis mit dem Komturkreuz des italienischen Kronen-Ordens ein eher mäßiger Erfolg.<ref name="DieterSchickling" details="S. 137." /> Die zweite Vorstellung fand zugunsten der Verwundeten im Italienisch-Äthiopischen Krieg statt und wurde von Königin Margarethe besucht.<ref name="DieterSchickling" details="S. 137." /> Ein größerer Erfolg wurde die Premiere in Neapel, während sich der Erfolg der Bohème auch in Turin langsam einstellte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 137." /> Bis zu Puccinis nächster Oper Tosca wurde La Bohème in mehreren Dutzend Theatern auf vier Kontinenten gespielt; ein Erfolg, der in dieser Form vorher nur Verdi gelungen war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 137." /> Der endgültige Durchbruch für die Bohème wurde die Premiere im Teatro Politeama Garibaldi unter Dirigent Leopoldo Mugnone, der neben Toscanini zum wichtigsten Puccini-Dirigenten wurde, in Palermo am 24. April 1896; bei dieser Gelegenheit kündigte Puccini auch die Tosca als sein nächstes Opernprojekt an.<ref name="DieterSchickling" details="S. 137–138." />
Tosca
Nach ersten Besprechungen mit Illica zur Tosca, in der es um die Liebesgeschichte der Hauptperson Tosca im Jahr 1800 vor dem Hintergrund der Besetzung des Kirchenstaats durch die französischen Truppen geht<ref name="DieterSchickling" details="S. 150–157." />, fuhr Puccini Anfang Juni zur Arbeit an der Tosca nach Torre del Lago, wo er seiner sechs Jahre zuvor verwitweten Schwester Nitteti Marsili eine monatliche Rente von 30 Lire, fünf Prozent seiner regelmäßigen Einkünfte, aussetzte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 138." /> Nach ersten Entwürfen für das Libretto begann er Mitte August 1896 mit der Komposition der Tosca.<ref name="DieterSchickling" details="S. 138." />
Anfang April 1897 verhandelte Puccini durch Vermittlung des lucchesischen Marchese Mansi mit Graf Minutoli den Kauf eines Anwesens in Aquilata nahe dem Massaciuccoli-See, wo er eine Villa mi etwas bäuerlichen Land als Ersatz für die beim Grafen Gronatelli gemietete Villa in Torre del Lago bauen wollte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 141." /> Puccini fasste auch eine Villa in Monte San Quirico im den Bergen zwischen Lucca und Viareggio ins Auge.<ref name="DieterSchickling" details="S. 141." />
Wohl in Sommer 1897 begegnete Puccini das erste Mal dem Sänger Enrico Caruso.<ref name="DieterSchickling" details="S. 140." /> Entgegen anderslautender Legenden war Puccini laut Biograf Dieter Schickling nicht Carusos Entdecker.<ref name="DieterSchickling" details="S. 140." /> Caruso war zu dieser Zeit einer von vielen jungen Tenören und hatte bereits 1894 debütiert.<ref name="DieterSchickling" details="S. 140." /> Als Caruso Puccini besuchte und ihm vorsang, fand Puccini Carusos gesangliche Fähigkeiten gut.<ref name="DieterSchickling" details="S. 140." /> Die einzige Premiere, die Caruso in einer Puccini-Oper sang, war La fanciulla del West im Jahr 1910.<ref name="DieterSchickling" details="S. 140." />
Ende November 1897 fuhr Puccini nach Rom, um als Mitglied der staatlichen Musikkommission tätig zu sein.<ref name="DieterSchickling" details="S. 140." /> Wenige Tage später sträubte er sich gegen diese Tätigkeit, wurde aber der Öffentlichkeitswirkung wegen von Ricordi gezwungen, sie weiterzuführen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 140." /> Zu dieser Zeit traf er in Rom das erste Mal den jungen Priester Petro Panichelli, mit dem er sich befreundete und der einer von Puccinis frühen Biografen werden sollte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 140." />
im Dezember 1897 komponierte Puccini den den italienischen Jägern gewidmeten Marschgesang Inno a Diana (SC 70) nach einem Text des neapolitanischen Journalisten Carlo Abeniacar.<ref name="DieterSchickling" details="S. 141." />
Als Nächstes fuhr er für zweieinhalb Monate mit Elvira und Fosca zur französischen Premiere der Bohème nach Paris.<ref name="DieterSchickling" details="S. 141." /> In dieser Zeit erlebte der junge Nationalstaat Italien seine schwerste Krise, als nach Straßenunruhen sowie Kämpfen zwischen Demonstranten und Truppen die amtierende Regierung zurücktrat und eine Militärdiktatur unter General Luigi Pelloux entstand.<ref name="DieterSchickling" details="S. 141–142." /> Nach einem Monat in Patis bekam Puccini wieder Sehnsucht nach der Toskana und zeigte sich entsetzt über die Geschehnisse in Italien.<ref name="DieterSchickling" details="S. 142." /> Puccini äußerte sich zu den Vorgängen: «Ich würde das Parlament und die Abgeordneten abschaffen, so lästig sind mir diese ewigen Geschwätz-Fabrikanten. Wenn ich zu bestimmen hätte, würde ich gern zum seligen ‚Carlo Dolovio‘ zurückkehren.» (gemeint war der verflossene lucchesische Bourbonen-Herzog Carlo Lodovico).<ref name="DieterSchickling" details="S. 142." />
Nach seiner Rückkehr aus Paris scheiterte der Aquilata-Kauf, woraufhin Puccini schließlich in Chiatri ein Grundstück für den Bau einer Villa erwarb.<ref name="DieterSchickling" details="S. 143." /> Kurz vor seinem bevorstehenden 40. Geburtstag befand sich Puccini in einer Midlife-Crisis.<ref name="DieterSchickling" details="S. 144." /> Das nächste Vierteljahrhundert verbrachte Puccini in Torre del Lago.<ref name="DieterSchickling" details="S. 145." />
Zwischendurch entstanden das dem Sohn des jung verstorbenenen lucchesischen Arztes Giuglemo Lippi gewidmete Wiegenlied E l’uccellino (SC 71) nach einem Text seines alten Freundes Renato Fucini sowie der Marsch Scossa elettrica (Elektrischer Schlag) für Klavier (SC 72), der in einem Sonderheft zu Ehren Alessandro Voltas anlässlich eines Weltkongresses der Telegrafisten in Alessandro Voltas Vaterstadt Como publiziert wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 145." />
Überraschend konnte Puccini mit dem Haus des Jagdhüters Venanzio Barsuglia auch im geliebten Torre del Lago eine eigene Bleibe erwerben, womit im Sommer 1899 nahe beieiander zwei Puccini-Häuser entstanden.<ref name="DieterSchickling" details="S. 145." />
Inzwischen kamen die Arbeiten am Haus in Torre del Lago langsam zum Ende.<ref name="DieterSchickling" details="S. 146." /> Puccini machte sich, kaum dass auch die Tosca beendet war, bereits auf die Suche nach dem nächsten Opernstoff.<ref name="DieterSchickling" details="S. 146." />
Anfang Dezember reiste Puccini mit Elvira und Fosca zu Proben der Tosca nach Rom.<ref name="DieterSchickling" details="S. 147." /> Unter der Militärdiktatur von General Pelloux waren die Proben zu der Oper, die eine republikanische Revolte hundert Jahre vorher schilderte, entsprechend angespannt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 146–147." /> Zur Uraufführung am 14. Januar 1900, bei der ein Minister anwesen war und zu der die Königin erwartet wurde, soll es eine Bombendrohung gegeben haben.<ref name="DieterSchickling" details="S. 147." /> Dennoch wurde die Uraufführung für Puccini ein großer Erfolg.<ref name="DieterSchickling" details="S. 147." />
Corinna
Um die Turiner Premiere herum reiste Puccini mehrmals zwischen Torre del Lago und Mailand hin- und her, was wohl an einer Liebesgeschichte lag, die ihn damals beschäftigte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 158." /> Es handelte sich um eine Frau, die Puccini bei den Proben in Turin kennengelernt hatte, angeblich Corinna hieß und die von Elvira später abfällig als „la piemontese“ und „la torinese“ bezeichnet wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 158." /> Ihre Identität wurde von den vielen Eingeweihten sorgfältig geheim gehalten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 158." /> Fest schien nur zu stehen, dass sie aus Turin stammte und viel jünger als Puccini war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 158." /> Ihre einzige Erwähnung außerhalb von Puccinis Umfeld stammte siebzig Jahre später von der 90-jährigen Clelia Carena, der Mutter des Musikwissenschaftlers und damals prominenten Journalisten Massimo Mila.<ref name="DieterSchickling" details="S. 158." /> Wie sie ihrem Sohn erzählte, habe sie Corinna aus der Schule gekannt, ihr Nachname könnte Agnelotti oder Agnoletti gelautet haben.<ref name="DieterSchickling" details="S. 158–159." /><ref name="Krausser–2008">Krausser, Helmut: Die Jagd nach Corinna. Eine Puccini-Recherche, München, Belleville, 2008</ref> Die Beziehung mit Corinna dauerte drei Jahre und die Auflösung weitere neun Monate.<ref name="DieterSchickling" details="S. 159." /> Laut Dieter Schickling war Corinna nach Elvira Puccinis zweite große Liebe.<ref name="DieterSchickling" details="S. 159." />
Ende März 1900 beschloss der Stadtrat von Viareggio, zu dem Torre del Lago gehört, Puccini zum Ehrenbürger zu ernennen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 159." /> Anfang April wurde Puccinis dortige Villa fertig.<ref name="DieterSchickling" details="S. 159." />
Das erste Juniwochenende 1900 verbrachten Puccini und Corinna heimlich in Torre del Lago, nachdem er mit ihr schon Tage zuvor anonym in Hotels in Mailand und Genua übernachtet hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 160." /> Pagni berichtet von einer Episode, wonach jemand die beiden im Bahnhof von Pisa gesehen hätte und dies Puccinis in Pisa lebender Schwester erzählt und damit ernste familiäre Verwicklungen ausgelöst hätte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 160." /> Erzählungen in Torre del Lago wussten zu berichten, Elvira sei den beiden später im Pinienwald von Viagreggio gefolgt, habe Corinna mit einem Schirm traktiert und ihre Nase zerkratzt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 160." />
Madama Butterfly
Im Jahr 1900 erwog Puccini,Tartarin de Taracon, den zeitgeschichtlichen Roman Cento anni 1750–1850 von Giuseppe Rovani, die Erzählungen von Paul de Kock und zwei Erzählungen von Carlo Goldoni als nächste Opernprojekte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 159." /> Offenbar wollte er zu dieser Zeit ein komisches Thema vertonen, um sich mit Verdi zu messen; mehrfach sprach er in dieser Zeit von Verdis Falstaff.<ref name="DieterSchickling" details="S. 159." />
Auf der Reise von Mailand nach Torre del Lago im Juni schrieb Puccini, kurz bevor er nach London zur zweiten ausländischen Tosca-Premiere aufbrach, Illica von seinen sicher scheinenden Vorstellungen, als Nächstes den Tartarin zu vertonen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 160." /> Puccini genoss seinen Aufenthalt in London, traf sich häufig mit italienischen Einwanderern, speiste beim italienischen Botschafter, wurde vom Bankier Rothschild eingeladen und streifte durch die Londoner Slums.<ref name="DieterSchickling" details="S. 160." />
Am 21. Juni sah er im Duke of York's-Theater das Stück Madame Butterfly von David Belasco.<ref name="DieterSchickling" details="S. 160." /> Belasco behauptete später, Puccini habe ihn direkt nach der Vorstellung aufgesucht und um die Opernrechte an dem Stück gebeten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 160." /> Biograf Dieter Schickling zufolge sei dies wenig glaubwürdig, Puccini habe stattdessen, unter anderem wegen seiner mangelhaften Englischkenntnisse, eine Weile gebraucht, um Madame Butterfly als nächsten Opernstoff in Betracht zu ziehen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 160." />
In Paris fragte er Émile Zola nach den Rechten für Abbé Mouret, die aber schon an Jules Massenet vergeben waren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 161." />
Nach einem Monat Großstadttrubel brauchte Puccini nun die Ruhe in Torre del Lago, während Elvira und Foca lieber in Mailand bleiben wollten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 161." /> In Torre del Lago stellte Puccini fest, dass seine Einkünfte allein im ersten Halbjahr 27.000 Lire betrugen, etwa das Achtzigfache eines durchschnittlichen Arbeitereinkommens.<ref name="DieterSchickling" details="S. 161." />
Die politische Lage war noch immer angespannt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 161." /> General Pelloux hatte in den vorangegangenen zwei Jahren weder die sozialen Unruhen beruhigen noch die Staatsfinanzen sanieren können.<ref name="DieterSchickling" details="S. 161." /> Nach starken Gewinnen der Sozialisten bei den Parlamentswahlen am 28. Juni trat Pelloux sofort zurück.<ref name="DieterSchickling" details="S. 161." /> Am 29. Juli 1900 wurde König Umberto I. in Monza aus Rache für die bei den Mailänder Streiks erschossenen Arbeiter von einem Anarchisten ermordet; sein Nachfolger wurde sein Sohn Viktor Emanuel III.<ref name="DieterSchickling" details="S. 161." />
In Puccinis erhaltener Korrespondenz dieser Zeit gibt es keine offensichtlichen Bezüge zu diesen Ereignissen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 162." /> Vielmehr beklagt er sich, dass weder Giacosa noch Illica ihm neue Ideen vorgeschlagen hätten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 162." /> Maria Antoinetta mochte er nicht aufgreifen, vielleicht weil er vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse keinen Königsmord auf die Bühne bringen wollte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 162." /> Stattdessen erwog er als ernsthafte Option, Madame Butterfly zu vertonen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 162." />
Als Puccini Anfang November zu einer Bohème-Auffführung nach Brüssel reiste, musste er innerfamiliäre Probleme schlichten, als Elvira ihm einen bösen Brief schrieb und er sich wegen Elviras Verwandtschaft wie ein Fremder im eigenen Haus fühlte, was Biograf Dieter Schickling als bequeme Entschuldigung für sein Verhältnis mit Corinna sieht.<ref name="DieterSchickling" details="S. 162." /> Auch das von ihm geliebte ruhige Landleben spielte eine Rolle ebenso wie Puccinis väterliche Proteste gegen Foscas damaligen Freund, einen in seinen Augen unwürdigen Cellospieler.<ref name="DieterSchickling" details="S. 162." /> Puccini hätte als Freund für Fosca dann schon lieber den Tenor Leonardi gesehen, den Fosca später auch tatsächlich heiratete.<ref name="DieterSchickling" details="S. 162." />
Aus Belgien korrespondierte Puccini mit Illica über Maria Antoinetta, die nun doch wieder im Fokus seines Interesses stand, und regte an, der königlichen Hauptfigur eine Revolutionärin als Kontrast gegenüberzustellen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 163." /> Er ließ diese Idee bald wieder fallen, wohl weil ihm in seinem Zwiespalt zwischen Elvira und Corinna ein solcher weiblicher Gegensatz bereits begegnet ist.<ref name="DieterSchickling" details="S. 163." />
Vor der Brüsseler Premiere der Bohème hörte er Don Quixote und Ein Heldenleben, die jüngsten sinfonischen Dichtungen von Richard Strauss, unter dem Dirigat ihres Komponisten, der bald Puccinis einziger Erfolgskonkonkurrent in Sachen Oper wurde, und schrieb ihm einen Bewunderungsbrief auf französisch.<ref name="DieterSchickling" details="S. 163." />
Puccini, dessen nächster Opernstoff noch nicht feststand, bekam von allen Seiten neue Vorschläge.<ref name="DieterSchickling" details="S. 163." /> Doch noch immer hoffte Puccini auf Madame Butterfly und darauf, die Rechte an dem Opernstoff zu erhalten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 163." /> Puccini stellte sich zwei Akte vor, von denen der eine in Nordamerika, der andere in Japan spielen sollte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 163." />
Anfang Dezember verließ Puccini Torre del Lago und traf sich mit Corinna in Turin oder in Mailand, vielleicht auch schon im abgelegenen neuen Haus in Chiatri.<ref name="DieterSchickling" details="S. 163." />
Wenig später debütierte Enrico Caruso an der Scala in einer Wiederaufführung der Bohème unter Toscanini.<ref name="DieterSchickling" details="S. 164." /> Doch krankheitsbedingt enttäuschte Caruso das Publikum so sehr, dass sich kein Applaus für ihn rührte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 164." /> Puccini zog sich nach Torre del Lago zurück und verzichtete so sogar darauf, Furtwänglers erste Tristan und Isolde-Aufführung in Mailand zu sehen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 164." />
Aus Anlass von Verdis Tod am 27. Januar 1901 vertrat Puccini Viareggio und Lucca bei den offiziellen Trauerfeierlichkeiten und nahm bei dem von Toscanini dirigierten Gedenkkonzert teil, bei dem Giacosa Gedenkworte sprach.<ref name="DieterSchickling" details="S. 164." /> Beide haben sich nur zweimal flüchtig getroffen, obwohl sie beide über denselben Verlag miteinander verbunden waren, beide Ricordi kannten und sich oft beide zeitgleich in Mailand aufhielten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 164." /> Ob Verdi jemals eine Puccini-Oper besucht hat, ist unklar, obwohl er Puccinis Partituren kannte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 164." /> Puccini selbst war zu schüchtern, um mit Verdi Kontakt aufzunehmen, und fürchtete Verdis Urteil über seine Opern, die in Verdis Augen wahrscheinlich zu modern und in der Nähe der Operette waren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 164." />
Auf den Tod seine alten Lehrers Carlo Angeloni am 13. Januar 1901 reagierte Puccini distanzierter: Er schickte zwar einen Kranz zur Beerdigung, nahm an dieser aber nicht teil und lehnte auch die Präsidentschaft im Komitee für Angelonis Ehrungen ab.<ref name="DieterSchickling" details="S. 165." /> Offiziell gab er Arbeitsüberlastung als Entschuldigung an, in Wahrheit fand er es jedoch ungerecht, dass die Musiker aus seiner eigenen Familie nicht die gleiche Ehrung erfahren haben.<ref name="DieterSchickling" details="S. 165." />
Anfang März erhielt Puccini John Luther Longs Übersetzung von Belascos Madame Butterfly und schickte diese an Illica, der sich sogleich an die Bearbeitung machte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 165." />
In Torre del Lage reagierte Puccini empört auf die Endabrechnung des Architekten Puccinelli für die Villa in Chiatri. So wollte Puccinelli jede einzelne Autofahrt berechnet haben, die durch Puccinis ständige Änderungswünsche nötig geworden war; Puccini hatte dies für einen Freundschaftsdienst gehalten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 165." /> Außerdem hätten die Arbeiten, so Puccini, viel zu lange gedauert, und es gäbe nicht einmal eine Heizung.<ref name="DieterSchickling" details="S. 165." /> Dieser Brief war laut Biograf Dieter Schickling ein typisches Symptom für Puccinis Geiz, der sein Geld zusammenhalten wollte, obwohl er viel davon hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 165." />
Neben einer Überarbeitung des Edgar, für den er auf Grund seines zwischenzeitlichen Ruhmes auf neuen Erfolg hoffte, beschäftigte sich Puccini intensiv mit der Butterfly, die von der Beziehung eines amerikanischen Marineoffiziers und einer japanischen Geisha handelt<ref name="DieterSchickling" details="S. 184–195." />, deren Opernrechte inzwischen eingetroffen waren und von der Ricordi alles andere als begeistert war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 165." /> Unweigerkich kam es zu den üblichen Problemen mit den Librettisten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 165." /> Illica und Giacosa wollten allein Longs Erzählung als Grundlage nehmen, während Puccini sich ausschließlich auf Belascos Theaterfassung stützen wollte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 165." /> Laut Illica fand Puccini Belascos Theaterfassung nur deswegen eindrucksvoll, weil er kein Wort davon verstanden habe; Illica und Giacosa könnten nach Longs Vorlage viel bessere Szenen schreiben.<ref name="DieterSchickling" details="S. 165." />
Inzwischen zog Puccini von der Via Solferino 27 in den zweiten Stock der Via Verdi ein letztes Mal innerhalb von Mailand um.<ref name="DieterSchickling" details="S. 166." />
In seiner Familie sorgte seine Affäre mit Corinna für Unruhe, und Puccini versprach nicht nur Elvira, sondern auch seiner sittenstrengen Schwester Ramelde nicht ganz ernst gemeint „Genesung“.<ref name="DieterSchickling" details="S. 166." /> Tatsächlich tröstete er sich, indem er Ende Mai mit dem Komponistenkollegen Giordano nach einem Auto suchte und sich als erstes von vielen weiteren Automobilen ein De Dion-Bouton mit 5 PS kaufte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 166." /> Wegen der Ähnlichkeit verschiedener Fabrikate und zahlreicher Reparaturen, bei denen nicht originale Teile verbaut wurden, gibt es laut Biograf Dieter Schickling in der Puccini-Literatur viel Verwirrung über die Automodelle, die Puccini im Lauf der Zeit in seinem Besitz hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 166." /> In diesem Sinne ist laut Schickling auch die Angabe falsch, außer Puccini hätte es zu dieser Zeit in Italien nur vier Autobesitzer gegeben.<ref name="DieterSchickling" details="S. 166." />
Mit dem neuen Auto fuhr Puccini mit seiner Familie nach Cutigliano und wohl nicht nach Chiatri in die neu erbaute Villa, weil es Puccinis Familie dort zu einsam war und vielleicht auch, weil Elvira den Ort für Puccinis Liebesnest mit Corinna hielt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 166." /> In dieser Zeit kam Puccini nicht zum Komponieren an der Madame Butterfly, weil er noch keine Textvorlage hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 166." /> Bald kehrte er wieder nach Torre del Lago zurück.<ref name="DieterSchickling" details="S. 166." />
Mittlerweile sorgte sich Puccinis Umfeld um dessen moralische Situation.<ref name="DieterSchickling" details="S. 168." /> So schrieb Ricodi an Illica, die Situation mit Corinna erlaube ihm keine Konzentration auf die gemeinsame Arbeit.<ref name="DieterSchickling" details="S. 168." /> Doch erkannte nach Schicklings Meinung Umfeld nicht, dass Puccini von der Beziehung mit Corinna beflügelt wurde, da ihn ein solches Ausbrechen aus der gesellschaftlichen Konvention inspirierte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 168." />
Laut seinen Skizzen begann Puccini wenig später am 23. November 1901 mit der Arbeit an Madame Butterfly. Puccini sorgte sich, dass er sich so schlecht mit japanischer Volksmusik auskannte, denn im Gegensatz zu Edgar und Manon Lescaut wollte er in Madame Butterfly historisches Kolorit unterbringen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 168." /> Damit folgte er den Bestrebungen seiner Zeit, die das traditionelle Dur-Moll-System überwinden wollten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 168." /> Bei Madame Butterfly spielten auch politische Tendenzen hinein, indem Imperialismuskritik geübt wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 168." /> So steht der hässliche Amerikaner in der Handlung für die europäischen Kolonialisten, zu denen auch Italien gehören wollte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 168." />
Ende Januar 1902 entwarf Puccini für eine Künstlerpostkarte einen kurzen Lebenslauf mit seinen bisherigen Opern bis hin zu Madame Butterfly als seiner nächsten Oper und den wichtigsten Orden.<ref name="DieterSchickling" details="S. 168." /> Gleichzeitig verschwieg er sein Alter von 43 Jahren, dass ihm als italienischen Macho ziemlich peinlich war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 168." />
Ab Mitte Februar 1902 war Puccini viel unterwegs zwischen Torre del Lago, Mailand und Rom.<ref name="DieterSchickling" details="S. 169." /> Gegenüber Elvira behauptete er, seine Affäre mit Corinna sei praktisch vorbei, in Wahrheit liebe er nur Elvira.<ref name="DieterSchickling" details="S. 169." /> Ab Mitte März bis zum Ende des Jahres konzentrierte er sich von wenigen kurzen Reisen abgesehen in Torre del Lago auf die Butterfly.<ref name="DieterSchickling" details="S. 169." />
In der Zwischenzeit verfolgte Puccini den in Lucca stattfindenden Prozess gegen den kalabresischen Banditen Giuseppe Musolino und hoffte dabei vielleicht auf einen neuen Opernstoff.<ref name="DieterSchickling" details="S. 169." />
Im Mai 1902 kümmerte sich Puccini auch um die Anschaffung seines zweiten Autos, eines Clément-Bayard, das zum defekten De Dion Bouton hinzukam.<ref name="DieterSchickling" details="S. 169." /> Anfang August holte Puccini den Wagen gemeinsam mit seinem Chauffeur Guido Barsuglia in Mailand ab, dessen Vater Venanzio Barsuglia jene Villa gehörte, die Puccinis erstes längeres Domizil in Torre del Lago war und auf dessen Grundstück Puccinis jetzige Villa stand.<ref name="DieterSchickling" details="S. 169–170." />
Diese Fahrt nach Mailand führte zu einem Ehekrach mit Elvira, die gerne mitgewollt hätte, was Puccini aber ablehnte, weil die lange Rückfahrt angeblich zu anstrengend für Elvira war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 170." /> Elvira vermutete einerseits nicht ganz zu Unrecht Corinna als Grund für die Reise nach Mailand, hätte aber andererseits gerne Fosca besucht, die inzwischen den Sänger Salvatore Leonardi geheiratet hatte und nun in Mailand wohnte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 170." /> In den Ehekrisen zwischen Puccini und Elvira fehlte seit Foscas Wegzug nun auch deren mäßigendes Temperament.<ref name="DieterSchickling" details="S. 170." />
Im Herbst 1902 schrieb Puccini ein weiteres Gelegenheitswerk mit dem Klavierlied Terra e mare (SC 73) nach einem Text des Lyrikers und Wagner-Anhängers Enrico Panzacchi.<ref name="DieterSchickling" details="S. 170." />
Gleichzeitig zeigte sich Ricordi entsetzt über Puccinis psychischen und physischen Zustand; Puccini sei wohl nach Abschluss der Butterfly endgültig „für die Kunst und für die Freunde verloren“, womit Ricordi sich wohl auf Puccinis Beziehung zu Corinna bezog.<ref name="DieterSchickling" details="S. 171." /> Viele Puccini-Biografen haben aus Ricordis Äußerung geschlossen, dass Corinna aus höchsten gesellschaftlichen Kreisen gestammt haben müsse und eine entsprechende Liaison Puccinis Laufbahn beendet hätte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 171." /> Biograf Dieter Schickling zufolge meinte Ricordi jedoch eine Parallele zu Gaetano Donizetti, der an Syphilis erkrankt war und dadurch eine Paralyse erlitt, womit Ricordi eine Beziehung Puccinis zu einer geschlechtskranken Prostituierten vermutete.<ref name="DieterSchickling" details="S. 171–172." />
Der Autounfall
Nach den jüngsten Auseinandersetzungen über die Umarbeitung der Butterfly zuletzt Anfang 1903 in Mailand wollte Puccini „für fünf oder sechs Tage mit Elvira, im Auto, nach Torre del Lago“ zurückkehren: „Gott gebe, dass es gut geht“.<ref name="DieterSchickling" details="S. 172." />
Am 25. Februar 1903 erlitt Puccini einen schweren Autounfall.<ref name="DieterSchickling" details="S. 172." /> Alle Schilderungen dieses Vorfalls beruhen auf einer Reportage von Puccinis altem Freund aus Lucca Alfredo Caselli, die mit vielen Fotos in der Musica e musicisti-Ausgabe vom 15. März erschien.<ref name="DieterSchickling" details="S. 172." /> Demnach war Puccini mit Elvira, Sohn Tonio und Chauffeur Guido Barsuglia in Lucca und bestand trotz Regenwetters darauf, sich noch in der Nacht vom Chauffeur Barsuglia nach Torre del Lago fahren zu lassen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 172." /> Fünf Kilometer hinter Lucca kam der Wagen, der Clément-Bayard, in einer scharfen Kurve von der Straße ab und rumpelte fünf Meter den Hang hinab, ohne sich zu überschlagen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 172." /> Der Wagen trug wenige Beschädigungen davon; auch die freistehende Lenksäule ist nicht gebrochen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 172." /> Der Wagen war kein Totalschaden und konnte nach einigen Reparaturen weiter genutzt werden.<ref name="DieterSchickling" details="S. 172." /> Elvira und Tonio kamen mit dem Schrecken davon.<ref name="DieterSchickling" details="S. 172." /> Barsuglio musste mit einem Oberschenkelbruch ins Krankenhaus.<ref name="DieterSchickling" details="S. 172." /> Puccini brach sich das rechte Schienbein und wurde per Kutsche und Boot zu seiner Villa in Torre del Lago transportiert.<ref name="DieterSchickling" details="S. 172." />
Am Morgen des nächsten Tages, am 26. Februar 1903, starb mit 47 Jahren Narciso Gemignani, der von Elvira für Puccini verlassene Ehemann.<ref name="DieterSchickling" details="S. 172." /> Da in Italien eine Scheidung nicht möglich war, hatten Puccini und Elvira zu seinen Lebzeiten nicht heiraten können.<ref name="DieterSchickling" details="S. 172." />
Als die Ärzte Puccinis ersten Verband abnahmen, stellten sie einen Blutandrang im Bein fest und zögerten daher, die „endgültige Vorrichtung“ (wohl einen Gehgips) anzubringen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 172–173." /> So lange musste Puccini völlig still liegen, wobei ihm die kleinste Bewegung Schmerzen bereitete.<ref name="DieterSchickling" details="S. 173." /> Er wurde von Elvira, deren Schwester Ida Razzi und seiner verwitweten Schwester Nitteti gepflegt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 173." /> Ihn erreichten Hunderte von Briefen und Telegrammen, sogar vom König.<ref name="DieterSchickling" details="S. 173." /> Viele Freunde aus dem Dorf und der Umgebung besuchten ihn.<ref name="DieterSchickling" details="S. 173." /> Er las viel (Erzählungen von Maxim Gorki und Maurice Maeterlincks Monna Vanna), aß viel, nachdem er nach dem Unfall stark abgemagert war, und rauchte mehr als dreißig Zigaretten pro Tag.<ref name="DieterSchickling" details="S. 173." /> Fast drei Wochen nach dem Unfall konnte schließlich die Gipsbandage angelegt werden; zu dieser Zeit konnte er zumindest nachts schmerzfrei schlafen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 173." /> Wie Puccinis Schwester Iginia bemerkte, brachte der Unfall auch eine Wende in seine Beziehung mit Corinna, indem er ihn gerade in seiner Körperlichkeit traf, die er mit Corinna ausleben wollte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 173." /> Zugleich deutete er den Unfall als Warnsignal für sein weiteres Leben.<ref name="DieterSchickling" details="S. 173." /> War er vorher bereit gewesen, Elvira zu verlassen und Corinna zu heiraten, war er nun bereit für eine Hochzeit mit Elvira.<ref name="DieterSchickling" details="S. 173." /> In diesem Sinne korrespondierte Ramelde mit Illica über die Möglichkeit, die zehnmonatige Wartezeit für eine Witwe für eine neue Heirat nach dem Tod ihres Mannes zu verkürzen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 173." />
Anfang April 1903 ging es Puccini zumindest psychisch wieder besser.<ref name="DieterSchickling" details="S. 173." /> Er wehrte sich nicht gegen den Versuch des Verlags, seine Situation nach dem Unfall mit einem Foto von ihm im Krankenbett publikumswirksam auszuschlachten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 173–174." /> Ebenfalls im April unterschrieb er mit der Gramophone & Typewriter seinen einzigen Vertrag für eine Schallplattenkomposition und zwar für den nach der Butterfly-Uraufführung komponierten und 1907 veröffentlichten Titel Canto d'anime (SC 75).<ref name="DieterSchickling" details="S. 174." /> Puccini stand diesem Projekt distanziert gegenüber.<ref name="DieterSchickling" details="S. 174." /> Auf Grund der damaligen technischen Qualität hielt er nicht sehr viel vom Medium Schallplatte; ihn interessierten eher die Tantiemen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 174." />
Ende Mai 1903 erfuhr Puccini von seinem Arzt, dass die Heilung seines Beines noch drei Monate dauern würde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 174." /> Er kam auf die Idee, statt eines Klaviers einen Flügel zu nutzen, um mit hochgelegtem Bein an der Butterfly weiterkomponieren zu können.<ref name="DieterSchickling" details="S. 174." />
Am 31. Mai erhielt Puccini von Ricordi nach längerem Schweigen von dessen Seite einen umfangreichen, gewundenen Brief, in dem Ricordi sich beklagte, dass Puccini sich einer niedrigen, hurenhaften, obszönen Frau hingegeben habe, die den genialsten italienischen Künstler von seiner nationalen Pflicht abhalte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 174." /> Puccinis physische Krankheit sei Folge einer psychischen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 174." /> Puccini solle sich wieder auf seine eigentliche Aufgabe konzentrieren: die Komposition der Butterfly.<ref name="DieterSchickling" details="S. 174." /> Puccini nahm Ricordis Einmischung gelassen hin, nachdem er sich offensichtlich sowieso entschlossen hat, das Verhältnis zu Corinna zu lösen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 174." /> Er empfand die Einmischung lediglich Corinna gegenüber als ungerecht und insgesamt übertrieben.<ref name="DieterSchickling" details="S. 174." />
Anfang Juni war Pucini wieder mit der Butterfly beschäftigt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 174." /> Giacosa brachte dafür die endgültige Librettofassung mit, als er gemeinsam mit Tito Ricordi Torre del Lago besuchte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 174." /> Innerlich wandte Puccini sich schon dem nächsten Opernprojekt zu und dachte dabei an Victor Hugos Notre-Dame de Paris.<ref name="DieterSchickling" details="S. 174." />
Inzwischen wurde ihm die Behandlung seines Beins zu mühevoll und schmerzhaft.<ref name="DieterSchickling" details="S. 174." /> Er zog als neuen Arzt den Chirurgen Giacomo Filippo Novaro aus Genua hinzu, der versprach, Puccini würde in einem Monat wieder laufen können.<ref name="DieterSchickling" details="S. 174–175." /> Puccinis Freude wurde von Novaros Honorarforderung in Höhe von 1.000 Lire getrübt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 175." /> Anfang Juli war Puccini für mindestens eine Woche in Genua, wohl zur Behandlung durch Navaro.<ref name="DieterSchickling" details="S. 175." /> Bei dieser Gelegenheit schaute sich Puccini nach einem Haus für den Sommer um.<ref name="DieterSchickling" details="S. 175." /> Chiatri kam nicht in Frage, da der Weg dahin für sein Bein zu unwegsam war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 175." /> Ende Juli kaufte er eine kleine Villa in Boscolungo am Abetone-Pass und zog am 1. August dort ein. Zu dieser Zeit musste er einen Streckverband tragen, konnte aber an Stöcken gehen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 175." /> Zwei in Boscolungo anwesende Chemiker untersuchten seinen Urin und übersahen dabei seine Diabetes-mellitus-Erkrankung, an der er damals schon litt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 175." />
Trennung von Corinna
Am 20. September 1903 reiste Puccii mit Elvira nach Paris zu den Proben für die dortige Tosca-Premiere.<ref name="DieterSchickling" details="S. 175." /> Währenddessen ließ er seit Mitte August in Turin Corinna von Privatdetektiven überwachen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 175." /> Deren Bericht erhielt er nach und nach in Paris und stellte daraus 13 Seiten zusammen, die er anscheinend mit empörten Kommentaren an Corinna schicken wollte und die sich inzwischen in der Biblioteca statale Lucca befinden.<ref name="DieterSchickling" details="S. 175." /><ref name="Krausser–2008" /> Dem Bericht der Privatdetektive zufolge handelte es sich bei Corinna um eine 1882 geborene Maria Anna Lucia Coriasco, die von Beruf Näherin und die Tochter eines Bäcker-Ehepaares war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 175." /> Möglicherweise war sie zumindest in der Spätzeit ihres Verhältnisses zu Puccini eine Art Edel-Prostituierte und hatte zahlreiche Beziehungen zu gesellschaftlich vergleichsweise hoch stehenden Männern.<ref name="DieterSchickling" details="S. 176." /> Es ist die Rede von zwei Grafen, einem Offizier und dem Betreiber eines Fotoateliers in Turin.<ref name="DieterSchickling" details="S. 176." /> Puccini fühlte sich von Corinna hintergangen und ausgenutzt; ihre Beziehung sei wohl vier Jahre lang eine Fiktion gewesen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 176." />
Trotzdem konnte Puccini das Leben in Paris genießen, auch nach den Monaten der Krankheit.<ref name="DieterSchickling" details="S. 176." /> Sein Bein wurde massiert und ein neuer, leichterer „orthopädischer Apparat“ für ihn angefertigt; sein Knochen werde, wie man ihm sagte, in drei bis vier Wochen wieder fest sein.<ref name="DieterSchickling" details="S. 176." /> Auch die Proben zur Tosca verliefen sehr zufriedenstellend.<ref name="DieterSchickling" details="S. 176." /> Die Premiere am 13. Oktober unter dem Dirigenten André Messager wurde ein triumphaler Erfolg beim Publikum.<ref name="DieterSchickling" details="S. 176." /> Die Opéra-Comique veranstaltete ein kleines Puccini-Festival, wo viermal die Tosca und zweimal die Bohème sehr erfolgreich liefen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 176–177." />
Doch Puccini hatte noch viel Arbeit vor sich, die Butterfly zu beenden, und reiste nach einem Monat in Paris wieder zurück nach Torre del Lago.<ref name="DieterSchickling" details="S. 177." /> Dort erreichten ihn sowohl Ricordis Nachricht, er solle in die Ehrenlegion aufgenommen werden, als auch die Einladung der Wiener Hofoper, an deren Premiere der Bohème teilzunehmen, womit einer seiner größten Wünsche in Erfüllung gegangen wäre.<ref name="DieterSchickling" details="S. 177." /> Doch diesmal siegte sein Stolz: Er könne nicht kommen, weil er noch eine andere wichtige Arbeit für die nächste Saison beenden müsse.<ref name="DieterSchickling" details="S. 177." /> Außerdem musste er ein neues Motorboot testen, das er nach seiner Rückkehr aus Paris erhalten hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 177." />
Am 24. November luden Puccini und Elvira unabhängig voneinander Illica nach Torre del Lago ein.<ref name="DieterSchickling" details="S. 177." /> Während Puccini depressiv war und sich einsam fühlte, schrieb Elvira davon, dass Corinna nicht loslassen konnte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 177." /> So hat Corinna Puccinis Korrespondenz einem Turiner Anwalt übergeben.<ref name="DieterSchickling" details="S. 177." /> Zwar hatten Puccinis Detektive Corinna ein Verhalten nachweisen können, das jegliche Verpflichtungen von seiner Seite wie etwa ein Eheversprechen nichtig gemacht hätte, doch sprach Elvira noch Jahre später davon, Puccini hätte nach Erhalt von Corinnas „berühmten Brief“ eine Flucht in die Schweiz in Erwägung gezogen und hätte wegen dieser Sache noch Jahre später ins Gefängnis kommen können.<ref name="DieterSchickling" details="S. 177." /> Dieser heute unbekannte Brief muss nach Einschätzung von Biograf Dieter Schickling einen weitreichenden justitiablen Vorwurf wie üble Nachrede oder Anstiftung zur Abtreibung beinhaltet haben.<ref name="DieterSchickling" details="S. 177." />
Auch die politische Situation in Italien war zu dieser Zeit in Aufruhr.<ref name="DieterSchickling" details="S. 177." /> Schickling sieht dafür einen Vorfall im apulischen Städtchen Foggia als Symbol, wo die Polizei eingreifen musste, nachdem das Publikum bei einer Aufführung der Tosca die Wiederholung von Scarpias Ermordung verlangte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 177." /> Schickling zufolge repräsentiert dieser Vorfall Italiens politische Situation zu dieser Zeit.<ref name="DieterSchickling" details="S. 177." />
Die Unzufriedenheit im Land führte zu immer mehr Streiks, die als Reaktion auf solch linke Reaktionen zu der Bildung einer nationalistisch-autoritären Rechten führte, als deren literarische Leitfigur d'Annunzio angesehen wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 178." /> Im November 1903 wurde bis zum Ersten Weltkrieg Giovanni Giolitti, Kopf der bürgerlich-liberalen Fraktion im Parlament, italienischer Ministerpräsident.<ref name="DieterSchickling" details="S. 178." /> Die Wirren der politischen Verhältnisse, die Unsicherheit über Italiens Zukunft und die Unzufriedenheit mit der wirtschaftlichen un sozialen Situation beherrschten die Gefühle der sebstbewussten Italiener wie Puccini zu jener Zeit.<ref name="DieterSchickling" details="S. 178." />
Zu dieser Zeit arbeitete er an der Instrumentation des zweiten Aktes der Butterfly.<ref name="DieterSchickling" details="S. 178." /> Zur gleichen Zeit gingen die Konflikte um Corinna weiter, und am 11. Dezember schrieb Puccini an seinen Mailänder Freund Luigi Pieri in Andeutung der bevorstehenden Hochzeit, er und Elvira seien ein Paar.<ref name="DieterSchickling" details="S. 178." /> Am Abend des 27. Dezember beendete Puccini die Kompositionsarbeiten an der Butterfly.<ref name="DieterSchickling" details="S. 178–179." />
Hochzeit mit Elvira
Danach verschickte er die von Plinio Nomellini gezeichnete Karikatur einer Hochzeitsanzeige.<ref name="DieterSchickling" details="S. 179." /> Am 3. Januar 1904 fand nach fast zwanzig Jahren des Zusammenlebens die Hochzeit als eher heimliche Veranstaltung mit einer Ziviltrauung durch Cesare Riccione, den befreundeten Bürgermeister von Viareggio, statt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 179." /> Als Trauzeugen waren Puccinis Schwager Giuseppe Razzi, der Ehemann von Elviras Schwester Ida, und der Dorfarzt Rodolfo Giacchi, anwesend. Am Abend folgte mit den gleichen Beteiligten die sakrale Zeremonie in der Kirche von Torre del Lago.<ref name="DieterSchickling" details="S. 179." /> Seine Schwester Ramelde fragte er, ob sie nun beruhigt sei und ergänzte, seine im Kloster lebende Schwester Iginia werde nun zufrieden sein.<ref name="DieterSchickling" details="S. 179." /> Die bevorstehende Premiere der Butterfly beschäftigte die Beteiligten deutlich mehr.<ref name="DieterSchickling" details="S. 179." />
Madama Butterfly
Drei Tage nach der Hochzeit fuhr Puccini nach Mailand zu den Proben der Butterfly.<ref name="DieterSchickling" details="S. 179." /> Wegen der verzögerten Vollendung erhielten die Sänger ihre Partien stückweise und unkorrigiert.<ref name="DieterSchickling" details="S. 179." /> Da niemand Näheres erfahren sollte, schickte Puccini an seine Schwestern ein einziges Exemplar des Librettos und verpflichtete sie zur Verschwiegenheit.<ref name="DieterSchickling" details="S. 179." /> Die Darsteller durften die Noten nicht mit nach Hause nehmen; kein Unbeteiligter die Proben besuchen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 179." /> Dadurch wuchs die Neugier des Publikums, so dass schon zwei Wochen vor der Premiere die Karten ausverkauft waren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 179." /> Kurz vor der Premiere soll auch Toscanini die Butterfly kennengelernt haben, obwohl er die Scala ein Jahr zuvor im Streit verlassen hatte, und kritisierte ihre Länge.<ref name="DieterSchickling" details="S. 179." /> Trotzdem war sich Puccini bis zum Schluss sicher, dass die Butterfly ein Erfolg werden würde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 179." />
Die Premiere am 17. Februar 1904 wurde jedoch der größte Misserfolg, den Puccini als Ooernkomponist je erlebt hat und den Ricordis Verlagszeitschrift unter anderem als „Gemecker, Getöse, Gebrüll, Gelächter, Geschrei, Hohnlachen“ bezeichnete.<ref name="DieterSchickling" details="S. 180." /> Die damaligen Zeitungskritiken sprachen davon, dass Puccini zu sehr in gewohnten Bahnen festgefahren sei und gegenüber seinen früheren Opern zu wenig Neues geboten habe.<ref name="DieterSchickling" details="S. 180." /> Biograf Dieter Schickling zufolge sei diese Kritik schwer ernstzunehmen, da die Butterfly kompositorisch ein erheblicher Schritt über die vorhergehenden Opern Puccinis hinaus gewesen sei.<ref name="DieterSchickling" details="S. 180." /> Zudem sei das Mailänder Publikum nicht gerade begierig auf Neuerungen gewesen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 180." /> Schickling zufolge sei der Skandal des Misserfolgs in der Imperialismuskritik der Butterfly begründet gewesen, in der die Vernichtung eines kolonialen „Objekts“ durch den Sexualimperialismus eines amerikanischen, also westlichen Offiziers geschildert wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 180." /> In diesem Punkt sieht Schickling neben den von Ricordis Konkurrenzverlag Sonzogno eingesetzten Claqueuren den eigentlichen Grund für den Misserfolg.<ref name="DieterSchickling" details="S. 180." />
Für Puccini hingegen war der Misserfolg der Butterfly rein künstlerischer Natur.<ref name="DieterSchickling" details="S. 180." /> Noch am selben Abend zogen er, Giacosa und Illica in Übereinstimmung mit dem Verleger die Partitur zurück und verboten der Scala jede weitere Aufführung der Butterfly.<ref name="DieterSchickling" details="S. 180." /> Im Gegensatz zur Aussage des Scala-Direktors Giulio Gatti-Casazza, Puccini habe sich die meiste Schuld an dem Misserfolg gegeben, meinte dieser, die Butterfly sei die tiefstempfundene und eindringlichste Oper, die er jemals geschrieben habe, die Mailänder „Kannibalen“ hätten keine einzige Note wirklich gehört.<ref name="DieterSchickling" details="S. 180–181." /> Er zeigte sich nur zu wenigen Änderungen bereit.<ref name="DieterSchickling" details="S. 181." /> In der Scala wurde die Butterfly zu seinen Lebzeiten nie mehr gespielt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 181." />
Eine Woche nach der Premiere begann Puccini mit den Umarbeitungen der Butterfly.<ref name="DieterSchickling" details="S. 181." /> Am 25. Februar 1904 fuhr er nach Turin und schaute sich ein neues Fiat-Auto an, testete aber auch die dortige Stimmung für eine Wiederaufführung der Butterfly.<ref name="DieterSchickling" details="S. 181." /> Obwohl Turin ihm zusagte, wurde, offenbar auf Entscheidung des Verlages, mit Brescia ein anderer Ort festgelegt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 181." />
Es freute Puccini, dass eine „hochgestellte Dame“ (wohl die Königin) von der Butterfly ganz begeistert gewesen sei.<ref name="DieterSchickling" details="S. 181." /> Es stimmte Puccini zuversichtlich, dass die Butterfly auch in Turin, Buenos Aires und London angenommen wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 181." /> Im März arbeitete er an den Änderungen der Butterfly, kam aber schlecht voran.<ref name="DieterSchickling" details="S. 181." /> In der schlechten Stimmung witterte er überall Feinde wie seinen Biografen Palafin, mit dem er die nächsten 15 Jahre verfeindet war, weil er schlecht über Puccini geredet haben soll.<ref name="DieterSchickling" details="S. 181." /> Währenddessen sollten sein neapolitanischer Freund Clausetti und der römische Impresario Morichini zur „Liga“ seiner Feinde gehören.<ref name="DieterSchickling" details="S. 181." /> Das alles soll von Mascagni inspiriert worden sein.<ref name="DieterSchickling" details="S. 181." />
Um den 20. März waren die Änderungen an der Butterfly vorerst vollendet.<ref name="DieterSchickling" details="S. 181." /> So machte er sich auf die Suche nach einem neuen Opernstoff.<ref name="DieterSchickling" details="S. 181." />
Vor den letzten Butterfly-Proben in Brescia bat Puccini Illica, ein Szenario von sieben oder acht Bildern nach Victor Hugos Der Glöckner von Notre-Dame zu schreiben.<ref name="DieterSchickling" details="S. 182." /> Mit den Proben zeigte sich Puccini sehr zufrieden.<ref name="DieterSchickling" details="S. 182." />
Die Aufführung der Butterfly am 28. Mai wurde ein triumphaler Erfolg.<ref name="DieterSchickling" details="S. 182." /> Die zweite Vorstellung war eine Gala unter der Teilnahme des Königs, der Puccini im Theater empfing.<ref name="DieterSchickling" details="S. 182." /> Obwohl die Butterfly musikalisch nicht viel anders als bei der Premiere war und auch das Publikum sich nicht sehr vom Publikum im nahen Mailand unterschied, wurde Brescia der Startschuss für den Siegeszug der Oper auf allen Bühnen der Welt.
Sybil Seligman
Anfang Juli 1904 holte Puccini in Florenz sein ein Monat zuvor bestelltes Auto, einen De Dion mit 12 PS für 8000 Lire ab.<ref name="DieterSchickling" details="S. 196." /> In dem Auto fuhr er mit Elvira und Antonio nach Boscolungo.<ref name="DieterSchickling" details="S. 196." /> Er machte weitere Ausflüge in die Umgebung und lud Freunde und Verwandte zum Besuch ein.<ref name="DieterSchickling" details="S. 196." /> Drei Wochen später holte Puccini die sehnlichst erwarteten Gäste mit dem Auto am Bahnhof von Pracchia ab.<ref name="DieterSchickling" details="S. 196." /> Statt Giulio Ricordi war dessen Sohn Tito dabei.<ref name="DieterSchickling" details="S. 196–197." /> Nach der Abreise der Gäste hatte Puccini mit seinem Schwager Raffaello Franceschini einen neuen Gast, mit dem er Auto fuhr und auf die Jagd ging.<ref name="DieterSchickling" details="S. 197." />
Als Puccini Mitte September 1904 von einer Kur in Montecatini Terme nach Mailand zurückkehrte, herrschte dort vom 15. bis zum 20. September zum ersten Mal ein von den Sozialisten initiierter Generalstreik.<ref name="DieterSchickling" details="S. 197." /> Möglicherweise hielten die Ereignisse ihn fasziniert fest, denn in dieser Zeit fuhr er weder nach Torre del Lago noch nach Viareggio.<ref name="DieterSchickling" details="S. 197." />
Anfang Oktober 1904 reiste Puccini mit Elvira für zwei Wochen nach London und lernte dort durch einen gemeinsamen Freund, den populären Liedkomponisten Francesco Paolo Tosti, Sybil Seligman kennen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 198–199." /><ref>Krausser, Helmut: Puccinis größtes Geheimnis. Das erstaunliche Leben der Sybil Seligman [...], in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 8. Januar 2006</ref> Sie stammte aus der wohlhabenden jüdischen und kulturell bewanderten Familie Beddington, der unter anderem die Tabakfirma Abdullah gehörte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 198." /> Aller Wahrscheinlichkeit nach hat er sich sofort in sie verliebt, und auch Sybils Schwester Violet behauptete später, die Beziehung zwischen Puccini und Sybil sei anfangs alles andere als platonisch gewesen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 199." /> Laut Familientradition hasste sie aber auch jeden Sex, so dass Biograf Dieter Schickling vermutete, Puccini sei gerade deswegen sein Leben lang in sie verliebt gewesen, weil sie ihm widerstand.<ref name="DieterSchickling" details="S. 199." /> Schon nach der ersten kurzen Begegnung übernahm Sybil Seligman für Puccini die Tätigkeit einer Agentin, Themen- und Lebensberaterin.<ref name="DieterSchickling" details="S. 199–200." />
Im Dezember 1904 fuhren Puccini und Campanari, der Anwalt des Ricordi-Verlages, nach Rom, um den vorehelichen Sohn Antonio, der seine Jugend wohl in teuren Internaten und zu diesem Zeitpunkt auf jeden Fall im „Institut Dr. Schmidt“ (heute „Institut auf dem Rosenberg“) verbrachte, nach der Hochzeit mit Elvira legitimieren zu lassen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 200." />
Anfang Januar 1905 schrieb Puccini ein Requiem für dreistimmigen Chor (Sopran, Tenor, Bass) mit Begleitung der Orgel oder eines Harmoniums und mit einem Bratschensolo (SC 76) zu Verdis viertem Todestag, das im von diesem gestifteten Altersheim Casa di Riposo aufgeführt wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 200." />
Ende April 1905 wurde er nach Buenos Aires eingeladen, wo alle bisherigen Puccini-Opern außer Le Villi gespielt werden sollten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 201." /> Auf der Reise nach Argentinien war zwischen Barcelona und Las Palmas schlechtes Wetter, Elvira war übel und sie wollte die Reise fast abbrechen. Am 23. Juni traf Puccini mit Elvira in Argentinien ein, wo er sich inmitten der vielen italienischen Einwanderer wohl fühlte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 201–202." /> Möglicherweise dachte er mit nostalgischen Gefühlen an seinen Bruder Michele.<ref name="DieterSchickling" details="S. 202." /> Zudem begegnete er seinem alten Freund Ferrucio Pagni aus Torre del Lago.<ref name="DieterSchickling" details="S. 202." /> Er nahm erfolglos an einer Jagd teil und ließ seine Popularität zu kommerziellen Werbezwecken unter anderem für Seife, Likör und Mineralwasser einsetzen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 202." />
Kurz vor Ende des Argentinien-Aufenthalts komponierte Puccini einen Gesang für Schulkinder auf das patriotische Gedicht Dios y Patria von Matías Calandrelli, dessen Autograph erst Anfang der 2000er Jahre wiederentdeckt wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 202–203." />
Am 8. August 1905 verließen Puccini und Elvira Buenos Aires, trafen am 5. September in Genua ein und fuhren sofort nach Torre del Lago; Puiccini zeigte sich erleichtert, vom südamerikanischen Getümmel befreit zu sein.<ref name="DieterSchickling" details="S. 203." />
Ende September 1905 reiste Puccini nach London.<ref name="DieterSchickling" details="S. 203." /> In London wartete Puccini Antonios Abreise nach Mittweida nicht ab, wo dieser von 1905 bis 1908 Maschinenbau und Elektrotechnik am Technikum studierte, aber letztendlich im Studium scheiterte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 203." /><ref>Schickling, Dieter: Antonio Puccini in Mittweida. Eine Studiengeschichte vor 100 Jahren, in: Neues Archiv für sächsische Geschichte, Band 78, 2007</ref> In London wurde mit einer Wiederaufführung der Butterfly ein kleines Puccini-Festival mit der Bohème, Manon Lescaut und Tosca gegeben.<ref name="DieterSchickling" details="S. 203–204." /> Einige schriftliche Mitteilungen Puccinis an Sybil Seligman belegen, dass er diese zwei Wochen in London in Leidenschaft zu ihr verbrachte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 204." /> Bei einem Empfang bei Königin Victoria zeichnete diese ihn mit einem Orden aus.<ref name="DieterSchickling" details="S. 204." />
Anfang März 1906 fuhr er mit Elvira in seinem vierten Auto, einem grünen Auto der Marke La Buire, das er im September 1905 gekauft hatte, nach Nizza.<ref name="DieterSchickling" details="S. 207." /> Hintergrund des Nizza-Aufenthaltes war Sybil Seligman, die hier mit ihrem zehnjährigen Sohn Vincent die Winterferien verbrachte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 207." />
Am 4. Mai 1906 reiste er nach Budapest, wo er enge Kontakte zum jungen ungarischen Musiker Erwin Lendvai und dessen Schwester Blanka hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 207." /> Im Budapester Opernhaus fand mit La Bohème, Tosca und der Premiere von Madama Butterfly am 12. Mai 1906 ein Puccini-Fest statt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 207." />
Am 16. Mai 1906 reiste er von Budapest mach Graz, wo er Salome von Richard Strauss sah.<ref name="DieterSchickling" details="S. 208." /> Über Mailand ging es weiter nach London, wo La Bohème, Tosca Madama Butterfly gegeben wurden.<ref name="DieterSchickling" details="S. 208." /> Puccini traf oft die Seligmans, lud sie für den Sommer nach Boscoloungo ein und wurde von Sybil mit Geschenken überschüttet.<ref name="DieterSchickling" details="S. 208." />
Später kam auch Sybil Seligman mit ihrem Ehemann David und den beiden Söhnen zu Besuch.<ref name="DieterSchickling" details="S. 209." /> Puccini fuhr die Familie Seligman im Auto herum und schickte schüchterne Nachrichten an Sybil.<ref name="DieterSchickling" details="S. 209." /> Manchmal mied Puccini auch Sybil, zumal ebenfalls Fosca zu Besuch war und den Trubel vermehrte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 209–210." />
Am 2. September 1906 starb Giacosa, woraufhin Puccini für die Zeitschrift La lettura, deren Chefredakteur Giacosa war, einen sechs Zeilen langen Nachruf schrieb, der die Zusammenarbeit zwischen beiden als die „ruhigste und friedlichste“ beschrieb.<ref name="DieterSchickling" details="S. 210." /> Laut Biograf Dieter Schickling spiegelte der Nachruf die Sprachlosigkeit von Puccini, der sich nie gut in Worten ausdrücken konnte, angesichts Giacosas Tod wider.<ref name="DieterSchickling" details="S. 210." />
Während eines Paris-Aufenthalts Puccinis anlässlich der französischsprachigen Premiere der Butterfly Ende 1906 wohnte Sybil in Paris in Puccinis Hôtel de Londres.<ref name="DieterSchickling" details="S. 213." /> Während der Butterfly-Proben berichtete Puccini Sybil vom Kauf eines kleinen Autos, wahrscheinlich eines Sizaire-Naudin.<ref name="DieterSchickling" details="S. 211." /> Er hatte mit seinem Diabetes zu kämpfen, zumal die vielen Empfänge eine vernünftige Diät erschwerten, und litt an Zahnschmerzen und einem Hühnerauge.<ref name="DieterSchickling" details="S. 211." /> Er schlief schlecht, während Elvira bequem ausschlafen konnte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 211." /> Am liebsten wäre er in Torre del Lago gewesen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 211–212." /> Puccini vermisste Sybil nach deren Abreise, schrieb ihr Anfang 1907 mindestens vier Briefe und ein Telegramm und berichtete über den großen Erfolg der Butterfly am 28. Dezember 1906.<ref name="DieterSchickling" details="S. 214." />
La fanciulla del West
Nach dem Erfolg der Butterfly hatte Puccini zunächst verschiedene mögliche Stoffe als mögliches neues Opernprojekt zur Auswahl.<ref name="DieterSchickling" details="S. 196–216." /> So hatte er beispielsweise den Glöckner von Notre-Dame von Victor Hugo, eine Margherita-de-Cortona-Oper, Pelléas et Mélisande von Maurice Maeterlinck, Maxim Gorkis Novellen, speziell Der Chan und sein Sohn, Sechsundzwanzig und eine und Die Holzflößer, auf Illicas Vorschlag hin einen Homer-Stoff, den er dann aber doch verwarf, Margherita, Don Pablo de Segovia von Francisco de Quevedo, Le cabaret des trois vertus, eine Opera buffa in Gestalt des Tartarin sur les Alpes von Alphonse Daudet, das Sozialdrama Les mauvais bergers von Octave Mirbeau, Das fahle Licht von Rudyard Kipling, Das Weib und der Hampelmann von Pierre Louÿs und Eine florentinische Tragödie von Oscar Wilde im Sinn.<ref name="DieterSchickling" details="S. 196–216." />
Zugleich konkretisierten sich die Pläne für einen Amerikaaufenthalt; Heinrich Conried, der Manager der Metropolitan Opera in New York, wünschte Puccinis Abreise nach Amerika am 15. Dezember 1906, womit Puccini weder Zeit zum Komponieren noch für die Erholung in Torre del Lago hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 211." /> Puccini bat Sybil um eine „Medizin, die die Moral hebt“, also wahrscheinlich Kokain, das er umgehend erhielt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 211." /> Puccini störte sich an der Reise nach New York, die ein PR-Unternehmen der Metropolitan Opera war und mit der Manager Conrie gegen die neue Konkurrenz durch Oscar Hammersteins geplante Manhattan Opera angehen wollte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 212." /> Puccini sollte sechs Wochen lang als Aushängeschild für die Metropolitan Opera und als Ehrengast bei den Aufführungen seiner Opern fungieren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 212." />
Während der Vorbereitungen seiner und Elviras Abreise nach New York nahm Puccini in seinen Stoffzweifeln dankbar den Hinweis seines Freundes Marchese Piero Antinori auf das neu zu sehende Stück The Girl of the Golden West von David Belasco auf.<ref name="DieterSchickling" details="S. 214." /> Am 9. Januar verließen Puccini und Elvira Paris und gingen in Southampton an Bord der luxuriösen Kaiserin Auguste Victoria.<ref name="DieterSchickling" details="S. 214." /> Bei der Ankunft am 18. Januar erklärte Puccini den anwesenden Reportern, er wolle die amerikanische Oper schreiben und darüber mit Belasco reden.<ref name="DieterSchickling" details="S. 214." /> Bei der Premierenvorstellung der Manon Lescaut, die ein Erfolg wurde, beeindruckte ihn auch die Sängerin Lina Cavalieri, allem Anschein nach auch als Frau.<ref name="DieterSchickling" details="S. 214–215." /> Er sah auch die Salome, die im prüden Amerika ein solcher Skandal wurde, dass sie sofort wieder abgesetzt werden musste.<ref name="DieterSchickling" details="S. 215." /> Währenddessen standen die Tosca und die Bohème weiterhin auf dem Spielplan der Metropolitan Opera.<ref name="DieterSchickling" details="S. 215." /> Noch vor der Premiere besuchte er Belascos The Girl of the Golden West.<ref name="DieterSchickling" details="S. 215." /> Entgegen der Legende brauchte Puccini einige Monate, bis er das Stück als neuen Opernstoff akzeptierte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 215." />
Unabhängig voneinander beschrieben Puccini und Elvira eine Woche vor der Butterfly-Premiere in Briefen an Sybil ihre Stimmung in Amerika.<ref name="DieterSchickling" details="S. 215." /> Puccini klagte über die Mühe bei den Proben, über Geraldine Farar, über den Dirigenten Vigna und über Elviras schlechte Laune wegen ihrer Einsamkeit.<ref name="DieterSchickling" details="S. 215." /> Elvira entschuldigte ihn, der „schlimm wie ein Ungeheuer sei“, dass dies an der Erschöpfung durch die Proben und an „diesem verfluchten Amerika“ lag.<ref name="DieterSchickling" details="S. 215." />
Zugleich fragte Gustav Mahler, der die Butterfly gerne auf seinem Spielplan in Wien gehabt hätte, bei Ricordi an, doch gab Ricordi Berlin für die deutschsprachige Premiere den Vorzug.<ref name="DieterSchickling" details="S. 215." />
Am 21. Februar 1907 vereinbarte Puccini mit der Columbia-Schallplattengesellschaft einige Aufnahmen vor allem aus der Butterfly.<ref name="DieterSchickling" details="S. 216." /> Bei dieser Gelegenheit entstanden die einzigen Tonaufnahmen von Puccinis und Elviras Stimmen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 216." /> Die Schallplattenindustrie entwickelte sich zu dieser Zeit zu einer wichtigen Einnahmequelle, jedoch war die internationale Rechtslage in Bezug auf das Urheberrecht noch keinesfalls geklärt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 216." />
Vor der Abreise aus New York besuchte Puccini die Niagarafälle.<ref name="DieterSchickling" details="S. 216." /> Noch immer hoffte er auf einen amerikanischen Stoff, den er aber immer noch nicht gefunden habe.<ref name="DieterSchickling" details="S. 216." /> Am 28. Februar verließen er und Elvira Amerika und legten am 7. März in Le Havre an, von wo aus sie für zwei Tage nach Paris fuhren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 217." /> Sofort schrieb er an Belasco, er denke noch an das Girl of the Golden West, und bat um ein Exemplar des Stücks, dass er ins Italienische übersetzen lassen wolle.<ref name="DieterSchickling" details="S. 217." /> Dieses Stück sollte später die Grundlage für Puccinis nächste Oper La fanciulla del West werden, die zur Zeit des Kalifornisches Goldrausches spielt und von einer Schankwirtin handelt, die einen Banditen vor der Exekution durch Erhängen rettet.<ref name="DieterSchickling" details="S. 244–250." /> Biograf Schicklig vertritt die Ansicht, dass Puccini in der La fanciulla del West Ideen für das zwischendurch verfolgte, dann aber aufgegebene Opernprojekt L'Austriaca über die französische Königin Marie-Antoinette von Österreich-Lothringen verarbeitet habe.<ref name="DieterSchickling" details="S. 218." />
Über Mailand kehrte er nach Torre del Lago zurück, wo er sich nach den Turbulenzen der Amerikareise erholen wollte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 217." /> Sybils Geschenke und ein neues Auto, das er kaufte, weckten hier sein Interesse.<ref name="DieterSchickling" details="S. 217." />
Im Mai 1908 reiste Puccini spontan mit Elvira nach London.<ref name="DieterSchickling" details="S. 218." /> In der Aeolian Hall besuchte er ein Konzert der Diseuse Kitty Cheatham und machte Sybil Liebeserklärungen, in denen er unverhohlen seinen Wunsch nach Ehebruch andeutete.<ref name="DieterSchickling" details="S. 218–219." /> Auf der Rückreise machte er Station in Paris und schickte weitere Liebesbekundungen an Sybil.<ref name="DieterSchickling" details="S. 219." /> In der Opéra-Comique sah er Paul Dukas' einzige Oper Ariane et Barbe-Bleue und fand sie „unmöglich“.<ref name="DieterSchickling" details="S. 219." /> Während der Tage in Paris zog er in Betracht, neben L'Austriaca auch La fanciulla del West komponieren zu können.<ref name="DieterSchickling" details="S. 219." /> Im Glück, zwei Libretti zur Vertonung in Aussicht zu haben, reiste er nach Mailand zurück.<ref name="DieterSchickling" details="S. 219." /> Sybil erhielt von Puccini ein neues Liebesgedicht.<ref name="DieterSchickling" details="S. 219." /> Währenddessen verhandelte Puccini mit Ricordi über Carlo Zangarini als Librettisten für La fanciulla del West.<ref name="DieterSchickling" details="S. 219." /> Dieter Schickling vermutet, dass Puccini bewusst einen unbekannten Librettisten haben wollte, der weniger Widerstand gegen seine Vorstellungen leistete.<ref name="DieterSchickling" details="S. 219." /> Anfang Juli trafen die ersten beiden Akte der italienischen Übersetzung für La fanciulla del West ein, um die sich Sybil von London aus gekümmert hatte. Puccini, der rasch mit der Komposition beginnen wollte, bat Sybil, ihm neuere und ältere amerikanische Musik zu schicken, um die passende musikalische Atmosphäre kennenzulernen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 219." /> Wenig später erhielt er die noch fehlenden Akt drei und vier und bat Sybil der schlechten Übersetzung wegen um das Original; da Zangarinis Mutter aus Colorado stammte, kämen sie mit dem Amerikanischen gut zurecht.<ref name="DieterSchickling" details="S. 219." /> Noch bevor Sybil die gewünschte amerikanische Musik schickte, hatte Puccini es mit dem Belasco-Original eilig, bevor Illica mit L'Austriaca fertig war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 220." />
Gleichzeitig kümmerte sich Puccini um zwei neue, beieinander liegende Gräber, die er in Lucca gekauft hatte und wohin er seine Eltern hatte umbetten lassen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 219." /> Er gab bei Giovanni Pascoli neue Grabinschriften in Auftrag, die nach zwei Jahren schließlich fertig waren; die heutigen Grabinschriften haben mit jenen von Pascoli nichts mehr gemeinsam.<ref name="DieterSchickling" details="S. 219." />
Puccini störte sich daran, dass das neu bestellte Auto erst Ende Juli kommen sollte, da sein „kleines Auto“ (möglicherweise ein im letzten November in Paris gekaufter La Buire 40 HP Landaulet) kaputt war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 220." /> Weil der neue Isotta Fraschini bei der Lieferung noch keine amtliche Zulassung hatte, musste Puccini die eingeladenen Seligmans bitten, mit der Kutsche vom Bahnhof nach Torre del Lago zu kommen, und fuhr mit ihnen nur im Schutz der Nacht, „die für Verbrechen und Geheimnisse gemacht“ sei, aus.<ref name="DieterSchickling" details="S. 220." /> Nach ein paar Tagen in Torre del Lago fuhren sie gemeinsam mit dem neuen Auto nach Boscolungo.<ref name="DieterSchickling" details="S. 220." />
Gleichzeitig arbeitete Puccini am Konzept der La Fanciulla del West.<ref name="DieterSchickling" details="S. 220." /> Zangarini kam für einige Tage nach Boscolungo und versprach ein effektvolles Libretto, das unter anderem acht bis zehn Pferde auf der Bühne erforderte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 220." /> Nach der Butterfly-Premiere am 8. September 1907 in Lucca machte sich Puccini sofort wieder an die Arbeit.<ref name="DieterSchickling" details="S. 220." /> Während er sich von Fanciulla del West eine zweite Bohème versprach, zeigte er sich mit Ilicas Arbeit an L'Austriaca unzufrieden und schlug ihm einen Ko-Autor vor.<ref name="DieterSchickling" details="S. 220." /> Dieser entgegnete gekränkt, Puccini bräuchte vielleicht einen „guten Musiker als Mitarbeiter“.<ref name="DieterSchickling" details="S. 220–221." /> Wenig später führten diese Meinungsverschiedenheiten zum endgültigen Ende des L'Austriaca-Projektes.<ref name="DieterSchickling" details="S. 220–221." /> Künftige Versuche Puccinis, eine gemeinsame Zusammenarbeit mit Illica fortzusetzen, scheiterten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 221." />
Stattdessen konzentrierte sich Puccini auf eine Zusammenarbeit mit Zangarini, der auf Puccinis Wünsche einging.<ref name="DieterSchickling" details="S. 221." /> Jedoch unterbrach Puccini die Arbeit am Libretto, um sich nun nach Berlin und Prag die dritte deutschsprachige Butterfly-Premiere an der Wiener Hofoper anzusehen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 221." /> Die Inszenierung von Bühnenbildner Alfred Roller fand er ausgezeichnet, die Sänger sagten ihm nicht zu.<ref name="DieterSchickling" details="S. 221." /> Wenige Wochen vor der Premiere am 31. Oktober, die ein großer Erfolg wurde, war Gustav Mahler als Hofoperndirektor zurückgetreten, so dass sich das Publikum nach Mahlers Opernansprüchen offen für eine zugängliche Puccini-Oper zeigte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 221." /> Puccini wurde von der spanischen Königinmutter empfangen, ihm wurde von der Wiener Klavierfabrik Ehrbar ein Piano versprochen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 221." /> Er lernte die Wiener Musikkritiker Ludwig Karpath und Julius Korngold kennen, von denen er besonders Korngold schätzte, weil dieser gnädiger mit Puccinis Musik umging als sein Vorgänger Eduard Hanslick.<ref name="DieterSchickling" details="S. 221." /> Nach Puccinis Rückkehr nach Mailand galt seine Aufmerksamkeit wieder La Fanciulla del West.<ref name="DieterSchickling" details="S. 221–222." /> Ende 1907 wartete er immer ungeduldiger auf das Libretto für die Fanciulla del West, setzte Zangarini schließlich ein Ultimatum und erhielt es Ende Januar 1908.<ref name="DieterSchickling" details="S. 222." /> Gemeinsam mit Zangarini und Tito Ricordi setzte er sogleich einen Vertrag auf.<ref name="DieterSchickling" details="S. 222." />
Gleich danach brachen Puccini und Elvira zu einer bereits seit drei Jahren geplanten Ägypten-Reise auf.<ref name="DieterSchickling" details="S. 222." /> Unterwegs besuchte er in Neapel die dortige, von Strauss dirigierte Premiere der Salome, für die Puccini aber nur Spott übrig hatte, da sie ihn an „russischen Salat“ erinnerte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 222." /> Puccini feierte mit Strauss und anderen Bekannten den Erfolg der deutschen Oper, obwohl er dem Giornale d'Italia auf dem Bahnhof in Rom ein Interview gegeben hatte, in welchem er Strauss Eintönigkeit vorwarf, der ständig starke Gegensätze gebrauche, während Debussy ganz neue musikalische Farben gefunden habe.<ref name="DieterSchickling" details="S. 222." /> Zwar bewundere er beide, bleibe als Italiener jedoch „überzeugter Parteigänger der Melodie“.<ref name="DieterSchickling" details="S. 222." />
Auf dem Schiff litt Elvira wieder an Übelkeit.<ref name="DieterSchickling" details="S. 222." /> Sie blieben zwei Tage in Alexandria.<ref name="DieterSchickling" details="S. 222." /> Dabei waren die Sängerin Salome Kruschelnytska und ihr späterer Mann Cesare Riccioni, der Freund und Bürgermeister aus Viareggio.<ref name="DieterSchickling" details="S. 222." /> In Kairo fuhren sie mit dem Schiff auf dem Nil, besuchten mit dem Auto die Wüstenstadt Heliopolis und ließen sich bei den Pyramiden fotografieren, was Elvira alles nicht gefiel, wie sich Puccini Fosca gegenüber beklagte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 222." /> Nach ein paar Tagen reisten sie per Bahn nach Luxor, besuchten den Tempel von Karnak und die Gräber im Tal der Könige.<ref name="DieterSchickling" details="S. 222." /> Auf eine Weiterreise nach Assuan mussten sie aus Zeitgründen verzichten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 222–223." /> Am 20. Februar verließen sie von Alexandria aus das Land, das Puccini in einem Brief an Ramelde mit einer Aneinanderreihung von 60 Begriffen würdigte, die er von nun an mit Ägypten verband.<ref name="DieterSchickling" details="S. 223." />
In der Zwischenzeit hatte die New Yorker Metropolitan Opera von der Scala den Direktor Gatti-Casazza und den Musikchef abgeworben, wodurch der italienische Einfluss an der Metropolitan Opera wuchs, was für Puccinis künftige Geschäftsgespräche eine Rolle spielte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 223." />
Sein Diabetes machte ihm wieder zu schaffen, für den er schmerzhafte Injektionen erhielt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 223." /> In diesen Tagen im Jahr 1908 starb in Lucca sein früheres Kindermädchen Asunta, derer er vor seiner Abreise nach Rom zur dortigen Premiere der Butterfly im Teatro Costanzi mit einem einzigen bedauernden Satz gedachte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 223." />
Nach einem offenen Streit mit Zangarini, der sich gegen den von Puccini geforderten Ko-Autor wehrte, setzte Puccini mit Hilfe des Ricordi-Anwaltes schließlich Guelfo Civinini als Ko-Autor durch.<ref name="DieterSchickling" details="S. 224." /> Dieser soll bald nach der Bekanntschaft mit Puccini ein Liebesverhältnis mit Fosca gehabt haben, die um diese Zeit die Villa Grottanelli in Torre del Lago kaufte, in der ein Jahrzehnt zuvor ihre Eltern als Mieter gelebt hatten, bevor sie ihre eigene Villa bauten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 224." /> Fosca verkaufte die Villa im Jahr 1911 und lebte dann „heimlich“ getrennt von ihrem Ehemann Salvatore Leonardi.<ref name="DieterSchickling" details="S. 224." />
Bevor Puccini Mitte Juni für mehrere Wochen nach Chiatri fuhr, besuchten ihn Gatti-Casazza und Toscanini, die sich eine Puccini-Uraufführung als spektakulären Einstand für die Metropolitan Opera wünschten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 224–225." /> Auch Puccini hätte seine amerikanische Oper gerne zuerst in Amerika aufgeführt, doch war dies so schnell nicht möglich.<ref name="DieterSchickling" details="S. 225." />
In Chiatri fielen Puccini die Arbeiten an der Fanciulla del West schwerer als angenommen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 225." /> Dies lag einerseits daran, dass die Oper nach den erlebten Misserfolgen der Salome und Pelléas et Mélisande zwangsläufig eine andere Gestalt haben würde als die Butterfly.<ref name="DieterSchickling" details="S. 225." /> Zugleich herrschte in seinem Vaterland, wie Puccini Sybil gegenüber klagte, nur Neid, während künstlerische Größe nicht anerkannt werde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 225." />
Besser sah es um Puccinis finanzielle Situation aus.<ref name="DieterSchickling" details="S. 225." /> Während Ricordi für ihn allerlei Rechnungen beglich, betrug Puccinis vom Verlag überwiesener Kontoüberschuss rund 50.000 Lire und im nächsten Halbjahr gar 84.000 Lire (in heutiger Kaufkraft fast 1,5 Millionen Euro).<ref name="DieterSchickling" details="S. 225." /> Puccini erhöhte die Monatsrente für seine Schwester Nitteti Ende des Jahres auf 150 Lire.<ref name="DieterSchickling" details="S. 225." />
Puccini bekam Besuch von Caselli und dem jungen lucchesischen Musiker Gustavo Giovanetti und führte ihnen am Klavier mit markierender Sprechstimme Passagen aus dem ersten Akt der Fanciulla del West vor und resümierte hinterher: „Wie schwer ist es, heutzutage eine Oper zu schreiben!“<ref name="DieterSchickling" details="S. 225." /> Ferner sagte ihm der italienische Titel nicht zu, weil die letzten zwei Silben von „fanciulla“ im Dialekt soviel wie „Dummkopf“ bedeuteten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 225." /> Während Anfang August die Hitze das Ehepaar Puccini zunächst nach Boscolungo trieb und der fortdauernde Regen in Boscolungo Puccini aus dem Gebirge vertrieb, suchte er nach Alternativtiteln für die Oper: „La figlia del West“ oder L'Occidente d'oro kamen in Frage.<ref name="DieterSchickling" details="S. 225–226." />
Doria Manfredi
Gleichzeitig betrübte ihn die Trennung von Enrico Caruso und dessen langjähriger Freundin Ada Giachetti, vielleicht weil sie Puccini an seine eigene Situation erinnerte, die sich zu dieser Zeit anbahnte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 226." /> Es begann Anfang Oktober 1908, als Elvira das Dienstmädchen Doria Manfredi unter wüsten Beschimpfungen davonjagte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 226." /> Elvira verdächtigte Doria, eine intime Beziehung zu Puccini unterhalten zu haben, wenn sie spät abends, wenn Elvira schon schlief, die Wäsche bügelte und Puccini komponierte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 226." /> Dorias Entlassung löste zwischen den Eheleuten Puccini viel Streit aus.<ref name="DieterSchickling" details="S. 226." /> Puccini schrieb an Sybil:
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Doria stammte aus Torre del Lago, wo der Name Manfredi dutzendmal vorkam.<ref name="DieterSchickling" details="S. 226." /> Sie war schon länger im Haushalt der Puccinis beschäftigt, anfangs wahrscheinlich nur als Helferin nach Puccinis Autounfall von 1903.<ref name="DieterSchickling" details="S. 226–227." /> Zu der Zeit des Skandals war sie allerdings kein kleines Mädchen mehr, wie es oft heißt, sondern schon eine junge Frau von 23 Jahren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 227." />
Für Elvira war Doria schuldig.<ref name="DieterSchickling" details="S. 226." /> Elvira hatte zwanzig Jahre vorher für Puccini ihren Ehemann verlassen, um mit Puccini eine Beziehung in Armut zu führen, die von der Gesellschaft als Konkubinat verurteilt wurde, und musste mitansehen, wie ihr Ehemann sich Freiheiten in Form von Seitensprüngen nahm, die ihr selber nicht zugestanden wurden.<ref name="DieterSchickling" details="S. 227." /> Beide liebten sich noch immer, auch wenn sie keinen Sinn für Musik hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 227." /> Sie war intelligent und sprachlich gewandt, blieb aber eine Kleinbürgerin, die keinen Draht zu Puccinis Großbürgertum und Aristokratie hatte und auch nicht zu Puccinis Gegenwelt in Gestalt von Bauern, Jägern und Fischern um seine Landvillen. Sie war eine bequeme, biedere und familienbezogene italienische Stadtfrau mit bescheidenem Anspruch und ohne besondere Ambitionen, was Puccini wiederum verachtete.<ref name="DieterSchickling" details="S. 227." /> Im Lauf der Zeit veränderte sich auch ihr Aussehen auf den bekannten Fotos von ihr zu dem einer Matrone, während Puccini immer eine attraktive Erscheinung blieb.<ref name="DieterSchickling" details="S. 227." /> Auf einem späten Bild ist sie wieder als Schönheit zu sehen, dies aber zu einer Zeit, als Puccini schon längst tot war, als ob ihr Äußeres sich durch seine Anwesenheit ungünstig entwickelt hätte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 227." /> Sie kämpfte gegen seine Untreue nicht mit gleichen Waffen, was vielleicht besser gewesen wäre, sondern mit den Mitteln der Eifersucht.<ref name="DieterSchickling" details="S. 227." /> Der Fall Doria Manfredi war, selbst wenn Elviras Vorwürfe gestimmt hätten, nicht der schlimmste, aber jener Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 227." />
Sie reagierte in einem Übermaß, indem sie Doria als Hure bezeichnete und auch Puccini derart beschimpfte, dass er in den ersten Oktobertagen nach Paris floh.<ref name="DieterSchickling" details="S. 227." /> In seinem ersten Brief aus Paris an Sybil schrieb Puccini, dass er sogar an Selbstmord gedacht habe.<ref name="DieterSchickling" details="S. 227–228." /> Zusätzlich äußerte Sohn Antonio zu jener Zeit seine Absicht, weder sein Studium in Mittweida fortsetzen noch sein Examen machen zu wollen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 228." />
In Paris erfuhr Puccini eine wohltuende Ablenkung, als Direktor Carré zweimal Tosca und jeweils einmal La Bohème und Madame Butterfly auf den Spielplan der Opéra-Comique setzte; alle Vorstellungen waren ausverkauft.<ref name="DieterSchickling" details="S. 228." /> Mit Verbitterung bemerkte Puccini, dass seine Beliebtheit und sein Ruhm in Mailand nicht so groß waren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 228." /> Elvira ließ, wohl als Versöhnungsgeste, über einen Freund anfragen, ob sie nach Paris kommen solle, doch Puccini lehnte tief gekränkt ab.<ref name="DieterSchickling" details="S. 228." /> Er kehrte auch nicht wie versprochen Ende der Woche nach Torre del Lago zurück, sondern reiste nach London zu Sybil, die in ihren Briefen schon vorher versucht hatte, Puccini wieder aufzurichten wie auch Ricordi, der in der Causa Doria Manfredi Partei für Puccini ergriff.<ref name="DieterSchickling" details="S. 228." />
Bei seiner Rückkehr nach Mailand zog Puccini nicht in die eigene Wohnung, sondern zweihundert Meter weiter ins Hotel Regina.<ref name="DieterSchickling" details="S. 228." /> Er schrieb an Doria und sprach ihr sein Mitgefühl und seine Sympathie aus.<ref name="DieterSchickling" details="S. 228." /> Puccini sprach lange mit Elvira, als sie nach Mailand kam, und sah ein, dass auch sie unter der Situation litt, zeigte sich aber nur zur Versöhnung bereit, wenn er weiterhin Herr der Situation bliebe.<ref name="DieterSchickling" details="S. 228." /> Er fühlte sich in einer starken Verhandlungsposition, weil er diesmal ein reines Gewissen hatte, und verkannte, was in den Jahren vorher in Elvira vorgegangen war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 228." />
In dieser Zeit konnte er nur unter der Einnahme von Veronal schlafen und überhaupt nicht arbeiten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 228." /> Er schien zu glauben, dass die Affäre schon ausgestanden gewesen sei, da er nach Torre del Lago zu Elvira zurückkehrte; und vor allem sei nicht Elvira schuld, sondern nur irgendwelche Gerüchte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 228." /> Die Ereignisse bis zum Ende des Jahres lassen sich nur schwer rekonstruieren, doch scheint Fosca eine fragwürdige Rolle gespielt zu haben.<ref name="DieterSchickling" details="S. 228." /> Dorfgerüchten zufolge wollte sie Doria loswerden, weil diese ihren Seitensprung mit Civinini mitbekommen habe, und dass sie Elvira gegen Doria aufstachelte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 228." /> Ein Indiz für diese Gerüchte war der Bruch zwischen Puccini und dem Ehepaar Leonardi, der sich erst nach Jahren wieder einrenkte und wohl auch der Grund dafür war, dass Fosca ihr Haus in Torre del Lago schnell wieder verkaufte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 228–229." /> In einem Brief an Dorias Mutter schrieb Puccini, „schlimme Menschen“ hätten Elvira den Kopf verdreht; für ihn sei Doria immer ein Teil der Familie gewesen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 229." /> Danach arbeitete sie wieder im Haushalt Puccini und Puccini wieder an der Fanciulla del West.<ref name="DieterSchickling" details="S. 229." />
Der Text des Liedes (SC 79), das Puccini im Rahmen einer Umfrage der Zeitschrift La Casa über seine Häuser an den Verleger Edoardo De Fonseca schickte, könnte sich auf Puccinis Angst beziehen, wegen der aktuellen Ereignisse sein Haus in Torre del Lago zu verlieren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 229." /> In seiner Widmung schlug Puccini De Fonseca auch vor, das Lied in den Papierkorb zu werfen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 229." />
Sofort nach Dorias Wiedereinstellung musste Elvira feststellen, dass Puccinis freundliche Stimmung sofort wieder vorbei war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 229." /> Prompt brach er noch am selben Abend einen Streit vom Zaun, woraufhin Doria wahrscheinlich schnell wieder das Haus verließ.<ref name="DieterSchickling" details="S. 229." /> Daraufhin traf sich Puccini einige Male heimlich mit Doria, vielleicht weil sie ihm Leid tat, vielleicht weil er nun langsam Zuneigung für sie entwickelte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 229." /> Mit seiner Arbeit kam er nun wieder langsam voran.<ref name="DieterSchickling" details="S. 229." /> Ende Dezember attackierte Elvira Doria das erste von mehreren Malen auf offener Straße.<ref name="DieterSchickling" details="S. 229." /> In Anwesenheit von Zeugen nannte sie Doria „eine Schlampe, ein Liebchen, sie sei eine Hure, weil sie die Geliebte ihres Mannes sei, jetzt gehe sie gerade, um ihn zu treffen, sie werde sie früher oder später im See ertränken“.<ref name="DieterSchickling" details="S. 229." />
In Briefen an Freunde, die nicht direkt mit der Affäre zu tun hatten, schlug Puccini dennoch einen unbekümmerten Ton an und hoffte vielleicht, das ganze Ausmaß verbergen zu können.<ref name="DieterSchickling" details="S. 229." /> Auch schrieb er am 12. Januar 1909 eine Notenseite für eine Autographensammlung zugunsten des schweren Erdbebens von Messina zwei Wochen zuvor.<ref name="DieterSchickling" details="S. 229." /> Die Menschen in Puccinis Umfeld kannten seinen wahren Seelenzustand.<ref name="DieterSchickling" details="S. 229." /> So schrieb er an Sybil: „Ich möchte nicht mehr leben, jedenfalls nicht mit ihr“.<ref name="DieterSchickling" details="S. 229." /> Wenn es nach ihm ging, sollte Elvira gehen, aber hier würde er allein gern bleiben, weil er „an die Bequemlichkeit meines Hauses gewöhnt“ war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 229–230." /> Seine Wehleidigkeit wurde immer grotesker, so wie auch Elviras Verhalten immer grotesker wurde, die sich nachts ergebnislos als Mann verkleidete, um Puccini und Doria bei einem heimlichen Treffen zu erwischen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 230." /> Die Spannung trieb Puccini zur Flucht nach Rom; er bat sogar Elvira, nachzukommen, und wollte nach wenigen Tagen wieder zurückkommen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 230." />
Einen Tag nach Puccinis Flucht nach Rom jedoch kaufte sich Doria in der Apotheke ein Desinfektionsmittel namens Sublimat und nahm drei Tabletten ein.<ref name="DieterSchickling" details="S. 230." /> Am 28. Januar erfuhr Puccini, dass Doria an ihrer Vergiftung gestorben war; nun wollte er mit Elvira nichts mehr zu tun haben.<ref name="DieterSchickling" details="S. 230." /> Gleichzeitig drohte Dorias Familie mit einer Klage, wogegen er Elvira in Schutz nahm, da sie nur teilweise für den Suizid verantwortlich gewesen sei; ein Prozess hätte ernste Folgen für Elvira.<ref name="DieterSchickling" details="S. 230." /> Ricordi bemerkte, dass Puccini zwar nie auf ihn höre, nun aber wirklich sein Leben ändern müsse.<ref name="DieterSchickling" details="S. 230." /> Puccini ließ Blumen zur Beerdigung schicken, ohne erkennen zu lassen, dass sie von ihm waren, ließ aber gleichzeitig mit Dorias Bruder Rodolfo verhandeln, auf juristische Schritte zu verzichten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 230." /> Er erwartete gespannt das Ergebnis der Untersuchung von Dorias Jungfräulichkeit durch den torrelaghesischen Dorfarzt, um die Doria kurz vor ihrem Tod gebeten haben soll und die ergab, das Doria tatsächlich noch Jungfrau gewesen sei.<ref name="DieterSchickling" details="S. 230." /> Biograf Dieter Schickling hält an dieser Stelle auch ein Gefälligkeitsgutachten des Dorfarztes für möglich, der fünf Jahre zuvor Puccinis Trauzeuge gewesen war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 230–231." /> Jedenfalls habe das Ergebnis sowohl die Familie Puccini als auch die Familie Manfredi zufriedengestellt, da es bestätigt habe, dass es keine sexuellen Beziehungen gegeben hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 231." /> Die öffentliche Stimmung richtete sich nun umso stärker gegen Elvira, die sofort Torre del Lago verließ und nach Mailand floh.<ref name="DieterSchickling" details="S. 231." /> Dorias Mutter Emilia erstattete beim Präfekten von Viareggio Anzeige gegen Elvira.<ref name="DieterSchickling" details="S. 231." /> Puccini schrieb an Elvira, dass das Beste eine Trennung sei: „Zwischen uns steht eine Leiche“.<ref name="DieterSchickling" details="S. 231." /> In Mailand verhandelte Puccinis Anwalt Carlo Nasi mit Elvira und empfahl ihr einen Kollegen, der ein Verehrer Puccinis war, damit die vermögens- und versorgungsrechtlichen Regelungen Puccini wohl nicht allzu schwer treffen sollten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 231." /> Die Hauptschwierigkeiten lagen in Elviras hohen finanziellen Forderungen, während sie gleichzeitig die Trennung beklagte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 231." /> Sohn Tonio ergriff nicht einfach Partei für Puccini, der nach Tonios Meinung eine „sehr delikate und heikle Position“ in der ganzen Affäre innehatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 231." />
Mitte Februar fuhr Puccini nach Capalbo; auch dorthin verfolgte ihn die Affäre um Doria.<ref name="DieterSchickling" details="S. 231." /> Dorias Bruder schickte ihm Briefe und Telegramme, die Puccini als bedrohlich empfand.<ref name="DieterSchickling" details="S. 231." /> Er spendete Geld für wohltätige Zwecke in Torre del Lago, wohl um die Stimmung im Ort für seine Rückkehr zu verbessern.<ref name="DieterSchickling" details="S. 231." /> Er bat eine seiner Schwestern, wahrscheinlich die verwitwete Nitteti, seinen Haushalt zu führen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 231." /> Als er Ende Februar nach Torre del Lago zurückkehrte, stellten sich seine Ruhe und Schaffenskraft nicht wie erhofft ein.<ref name="DieterSchickling" details="S. 231." /> Er hatte Alpträume wegen Dorias Schicksal und sah keine Aussicht auf ein weiteres Leben: „Ich bin völlig unfähig zu arbeiten, und vielleicht werde ich nie mehr arbeiten. Ich glaube, mein Leben ist zu Ende, vorbei – ich möchte nur sterben.“<ref name="DieterSchickling" details="S. 231." /> Nun war seine Haltung einer Trennung von Elvira gegenüber nicht mehr so strikt: „Ich stehe fest zu meinem Vorschlag einer Trennung – es wird keine dauernde Trennung sein, aber im Augenblick muss sie sich dieser Strafe unterwerfen“.<ref name="DieterSchickling" details="S. 231." /> So klang Puccini Mitte März wieder etwas optimistischer: „Wenn meine Gesundheit es erlaubt, werde ich bald mein vernachlässigtes Werk wieder aufnehmen.“<ref name="DieterSchickling" details="S. 231." /> Er bemühte sich, nicht zuviel Mitleid und Erbarmen zu entwickeln, als Elvira „niedergeschlagen, abgemagert und unglücklich war“.<ref name="DieterSchickling" details="S. 231." /> Bei einem Besuch in Mailand traf er nicht sie, sondern Tonio, und überlegte, ob er sich in London oder Paris niederlassen sollte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 232." />
Nach seiner Rückkehr nach Torre del Lago erhielt Puccini einen Brief von Elvira, in dem sie ihn scharfsinnig analysierte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 232." /> Sie beschrieb ihn als Egoist, der sie im drohenden Gerichtsverfahren nicht zu beschützen versuchte, während sie ihm im Rechtsstreit gegen Corinna beigestanden habe, obwohl er wirklich schuldig gewesen sei.<ref name="DieterSchickling" details="S. 232." /> Sie gestand ihre Verwirrung und dass sie nicht wusste, wie sie sich verhalten sollte, und fuhr fort: „Für allzu lange Zeit hast Du aus mir Dein Opfer gemacht, hast meine guten und liebevollen Empfindungen für Dich mit Füßen getreten, indem Du mich immer in meinem Gefühl als Mutter und leidenschaftliche Liebhaberin beleidigt hast, die ich immer war.“<ref name="DieterSchickling" details="S. 232." /> Mit seinem Egoismus habe er eine Familie zerstört und müsse spätestens, wenn er im Alter einsam sei, dafür zahlen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 232." /> Er solle endlich zu lügen aufhören.<ref name="DieterSchickling" details="S. 232." /> Puccini reagierte nicht mit Wut und Verzweiflung auf den Brief, sondern widmete sich wieder dem Komponieren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 232." /> Vielleicht brachte der Brief Puccinis Selbstgerechtigkeit ins Wanken und bedeutete vielleicht den Beginn einer Umkehr in den nächsten Wochen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 232." />
Am selben Tag fuhr Puccini nach Mailand und besuchte die italienische Erstaufführung von Richard Strauss' neuer Oper Elektra am 6. April 1909 in der Scala, deren Atonalität Puccini erschreckte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 232." /> Erfahrungen dieser Aufführung sind auch in die Fanciulla del West eingegangen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 232." />-
In Mailand verpasste Puccini Tonio, der inzwischen nach München, wahrscheinlich zu deutschen Freunden, die er aus Mittweida kannte, gereist war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 232." /> Puccini fragte in einem gekränkten Brief, wie Tonio nur, ohne ihn zu inforrmieren, seinen Arbeitsplatz beim Autohändler Minetti verlassen könne, bei dem er nach seinem Studienabbruch untergekommen war, nachdem Puccini ohne zu zögern 10.000 Lire für sein Studium bezahlt habe.<ref name="DieterSchickling" details="S. 232–233." /> Tonio habe über die häuslichen Verhältnisse nur Lügen gehört; Puccini sei zur Versöhnung mit Elira bereit, aber nur, wenn sie von ihrem „hartnäckigen Hochmut“ ablasse.<ref name="DieterSchickling" details="S. 233." /> Tonio solle zu seinem Arbeitgeber zurückkehren, der ihn gerne weiterbeschäftigen würde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 233." /> Puccini widersprach Tonio verzweifelten Plänen, nach Afrika auszuwandern; das dortige Klima sei nichts für Tonios physische Konstitution.<ref name="DieterSchickling" details="S. 233." />
Trotz aller Sorgen kam Puccini mit der Arbeit voran und beendete am 28. April die Kompositionsskizze für den ersten Akt der Fanciula del West und machte umfangreiche Reisepläne.<ref name="DieterSchickling" details="S. 233." /> Auf dem Weg nach London traf er sich in Mailand mit Elvira, die zu Puccinis Unmut immer noch nicht einsehen wolle, dass sie die Wurzel allen Übels sei.<ref name="DieterSchickling" details="S. 233." /> Er wolle zwar das gemeinsame Leben wiederaufnehmen, sich aber nicht unterwerfen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 233." /> Vor allem solle Elvira sich vor Gericht schuldig bekennen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 233." /> Puccini wollte den drohenden Prozess möglichst schnell hinter sich bringen und brauchte dafür Elviras Einverständnis, das er aber nicht bekam.<ref name="DieterSchickling" details="S. 233." /> Aus seinem Hotel heraus bat er sie nochmal zum Gespräch, bei dem sie zu seiner Empörung eine Entschuldigung forderte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 233." /> Nach dem Prozess wolle er sie zurücknehmen, er habe nichts zu befürchten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 233." />
Nachdem das öffentliche Aufsehen immer größer geworden war, schrieb Puccini Ende Juni an Ricordi, der Puccini eine „Sphinx“ nannte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 233." /> In einem seiner Briefe an Ricordi verglich Puccini Doria Manfredi mit Minnie, der Titelheldin seiner neuen Oper.<ref name="DieterSchickling" details="S. 233." />
Plötzlich schrieb Elvira an Puccini einen reuevollen, unterwürfigen Brief, woraufhin Puccini zweifelte, ob er nach dem Prozess wieder mit Elvira werde leben können.<ref name="DieterSchickling" details="S. 233–234." /> Am 6. Juli 1909 sprach die Strafkammer in Lucca die abwesende Elvira schuldig, Doria Manfredi öffentlich als Geliebte ihres Mannes sowie als „Sau, Hure, Dreck, Klatschweib und ähnliches“ bezeichnet und verfolgt und mit Tötung bedroht zu haben.<ref name="DieterSchickling" details="S. 234." /> Sie habe keine Beweise vorgelegt, so dass Eifersucht nicht als strafmildernd anerkannt werden könnte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 234." /> Sie wurde zu einer Gesamtstrafe von fünf Monaten und fünf Tagen Gefängnis sowie 700 Lire verurteilt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 234." /> Die Famile Manfredi bekam einen zivilrechtlich einzuklagenden Schadensersatz zugesprochen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 234." /> Elvira wurden die Prozesskosten auferlegt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 234." />
Puccini reiste direkt nach dem Urteil nach Bagni di Lucca auf einen langen Sommeraufenthalt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 234." /> Das Urteil selbst fand er hart.<ref name="DieterSchickling" details="S. 234." /> Elvira legte Berufung ein und warnte ihn, die Wahrheit würde ihm nur schaden, wenn sie jetzt erneut vor Gericht ging, da er der Öffentlichkeit nicht erklären könne, dass er nichts gegen ihre Inhaftierung unternommen habe.<ref name="DieterSchickling" details="S. 234." /> So bot er möglicherweise nicht nur aus Mitleid mit Elvira der Familie Manfredi erneut eine höhere Geldsumme an, um eine Rücknahme der Klage zu erreichen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 234." /> Elvira fuhr mit Tonio nach Bagni di Lucca, womit Elvira und Tonio nach einem halben Jahr der Trennung wieder vereint waren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 234." />
Puccini sah sich wieder in der Lage, an der Fanciulla del West weiterzuarbeiten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 234." /> Carignani kam nach Bagni di Lucca zum Anfertigen von Klavierauszügen, Zangarini zur Arbeit am Libretto.<ref name="DieterSchickling" details="S. 234." /> Puccini blieb länger in Bagni di Lucca als geplant.<ref name="DieterSchickling" details="S. 234." /> Am 22. August schrieb er an Sybil, dass das Urteil gegen Elvira annulliert worden und die Zivilklage zurückgezogen worden sei.<ref name="DieterSchickling" details="S. 234." /> Puccini soll der Familie Manfredi dafür 12.000 Lire gezahlt haben, die sich mit dem Geld ein Haus in der Nähe gebaut und Dorias eindrucksvollen Grabstein auf dem Friedhof von Torre del Lago bezahlt haben soll.<ref name="DieterSchickling" details="S. 234." /> Puccini habe Dorias Grab jedes Jahr besucht und Blumen hingelegt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 234–235." />
La fanciulla del West
Anfang September 1909 verließ Puccini Bagni di Lucca und schrieb am 30. September aus Torre del Lago an Sybil, er sei mit dem zweiten Akt der Fanciulla del West fast fertig.<ref name="DieterSchickling" details="S. 235." /> Im Oktober stand mit La Fanciulla del West der endgültige Titel der Oper fest.<ref name="DieterSchickling" details="S. 235." /> Mitte November waren die Kompositionsarbeiten beendet, es folgte die Ausführung der Partitur.<ref name="DieterSchickling" details="S. 235." /> Am 22. November begann Puccini mit der Instrumentierung der ersten Szene und kam schnell voran.<ref name="DieterSchickling" details="S. 235." />
In einem Brief an Sybil deutete er an, dass trotz des Endes der Doria-Affäre noch kein Frieden mit Elvira eingekehrt sei: „Ich habe Minnie – der Rest ist Leere“.<ref name="DieterSchickling" details="S. 235." />
Am 21. Januar 1910 war die Instrumentierung des ersten Aktes fertig.<ref name="DieterSchickling" details="S. 235." /> Obwohl er noch ohne Pause mit der Oper beschäftigt war, fühlte er sich depressiv und schrieb er an Sybil:<ref name="DieterSchickling" details="S. 235." />
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Anfang Februar reiste Puccini von Mailand nach Torre del Lago, wo er konzentriert an der Instrumentierung des zweite Aktes der Fanciulla del West arbeitete, während Carignani den Klavierauszug vorbereitete.<ref name="DieterSchickling" details="S. 235." /> Dort warf er Elvira vor, dass sie sich zu wenig um ihn kümmere; dabei kümmerte sie sich in Mailand gerade um die kranke Fosca und beklagte sich, dass Puccini sich nie nach ihrem Wohlbefinden erkundige.<ref name="DieterSchickling" details="S. 235." /> Puccini solle ihr etwas Geld schicken, damit Fosca nicht immer ihren Mann um Geld bitten müsse, was nach Sckicklings Meinung auf eine Entfremdung zwischen Fosca und ihrem Mann hindeutete; Puccini kam ihrer Bitte nach.<ref name="DieterSchickling" details="S. 235–236." /> Elvira fügte hinzu, dass er ihr fehle; sie fehle ihm wahrscheinlich nur wegen seiner Bequemlichkeit.<ref name="DieterSchickling" details="S. 236." /> Sie versprach, Ende März nach Torre del Lago zu kommen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 236." />
Gleichzeitig suchte Puccini für Tonio einen Ersatz für die bescheidene Tätigkeit beim Autohändler Minetti.<ref name="DieterSchickling" details="S. 236." /> Puccini hatte die Vertretung der Turiner Autofirma S. P. A. für die Lombardei im Blick und wandte sich erfolglos an Cesare Gamba, den Präsidenten der Firma, den er aus Torre del Lago kannte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 236." />
Während der Sorgen um Tonios beruflichen Zukunft beendete er die Instrumentation des zweiten Aktes der La fanciulla del West und beabsichtigte, die Oper Alexandra von Dänemark, der Ehefrau des britischen Königs Eduard VII. zu widmen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 236." /> Während der Instrumentierung des dritten Aktes musste Puccini sich um die erste Pariser Aufführung des Manon Lescaut und um die für November geplante Uraufführung der La fanciulla del West in New York kümmern.<ref name="DieterSchickling" details="S. 236." /> Im Schatten des Pariser Erfolgs des Manon Lescaut unter Toscanini vereinbarte Puccini mit Gatti-Casazza die Uraufführung der La fanciulla del West am 6. Dezember in New York.<ref name="DieterSchickling" details="S. 236–237." />
Am 20. Juni nahm Puccini an der Einweihung der neuen Druckerei Ricordis im Industriegebiet im Osten Mailands teil.<ref name="DieterSchickling" details="S. 237–238." /> Möglicherweise wurde in diesem Rahmen das erste Mal überhaupt beschlossen, mit Manon Lescaut eine Puccini-Oper im Druck zu veröffentlichen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 237–238." />
Am folgenden Wochenende reiste Puccini zur Vollendung der La fanciulla del West nach Torre del Lago, was am 28. Juli schließlich soweit war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 238." /> In Viareggio erledigte Puccini die restliche Instrumentierung und zeigt einigen engen Freunden die neue Oper.<ref name="DieterSchickling" details="S. 237." />
Mitte September unternahm er mit Elvira und Tonio in einem neu erworbenen Auto eine Autofahrt über den Simplonpass, wo der peruanische Luftfahrtpionier Jorge Chávez Dartnell gerade eine Alpenüberquerung versuchte, nach Lausanne.<ref name="DieterSchickling" details="S. 238." />
Ende Oktober 1910 reiste er nach New York, allerdings nicht mit Elvira, sondern mit Tonio, und erreichte New York am 16. November.<ref name="DieterSchickling" details="S. 239." /> In der Zwischenzeit litt Elvira zuhause an Einsamkeit.<ref name="DieterSchickling" details="S. 238." /> Mit den Proben zu La fanciulla del West war Puccini äußerst zufrieden.<ref name="DieterSchickling" details="S. 239–240." />
Die Premiere am 10. Dezember 1910 – die erste Premiere der Oper eines bedeutenden Komponisten auf amerikanischem Boden – wurde ein triumphaler Erfolg, während die Kritiker zwiespältig reagierten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 240." /> Während Puccini betonte, dass er keine „amerikanische“ Oper schreiben wollte, weil „Musik keine Nationalität [habe] – sie ist entweder Musik oder nichts“, fühlten sich die Kritiker an Claude Debussy erinnert.<ref name="DieterSchickling" details="S. 240–241." />
Am 28. Dezember verließ Puccini New York.<ref name="DieterSchickling" details="S. 241." /> Während des Aufenthalts soll Puccini die zwei Klavierstücke Piccolo Tango und Foglio d'album (SC 80 und 81) geschrieben haben, die jedoch einerseits spät veröffentlicht wurden (1942); andererseits fehlt jede autographische Quelle.<ref name="DieterSchickling" details="S. 241." />
Am 2. Januar 1911 traf er in London ein, wo ihm Alexandra von Dänemark in einem persönlichen Brief zum Erfolg der La fanciulla del West gratulierte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 241." /> Der italienische Radio- und Amateurfunkpionier Guglielmo Marconi lud Puccini zu einem Essen in seine Firma ein.<ref name="DieterSchickling" details="S. 241." />
Zur Ablenkung von der Suche nach einem neuen Opernstoff gönnte sich Puccini im Jahr 1911 den Kauf der Cio-Cio-San, einer luxuriösen Motorjacht für 40.000 Lire, die im Sommer geliefert werden sollte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 251." />
In London, wohin Puccini Anfang Mai 1911 zur dortigen Premiere von La fanciulla del West am 29. Mai 1911 unter Dirigent Cleofonte Campanini fuhr, lud ihn Lady de Grey, eine Bekannte Sybils am Hof, zu einem Essen mit dem gestürzten Ex-König Manuel II. von Portugal ein.<ref name="DieterSchickling" details="S. 251–252." /> Die italienische Premiere im Teatro Costanzi am 12. Juni 1911, für die Puccini Kürzungen vornahm, wurde ein großer Erfolg; auch die Kritiker reagierten trotz des moderneren Klangs und der Änderungen in Puccinis Stil freundlich.<ref name="DieterSchickling" details="S. 252." /> Durch die Tantiemen in Höhe von 130.000 im ersten Halbjahr 1911 erschien ihm die Suche nach einem neuen Opernprojekt nicht mehr so dringend.<ref name="DieterSchickling" details="S. 252." />
Josephine von Stengel
In Mailand traf ihn der Schock vom Tod seines Verlegers Giulio Ricordi am 6. Juni 1912.<ref name="DieterSchickling" details="S. 258." /> Über Puccinis Reaktion ist nichts weiter bekannt als ein Telegramm an Illica sowie Puccinis Sorge über die weitere Betreuung durch Ricordis Sohn Tito.<ref name="DieterSchickling" details="S. 258." /> Nach der Teilnahme an Ricordis Begräbnis reiste Puccini für mindestens eine Woche nach München.<ref name="DieterSchickling" details="S. 258." /> Der Grund für diese Reise war der Wunsch, Josephine von Stengel im Hotel Marienbad in der Barerstraße wiederzusehen, das er zwölf Jahre später als Ort des „ersten Rendezvous mit Josi“ bezeichnete.<ref name="DieterSchickling" details="S. 258." /> Sie kam am 19. März 1886 in Augsburg als Tochter einer wohlhabenden bayerischen Offiziersfamilie zur Welt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 258." /> Im Jahr 1906 heiratete sie den elf Jahre älteren Leutnant Arnold Freiherr von Stengel, dessen Vater Hofbeamter war und dann Offizier im königlichen Infanterieleibregiment wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 258." /> Als Puccini Josephine kennenlernte, hatte sie bereits zwei kleine Töchter (geb. 1907 und 1908).<ref name="DieterSchickling" details="S. 258." /> Für Puccini war es ein heftiges und glückliches Liebesverhältnis.<ref name="DieterSchickling" details="S. 258." />
Aus München nahm er Kontakt zu Soldani auf und vor allem zu d'Annunzio, von dem er „immer durstiger“ einen neuen Opernstoff erhoffte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 258." /> In Viareggio verbrachte Puccini fast den ganzen Juli, was wahrscheinlich mit Josephine zu tun hatte, die zum Urlaub nach Viareggio gekommen war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 258." /> Gegenüber Sybil beklagte er, dass ihm ie Arbeit fehlte und ihn das Familienleben belastete, vor allem Elvira.<ref name="DieterSchickling" details="S. 259." /> Daher reiste er am 1. August zu einem Kuraufenthalt nach Karlsbad, um sich mit Josephine zu treffen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 259." /> Er schrieb in zwei Briefen an Illica, dass er aus Oscar Wildes Florentine Tragedy einen Zweiakter mit einem selbst entwickelten ersten Akt machen wollte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 259." /> Von Karlsbad aus reiste er nach Bayreuth, wo er Wagner-Opern besuchte und er und Josephine unter Pseudonymen im Hotel Goldner Anker unterkamen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 259–260." /> Danach reiste er wieder nach Karlsbad, wohin Josephine ihm folgte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 260." /> Während ihn das Regenwetter störte, beschäftigte er sich mit seinem nächsten Opernprojekt, wobei die Florentine Tragedy sein Favorit war und er von d'Annunzio unbedingt ein Libretto haben wollte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 260." /> An Sybil Seligman und seine Nichte Albini Franceschini schrieb er, es sei nicht das Wasser von Karlsbad, das ihm gut tue, worüber er sich aber nur mündlich äußern wollte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 260." /> Am 31. August kehrte er nach Torre del Lago zurück, wo er als nächstes Opernprojekt Maria Louise de la Ramées Zoccoletti ins Auge fasste.<ref name="DieterSchickling" details="S. 260." /> Seinen Freund Schnabl bat er, ihm für November eine Einladung zu schicken, die wohl als Alibi für ein Treffen mit Josephine dienen sollte, aber nicht zu Stande kam, weil Puccini mit unbekanntem Zweck für acht bis zehn Tage nach Paris und London reiste.<ref name="DieterSchickling" details="S. 260." /> Riccardo Schnabl (1872–1955) war einer von Puccinis engsten Freunde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 213." />
Nach dem Aufenthalt in Karlsbad schrieb Elvira einen vorwurfsvollen Brief an Puccini, dass seit der Rückkehr aus Karlsbad das Klima zwischen beiden eisig sei, weil er sie wie einen Einrichtungsgegenstand behandle.<ref name="DieterSchickling" details="S. 260–261." /> Schon in Viareggio habe sie sich durch seinen vertrauten Umgang mit seiner Nichte Albina zurückgesetzt gefühlt und habe sie jetzt nicht einmal nach Paris mitgenommen, wohin sie gerne mitgekommen wäre.<ref name="DieterSchickling" details="S. 261." /> Anfang November 1912 traf sich Puccini mit d'Annunzio in seinem Wohnsitz am Archacon bei Bordeaux und reiste von dort aus für vier Tage nach München, um Josephine von Stengel zu treffen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 261." />
Vermutlich nach seiner Rückkehr von dieser Frankreich-Reise schrieb Puccini das Wiegenlied Sognor d'or (SC 82) auf einen Text seines Neffen Carlo Marsili für die römische Monatszeitschrift Noi e il mondo, dessen Melodie er später in La Rondine als Trinklied übernahm.<ref name="DieterSchickling" details="S. 262." />
Als Nächstes fasste Puccini Didier Golds La Houppelande ins Auge, aus dem später Il tabarro, der erste Teil des Zyklus Il trittico, wurde, und hatte als Librettisten Illica und den Journalisten Renato Simoni im Sinn.<ref name="DieterSchickling" details="S. 262." /> Gleichzeitig bat er Valentino Sodani um ein Libretto für Margherita de Corona, um diesen Stoff als möglichen zweiten Teil für Il trittico zu prüfen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 262." />
Als Puccini Anfang März 1913 mit Carlo Clausetti nach Berlin zu den Vorbereitungen für die erste deutschsprachige La Fanciulla del West fuhr, erreichte ihn gleich nach seiner Ankunft ein Brief von Elvira, die gerne mitgekommen wäre.<ref name="DieterSchickling" details="S. 263." /> Er fragte sie, was sie denn in Berlin wolle, wo er arbeiten müsse und sie dabei nur stören würde, und sie doch die Empfänge und Bankette hasse, zu denen er gehen müsse.<ref name="DieterSchickling" details="S. 263." /> Auch in Torre del Lago und Mailand brauche er etwas Freiraum, weil sie immer so pessimistisch sei.<ref name="DieterSchickling" details="S. 263." /> Mit den Proben zur Fanciulla war Puccini nicht zufrieden und zog gar eine Verschiebung der Aufführung in den Herbst in Betracht.<ref name="DieterSchickling" details="S. 264." /> Die erfolgreiche Aufführung am 28. März 1913 hob seine angeschlagene Stimmung erheblich.<ref name="DieterSchickling" details="S. 264." /> Möglicherweise fühlte er sich auch durch die Bekanntschaft mit der Budapester Malerin und Karikaturistin Margit Vészi besser, mit der er eine Vorstellung von Richard Strauss' Der Rosenkavalier besuchte und der er nach seiner Rückkehr einen kaum verhüllten Liebesbrief schrieb.<ref name="DieterSchickling" details="S. 264–265." />
Die Rückreise führte Puccini durch Stuttgart, wo sich gerade Josephine von Stengel aufhielt, deren Scheidung „aus Verschulden der Frau“ am 9. April 1913 ausgesprochen wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 265." /> Der Grund für die Scheidung war ihre Beziehung zu Puccini; und immer noch wird in ihrer Familie erzählt, Arnold von Stengel habe Puccini mehrfach zum Duell aufgefordert.<ref name="DieterSchickling" details="S. 265." /> Gleichzeitig bedeutete die Scheidung für Puccini eine Verantwortung für ihre Beziehung, vor der er zurückschreckte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 265." /> Er bevorzugte die Bequemlichkeit, zu der auch ein Leben mit Elvira gehörte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 265." />
Während einer kurzen Reise nach London Mitte April traf Puccini Didier Gold und war immer noch auf der Suche nach einem potentiellen neuen Opernstoff.<ref name="DieterSchickling" details="S. 265." /> Immerhin konnte Clausetti an Titus Ricordi berichten, dass Puccini entschlossen war, La Houppelande zu komponieren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 265." />
Anfang Mai kam Elvira nach Torre del Lago, die Puccini gleich wieder lästig wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 265." /> Sein Familienleben sei schrecklich, schrieb er an Freundin Vészi.<ref name="DieterSchickling" details="S. 265." /> Diese empfahl ihm Schirin und Gertraude, ein aktuelles Lustspiel über einen Mann zwischen zwei Frauen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 265." />
Ende Mai 1913 reiste Puccini mit Elvira nach Paris, um dort mit d'Annunzio über einen Einakter „im hohen Stil“ zu sprechen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 265–266." /> Seine Absicht, einen Opernabend mit drei Einaktern –die Houppelande, ein sentimentales zweites Stück und zum Schluss eine Komödie – griff auf den Zyklus Il trittico voraus.<ref name="DieterSchickling" details="S. 265–266." /> Puccini sah Gustave Charpentiers Julien und Igor Strawinskys Le Sacre du printemps, von dem er sich mehr beeindruckt zeigte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 266." />
Puccini zeigte sich zuversichtlich, mit d'Annunzio die mittlere der Trittico-Opern erarbeiten zu können. Stattdessen endete die Zusammenarbeit mit d'Annunzio, der sich in einen Kriegsfanatiker und Frühfaschisten verwandelte und selbst auch nur Spott für Puccini übrig hat, für immer.<ref name="DieterSchickling" details="S. 266–267." /> In den letzten Tagen seines Aufenthalts in Paris erwähnte Puccini zum ersten Mal den Jouralisten Giovacchino Forzano, der wenige Jahre später Puccinis Librettist für den restlichen Teil des Trittico-Zyklus wurde, der aber zunächst den Schriftsteller und Politiker Fernano Martini ins Spiel brachte, mit dem Puccini aber bald unzufrieden war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 267." /> Ohne fertiges Libretto komponierte Puccini in Viareggio, wo sich wahrscheinlich auch Josephine aufhielt, an der Houppelande.<ref name="DieterSchickling" details="S. 267." /> Da von Tristan Bernard nur Versprechungen kamen, suchte Puccini neben dem Trittico-Projekt nach weiteren Opernstoffen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 267." />
Am 6. Oktober 1913 traf Puccini mit Clausetti und wahrscheinlich auch Josephine in Wien zu Proben für die dortige Fanciulla-Aufführung ein.<ref name="DieterSchickling" details="S. 267." /> Für Maria Jeritza und Alfred Piccaver wuren die strapaziösen Fanciulla-Proben zum Startpunkt einer internationalen Puccini-Karriere.<ref name="DieterSchickling" details="S. 268." />
In Wien traf Puccini wieder den Kritiker Julius Korngold und lernte dessen 16-jährigen Sohn kennen, den späteren Komponisten Erich Wolfgang Korngold, der ihm auch vorspielte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 267–268." /> Puccini traf auch Franz Lehár, dessen Die idealla Gattin Puccini in diesen Tagen gesehen hatte, die ihm gefiel.<ref name="DieterSchickling" details="S. 268." /> Franz Lehár soll Puccini den Kontakt zu den Direktoren des Carl-Theaters Siegmund Eibenschütz und Emil Berté, vermittelt haben, die mit ihrem frisch gegründeten Musikverlag eine Puccini-Oper verlegen wollten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 268." /> Über seinen Vertrauten Angelo Eisner trat Puccini in Verhandlungen mit dem Verlag, für den er für 200.000 Kronen eine komische Oper schreiben sollte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 268." />
Anschließend ging Puccini zunächst in Torre del Lago und dann in Capalbio auf die Jagd.<ref name="DieterSchickling" details="S. 268." /> In Capalbio war wohl Josephine wieder bei ihm, ebenso wie auf der folgenden Autofahrt durch Mittelitalien.<ref name="DieterSchickling" details="S. 268." />
Das erste Libretto, das Puccini aus Wien von Alfred Maria Willner erhielt, der die Libretti für einige Lehár-Operetten schrieb, war für Puccini nur eine leichte Operette mit den üblichen Tanzeinlagen ohne Vertiefung der Charaktere.<ref name="DieterSchickling" details="S. 269." />
Zur gleichen Zeit ließ er Josephine in Stuttgart und in ihrem Ferienort Garmisch-Partenkirchen von Privatdetektiven überwachen, ob sie auch ein ordentliches Leben führe.<ref name="DieterSchickling" details="S. 270–271." />
La rondine
Bis zur Kompoition seiner nächsten Oper hatte Puccini Projekte wie die Märchenerzählung Die Haut des Bären von Tristan Bernard, Two Little Wooden Shoes von Ouida, das inhaltlich an Madama Butterfly erinnert<ref name="DieterSchickling" details="S. 269–270." />, den süditalienischen Autor Braco, Gerhart Hauptmanns Hanneles Himmelfahrt, Richard Blackmores Romane wie zum Beispiel Lorna Doone und eine komödiantische Oper im Sinn.<ref name="DieterSchickling" details="S. 252–271." />
Entgegen seiner Gewohnheit floh Puccini diesen Sommer nicht in die Berge, sondern unternahm vor der Ankunft der Yacht mit Elvira eine Autofahrt über die Alpen nach Südtirol, wo sie eine Woche blieben, bevor sie über Brescia nach Mailand zurückkehrten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 252." />
Inzwischen hatte Lucca trotz Puccinis langem Widerstand erreicht, als bereits dritte Stadt die neueste Puccini-Oper aufführen zu dürfen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 253." /> Puccini fand die Aufführung sehr gut.<ref name="DieterSchickling" details="S. 253." /> In der Zwischenzeit traf auch die bestellte Yacht ein.<ref name="DieterSchickling" details="S. 253." />
Als im September 1911 der Libyenkrieg ausbrach, der sich am Ende als schwieriger und verlustreicher erwies als zunächst angenommen, war Puccini anfangs noch stolz auf Italiens kriegerische Taten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 253–254." />
Zu Beginn des neuen Jahres 1912 verschlimmerte sich die Krankheit seiner Schwester Ramelde – offenbar Krebs – und Puccini riet ihr zur „Radiografie“.<ref name="DieterSchickling" details="S. 254." /> Die zweite Januarhälfte verbrachte Puccini mit Carignani im Hotel Regina in Viarregio, wo sie Ausflüge nach Torre del Lago unternehmen wollten – möglicherweise ein Vorwand für eine Liebesaffäre mit der deutschen Baronin Josephine von Stengel.<ref name="DieterSchickling" details="S. 255." />
Mit den Vorbereitungen zur ungarischen Fanciulla-Premiere am 29. Februar zeigte sich Puccini unzufrieden, unter anderem wegen der stimmlich überforderten Sopranistin Elza Szamosi, die vorher eine von Puccinis Geliebten gewesen sein soll.<ref name="DieterSchickling" details="S. 255." /> Nach einem Aufenthalt in London reiste der von den gesundheitlichen Problemen Ricordis und seiner Schwester Ramelde, die sich einer Leberoperation unterziehen musste, mitgenommene Puccini nach Mailand zurück, möglicherweie über Berlin, wo er möglicherweise Max Reinhardts Inszenierung von Carlo Gozzis Turandot gesehen hat, die Vorlage für seine letzte Oper.<ref name="DieterSchickling" details="S. 256." />
Am 12. März besuchten Puccini und Elvira in einer Klinik in Bologna Ramelde nach ihrer Operation, auf deren Genesung die Familie hoffte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 257." /> Jedoch verstarb Ramelde am 8. April im Alter von 52 Jahren an den Folgen ihrer Operation.<ref name="DieterSchickling" details="S. 257." /> In seiner Niedergeschlagenheit schrieb Puccini erst eine Woche später einen Kondolenzbrief an Rameldes Tochter Albina, in dem er für die nächsten Tage seinen Besuch in Pescia ankündigte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 257." />
Lange Zeit hielt sich der Eindruck von Ramelde als Puccinis Lieblingsschwester.<ref name="Puccini-Handbuch" details="S. 9–10"/> Dieser Eindruck beruhte auf der im Jahr 1973 auf der von A. Marchetti im Band Puccini com'era nur teilweise veröffentlichten Korrespondenz Puccinis.<ref name="Puccini-Handbuch" details="S. 9–10"/> Ein anderes Bild ergab sich mit der Publikation des ersten Bandes der Gessmtausgabe der Briefe im Jahr 2015.<ref name="Puccini-Handbuch" details="S. 9–10"/> Demnach ist zumindest ansatzweise bekannt, dass Giuseppe Razzi, der Mann von Elviras Schwester die wohl wichtigste Funktion in der Verwaltung von Puccinis Besitz innehatte.<ref name="Puccini-Handbuch" details="S. 9–10"/>
Am 6. April verstarb der Dichter und mit Puccini befreundete Giovanni Pascoli.<ref name="DieterSchickling" details="S. 257." />
Anfang Mai reiste die gesamte Familie nach Paris zur Aufführung der La Fanciulla del West in der feineren Opéra im Palais Garnier.<ref name="DieterSchickling" details="S. 257." /> Doch er fühlte sich nicht wohl in Paris, was möglicherweise an einer heimlichen Liebesbeziehung zu Josephine von Stengel lag.<ref name="DieterSchickling" details="S. 257." /> Möglicherweise während dieses Parisaufenthalts hat Puccini im Théâtre Marigny Didier Golds La Houppelande gesehen, das der erste Teil seines nächsten Projekts, des Opernzyklus Il trittico, werden sollte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 257." /> Wahrscheinlich sah er auch zum ersten Mal das Ballett Petruschka von Igor Strawinsky, den er auch persönlich kennenlernte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 258." /> Ende Mai traf Puccini in Paris auch d'Annunzio und besuchte Jules Massenet und reiste daraufhin nach Mailand.<ref name="DieterSchickling" details="S. 258." />
Anfang April traf bei ihm aus Wien der Anfang des neuen Stückes ein, aus dem später La rondine wurde<ref name="DieterSchickling" details="S. 271." />, in der es um die Liebeleien einer Gruppe von Männern und Frauen in Paris geht<ref name="DieterSchickling" details="S. 280–286." />. Zur Arbeit an der Vorlage trafen sich Willner und Puccini in Anwesenheit von Adami in Mailand.<ref name="DieterSchickling" details="S. 270–271." /> Das Angebot des Wiener Musikverlegers Herzmansky, Adamis Zoccoletti-Entwurf zu übernehmen, wäre für Puccini eine Möglichkeit gewesen, sich von Titus Ricordi zu lösen, was aber gleichzeitig für Puccini auch einen Loyalitätskonflikt gegenüber seinem alten Verlagshaus bedeutete.<ref name="DieterSchickling" details="S. 271." /> Um das Dilemma aufzulösen, bot Puccini Tito Ricordi an, zu gleichen Bedingungen in das Herzmansky-Gebot einzusteigen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 271." />
Anfang Mai erhielt Puccini von Adami den ersten Rondine-Akt und schrieb am 14. Mai, er werde demnächst auf dem Land intensiver an La Rondine arbeiten, zumal die Zoccoletti-Angelegenheit noch ungeklärt sei.<ref name="DieterSchickling" details="S. 271." /> Puccini begann, sich auf La Rondine zu konzentrieren, zweifelte aber, nachdem er Franz Lehárs Endlich Allein gesehen hatte, deren Libretto er stupide und die Handlung erbärmlich fand: Was nützt eine hübsche Musik bei einem schlechten Buch?<ref name="DieterSchickling" details="S. 271." /> Als Puccini Mitte Juli sein Feriendomizil in Viareggio bezog, war er entschlossen, erst einmal La Rondine zu beenden, auch wenn Pietro Mascagni jetzt seine Two little wooden shoes komponierte und er selbst Herzmanskys Zoccoletti mit Tito Ricordi zum halben Preis abschließen sollte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 271–272." />
Die Wirren um den Geschäftsabschluss mit Herzmansky wurden vom Beginn des Ersten Weltkriegs überschattet.<ref name="DieterSchickling" details="S. 272." /> Der Krieg zog in Italien Fronten durch alle Lager, vor allem das bürgerliche.<ref name="DieterSchickling" details="S. 272." /> Der Krieg fand in manchen Kreisen eine metaphysische Sympathie.<ref name="DieterSchickling" details="S. 272." /> Ähnlich wie in Deutschland, Frankreich und England wurde ihm in Italien eine reinigende Wirkung angedichtet.<ref name="DieterSchickling" details="S. 272." /> Auch nüchterne Italiener erhofften sich vom Krieg die Lösung der wirtschaftlichen Not im Süden, der Kirchenfrage bis hin zur „Befreiung“ Südtirols.<ref name="DieterSchickling" details="S. 272." /> Einerseits hasste er jeden Konflikt und dachte andererseits an seine Gemeinden in Deutschland und Österreich einschließlich Josephine und die wirtschaftlichen Aussichten der Rondine in Wien.<ref name="DieterSchickling" details="S. 272–273." /> Puccini spürte, dass der Krieg nicht mehr mit den Feldzügen in Abessinien und Lybien vegleichbar war, sondern eine neue, schlimme Epoche eingeläutet hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 273." /> Puccini war inmitten der Kompositionsarbeiten zur Rondine, die bedingt durch die Kriegssorgen langsamer und ohne Begeisterung verliefen als sonst.<ref name="DieterSchickling" details="S. 273." /> In einem Kondolenzbrief an Sybil zum Tod ihres Vaters schrieb er zusätzlich von privaten Sorgen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 273." /> Mitte September schließlich arbeitete er mit größerer Freude an der Rondine.<ref name="DieterSchickling" details="S. 273." /> Aber schon bald gefielen ihm das Libretto und der zweite Akt nicht mehr.<ref name="DieterSchickling" details="S. 273." /> Der britische Schriftsteller Hall Caine initiierte einen internationaken Künstlerprotest gegen den deutschen Einmarsch in Belgien und bat auch Puccini um seine Beteiligung.<ref name="DieterSchickling" details="S. 273." /> Dieser zögerte zunächst in Sorge um einen Boykott seiner Opern in Deutschland und verkündete dann, sich gegenüber jeder Seite neutral verhalten zu wollen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 274." /> Im Verlauf des Krieges wurde ihm dann von beiden Seiten vorgeworfen, er würde zu sehr beziehungsweise nicht genug Partei für Deutschland ergreifen und nicht entschieden genug gegen die deutsche Beschießung von Reims protestieren, so dass trotz aller Versuche, neutral zu bleiben, seine Opern von den Spielplänen abgesetzt wurden.<ref name="DieterSchickling" details="S. 274." />
Die Komposition der Rondine machte Fortschritte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 274." /> Carignani kam nach Torre del Lago zur Arbeit am Klavierauszug.<ref name="DieterSchickling" details="S. 274." /> Neben der Kompositionsarbeit ging Puccini auf die Jagd und fuhr mit seinem neuen Auto, einem Lancia, durch die Gegend.<ref name="DieterSchickling" details="S. 274." /> Nun erschien ihm der dritte Akt so schlecht und der Schluss unmöglich, dass er dazu neigte, die Rondine unvollendet zu lassen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 274." /> Der Krieg und die Opfer, die er forderte, sowie der Zustand seiner Oper sorgten bei Puccini zur Jahreswende 1914/1915 für eine Depression.<ref name="DieterSchickling" details="S. 274." />
Anfang 1915 wurde Puccini von französischen Zeitungen attackiert, weil er sich Hall Caines’ Protest nicht angeschlossen und nicht gegen die Beschießung von Reims protestiert hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 275." /> Puccini selbst sagte, er habe nicht protestiert, weil er nicht gefragt wurde und weil Neutralität einem Italiener zukomme und erst recht einem Komponisten, der sich freue, dass seine Werke überall aufgeführt werden.<ref name="DieterSchickling" details="S. 275." />
In der Zwischenzeit ersteigerte Tito Ricordi am 22. März die Zoccoletti-Rechte für Puccini für 5.300 Lire.<ref name="DieterSchickling" details="S. 275." /> Adami kam nach Torre de Lago zur Besprechung der Oper, die Puccini gleich nach der Rondine komponieren sollte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 275." />
In einem Gefecht im Elsass wurde Josephines geschiedener Mann so schwer verwundet, dass er am 1. März starb.<ref name="DieterSchickling" details="S. 275." /> Josephine ließ sich von dem Stuttgarter Anwalt Dr. Hugo Elsass mit dem Ergebnis beraten, ihre zwei Töchter bei den Schwiegereltern zu lassen, während sie danach frei sei, nach Italien überzusiedeln.<ref name="DieterSchickling" details="S. 275." /> Puccini erwarb ein Grundstück in Viareggio, wo er und Josephine allem Anschein nach bauen wollten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 275." /> Die Korrespondenz zwischen beiden aus dieser Zeit deutet darauf hin, dass sie zusammen leben wollten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 274." /> Anscheinend erwog Puccini auch, Elvira zu verlassen, blieb am Ende aber doch bei ihr.<ref name="DieterSchickling" details="S. 275–276." />
Anfang April war Puccini sich sicher, dass er bald mit der Rondine fertig sein würde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 276." /> Die Familie kam zu Ostern nach Torre del Lago zu Besuch.<ref name="DieterSchickling" details="S. 276." /> Puccini und Tonio besuchten Lieblimgsnichte Albina in Pescia und lernten ihren Verlobten Lelio Del Panta kennen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 276." /> Puccini wurde melancholisch ob seiner eigenen Einsamkeit.<ref name="DieterSchickling" details="S. 276." />
Puccini reagierte zurückhaltend auf den italienischen Kriegseintritt im Mai 1915, obwohl er von der allgemeinen Begeisterung über die ersten militärischen Erfolge angesteckt wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 276." /> Tonio meldete sich als Freiwilliger zu den Motorradfahrern und sollte dann als Sanitäter eingesetzt werden.<ref name="DieterSchickling" details="S. 276." /> Schließlich wurde er Leutnant im Mailänder Militärhospital.<ref name="DieterSchickling" details="S. 276." />
Puccini sorgte sich in dieser Zeit unter anderem um die Aufführungsmöglichkeiten der Rondine und um seine Petroleumaktien.<ref name="DieterSchickling" details="S. 276." /> Die Rondine war weitgehend fertig, so dass er wenig arbeitete.<ref name="DieterSchickling" details="S. 276." /> Gleichzeitig bemühten er und Tito Ricordi sich um die Auflösung des österreichischen Vertrages, um die Rondine einerseits schon früher aufführen zu können und andererseits Vorwürfen zu begegnen, Puccini würde mit dem Feind kollaborieren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 276." /> Auf seiner Reise zu Vertragsverhandlungen nach Zürich Ende August bekam Puccini einen Eilbrief von Elvira mit eifersüchtigen Verdächtigungen, gegen den er sogleich protestierte: <ref name="DieterSchickling" details="S. 277." /> Er würde in Zürich nur seinen Geschäften nachgehen und Josephine nicht sehen; Elvira solle ihn mit ihrer Eifersucht verschonen und nicht aus allem ein Drama machen; als Mann und erst recht als Künstler bräuchte er kleine Abwechslungen, aber seine Ehefrau sei nur sie; es beleidige ihn, dass sie seine Kunst nicht verstehe.<ref name="DieterSchickling" details="S. 277." />
Verleger Berté zeigte sich bereit, die Hälfte der Rondine-Rechte abzutreten, worüber er aber noch mit seinen Partnern reden müsse.<ref name="DieterSchickling" details="S. 277." /> Auf dem Rückweg nach Mailand traf sich Puccini möglicherweise mit Josephine.<ref name="DieterSchickling" details="S. 277." /> Seine Stimmung war nicht gut.<ref name="DieterSchickling" details="S. 277." /> Er wollte die Rondine zu Ende bringen, obwohl er der düsteren Stimmung wegen lieber Il tabarro komponiert hätte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 277." /> Sowohl für den Tabarro als auch für den Zoccoletti waren die Libretti soweit fortgeschritten, dass er beide Opern hätte komponieren können.<ref name="DieterSchickling" details="S. 277." /> Einige Anregungen für Zoccoletti übernahm Puccini später in Turandot.<ref name="DieterSchickling" details="S. 277." /> Durch die Weigerung des Verlegers, eine italienische Aufführung der Rondine vor der österreichischen zuzulassen, legte Puccini diese erstmal beiseite und begann n den letzten Oktobertagen 1915 mit der Komposition des Tabarro.<ref name="DieterSchickling" details="S. 278." />
Il trittico
Il tabarro
Il tabarro, der erste Teil des Zyklus Il trittico, war in Puccinis Laufbahn die erste Oper, die er anfing, ohne das die vorhergehende vollendet oder aufgeführt war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 286." /> Il tabarro handelt von einem Schiffer und seiner Frau, die sich nach dem Tod des gemeinsamen Sohnes einen Liebhaber nimmt, der vom Schiffer umgebracht wird.<ref name="DieterSchickling" details="S. 302–311." /> In der Zwischenzeit ist Josephine mit ihren beiden Töchtern nach Lugano in die kriegsneutrale Schweiz übergesiedelt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 286." /> Puccini wollte sie so schnell wie möglich besuchen und fädelte mit seinem Freund Schnabl ein Täuschungsmanöver gegenüber Elvira ein, schreckte dann aber vor deren Verdacht zurück und fuhr stattdessen in sein Jagdrevier bei Capalbio.<ref name="DieterSchickling" details="S. 286." /> Dort schrieb er weiter am Tabarro und hat die Kompositionsarbeit zwei Monate nach Beginn schon so gut wie beendet.<ref name="DieterSchickling" details="S. 286." /> In seinen Neujahrsgrüßen für 1916 an Sybil Seligman drückte Puccini die Hofnung aus, dass der Krieg bald vorbei sein möge.<ref name="DieterSchickling" details="S. 286." />
Zu dieser Zeit unterhielt Puccini auch eine Liebesbeziehung zu Giulia Manfredi. Sie war eine Cousine von Doria Manfredi und vier Jahre jünger.<ref name="DieterSchickling" details="S. 286." /> Ihre erste bekannte Nachricht an ihn war eine Postkarte von 1907 von den Niagara-Fällen.<ref>Aldo Valleroni: Puccini minimo, Ivrea, Priuli & Verlucca, 1983, S. 266</ref><ref name="DieterSchickling" details="S. 286." /> Dorfgerüchten zufolge soll sie damals schon Puccinis Geliebte gewesen sein.<ref name="DieterSchickling" details="S. 286." /> Inzwischen sind mehrere Indizien aufgetaucht, die dies vermuten lassen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 286." /> Sie gab nie den Vater ihres einzigen Sohnes Antonio preis<ref name="DieterSchickling" details="S. 286." />; vieles spricht für Puccini<ref name="Puccini-Handbuch" details="S. 15"/>. Giulia Manfredi hat nie geheiratet und starb im Jahr 1976.<ref name="Puccini-Handbuch" details="S. 15"/>
Mit dem Tabarro war Puccini inzwischen so unzufrieden, dass er mit dem Stückeschreiber Dario Nicodemi einen zweiten Librettisten vorschlug, der aber ablehnte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 286–287." /> Puccini stand auch vor der Frage, wie er einen einzelnen Einakter aufführen sollte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 287." /> Didier schickte Puccini einen Zweiakter, mit dem man den Tabarro zu einem Opernabend hätte aufstocken können, aber Puccini arbeitete bereits mit Giovacchino Forzano an dieser Lösung der Frage.<ref name="DieterSchickling" details="S. 287." /> Am 22. Aoril schrieb er schließlich an Adami, die Rondine sei ganz fertig, und jetzt instrumentiere er den Tabarro; Adami möge noch nach einem Opernstoff zur Aufstockung suchen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 287." /> Anfang Mai war ein großer Teil des Tabarro abgeschlossen; die Uraufführung wurde für das Ende des Jahres geplant.<ref name="DieterSchickling" details="S. 287." /> Währenddessen beklagte Puccini sich bei Sybil über den schrecklichen Krieg.<ref name="DieterSchickling" details="S. 287." />
Im ersten Halbjahr 1916 waren Puccinis Tantiemen kriegsbedingt eingeschränkt, lagen aber immer noch bei 50.000 Lire.<ref name="DieterSchickling" details="S. 287." /> Trotzdem hatte er wenig Hoffnung auf eine Rückkehr des Friedens.<ref name="DieterSchickling" details="S. 287." /> Inzwischen bot sich der Verlag Sonzogno an, die Rechte an Rondine zu übernehmen und sich um die verwickelte internationale Rechtslage zu kümmern, woraufhin sich Puccini erneut mit den Wiener Verlegern in Zürich traf.<ref name="DieterSchickling" details="S. 287." />
Anfang September begann Puccini in Torre del Lago, den Tabarro fertig zu instrumentieren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 287." /> Bei dieser Gelegenheit wies Adami Puccini erneut auf den Zoccoletti in der Unsicherheit hin, ob dieses Rührstück inzwischen das Richtige für Puccini sei.<ref name="DieterSchickling" details="S. 287." /> Puccini erklärte sich bereit, sich von Tito Ricordi den Zoccoletti-Vorschuss von 25.000 Lire auf den Tabarro-Vorschuss von 50.000 Lire anrechnen zu lassen, womit das Zoccoletti-Projekt erledigt war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 287." /> Puccini versprach Ricordi, dass der Tabarro für eine Premiere im Winter in Monte Carlo fertig sein würde und verlangte 45 Prozent der Tantiemen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 287." /> In Bezug auf die Rondine gab es inzwischen eine Einigung mit Sonzogno.<ref name="DieterSchickling" details="S. 288." /> Gegenüber Ricordi fühlte sich Puccini im Recht, weil er ihm die Rondine lange genug angeboten habe.<ref name="DieterSchickling" details="S. 288." /> Im Gegenzug senkte Puccini seine Tantiemenforderungen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 288." /> Mitte Oktober verhandelte Puccini in Zürich gemeinsam mit Giovacchino Forzano als juristischen Berater und möglicherweise nächsten Librettisten mit Verleger Renzo Sonzogno die Uraufführung der Rondine.<ref name="DieterSchickling" details="S. 288." />
In Torre del Lago zerwarf sich Puccini mit Carignani, der die Klavierauszüge aller Puccini-Opern seit den Villi hergestellt hatte, über eine Carignani zustehende und für Puccini überschaubare Forderung über 2.000 Lire, was aber schnell bereinigt war, da Puccini Carignani als Spezialist für seine schwer lesbaren Autographen brauchte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 288." /> In der Zwischenzeit verhandelte Puccini mit dem Verleger Raoul Gunsbourg, welche seiner aktuellen Opern in Monte Carlo gespielt werden sollten und schrieb in dieser Zeit ein kleines Gelegenheitswerk ohne Titel mit der Tempobezeichnung „Calmo e molto lento“ (SC 86), das er am 19. November an die „Associazione Stampa Subalpina Torino“ anlässlich einer Wohltätigkeitsaufführung der Bohème für Kriegsopfer in Turin schickte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 288." /> Am 25. November beendete Puccini die Partitur des Tabarro, dessen Uraufführung Puccini sich in Rom vorstellte, fixierte den Verlag mit Tito Ricordi und räumte diesem einen vorrangigen Zugriff auf seine künftige Kompositionen ein.<ref name="DieterSchickling" details="S. 288." /> In diesen Tagen starb gerade in Rom mit Paoli Tosti einer von Puccinis engsten Freunden, mit dem er drei Jahrzehnte lang eng verbunden war, was Puccini in seinen Briefen lediglich mit „armer Tosti“ kommentierte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 288–289." />
Suor Angelica
In diesen Tagen schlug Giovacchino Forzano mit Suor Angelica jene Oper vor, die später tatsächlich den Tabarro ergänzte, da Suor Angelica im Januar 1917 tatsächlich als Ergänzung feststand, sehr zum Erstaunen von Tito Ricordi, da Puccini seit dem zeitlich weit entferntem Le Villi mit Suor Angelica wieder eine Oper mit mystischem Inhalt über eine Klosterschwester schrieb, die wegen einer Missetat ins Kloster gegangen ist, sich lediglich wieder Kontakt zu ihrer Familie wünscht und schließlich an ihrer einstigen Missetat zerbricht.<ref name="DieterSchickling" details="S. 289." /><ref name="DieterSchickling" details="S. 302–311." /> Dass es mit dem Libretto diesmal so schnell ging und Puccini im Nachhinein keine Änderungswünsche mehr hatte, lag an den handwerklichen Fähigkeiten von Forzano.<ref name="DieterSchickling" details="S. 289–290." /> Forzano behauptete später, die Idee eines Opernzyklus habe von ihm gestammt, doch das stimmt nicht, da Puccini diese Idee schon hatte, als Forzano noch zur Schule ging.<ref name="DieterSchickling" details="S. 290." /> Im Februar 1917 kümmerte sich Giovacchino Forzano um Gianni Schicchi als dritten Teil des Zyklus, eine Kömödie, die von Dantes Göttlicher Komödie (Inferno, 30. Gesang) inspiriert war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 290." /> Möglicherweise stand Gianni Schicchi auch schon seit Frühjahr 1913 zur Debatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 290." />
Anfang März begann Puccini in Viareggio in enger Zusammenarbeit mit Forzano, der auch schon eine Skizze für Gianni Schicchi fertig hatte, an der Komposition der Suor Angelica.<ref name="DieterSchickling" details="S. 290." /> Während der Arbeit fuhr Puccini mit Elvira und Fosca nach Monte Carlo zu den Proben für Rondine.<ref name="DieterSchickling" details="S. 290." /> Zunächst reagierte er skeptisch auf die Sängerin der Titelrolle, die 25-jährige Gilda dalla Rizza, freundete sich dann aber schnell mit der Stimme und deren Besitzerin an, die ein Flirt seiner nächsten Jahre wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 290." /> Puccini zeigte sich mit den Proben zufrieden.<ref name="DieterSchickling" details="S. 290." /> Die Premiere der Rondine am 27. März wurde ein großer Erfolg.<ref name="DieterSchickling" details="S. 290." />
Für Léon Daudet, den Sohn des Tartarin-Autors, war die Rondine im Feindesland entstanden, so dass er Puccini Vaterlandsverrat vorwarf.<ref name="DieterSchickling" details="S. 291." /> Puccini, der sich sogar aus nationalistischer Sicht nichts vorzuwerfen hatte, antwortete in einem sachlichen, fast in allen Fakten wahrheitsgetreuen Brief.<ref name="DieterSchickling" details="S. 291." />
Anfang Mai fuhr Puccini mit der Arbeit an der Suor Angelica fort.<ref name="DieterSchickling" details="S. 291." /> Zwischendurch musste er mit der Komposition pausieren, als Anfang Juni die Rondine in Bologna gespielt werden sollte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 291." /> Auch hier wurde die Premiere am 5. Juni ein Erfolg.<ref name="DieterSchickling" details="S. 291." />
Während die Kompositionsarbeiten an der Suor Angelica gut vorangingen, war Puccini sich bei Gianni Schicchi nicht so sicher.<ref name="DieterSchickling" details="S. 291." /> Forzano hingegen betonte in Briefen an den Verlag, dass das Libretto bald fertig sei.<ref name="DieterSchickling" details="S. 291." /> Inspirationen für das mystische Finale der Suor Angelica, das Puccini etwas schwer fiel, hat dieser sich wahrscheinlich bei Besuchen seiner Schwester Iginia im Kloster Vicopelago geholt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 292." /> Die Schwestern des Klosters sollen ganz gerührt gewesen sein, als Puccini ihnen das fertige Stück vorspielte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 292." />
Nachdem die Kompositionsarbeit etwa am 20. Juli beendet war, begann Puccini am 25. Juli in Viareggio mit der Instrumentation.<ref name="DieterSchickling" details="S. 292." /> Mitte August unternahm er einen kleinen Autoausflug angeblich an die Kriegsfront, die in Wahrheit aber 200 Kilometer entfernt lag.<ref name="DieterSchickling" details="S. 292." /> Ende August starb Puccinis zweitälteste Schwester Tomaide.<ref name="DieterSchickling" details="S. 292." /> Am 14. September schloss Puccini die Suor Angelica ab und plante die Premiere von Il trittico und Suor Angelina im Winter in Rom, noch ohne Gianni Schicchi.<ref name="DieterSchickling" details="S. 292." />
Ende September reiste Puccini zu den Proben der Rondine, deren Premiere nicht in der Scala, sondern im Teatro Dal Verme stattfinden sollte, wo Puccini mit den Leistungen des Ensembles -unzufrieden war, vor allem mit Leopold Mugnone, mit dem er sich nun für immer zerstritt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 292." /> Die Kritik lobte bei der Premiere am 7. Oktober die Interpreten, konnte aber nichts mit dem Stück anfangen, weil es zu schwer für eine Operette, aber zu leicht für eine Oper war; vielleicht spielten auch patriotische Gefühle eine Rolle.<ref name="DieterSchickling" details="S. 292." /> Für Puccini lagen die Gründe in der schlechten Qualität der Aufführung.<ref name="DieterSchickling" details="S. 292." /> Laut Biograf Dieter Schickling hatte Puccini Recht, da die Rondine zu den Opern gehöre, bei denen viel von der Interpretation abhänge, ob sie fasziniere oder peinlich wirke.<ref name="DieterSchickling" details="S. 292." />
Gianni Schicchi
Während Puccinis Zeit in Mailand geriet er wegen seiner vielen Reisen in die Schweiz zu Josephine von Stengel ins Visier des italienischen militärischen Geheimdienstes.<ref name="DieterSchickling" details="S. 293." /> Nun verweigerte ihm auch der italienische Konsul in Lugano weitere Visa in die Schweiz.<ref name="DieterSchickling" details="S. 293." /> Gerüchte, Elvira habe Puccini wegen Agententätigkeit bei der Grenzpolizei angeschwärzt, sind nicht belegt, allerdings sah sie ihren Verdacht bestätigt, dass Puccini in der Schweiz Josephine besuchte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 293." /> Es gab Streit zwischen den Puccinis, und er beklagte sich, dass Elvira mit ihrer Eifersucht keine Rücksicht auf seine schlechte Stimmung nach dem Misserfolg der Rondine nahm.<ref name="DieterSchickling" details="S. 293." /> In dieser Stimmung komponierte er in Windeseile die Komödie Gianni Schicchi, ein bitterböses Stück über den unter einer dünnen konventionellen Schicht sich austobenden Hass innerhalb einer wohlhabenden Familie.<ref name="DieterSchickling" details="S. 293." /> Die Oper basiert auf einer Szene aus Dantes Göttlicher Komödie (Inferno, 30. Gesang) und handelt von einer Familie, die vorgeblich um ihren Verstorbenen trauert, in Wahrheit aber nur hinter seinem Erbe her ist.<ref name="DieterSchickling" details="S. 302–311." />
In diesen Tagen erlebte die italienische Armee ihr größte Niederlage, als sie nach dem Durchbruch der Isonzo-Front 150 Kilometer weit bis an den Fluss Piave zurückgeworfen wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 293." /> Diese Niederlage war selbst für Kriegsbegeisterte ein Schock, der sowohl diese als auch erst recht Zweifler wie Puccini am Sinn des Krieges zweifeln ließ.<ref name="DieterSchickling" details="S. 293." />
Wahrscheinlich in dieser Zeit schrieb Puccini das Lied Morire? (SC 89) nach einem Text von Adami, das Ricordi zusammen mit Stücken anderer bedeutender Komponisten zugunsten des Roten Kreuzes veröffentlichte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 293–294." /> Puccini hielt die Zeit für ungünstig für eine Opernpremiere, stornierte Mitte November die Planungen für die beiden Einakter und dachte an eine Premiere aller drei Einakter im folgenden Mai.<ref name="DieterSchickling" details="S. 294." />
In der Zwischenzeit betreute Puccini die Rondine-Premiere am 10. Januar 1918 in Rom.<ref name="DieterSchickling" details="S. 294." /> Puccini gefiel die Dramaturgie der Oper immer weniger, so dass in ihm der Plan einer Neufassung reifte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 294." /> Puccini beklagte sich gegenüber dem Schriftsteller Lucio D’Ambra, wie schwer ihm das Komponieren fiel.<ref name="DieterSchickling" details="S. 294." /> Eine Woche nach der Premiere setzte Puccini die Arbeit am Gianni Schicchi fort, was ihm schwer fiel, da er sich alt fühlte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 294." /> Während er wegen Benzinmangels den Wagen nicht benutzen durfte, hatte er ein „syde-car“, ein Motorrad mit Beiwagen, zur Verfügung.<ref name="DieterSchickling" details="S. 294." /> Sohn Antonio wurde in einem ruhigen Kriegsgebiet am Gardasee stationiert.<ref name="DieterSchickling" details="S. 294." /> Ab dem 3. Februar instrumentierte Puccini den Gianni Schicchi.<ref name="DieterSchickling" details="S. 294." /> Als Titel für alle drei Opern schlug Ricordi Trittico vor, während Puccini La Triade bevorzugte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 294." /> Puccini bezweifelte, ob er überhaupt im Stande war, den Gianni Schicchi zu vollenden.<ref name="DieterSchickling" details="S. 294." /> Traurig stimmte ihn auch der Tod Claude Debussys.<ref name="DieterSchickling" details="S. 294–295." />
Im April 1918 sagte Puccini angesichts einer erneuten Verschlechterung der militärischen Lage Italiens die Premiere der Einakter ab.<ref name="DieterSchickling" details="S. 295." /> Er verfluchte den Krieg und war für die Zukunft ohne jede Hoffnung.<ref name="DieterSchickling" details="S. 295." /> Am 20. April war die Partitur des Gianni Schicchi vollendet.<ref name="DieterSchickling" details="S. 295." /> Mit Clausetti beriet Puccini, wie die drei Einakter am besten aufgeführt werden sollten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 295." /> Bei den ersten drei Vorstellungen sollten sie noch gemeinsam gespielt werden, danach könnten die Auführungen alterieren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 295." />
In den letzten Tagen dieses Aufenthaltes in Viareggio lernte Puccini die venezianische Malerin Lina Rosso kennen, ohne das entgegen des Dorfklatsches mehr aus ihnen geworden wäre.<ref name="DieterSchickling" details="S. 295." /> Beide blieben bis an ein Lebensende freundschaftlich verbunden; sie porträtierte ihn mehrfach.<ref name="DieterSchickling" details="S. 295." />
Im Mai 1918 bot die New Yorker Metropolitan überraschend an, den Trittico im November aufzuführen, eim Angebot, das man laut Ricordi zu dieser Zeit nicht ausschlagen konnte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 295–296." />
Während eines langen Urlaubs zuhause verliebte sich Antonio in eine laut Puccini „schlechte Frau“ und versuchte, sich mit der Überdosis eines Schlafmittels das Leben zu nehmen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 296." />
Während Puccini mit den Korrekturen der Druckfahnen für die drei Einakter beschäftigt war, erwog er, des schlechten Verhältnisses zum Verlag Ricordi wegen trotz Ricordis Vorkaufsrecht den Verlag zu wechseln und bat Sybil, diskret nach einem Verlag zu suchen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 296." /> Er hatte eine Oper mit zwei Knaben in den Hauptrollen im Sinn, die von Sängerinnen in Hosenrollen dargestellt werden sollten; mehr ist über diese Idee nicht bekannt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 296." />
Gleichzeitig beklagte sich Puccini, dass der Trittico-Vertrag dem Verlag alle und ihm keine Rechte einräumte, wobei er vor allem Bedenken in Bezug auf Tito Ricordi hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 296." />
Andererseits versöhnte Puccini sich wieder mit seinem ersten Biografen Carlo Paladini, mit dem er sich wegen einer angeblichen abfälligen Äußerung über die Madame Butterfly zerstritten hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 296." />
In Viareggio machte Puccini den designierten Trittico-Dirigenten Moranzoni mit den drei Opern vertraut, was nur begrenzt möglich war, da weder die fertigen Partituren noch die endgültigen szenischen Entwürfe vorlagen, woran Puccini Tito Ricordi die Schuld gab.<ref name="DieterSchickling" details="S. 296–297." /> Im September war auch Adami wieder da, doch sein kurzer Landurlaub reichte nicht für eine Neufassung der Rondine.<ref name="DieterSchickling" details="S. 297." />
Mit der Schwester von Adamis Frau, Maria Labia, lernte Puccini die Sängerin kennen, die bei der römischen Premiere des Trittico die Giorgetta im Tabarro singen sollte, und nahm ihre Kritik ernst, dass Puccini für die Sopranstimmlage ungünstig komponiert habe.<ref name="DieterSchickling" details="S. 297." />
Puccini verzweifelte immer noch an dem Krieg, obwohl sich die Situation für die westlichen Alliierten und damit auch Italien gebessert hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 297." /> In dieser Zeit schlug Forzano ihm mit L'Orco ein neues Opernprojekt vor, das in der Französischen Revolution spielen solte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 297." /> Doch Puccini gefiel die Idee überhaupt nicht; sie sei eher etwas für Pietro Mascagni, der die Oper dann auch unter dem Titel Il piccolo Marat geschrieben hat.<ref name="DieterSchickling" details="S. 297." /> Anfang Oktober äußerten sich Gatti-Casazza und Ricordis nordamerikanischer Stellvertreter Maxwell begeistert von den drei Opern, was Puccini aber nicht von weiteren Änderungswünschen abhielt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 297." />
Im November 1918 siegte auch die italienische Armee im Ersten Weltkrieg, worüber sich Puccini erfreut zeigte, was durch die landesweite Grippeepidemie getrübt wurde, die allein in Torre del Lago 80 Todesopfer forderte, nachdem im Ort im gesamten Krieg 15 Gefallene zu verzeichnen waren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 297–298." /> Auch im italienischen Siegestaumel nach dem Krieg ließ Puccini sich nicht vereinnahmen, mit dem neuen Nationaldichter d'Annunzio zusammenzuarbeiten, dem Puccini zufolge immer noch das Wahre und das menschliche Gefühl fehlte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 298." />
Gatti-Casazza schrieb an Puccini Neuigkeiten aus den USA über die Trittico-Premiere, wonach diese ein Erfolg gewesen sei.<ref name="DieterSchickling" details="S. 297–298." /> In Wahrheit reagierten sowohl Publikum als auch Kritik distanziert.<ref name="DieterSchickling" details="S. 298." /> Der Tabarro und die Suor Angelica verschwanden recht bald vom Spielplan; lediglich der Tabarro wurde öfter gespielt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 298." /> Die New Yorker Kritiker fanden den Gianni Schicchi überwältigend komisch, den Tabarro eindrucksvoll und die Suor Angelica unerträglich und unglaubwürdig.<ref name="DieterSchickling" details="S. 298–299." />
Die positiven Reaktionen, von denen Puccini in Italien zunächst hörte, stimmten ihn für die Premiere in Rom optimistisch.<ref name="DieterSchickling" details="S. 298–299." /> Viele seiner Freunde waren anwesend; Elvira kam erst kurz vor der Premiere am 11. Januar 1919 hinzu.<ref name="DieterSchickling" details="S. 299." /> Bei der ersten Aufführung des neuesten Werkes des berühmtesten italienischen Komponuisten nach dem gewonnenen Krieg war auch die Königsfamilie anwesend.<ref name="DieterSchickling" details="S. 299." /> Auch hier gefiel der Gianni Schicchi Publikum und Kritikern am besten, wobei Suor Angelica in Italien besser gefiel als in den USA.<ref name="DieterSchickling" details="S. 299." /> Es stimmte Puccini traurig, dass Toscanini die Vorstellung bereits nach dem Tabarro verließ und seine Abneigung gegen das Werk später offen äußerte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 299." /> Am Tag nach der Premiere soll der König Puccini in die Villa Ada eingeladen haben.<ref name="DieterSchickling" details="S. 299." /> Beim Festbankett bekam Puccini einen Orden und vom römischen Bürgermeister den Auftrag, eine Musik zu Ehren der Hauptstadt, eine „Hymne an Rom“, zu schreiben.<ref name="DieterSchickling" details="S. 299–300." /> Nach acht Wochen in Rom kehrte Puccini wieder nach Torre del Lago zurück.<ref name="DieterSchickling" details="S. 300." />
Turandot
Nach seiner Rückkehr nach Torre el Lago im Februar 1919 erholte sich Puccini und bereitete die Partitur des Trittico für den Klavierauszug vor.<ref name="DieterSchickling" details="S. 312." /> In Viaregio gründete er in Erinnerung an den alten Bohème-Club einen Club Gianni Schicchi mit ihm als Präsident und Forzano als Vizepräsident.<ref name="DieterSchickling" details="S. 312." />
In diesen Tagen wurde Tito Ricordi wahrscheinlich wegen einiger wirtschaftlicher Misserfolge gezwungen, sich aus dem Verlag zurückzuziehen, und durch Carlo Clausetti und Renzo Valcarenghi ersetzt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 312." /> Ein wenig trauerte Puccini Tito Ricordi hinterher; für ihn ging nun eine Epoche zu Ende.<ref name="DieterSchickling" details="S. 312." />
Am 1. März 1919 starb Puccinis Schwager Massimo Del Carlo, der Bürgermeister von Lucca, der mit seiner ältester Schwester Ottilia verheiratet war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 312." />
Am 5. März 1919 starb Jugendfreund Carl Carignani, der Puccinis engster musikalischer Vertrauter war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 312." /> Puccini reagierte auf den Todesfall mit den Worten „Armer Carignani! Wieviel Schmerz und Leere mir das gemacht hat!“; an der Beerdigung konnte er wegen einer Influenza nicht teilnehmen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 312." />
All diese Umstände hielten Puccini von der Arbeit an dem „Inno a Roma“ („Hymne an Rom“, SC 90) ab.<ref name="DieterSchickling" details="S. 312." /> So reagierte er erst auf den zweiten Brief des Fürsten Colonna, des Bürgermeisters von Rom, und äußerte seine Abneigung gegen den pathetischen Text von Fausto Salvatori.<ref name="DieterSchickling" details="S. 312–313." /> Ebenso erschrak ihn, dass das Stück schon Ende April aufgeführt werden sollte, und zwar morgens im Freien von einem Kinderchor und abends im Opernhaus.<ref name="DieterSchickling" details="S. 313." /> Es besänftigte Puccini, als Salvatori eine weniger ekstatische Textfassung ablieferte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 313." /> Trotz aller Vorbehalte erfüllte Puccini seinen Auftrag.<ref name="DieterSchickling" details="S. 313." /> Auf Bitten des Bürgermeisters nahm Puccini an der Aufführung mit Massen von Sängern teil, die auch von der königlichen Familie besucht wurde, aber wegen eine Unwetters zum Fiasko wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 313." /> Die Hymne wurde später im faschistischen Italien populär.<ref name="DieterSchickling" details="S. 313." /> Die Uraufführung fand schließlich am 1. Juni 1919 im römischen Nationalstadion bei der Via Flaminia ohne Puccinis Anwesenheit statt und fand die Begeisterung des Publikums.<ref name="DieterSchickling" details="S. 313–314." />
Anfang April 1919 unternahm Puccini einen Ausflug im die Naremma, wo er dem Staat einen alten Turm, den Torre della Tagliata, sein neues Domizil am Meer bei Ansedonia, abzukaufen versuchte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 313." />
Nach den Einschränkungen des Krieges entschloss sich Puccini, nach London zu reisen, obwohl die vorübergehend geplante Trittico-Uraufführung doch nicht zustande kam, und dort Sybil zu besuchen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 314." /> Mit ihr besuchte er jeden Abend das Theater, darunter Gastspiele des russischen Balletts und Chu Chin Chow, einen auf der Geschichte von Ali Baba basierenden Bühnenerfolg aus der Kriegszeit, der ab 1916 2000 Vorstelllungen erlebte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 314." /> Mit Thomas Beecham verhandelte er die für das Folgejahr geplante Trittico-Aufführung.<ref name="DieterSchickling" details="S. 314." /> Er kaufte Kleidungsstücke und Mitbringsel für Elvira ein und leitete den Kauf seines ersten Nachkriegsautos, eies Fiat 501, für 21.000 Lire in die Wege.<ref name="DieterSchickling" details="S. 314." /> Bei seiner Rückkehr aus England geriet er in Pisa in eine Demonstration gegen die Lebensmittelpreise und hatte angresichts der sozialen Konflikte in Italien Angst, die „Bolschewiken“ könnten ihm sein Auto wegnehmen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 314." /> Die Kriegskosten bezifferten sich nach Kriegsende auf 148 Milliarden Lire, dem Doppelten der Staatsausgaben des halben Jahrhunderts zuvor; die Demobilisierung sorgte für eine Menge von nun arbeitslosen ehemaligen Soldaten, die sich nun bewaffneten Banden anschlossen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 314." /> Puccini sorgte sich als einer der Reichen, die mit ihrem Grundbesitz und ihren Auslandseinkünften von der Abwertung der Lira profitierten, vor dem Zorn der Massen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 314–315." />
Als die neue Torffabrik in Torre del Lago zu viel Unruhe machte, wie er sich bei Lina Rosso beklagte, baute Puccini auf dem Grundstück in Viareggio, das ihm seit vier Jahren gehört hatte, seine letzte Villa, wobei die Bauarbeiten wegen der Streiks nur langsam vorankamen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 315." />
Puccini fuhr zur Beerdigung von Ruggero Leoncavallo, der am 9. August verstorben war, und traf dort Pietro Mascagni.<ref name="DieterSchickling" details="S. 315." /> Ende Juli 1919 war mit Sly nach einem Libretto Forzanos, das vom Prolog aus Der Widerspenstigen Zähmung inspiriert war, ein neues Opernprojekt in Sicht.<ref name="DieterSchickling" details="S. 315." /> Puccini suchte mit Forzano nach anderen möglichen Opernstoffen; in Frage wäre ein Legendenstoff aus Lucca oder Umgebung gekommen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 315." /> In der zweiten Augusthälfte kam Adami wegen der Neufassung der Rondine nach Torre del Lago.<ref name="DieterSchickling" details="S. 315." /> Puccini zeigte sich mit dem neuen Libretto der Rondine sehr zufrieden und fing mit der musikalischen Neufassung an, obwohl er diese zwischenzeitlich für „aufgewärmte Suppe“ hielt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 315." /> Puccini war immer noch auf der Suche nach einer Idee für den nächsten Opernstoff, als er seinen Freund Renato Simoni zu einem Jagdaufenthalt in Torre del Lago einlud und der mit Turandot die Idee zur nächsten Puccini-Oper lieferte, die von einer Prinzessin aus einer Erzählung aus der orientalischen Sammlung Tausendundein Tag handelt, die jeden Freier köpfen lässt, der ihre Rätsel nicht lösen kann.<ref name="DieterSchickling" details="S. 315." /><ref name="DieterSchickling" details="S. 354–362." /> Doch noch bat Puccini, wohl in Zusammenhang mit dem Sly-Stoff, Thomas Beecham aus London um elisabethanische Musik.<ref name="DieterSchickling" details="S. 316." /> Gleichzeitig kämpfte er darum, endlich die Torre Tagliata kaufen und dort mit den Umbauarbeiten beginnen zu können.<ref name="DieterSchickling" details="S. 316." /> Mitte Oktober unterschrieb er den Kaufvertrag für 10.000 Lire und musste Einschränkungen des Denkmalschutzes und der Archäologie akzeptieren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 316." /> Gleichzeitig forderte er Simoni und Andami auf, etwas zu schaffen, „was die Welt weinen lassen möge“.<ref name="DieterSchickling" details="S. 316." /> Im gleichen Monat schloss er mit der Staatsoper in Wien einen Vertrag über die deutschsprachige Erstauffauführung des Trittico.<ref name="DieterSchickling" details="S. 316–317." />
Für die schwierigen Verkehrsverhältnisse bei seinem neu erworbenen Torre Tagliata kaufte Puccini einen Ambulanzwagen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 317." /> Bei seiner Steuererklärung gab Puccini 11.508 Lire, lediglich 3 % seiner tatsächlichen Tantiemen, an.<ref name="DieterSchickling" details="S. 317." /> Gleichzeitig störte ihn, dass er nicht unter die 60 Senatoren für die zweite Kammer des Parlaments ernannt wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 317." /> Für ihn war Forzano Schuld daran, der „Livorneser“ und der Wahlhelfer eines sozialistischen Abgeordneten gewesen sei.<ref name="DieterSchickling" details="S. 317." />
Anfang November reagierte Puccini stolz auf die neuen Nachkriegserfolge seiner Opern im ehemals feindlichen Ausland.<ref name="DieterSchickling" details="S. 318." /> Er erfuhr von den Erfolgen unter anderem aus München, dort möglicherweise von Josephine von Stengel, die im September von Lugano nach München zurückgekehrt war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 318." /> Bereits vier Monate später zog sie mit ihren beiden Töchtern nach Casalecchio di Reno bei Bologna, weil sie möglicherweise näher bei Puccini sein wollte, der das gemeinsam geplante Haus aber inzwischen für sich alleine und höchstens noch für Elvira baute.<ref name="DieterSchickling" details="S. 318." />
Anfang November 1919 musste Puccini sich mit Vorwürfen auseinandersetzen, er sei in Gestalt seiner Deutschlandfreundlichkeit defätistisch gewesen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 318." /> Er wehrte sich unter anderem mit den Argumenten, er sei nicht nutralistischer als der König gewesen und hätte sich öffentlch nicht geäußert.<ref name="DieterSchickling" details="S. 318." /> In einem Interview mit Paladini wollte er die Vorwürfe zurückweisen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 318." />
Während seiner Umbauarbeiten am neu erworbenen Turm starb am 16. Dezember Luigi Illica.<ref name="DieterSchickling" details="S. 318." /> Puccini schob die Umbauarbeiten vor, um nicht zur Beerdigung zu müssen, und schrieb in einem Brief an Adami eine seiner Totenklagen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 318." />
Anfang Januar 1920 erzielte Puccini einen Halbjahresüberschuss von 206.000 Lire, in dem noch 17.000 Mark fehlten, die in Deutschland gerade nicht einzutreiben waren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 319." />
Puccini pendelte zwischen Mailand, Turin und Torre della Tagliata und fühlte sich ohne Arbeit nutzlos.<ref name="DieterSchickling" details="S. 319." /> In den ersten Märztagen 1920 entschied sich, dass Turandot seine nächste Oper werden sollte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 319." /> Laut Fraccarolis Bericht schlug Simoni Puccini an einem seiner letzten Nachmittage vor seiner Abreise aus Mailand einen Stoff von Carlo Gozzi vor, und zwar Turandot, den er in einer Bearbeitung von Max Reinhardt gesehen hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 319." /> Puccini las das Stück während seiner Reise nach Rom und zeigte sich begeistert von der „Turandot aus modernem Geist“.<ref name="DieterSchickling" details="S. 319." /> Adami und Simoni begannen sofort mit dem Libretto und waren unsicher, ob es eine Commedia dell’arte im Stile Gozzis oder ein chinesisch-exotisches Märchen werden sollte; im Endeffekt wurde es eine Mischung aus beidem.<ref name="DieterSchickling" details="S. 319." />
Bevor Puccini nach London zum ersten europäischen Trittico außerhalb Italiens reiste, lieferte Adami einen Entwurf des ersten Turandot-Aktes, der Puccini gut gefiel.<ref name="DieterSchickling" details="S. 320." /> Anfang Juni traf Puccini ohne Elvira, aber mit Forzano in London ein, der sich um die Inszenierung kümmern sollte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 320." /> Während der Proben wurden Manon Lescaut, La Bohème, Tosca und Madame Butterfly im Covent Garden und La Bohème, Tosca und Madame Butterfly im Liceum Theatre gespielt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 320." /> Der Daily Express nannte Puccini „König der Melodien“, was ihn auf den Gedanken brachte, dass er einen Anspruch mehr auf einen Senatorenposten in Italien hätte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 320." /> Währenddessen korrespondierte er intim mit Giulia Manfredi in Torre del Lago.<ref name="DieterSchickling" details="S. 320." /> Während der Trittico-Proben zeigte sich Puccini unzufrieden mit den Leistungen des Ensembles.<ref name="DieterSchickling" details="S. 321." />
Dennoch wurde die Premiere am 18. Juni, während der Puccini vom Königspaar in der Loge empfangen wurde, ein Riesenerfolg.<ref name="DieterSchickling" details="S. 321." /> Jedoch wurde bereits nach der zweiten Vorstellung die Suor Angelica aus dem Programm genommen sowie der Tabarro und der Gianni Schicchi auseinandergerissen und mit Domenico Cimarosas von Ottorino Respighi neu instrumentierter Ballett-Oper Le astuzie femminili aufgeführt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 321." /> Vergeblich drohte Puccini damit, die Trittico-Opern für Aufführungen in England sperren zu lassen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 321." />
Das im Vergleich zu Italien angenehmere Leben in London brachte Puccini mehr oder weniger ernsthaft auf den Gedanken, sein Heimatland zu verlassen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 321." /> Die innenpolitische Situation war in der Tat beunruhigend, denn trotz der Machtübernahme durch den liberalen Politiker Giolitti kam es zu Streiks und Fabrikbesetzungen durch die Arbeiter in Mailand, Turin, Genua und Livorno.<ref name="DieterSchickling" details="S. 321." />
Mitte Juli erhielt Puccini von Adami den Entwurf für den zweiten und den dritten Turandot-Akt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 321." /> Ihm fielen einige Mängel auf, so dass er sich Anfang August für drei Tage mit Adami und Simoni zur Besprechung in Bagni di Lucca traf.<ref name="DieterSchickling" details="S. 321." /> Dabei besuchten sie auch Baron Fassini Camossi, einen Bekannten Puccinis, der als Offizier einige Zeit in China verbracht hatte und ein Glockenspiel besaß, dessen drei chinesische Melodien, darunter die Kaiserhymne, alle in Turandot verarbeitet wurden.<ref name="DieterSchickling" details="S. 321." /> Puccini zeigte sich mit dem Ergebnis der Gespräche sehr zufrieden und erwartete den in Verse ausgearbeiteten ersten Akt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 321–222." />
Puccini wollte mit seinem Freund Schnabl München besuchen, um sich nach dem Krieg musikalisch auf den neuesten Stand zu bringen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 322." /> Seine Jahreseinnahmen betrugen inzwischen 600.000 Lire, so dass er nicht auf die Reisespesen seines Verlags angewiesen war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 322." /> Die Reisepläne zerschlugen sich jedoch durch die Unruhen auf Grund der Industriearbeiterstreiks.<ref name="DieterSchickling" details="S. 322." />
Inzwischen wartete Puccini ungeduldig auf den seit einem Monat überfälligen ersten Turandot-Akt und weigerte sich, seinem Verlag eine konkrete Zusage zu geben, solange er nicht das komplette Libretto vprliegen hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 322." />
Anfang Oktober reisten die Puccinis nach Wien.<ref name="DieterSchickling" details="S. 322." /> Dort besuchte Puccini am 9. Oktober die deutschsprachige Premiere der Rondine, die ihm aber nicht gefiel.<ref name="DieterSchickling" details="S. 322–323." /> Viel besser gefiel ihm die Begegnung mit Erich Wolfgang Korngold, bei der Clausetti und Elvira anwesend waren und Korngold ihm vorspielte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 323." /> Die Hofoper spielte La Bohème, Tosca und Madama Butterfly und bereitete für den 20. Oktober die deutschsprachige Trittico-Erstaufführung vor.<ref name="DieterSchickling" details="S. 323." /> Einen Tag nach der Trittico-Premiere sah Puccini in der Hofoper Richard Strauss' Die Frau ohne Schatten und war sich nicht sicher, ob das die Musik der Zukunft sein sollte und ob Strauss das Stück ernst gemeint hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 323." /> Mit Franz Lehár traf sich Puccini zum Essen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 323." /> Möglicherweise hörte Puccini auch Kammermusik von Arnold Schönberg.<ref name="DieterSchickling" details="S. 324." />
In den letzten Wiener Tagen kam Adami und verhandelte mit den ursprünglichen Inhabern der Rondine-Rechte, da Puccini eine weitere Rondine-Fassung plante.<ref name="DieterSchickling" details="S. 324." /> Puccini war stolz, dass es von dreißig Theatern Anfragen nach der Rodine gäbe, so dass sich eine neue Fassung lohnen würde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 324." /> Trotz der Verehrung in Wien verfiel Puccini nach seiner Rückkehr in Depressionen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 324." />
In dieser Zeit starb nicht unerwartet Antonios Verlobte, die sich auch in Wien aufhielt, was Puccini nicht ungelegen kam, da ihm Antonios zahlreiche Liebschaften schon immer ein Dorn im Auge waren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 323." /> Ob es sich bei der verstorbenen Verlobten um dieselbe Frau handelte, wegen der Antonio einst versucht hatte, sich das Leben zu nehmen, ist unklar.<ref name="Puccini-Handbuch" details="S. 12–13"/> Gleichzeitig teilte Puccini Giuli Manfredi mit, er könne seine Rückkehr kaum erwarten, zumindest aber käme sie etwas zur Ruhe.<ref name="DieterSchickling" details="S. 323." />
Puccini interessierte sich für den Erfolg der Premiere von Forzanos Sly am 20. November im Mailänder Teatro Olimpia, sah dieses Stück also noch als mögliche Option für sein nächstes Opernprojekt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 325." /> Als Adami Puccini kurz vor Weihnachten den ersten Turandot-Akt vorlas, fand Puccini ihn viel zu lang, woraufhin Adami ihn kürzte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 325." /> Puccini zweifelte, ob aus Turandot noch ein Libretto für ihn werden könnte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 325." /> Gleichzeitig besprachen beide Änderungen im dritten Rondine-Akt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 325." />
Puccini fühlte sich Anfang des Jahres 1921 im lebhaften Mailand wohler als in der Torre della Tagliata und beschloss, diese zu verkaufen, und tat dies im Laufe des Jahres für 60.000 Lire.<ref name="DieterSchickling" details="S. 325." />
Puccini sagte zu, als der Londoner Verlag Curtis Brown bei ihm anfragte, ob er nicht seine Memoiren schreiben wollte; nach Puccinis Vorstellung sollte Paladini sie in der Ich-Form verfassen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 325." /> Doch das Projekt zerschlug sich, wahrscheinlich weil die Turandot-Komposition zu viel Zeit beanspruchte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 325." />
Anfang Februar beschrieb Schnabl die Trittico-Proben in Hamburg für die deutsche Erstaufführung als chaotisch.<ref name="DieterSchickling" details="S. 326." /> Rose Ader, die Sängerin der Angelica, sei „die Schwächste von allen“; später wurde sie die letzte von Puccinis Altersliebschaften.<ref name="DieterSchickling" details="S. 326." /> Sie und Puccini haben sich wahrscheinlich Anfang April 1921 in Rom kennen und lieben gelernt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 326." /> Puccini besuchte im Teatro Dal Verme heimlich eine Aufführung der Fanciulla del West, die ihn entsetzte; das Nachkriegspublikum, so Puccini, sei so dumm, dass es sowas noch gut finde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 326." /> Er zögerte, ob er nach Monte Carlo zu einer Puccini-Retrospektive mit La Bohème, Tosca, Madame Butterfly, La Fanciulla del West sowie der monegassischen Trittico-Premiere reisen sollte; es reizte ihn allein Sybils Anwesenheit in Monte Carlo.<ref name="DieterSchickling" details="S. 326." /> Sein musikalisches Hauptaugenmerk in dieser Zeit galt der Komposition der Turandot.<ref name="DieterSchickling" details="S. 326." />
Als Renato Fucini tödlich erkrankte, ging die Falschmeldung um die Welt, Puccini liege im Sterben.<ref name="DieterSchickling" details="S. 326." /> Offiziell reagierte Puccini amüsiert, aber eigentlich bedrückte ihn der Gedanke an den eigenen Tod ebenso wie die Trauer um den wenige Tage später tatsächlich verstorbenen Freund Renato Fucini.<ref name="DieterSchickling" details="S. 326." />
Erich Wolfgang Korngold bot an, die Neufassung der Rondine in Hamburg erstaufzuführen, doch konnte der Verlag das nötige Orchestermaterial nicht rechtzeitig liefern.<ref name="DieterSchickling" details="S. 326–327." /> Ebenso vergeblich bot Puccini Franz Schalk die Rondine für eine Neuinszenierung an der Wiener Staatsoper an.<ref name="DieterSchickling" details="S. 327." /> In einem hinhaltenden Liebesbrief an Giulia Manfredi erklärte Puccini seine baldige Abkehr von Torre del Lago als Hauptwohnsitz und fuhr Mitte März doch noch zu den Trittico-Proben für die Premiere am 24. März, mit deren Verlauf er sich unzufrieden zeigte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 327." />
Während einer Reise nach Rom begann Puccini ernsthaft mit der Niederschrift der Turandot.<ref name="DieterSchickling" details="S. 327." /> Er war psychisch und physisch niedergeschlagen, doch ging es ihm nach der Rückkehr nach Torre del Lago wieder besser; auch Turandot machte Fortschritte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 327." />
Puccinis Hoffnungen in die zweiten Parlamentswahlen nach Kriegsende vom 5. Mai 1921 wurden enttäuscht.<ref name="DieterSchickling" details="S. 327." /> Vergeblich versuchte der liberale Regierungsschef Giolitti, durch einen „nationalen Block“ mit den Faschisten die Sozialisten und die Katholiken zu schwächen und seine Koalitionspolitik zu retten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 327–328." /> Die Sozialisten konnten sich halten, die Katholiken gewannen Sitze hinzu und der nationale Block erreichte 100 Sitze, darunter 35 für die Faschisten, die dadurch immer hoffähiger wurden.<ref name="DieterSchickling" details="S. 328." /> Sowohl im Wahlkampf als auch danach schreckten sie in ihrem Privatkrieg gegen die Sozialisten nicht vor faschistischem Terror zurück und wurden dabei heimlich oder offen von Polizei und Militär unterstützt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 328." /> Laut Einschätzung von Biograf Dieter Schickling stimmt Adamis Aussage, Puccini sei „vom ersten Augenblick an ein überzeugter Anhänger des Faschismus gewesen“ so nicht, doch habe seine ganze Sympathie dem „starken Staat“ gehört.<ref name="DieterSchickling" details="S. 328." />
Nichtsdestotrotz ist Puccini mit der Turandot-Komposition und speziell mit Turandots Verwandlung in eine liebende Frau im dritten Akt beschäftigt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 328." /> Das Komponieren fiel ihm zu dieser Zeit sehr schwer, was seiner wirtschaftlichen Situation jedoch keinen Abbruch tat: So bekam Puccini von Ricordi für das erste Halbjahr 1921 etwa 300.000 Lire Tantiemen überwiesen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 328." />
Erneut spielte Puccini mit dem Gedanken einer Reise nach München.<ref name="DieterSchickling" details="S. 328." /> Der eigentliche Grund für die Reise könnte Josephine von Stengl gewesen sein, so dass Puccini Schnabl bat, wegen Elvira einern geschäftlichen Vorwand für die Reise zu fingieren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 328." /> Seit ihrem Umzug nach Casalecchio di Reno im Frühjahr 1920 hatte sie Kontakt mit Puccini, wo Puccini ihr eine Wohnung besorgte und sie finanziell unterstützte, wie der Bericht von Dante Del Fiorentino, des Dorfkaplans von Torre del Lago, beweist.<ref name="DieterSchickling" details="S. 328." /> Dann habe Puccini den Kontakt abgebrochen, als der Dorfkaplan ihn über Josephines Beziehung zu einem Hauptmann informierte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 328–329." /> Danach zog Josephine im Sommer 1921 nach Bologna.<ref name="DieterSchickling" details="S. 329." /> Als sie ihn um 10.000 Lire für die Eröffnung eines Hotels in Bologna bat, habe Puccini sich trotz des Abratens des Dorfkaplans entschieden, sie mit 5.000 Lire zu unterstützen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 329." /> Sie starb zwei Jahre nach Puccini im Jahre 1926 im Alter von 40 Jahren an einer Urämie und wurde in einem Grab auf dem Certosa-Friedhof in Bologna beigesetzt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 329." /> Möglicherweise brach der Kontakt zu Josephine Stengl im Jahr 1921 ab, weil Rose Ader an ihre Stelle trat.<ref name="DieterSchickling" details="S. 329." /> Josephines zwei Töchter haben ihren Wunsch befolgt, Puccinis Briefe an sie zu vernichten.<ref name="Puccini-Handbuch" details="S. 16"/> Rose und Puccini trafen sich so oft wie möglich und schrieben sich fast täglich.<ref name="DieterSchickling" details="S. 329." />
In der Zeit, in der Puccini am 1. August an Schnabl schrieb, er sei mit dem ersten Turandot-Akt fertig, erreichte ihn die Nachricht von Enrico Carusos Tod im Alter von 48 Jahren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 329." /> Puccini war erschüttert, schrieb aber nur ein paar kurze Zeilen zum Todesfall an Sybil.<ref name="DieterSchickling" details="S. 329." />
In den ersten Augusttagen spielte Puccini Adami den ersten Turandot-Akt vor und zeigte sich zufrieden mit dem von Adami mitgebrachten Libretto zum zweiten Akt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 330." />
Wenig später reiste er nach München und sah dort viele Opernaufführungen, deren Qualität ihn davon überzeugte, dass auch Turandot etwas bieten müsse.<ref name="DieterSchickling" details="S. 330." /> Für Aufsehen sorgte ein Interview Puccinis, das am 25. August 1921 im Berliner Tageblatt und am 2. September 1921 in der Wiener Neuen Freien Presse abgedruckt wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 330." /> In der Wiener Version äußerte Puccini sich abfällig über Hans Pfitzner, Franz Schreker und Richard Strauss und lobte Erich Wolfgang Korngold; dies alles fehlte in der Berliner Version des Interviews.<ref name="DieterSchickling" details="S. 330–331." /> Mit Schnabls Hilfe distanzierte Puccini sich von der Wiener Version.<ref name="DieterSchickling" details="S. 331." /> Während seines Münchener Aufenthalts starb am 15. August einer seiner ältesten Freunde, der Kaffeehausbesitzer Alfredo Caselli.<ref name="DieterSchickling" details="S. 331." /> Durch seinen Aufenthalt in München hatte er ein gute Erklärung, der Beerdigung fernzubleiben.<ref name="DieterSchickling" details="S. 331." />
Kurz nach seiner Rückkehr aus München plante Puccini nur noch zwei Akte für Turandot, was tiefgreifende Änderungen in der Dramaturgie und intensive Diskussionen mit den Librettisten erforderte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 331." /> An Sybil schrieb Puccini, er werde die Turandot aufgeben, falls die Librettisten den bereits komponierten ersten Akt nicht befriedigend fortsetzen könnten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 331." />
Zu dieser Zeit fuhr Puccini zu einer weiteren Trittico-Premiere in Bologna am 27. Oktober unter Tullio Serafin, die nur ein mittelmäßiger Erfolg wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 331–332." /> Puccini klagte, der Trittico sei ihm in der Aufführung so lange vorgekommen „wie ein Transatlantik-Kabel“.<ref name="DieterSchickling" details="S. 332." />
Gleichzeitig vertrieb Ricordi in London eine Bearbeitung von Puccini-Melodien für Tanzkapellen, was ihm als Herabwürdigung seiner Musik erschien, weswegen er mit dem Verlag lange Zeit über dieses Thema kämpfte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 332." />
Mitte Dezember fuhr Puccini mit einigen Freunden das letzte Mal, bevor der Turm einen neuen Eigentümer fand, nach Torre della Tagliata.<ref name="DieterSchickling" details="S. 332." /> Möglicherweise ist einer der beiden Librettisten dabei oder beide, denn wenig später schrieb Puccini an Schnabl, dass Turandot doch wieder drei Akte habe.<ref name="DieterSchickling" details="S. 332." /> Kurz vor Weihnachten bezog er in Viareggio seine neue Villa an der Kreuzung Via Michelangoelo Buonarroti/Via Marco Polo, deren Fertigstellung sich schon länger verzögert hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 332." />
Zu dieer Zeit erschien ihm die Vollendung der Turandot wie ein Klotz am Bein; er selber dachte an einen ganz anderen Stoff wie etwa der Graf Cagliostro, der ein „heroisch-komisches und auch phantastisches“ hergeben würde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 332." /> Als Puccini mit dem Pianisten Ernesto Consolo die Turandot durchspielte, war er einigermaßen zufrieden.<ref name="DieterSchickling" details="S. 333." />
Im Januar 1922 fuhr Puccini zu Trittico-Proben nach Mailand, wo er zufrieden auf den Erfolg des ersten französischsprachigen Gianni Schicchi in Brüssel reagierte, der dort zum ersten Mal alleine ohne die beiden anderen Trittico-Opern aufgeführt wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 333." /> Die Mailänder Proben gingen nur langsam voran.<ref name="DieterSchickling" details="S. 333." /> Die schließlich auf den 29. Januar verschobene Premiere wurde durch die kühle Reaktion des Mailänder Publikums ein mäßíger Erfolg.<ref name="DieterSchickling" details="S. 333." />
Zusätzlich kam es zwischen Puccini und Simoni zu einer Funkstille wegen des Turandot-Librettos; ferner verlangte Puccini von Ricordi 300.000 bis 400.000 Lire Schadenersatz in der Tanzmusik-Angelegenheit und erwog einmal mehr, den Verlag zu wechseln.<ref name="DieterSchickling" details="S. 333." /> Zumindest in Bezug auf die Vollendung der Turandot wird Puccini wenig später etwas optimistischer.<ref name="DieterSchickling" details="S. 333." />
Es folgte ein Aufenthalt in Rom einerseits wegen Puccinis Funktion in der Musikkommission, andererseits ist Rose Ader gekommen, um in einer Reihe von La Bohème-Aufführungen die Mimi zu singen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 333–334." /> Puccini verließ Rom sofort nach ihrem ersten Auftritt, der ein Misserfolg gewesen sein soll.<ref name="DieterSchickling" details="S. 334." />
In Viareggio fiel Puccini die Arbeit an Turandot schwer, er fühlte sich einsam und traurig und hätte gerne Rose Ader bei sich gehabt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 334." /> In dieser Zeit beschäftigten ihn seine sexuellen Sehnsüchte und sein Hass auf die Fesseln der Ehe.<ref name="DieterSchickling" details="S. 334." /> Den einzigen Trost in seine Depressionen sah er nicht in der Musik, sondern in Geldnoten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 334." /> In dieser Stimmung begann er mit der Intrumentierung des ersten Turandot-Aktes.<ref name="DieterSchickling" details="S. 334." /> Er korrespondierte mit Gatti-Casaza in New York bereits über eine mögliche Uraufführung.<ref name="DieterSchickling" details="S. 334." /> Doch schon Anfang April war Puccinis Inspiration wieder erschöpft und er wetterte gegen die zeitgenössische Musik.<ref name="DieterSchickling" details="S. 334." /> Hoffnung schöpfte Puccini schließlich, als auf seinen Hilferuf hin Adami mitteilte, dass der dritte Akt bald fertig sei.<ref name="DieterSchickling" details="S. 334–335." />
Gleichzeitig stritt Puccini mit dem Ricordi-Verlag über seine Tantiemenabrechnung für das letzte Halbjahr über 400.000 Lire und fühlte sich betrogen, obwohl er es sei, der dem Verlag seine Gewinne ermögliche.<ref name="DieterSchickling" details="S. 335." />
In der zweiten Junihälfte trafen Adami und Simoni mit dem fertigen Turandot-Libretto ein, dass zunächst zur Puccinis vollsten Zufriedenheit ausfiel.<ref name="DieterSchickling" details="S. 335." /> Anfang Juli schloss er endgültig die Instrumentierung des ersten Aktes ab.<ref name="DieterSchickling" details="S. 335." />
Am 10. Juli starb Carlo Paladini, einer seiner ältesten Freunde und wichtigfsten Propagandisten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 335." /> Puccini nahm im nahen Massa Pisana als prominentester Sargträger teil.<ref name="DieterSchickling" details="S. 335." />
Puccini einigte sich mit Ricordi in Bezug auf Turandot über einmalig 250.000 Lire für die ganze Oper, 40 Prozent der Tantiemen und Materialleihgebühren sowie allerlei günstige Nebenrechte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 335." /> Puccini verdoppelte die monatliche Unterstützung für Schwester Nitteti auf 300 Lire.<ref name="DieterSchickling" details="S. 335." />
Puccini plante mit Sohn Antonio eine Autofahrt quer durch Mitteleuropa.<ref name="DieterSchickling" details="S. 335." /> Mit gemischten Gefühlen sah er einer Biografie entgegen, die ihn Deutschland über ihn erscheinen sollte, doch stellte sich Adolf Weißmanns Büchlein als einfühlsame kritische Studie über den Menschen und den Komponisten Puccini heraus.<ref name="DieterSchickling" details="S. 335." />
Am 20. August begann Puccinis große Europareise.<ref name="DieterSchickling" details="S. 336." /> Zunächst ging es nach Cutigliano, wo sich Angelo Magrini mit Frau Erminia und Sohn sowie Angelos Bruder Nello Magrini mit Ehefrau anschlossen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 336." /> Zu siebt fuhren sie in zwei Autos nach Bozen, dann Innsbruck, Oberammergau, München und Ingolstadt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 336." /> In Ingolstadt blieb ihm beim Essen ein Gänseknochen im Hals stecken, der von einem Arzt extrahiert werden musste, was im Freundeskreis später zu einer tödlichen Krankheit umgedeutet wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 336." /> Von Ingolstadt aus ging es nach Nürnberg, Wiesbaden, am Rhein entlang in den Niederlanden nach Den Haag, wo es wieder auf Rückreise ging.<ref name="DieterSchickling" details="S. 336." /> Danach ging es nach Köln und nach einer Reise durch die Schweiz am 12. September wieder nach Viareggio.<ref name="DieterSchickling" details="S. 336." />
Ende September bot Luigi Motta, der einst der Übersetzer der Anima allegra gewesen war, Puccini ein Casanova-Libretto an.<ref name="DieterSchickling" details="S. 336." /> Obwohl Puccini die Idee nicht unsympathisch fand, gefiel ihm das Buch wenig.<ref name="DieterSchickling" details="S. 336." /> Außerdem habe er viel anderes zu tun, was nicht ganz stimmte, weil ihm wieder die Inspiration für Turandot fehlte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 336." />
Wenig später wollte er seine schwerkranke Schwester Iginia im Kloster besuchen, der er kurz zuvor ein weicheres Bett geschenkt hatte, doch starb sie am gleichen Tag am 2. Oktober 1922 im Alter von 66 Jahren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 336–337." /> Puccini betäubte seinen Schmerz, indem er den Schluss des Duetts aus dem zweiten Akt der Fanciulla überarbeitete.<ref name="DieterSchickling" details="S. 337." />
Nachdem einige Monate zuvor Eibenschütz gestorben war, starb mit Emil Berté nun der zweite Rondine-Verleger.<ref name="DieterSchickling" details="S. 336." /> Unterdessen ruhte immer noch die Arbeit an der Turandot.<ref name="DieterSchickling" details="S. 337." />
Ende Oktober reiste er nach Paris zur französischen Erstaufführung des wieder einzeln gespielten Gianni Schicchi.<ref name="DieterSchickling" details="S. 337." /> Am Vorabend dieser Reise, am 30. Oktober, dem Tag, als der Marsch auf Rom endete, erwähnte er in einem Brief an Adami den für die nächsten zwanzig Jahre mächtigsten0 Mann Italiens Benito Mussolini:<ref name="DieterSchickling" details="S. 337." />
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Wie Puccinis zeitgenössische Biografen Marotti und Adami herausstrichen, war Puccini Ehrenmitglied der faschistischen Partei auf deren Wunsch.<ref name="DieterSchickling" details="S. 337." /> In seiner Puccini-Biografie von 1926 zitierte Marotti Puccini in dem Sinne, dass dieser nicht an die Demokratie glaubte, weil er nicht an die Möglichkeit glaubte, die Massen zu erziehen, und daher Faschist sei.<ref name="DieterSchickling" details="S. 337–338." /> Dieter Schickling zufolge hasste Puccini jede Art von „Unordnung“, die es zu beseitigen galt, und war daher vom Faschismus eingenommen, wobei ihm aber die Erscheinungsweisen faschistischer Politik suspekt waren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 338." /> Vor dem Marsch auf Rom schrieb Puccini an Schnabl:<ref name="DieterSchickling" details="S. 338." />
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Schickling zufolge wollte Puccini nur seine Ruhe und hatte durch sein Schweigen unwissentlich eine Teilschuld am fachistischen Schicksal Italiens, ist aber früh genug gestorben, um dieses Schicksal nicht mehr mitzuerleben.<ref name="DieterSchickling" details="S. 338." />
Bei der Pariser Aufführung des Gianni Schicchi an der Opéra-Comique gefiel ihm nur Vanni Marcoux, der Sänger der Titelrolle; für Puccinis Geschmack hat es zuwenig Proben gegeben.<ref name="DieterSchickling" details="S. 338." /> Währenddessen kam er mit der Komposition der Turandot nicht weiter.<ref name="DieterSchickling" details="S. 338." />
Puccinis Zustand mündete in einer psychischen Erkrankung, die seine Reise nach Mailand zu den Proben für eine Manon Lescaut-Inszenierung verzögerte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 339." /> Puccini zeigte sich begeistert von Arturo Toscaninis musikalischen Interpretationsfähigkeiten und umarmte ihn bei der Premiere am 26. Dezember nach Ende des dritten Aktes.<ref name="DieterSchickling" details="S. 339." /> Die Kritik vermutete hinter der Wirkung der Aufführung eine Neufassung, doch versicherte Puccini, dass er an der Oper nichts geändert hatte, sondern die Wirkung einzig und allein von Toscanini herrührte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 339." /> In einem Interview sprach er von den Schwierigkeiten seiner Turandot-Komposition.<ref name="DieterSchickling" details="S. 339." />
Am 23. Januar 1923 verfasste Puccini sein Testament, setzte darin Antonio als Universalerben ein und gewährte Elvira den halben Nießnutz bis zu ihrem Lebensende.<ref name="DieterSchickling" details="S. 339." /> Nach den Wertangaben im Testament betrug der Wert seiner Häuser und Grundstücke mit etwa zwei Millionen Lire etwa 350 Arbeiter-Einkommen und nach heutiger Kaufkraft etwa fünf Millionen Euro.<ref name="DieterSchickling" details="S. 339." /> Nach Puccinis Tod hatte Antonio eine Beziehung mit einer Tänzerin, aus der im Jahe 1929 die Tochter Simonetta, Puccinis einzige amtlich beglaubigte Enkelin, hervorging.<ref name="Puccini-Handbuch" details="S. 12–13"/> Nach dem Tod seiner Eltern konnte Antonio mit seiner Ehefrau Rita Dell'Anna, mit der er keine Kinder hatte, gut von den Tantiemen von Puccinis Opern leben.<ref name="Puccini-Handbuch" details="S. 12–13"/> Nach Antonios frühem Tod im Jahr 1946 und dem Tod seiner Witwe im Jahr 1979 kam es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen um die Regelung von Puccinis Erbe.<ref name="Puccini-Handbuch" details="S. 12–13"/>
In diesen Tagen erhielt er auch seinen „Tripakka“, einen Lancia-Achtzylinder für 90.000 Lire.<ref name="DieterSchickling" details="S. 339." /> Puccini, der eine Angst vo dem Altern entwickelte, kündigte an, sich im März in Wien bei Eugen Steinach einer entsprechenden Operation unterziehen zu wollen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 339." /> In Bezug auf sein Alter dachte er wieder an das Projekt einer autorisierten Biografie; an die Stelle des im Vorjahr verstorbenen Paladini trat nun Arnaldo Fraccaloni, ein Journalist vom Corriere della Sera, der seine wenig zuverlässige Erinnerungsarbeit schon im Jahr nach Puccinis Tod ablieferte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 340." />
In Mailand erlebte Puccini eine Festvorstellung der Manon Lescaut zum dreißigjährigen Jubiläum ihrer Uraufführung und war wieder angetan von Toscaninis Dirigat.<ref name="DieterSchickling" details="S. 340." />
Am 9. März 1923 starb seine schwer kranke und fast blinde Schwester Ottilia, die Witwe des langjährigen Bürgermeisters Del Carlo.<ref name="DieterSchickling" details="S. 341." />
Puccinis depressive Stimmungen dieser Zeit kamen einerseits vom Alter, andererseits vom schleppenden Verlauf der Turandot-Komposition.<ref name="DieterSchickling" details="S. 341." /> Ende März 1923 unternahm er einen erneuten Versuch, an der Turandot weiterzuarbeiten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 341." />
Anfang Mai fuhr Puccini im neuen Lancia mit Antonio und Freund Angelo Magrini nach Wien zur Manon-Inszenierung an der Staatsoper.<ref name="DieterSchickling" details="S. 341." /> Dort besuchte er Opernvorstellungen sowie Empfänge zu seinen Ehren, machte Autoausflüge in der Umgebung, verfolgt zwar die Idee der Verjüngungskur nicht weiter, beschäftigt sich dafür aber einer Behandlung seines Diabetes mit dem neu entwickelten Insulin.<ref name="DieterSchickling" details="S. 342." /> Die Manon Lescaut wurde wegen zu knapper Probenzeit in den Herbst verschoben.<ref name="DieterSchickling" details="S. 341." /> Aus Hamburg schrieb ihm Rose Ader, dass sie den jungen sizilianischen Baron Francesco Paolo Trigona di Calvaruso geheiratet hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 342." />
Nach seiner Rückkehr aus Wien ging es etwas zäh mit der Turandot-Komposition weiter.<ref name="DieterSchickling" details="S. 343." /> Außerdem sorgte er sich, wer die Titelrolle singen sollte, der er wagnerische Heldinnen-Qualitäten abverlangte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 343." />
Als er im Oktober mit Elvira zur verschobenen Manon Lescaut in Wien eintraf, wurde die Premiere am 15. Oktober ein „großer Triumph“.<ref name="DieterSchickling" details="S. 343." /> Gegen Ende des Monats ging er mit Elvira zu einer Diabetes-Kur in das Cottage-Sanatorium im Gemeindebezirk Währing.<ref name="DieterSchickling" details="S. 343." /> Weil Elvira einen Hexenschuss erlitt, musste die Abreise um zwei Tage verschoben werden, was Puccini für einen Parsifal-Besuch nutzte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 344." /> Nach fast einem Monat verließen Puccini und Elvira Wien.<ref name="DieterSchickling" details="S. 344." /> Es sollte die letzte Auslandsreise vor der tödlichen Kehlkopfoperation ein Jahr später werden.<ref name="DieterSchickling" details="S. 344." />
Puccini war inzwischen seines Lancia überdrüssig und wollte ihn beim Kauf eines Hispano-Suiza-Kabriolets in Zahlumg geben, aus dem aber anscheinend nichts wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 344." />
Als Puccini mit Elvira und Marotti für eine Woche zu seiner üblichen Tätigkeit in der Kommission nach Rom fuhr, hatte er seine erste und einzige Audienz bei Benito Mussolini.<ref name="DieterSchickling" details="S. 344." /> Laut dem Bericht in Marottis Puccini-Biografie schlug Puccini Mussolini die Errichtung einer Nationaloper in Rom vor, doch Mussolini lehnte ab, weil kein Geld da war; entweder es werde ein Projekt, dass Rom würdig sei oder gar nichts.<ref name="DieterSchickling" details="S. 344." />
Mehr Zeit verbrachte Puccini mit Vater und Sohn Korngold, die sich gerade in Rom aufhielten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 344." /> Mit ihnen sprach er über seine Probleme, mit der Turandot weiterzukommen, und über seine Sorgen, als musikalisches Relikt einer vergangenen Zeit zu gelten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 344–345." />
Am 10. Dezember begann er mit der Instrumentierung des zweiten Turandot-Aktes, der ziemlich schnell vonstattenging.<ref name="DieterSchickling" details="S. 344." /> Die Librettisten bat er dringend um die noch fehlenden Textstellen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 345." />
Bei Sybil fragte Puccini an, ob er nicht einen englischen Orden erhalten könne, nachdem zwei englische Könige die La Bohème geliebt hätten, und bat sie später voller Scham, seinen Brief mit dieser Bitte zu vernichten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 345." />
Anfang 1924 drängte er die Librettisten erneut, bat um die fehlenden Textstellen für die Turandot und schaltete in dieser Angelegenheit auch den Verlag ein, den er zusätzlich mit seinen exotischen Instrumentierungswünschen erschreckte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 345." /> Am 22. Februar war die Instrumentierung des zweiten Akts fertig.<ref name="DieterSchickling" details="S. 345." /> Die Uraufführung konnte er sich nur in der Scala vorstellen und anschließend eine amerikanische Premiere in der Metropolitan Opera nur in seiner Anwesenheit.<ref name="DieterSchickling" details="S. 345." /> Trotz aller Unsicherheiten war er zufrieden mit der Arbeit.<ref name="DieterSchickling" details="S. 345." /> Anfang März begann Puccini mit der Instrumentation des dritten Akts und langweilte sich, bis Adami nach Viareggio kam, um am Text zu arbeiten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 346." /> Puccini litt unter Halsschmerzen und einem hartnäckigen Husten, die die ersten Anzeichen seiner am Ende tödlichen Erkrankung waren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 346." /> Am 25. März sandte Puccini den zweiten Akt und die Hälfte des dritten Akts an den Verlag, damit am Klavierauszug und dem Aufführungsmaterial weitergearbeitet werden konnte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 346." />
Am 1. April brach Puccini mit Marotti zu einer Reise nach Florenz auf und besuchte eine Aufführung von Arnold Schönbergs Pierrot Lunaire durch das Schönberg-Ensemble.<ref name="DieterSchickling" details="S. 346." /> Puccini lernte Schönberg persönlich kennen, der Puccini eine Partitur überließ, die dieser während des Konzerts mitverfolgen konnte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 346." /> Schönberg nannte zwei Monate nach Puccinis Tod in einem Brief an Casella Puccini einen „großen Mann“ und schrieb, er sei „stolz darauf, sein Interesse gefunden zu haben“.<ref name="DieterSchickling" details="S. 346." /> Im Jahr 1930 schrieb Schönberg in seinem Aufsatz „Mein Publikum“:<ref name="DieterSchickling" details="S. 346." />
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| {{#if:trim|Ich hatte [...] die Ehre, dass Puccini, kein Sachverstänfiger, sondern ein Sachkönner, der, bereits krank, eine sechsstündige Reise machte, um mein Werk kennnen zu lernen, und mir nachher sehr Freundliches sagte: das war schön, auch wenn ihm meine Musik doch fremd geblieben sein sollte.}}
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Maroti hat diesbezüglich zwei mündliche Äußerungen Puccinis festgehalten, unter anderem folgende, die er im Jahr nach Puccinis Tod niederschrieb:<ref name="DieterSchickling" details="S. 346–347." />
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Puccini tat sich erneut schwer, mit der Turandot weiterzukommen, und seiner Langeweile in Viareggio kam es entgegen, über Ostern und zur Uraufführung von Arrigo Boitos Nerone nach Mailand fahren zu können.<ref name="DieterSchickling" details="S. 347." /> Wie er an Sybil schrieb, wollte er sich einer Verjüngungskur mit Affenhoden durch den Arzt Serge Voronoff unterziehen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 347." />
In Nailand sprach Puccini mit seinen Librettisten über die Überarbeitung des Turandot-Librettos.<ref name="DieterSchickling" details="S. 347." /> Gleichzeitig kam es zu einer Verstimmung mit Toscanini, dem das Boitos nachgelassene, unter Toscaninis Mithilfe ergänzte Nerone-Oper am Herzen lag, aber von Puccinis abfälligen Bemerkungen über Boitos Oper gehört hatte und diesem den Zugang zur Nerone untersagen wollte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 347." /> Es dauerte ein Vierteljahr bis zur Versöhnung zwischen beiden Männern,<ref name="DieterSchickling" details="S. 347." /> zu der es unter anderem deswegen kam, weil Puccini Toscanini für unersetzlich für die Uraufführung der Turandot hielt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 347." />
In Viareggio erreichte Puccini ein durch Maria Bianca Ginoris vermittelter Brief, der offenbar von der Königsfamilie stammte und in dem er gebeten wurde, die Turandot der Prinzessin Mafalda zu widmen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 347." /> Laut Marotti traf Puccini Prinzessin Mafalda im September bei der Marchesa Ginori und stimmte der Widmung zu, zu der es wegen seines Todes aber nicht mehr kam.<ref name="DieterSchickling" details="S. 347." />
Mit der Arbeit an der Turandot hatte Puccini zu der Zeit wenig im Sinn und war umso begeisterter von seinem neuen Lancia-Lamda-Kabriolett, ebenso wie von seiner Chance auf einen Senatorenposten, die durch seine geäußerten Sympathien für den Faschismus gestiegen waren.<ref name="DieterSchickling" details="S. 347." />
Im Kurort Salsomaggiore, wo auch die dortige Kur seine Schmerzen in der Kehle nicht lindern konnte, Puccini aber auch weiterhin seine Abdulla-Zigarren rauchte, die ihm Sybil schickte, arbeitete Puccini weiter am Text der Turandot.<ref name="DieterSchickling" details="S. 348." />
Der Verlags-Kontoauszug, den er Mitte Juli erhielt, war der letzte seines Lebens und mit 454.000 Lire Überschuss aus dem ersten Halbjahr 1924 gleichzeitig der höchste, womit seine Jahreseinkünfte umgerechnet etwa anderthalb Millionen Euro betrugen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 348." />
Vier Ärzte untersuchten Puccinis Gesundheitszustand und empfahlen vier verschiedene Behandlungen, woraufhin Puccini seinen Freund Schnabl bat, sich in Deutschland und der Schweiz nach „wirklichen Spezialisten“ umzusehen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 348." /> Die seit Monaten chronischen Schmerzen, die er zumindest nach außen hin für die Folgen einer Mandel- oder Rachenentzündung hielt, betäubte er mit allabendlichen Besuchen im Tanzlokal „Kursaal“.<ref name="DieterSchickling" details="S. 348." />
Puccini bekam Besuch von Rosa Ponselle, einer Primadonna der Metropolitan Opera, von deren Stimme Puccini nach ihrer Aussage beeindruckt war, und der ihr nach ihrer Aussage ein unvollendetes Lied mit Widmung hinterließ, von dem sich aber keine Spur gefunden hat.<ref name="DieterSchickling" details="S. 348." />
Ende August bekam Puccini Besuch von Sybil, die nach der Erinnerung ihres Sohnes als Erste Schlimmeres befürchtete als eine Halsentzündung.<ref name="DieterSchickling" details="S. 348." /> Ihren Verdacht soll sie einzig Antonio mitgeteilt haben.<ref name="DieterSchickling" details="S. 349." />
Nach Sybils Abreise komponierte Puccini an der Turandot weiter, die vorher ein halbes Jahr geruht hatte. An Adami schrieb er, er leide an einer arthritischen Geschichte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 349." /> In den ersten Septembertagen empfing er Toscanini, der nun als Dirigent der Uraufführung feststand und Puccini Rückmeldung gab, was ihm an der Turandot bisher gefiel und was nicht, was Puccini für Korrekturanweisungen an seine Librettisten nutzte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 349." /> Puccini und Toscanini planten schon einen Urauführungstermin für die nächste Scala-Saison, vielleicht im April.<ref name="DieterSchickling" details="S. 349." />
Am 14. September reiste Puccini nach Lucca, das an dem Tag sein höchstes Fest, das Fest des Heiligen Kreuzes feierte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 349." /> Dort traf er den Provinzmusiker Gustavo Giovanetti, dessen einzige Oper Petronio Puccini dem Ricordi-Verlag vergeblich zur Veröffentlichung empfohlen hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 349." /> Giovanetti erzählte ihm, er habe bei einem seiner Schüler, dem Enkel des Schneiders Della Nina aus dem benachbarten Porcari, die Orgelstücke gesehen, die Puccini als junger Mann für den Großvater geschrieben hatte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 349." /> Puccini zeigte Interesse, seine Orgelstücke von damals wiederzusehen, doch sollte es nicht mehr dazu kommen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 349." />
Da erreichte ihn die Nachricht, dass er zum Senator und damit zum Mitglied der zweiten Kammer des Parlaments berufen wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 349." />
Am 10. Oktober suchte Puccini einen „Spezialisten“ in Florenz auf und hoffte auf einen noch besseren Spezialisten in Bern oder Lausanne.<ref name="DieterSchickling" details="S. 350." /> Trotzdem hatte er schon lange vorher Befürchtungen, die Turandot nicht mehr vollenden zu können.<ref name="DieterSchickling" details="S. 350." />
Am 18. Oktober traf er in Montecatini Forzano und Toscanini zur Vorbereitung der Uraufführung der Turandot in der Scala.<ref name="DieterSchickling" details="S. 350." /> Dringend waren auch die Planungen einer Operation, für die Puccini zunächst die Einladung des Bürgermeisters von Pescaglia zu einem Fest zu seinen Ehren ablehnte, dann aber doch annahm, weil der Operationstermin sich hinzog.<ref name="DieterSchickling" details="S. 350." />
Am 28. Oktober konsultierte Puccini mit Professor Toti einen weiteren Arzt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 351." /> Dieser beruhigte Puccini, dass er an einem harmlosen Papillom unter dem Kehlkopf leide, das jedoch schnell operiert oder durch Radiumbestrahlung behandelt werden müsse.<ref name="DieterSchickling" details="S. 351." /> Marotti und Antonio erfuhren von Professor Toti jedoch, dass es sich in Wahrheit um Krebs handelte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 351." /> Am 30. Oktober ging Puccini in Torre del Lago zum letzten Mal auf die Jagd.<ref name="DieterSchickling" details="S. 351." /> An Adami schrieb er, man werde die notwendigen Korrekturen nach seiner Rückkehr aus Brüssel vornehmen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 351." />
Aller Wahrscheinlickeit nach besuchte Toscanini mit Forzano Puccini in Viareggio, wobei der gutgelaunte Puccini makabre Scherze über eine mögliche Nichtvollendung der Turandot machte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 351." />
Am 4. November fuhr Puccini mit dem Lancia Lambda über Torre del Lago nach Pisa, um dort den Schnellzug um fünf Uhr zu erreichen, und nahm seine Notenskizzen der Turandot nach Brüssel mit.<ref name="DieterSchickling" details="S. 352." />
Tod
Puccini traf mit Antonio am 5. November in Brüssel ein, stieg zunächst im Hotel Metropol ab und wurde am nächsten Tag von Doktor Ledoux im Institut Médico-Chirurgical in der Avenue de la Couronne Nr. 1 untersucht.<ref name="DieterSchickling" details="S. 363." /> Puccini schrieb an Verwandte und Freunde, er könne geheilt werden, Elvira telegrafierte an Sybil, der Tumor sei gutartig.<ref name="DieterSchickling" details="S. 363." /> Am 10. November zog er aus dem Hotel in die Klinik, womit die Kur, die sechs Wochen dauern sollte, begann.<ref name="DieterSchickling" details="S. 363." /> Eine Schwierigkeit ergab sich dadurch, dass der Tumor ganz unten am Kehlkopf saß.<ref name="DieterSchickling" details="S. 363." /> Puccini bekam Kompressen mit Radium angelegt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 363." /> Puccinis Zustand verschlechterte sich; er spuckte Blut, was aber laut Aussage des Arztes nicht schlimm sei.<ref name="DieterSchickling" details="S. 363." /> Ricardo Schnabl, der Elvira berichtete, es sei alles schrecklich, es bestehe aber Hoffung, und Sybil Seligman kamen zu Besuch.<ref name="DieterSchickling" details="S. 363." /> Puccini ging es wieder besser, er spuckte kein Blut mehr und schöpfte Mut.<ref name="DieterSchickling" details="S. 363." /> Auch Magrini und Fosca kamen zu Besuch.<ref name="DieterSchickling" details="S. 363–364." />
Bei der entscheidenden Operation am 24. November wurde unter lokaler Betäubung mit Morphium der Kehlkopf geöffnet und radiumhaltige Nadeln in den Kehlkopf zur Zerstörung des Tumors eingeführt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 364." /> Zudem wurde ein Luftröhrenschnitt durchgeführt, damit Puccini unter Umgehung des Kehlkopfes atmen konnte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 364." />
Nach dem Eingriff konnte Puccini nicht mehr sprechen, sondern sich nur noch mit Notizzetteln verständigen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 364." /> In den Tagen nach der Operation berichteten Fosca und Antonio Verwandten und Freunden mit, Puccini gehe es gut und sein Zustand sei normal; auch der ansonsten skeptische Dr. Ledoux war am 28. September der Ansicht, Puccini könne die Klinik geheilt entlassen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 364." />
Am 29. November telegrafierte Clausetti an Adami und berichtete von einer Herzkrise.<ref name="DieterSchickling" details="S. 364–365." /> Der apostolische Nuntius kam in Begleitung des italienischen Botschafters in Belgien an Puccinis Sterbebett und spendete die Sterbesakramente.<ref name="DieterSchickling" details="S. 365." /> Gegen Mittag teilten Fosca und Antonio der Familie Puccinis „kürzlich eingetretenen“ Tod am 29. November um 11:30 Uhr mit.<ref name="DieterSchickling" details="S. 365." />
Am selben Tag gab Mussolini die Todesnachricht im römischen Parlament bekannt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 365." /> Die Scala setzte die für den Abend geplante Aufführung von Boitos Nerone ab und blieb geschlossen; die Metropolitan in New York fügte in ihre Bohème-Vorstellung Frédéric Chopins Trauermarsch ein.<ref name="DieterSchickling" details="S. 365." />
Puccinis Leichnam wurde zwei Tage später in einem Kondukt zur Kirche Sainte-Marie beim Nordbahnnhof überführt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 365." /> Der Nuntius zelebrierte einen Trauergottesdienst; eine Sängerin des Monnaie-Theaters sang Charles Gounods Ave Maria.<ref name="DieterSchickling" details="S. 365." /> Der Sarg verließ Brüssel in einem Sonderwagen der Eisenbahn.<ref name="DieterSchickling" details="S. 365." />
In der Trauerempfangsgemeinde in Mailand waren zahlreiche Verwandte Puccinis, die Familie Toscanini, die Komponisten Ildebrando Pizzetti und Italo Montemezzi, der Dirigent Bavagnoli, der Parmiggianer Konservatoriumsdirektor Guglielmo Zuelli, der Bürgermeister von Lucca, der belgische Konsul, die Librettisten Adami und Simoni und Puccinis Sänger Amedeo Bassi und Ericlea Darclée anwesend.<ref name="DieterSchickling" details="S. 365–366." /> Der mit Kränzen geschmückte Sarg wurde im Regen zur Kirche San Fedele nahe der Scala gefahren, der Pfarrkirche von Puccinis Mailänder Stadtwohnung.<ref name="DieterSchickling" details="S. 366." />
Am nächsten Tag, dem 3. Dezember, begann mittags um halb zwei nach einer familiären Totenmesse in San Fedele die offizielle Trauerfeier im Mailänder Dom, wo der Kardinal-Erzbischof den liturgischen Teil zelebrierte; die Dekoration stammte von der Totenfeier von Vittorio Emanuele II.<ref name="DieterSchickling" details="S. 366." /> Toscanini dirigierte das Requiem aus dem dritten Akt des Edgar.<ref name="DieterSchickling" details="S. 366." /> Danach bewegte sich der Trauerzug durch den Regen zum Cimiteoro Monumentale.<ref name="DieterSchickling" details="S. 366." /> Hinter dem Sarg marschierten Militäreinheiten, ranghohe Vertreter sowie Antonio und Fosca, aber nicht Elvira, die wohl wegen ihres psychischen und physischen Zustandes der Beerdigung fernblieb.<ref name="DieterSchickling" details="S. 366." /> Nach den Trauerreden wurde Puccini vorläufig im Familiengrab der Toscaninis beigesetzt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 366." />
Anscheinend wurde schon kurz nach der Beisetzung über eine Vollendung der Turandot verhandelt, denn schon zwei Tage nach der Beisetzung schrieb Schnabl an Antonio, er zweifle, ob Franco Vittadini „den ausreichenden Elan für dieses Finale habe“.<ref name="DieterSchickling" details="S. 366." /> Für den Ricordi-Verlag kam nur eine Aufführung der fragmentarischen Version in Frage.<ref name="DieterSchickling" details="S. 366–367." />
Zunächst organisierte und dirigierte Toscanini am 29. Dezember nachmittags im Mailänder Konservatorium ein Konzert, das mit Gedenkworten von Pizzetti eröffnet wurde.<ref name="DieterSchickling" details="S. 367." /> Das Studentenorchester spielte die Intermezzi aus den Villi und Manon Lescaut, der Hochschulchor sang das kleine, zu Verdis Andenken komponierte Requiem.<ref name="DieterSchickling" details="S. 367." /> Am Abend dirigierte Toscanini noch einmal das Villi-Stück sowie Vorspiel und Requiem aus dem dritten Edgar-Akt und anschließend die Bohème.<ref name="DieterSchickling" details="S. 367." />
Inzwischen wurde beschlossen, die Turandot nach Puccinis Skizzen zu vollenden.<ref name="DieterSchickling" details="S. 367." /> Toscanini soll zu diesem Zweck Riccardo Zandonai vorgeschlagen, Antonio diesen aber abgelehnt haben, weil Zandonai zu bekannt sei.<ref name="DieterSchickling" details="S. 367." /> Daraufhin übernahm auf Toscaninis Initiative hin der nicht weniger bekannte Franco Alfano den Auftrag.<ref name="DieterSchickling" details="S. 367." /> Toscanini mischte sich erheblich in dessen Arbeit ein.<ref name="DieterSchickling" details="S. 367." /> So wurde Alfano in letzter Minute gezwungen, seine Ergänzungen drastisch zu kürzen und Puccinis Skizzen auch formalistisch einzuarbeiten.<ref name="DieterSchickling" details="S. 367." /> Biograf Schickling hält diese Version der Turandot für starrer und weniger gelungen als Alfanos Version.<ref name="DieterSchickling" details="S. 367." />
Am 25. April 1926 fand die Uraufführung der Turandot in der Scala statt, für die Mussolini seine Teilnahme ankündigte und zu Beginn des Abends die Aufführung der faschistischen Hymne Giovinezza verlangt haben soll.<ref name="DieterSchickling" details="S. 368." /> Der inzwischen antifaschistische Toscanini soll gedroht haben, in diesem Fall seine Beteiligung an der Aufführung zurückzuziehen.<ref name="DieterSchickling" details="S. 368." /> Da die Aufführung nicht auf Toscanini verzichten konnte, sagte Mussolini seine Teilnahme ab und ließ mitteilen, er wolle nicht, dass seine Anwesenheit die Aufmerksamkeit ablenke, die vollständig Puccini gelten sollte.<ref name="DieterSchickling" details="S. 368." />
Das Publikum reagierte vielleicht der Pietät des Anlasses wegen nicht kühl auf die vergleichsweise schroffe Musik und die marionettenhafte Dramaturgie der Oper, so dass der Erfolg des Abend groß genug war.<ref name="DieterSchickling" details="S. 368." /> Nach der Szene von Liùs Tod trat eine völlige Stille ein, woraufhin Toscanini sich ans Publikum wandte und sichtbar bewegt sagte: „Hier endet die vom Maestro unvollendet gelassene Oper, weil der Maestro an dieser Stelle gestorben ist.“<ref name="DieterSchickling" details="S. 368." /> Nachdem Toscanini das Dirigentenpilt verlassen hatte, rief eine Stimme: „Es lebe Puccini!“.<ref name="DieterSchickling" details="S. 368." /> Das Publikum stimmte weinend in den Jubelschrei ein.<ref name="DieterSchickling" details="S. 368." /> Ab dem zweiten Abend wurde die Turandot im In- und Ausland mit Alfanos Ergänzungen aufgeführt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 369." />
Inzwischen bemühte sich Puccinis Geburtsort Lucca, auch der Begräbnisort seiner sterblichen Überreste zu werden.<ref name="DieterSchickling" details="S. 369." /> Maria Bianca Ginori, die adelige Freundin vom Lago di Massaciucoli, schlug Elvira dagegen vor, Puccini solle an seinem Haus am Torre del Lago beerdigt werdem.<ref name="DieterSchickling" details="S. 369." /> An Puccinis zweitem Todestag am 29. November 1026 wurde sein Sarg aus Mailand in ein im Erdgeschoss der Villa hergerichtetes Museum überführt.<ref name="DieterSchickling" details="S. 369." /> Simoni und Mascagni hielten Trauerreden, Gaetano Bavagnoli dirigierte geistliche Stücke.<ref name="DieterSchickling" details="S. 369." />
Der italienische Staat hat Puccinis Geburtshaus in Lucca, das heute ein Museum beherbergt, zugleich mit den Geburtshäusern von Gioachino Rossini und Giuseppe Verdi, mit dem europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet.
Das künstlerische Schaffen Giacomo Puccinis erstreckte sich von 1884 bis 1924. In dieser Zeit entstanden seine zwölf Opern. Die geringe Zahl seiner Werke scheint unter anderem im frühen Erfolg des Komponisten begründet zu sein, der ihm rasch zu Wohlstand verhalf und der Notwendigkeit enthob, immer neue Stücke zu komponieren. So konnte er etwa seiner Vorliebe für das Reisen ausgiebig nachgehen. Auch legte Puccini generell eine langsame, aber gründliche Arbeitsweise an den Tag. Der enorme Erfolg seiner Werke, der noch zu Lebzeiten einsetzte, hält bis in die Gegenwart an. Er ist einer der häufigsten aufgeführten Opernkomponisten, zusammen mit Mozart und Verdi.<ref>{{#if:|{{#iferror: {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}| |}}}}{{#if:|{{{autor}}}: }}{{#if:|{{#if:Opera Performance Survey|[{{#invoke:Vorlage:Internetquelle|archivURL|1={{#invoke:URLutil|getNormalized|1={{{archiv-url}}}}}}} {{#invoke:Vorlage:Internetquelle|TitelFormat|titel=Opera Performance Survey}}]{{#if:| ({{{format}}})}}{{#if:| {{{titelerg}}}{{#invoke:Vorlage:Internetquelle|Endpunkt|titel={{{titelerg}}}}}}}}}|{{#if:http://opera.stanford.edu/misc/Dornic_survey.html%7C{{#if:{{#invoke:TemplUtl%7Cfaculty%7C}}%7C{{#invoke:Vorlage:Internetquelle%7CTitelFormat%7Ctitel={{#invoke:WLink%7CgetEscapedTitle%7C1=Opera Performance Survey}}}}|[{{#invoke:URLutil|getNormalized|1=http://opera.stanford.edu/misc/Dornic_survey.html}} {{#invoke:Vorlage:Internetquelle|TitelFormat|titel={{#invoke:WLink|getEscapedTitle|1=Opera Performance Survey}}}}]}}{{#if:| ({{{format}}}{{#if:{{#if: 2025-06-11 | {{#if:{{#invoke:TemplUtl|faculty|}}||1}}}}
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Bühnenwerke
- Le Villi. Opera-ballo in einem Akt. Libretto: Ferdinando Fontana. UA 31. Mai 1884, Mailand (Teatro Dal Verme);
- revidierte Fassung: UA 26. Dezember 1884, Turin (Teatro Regio);
- zweite revidierte Fassung: UA 24. Januar 1885, Mailand (Teatro alla Scala);
- dritte revidierte Fassung: UA 7. November 1889, Mailand (Teatro Dal Verme).
- Edgar. Dramma lirico in vier Akten. Libretto: Ferdinando Fontana. UA 21. April 1889, Mailand (Teatro alla Scala);
- revidierte Fassung: UA 5. September 1892, Lucca (Teatro del Giglio);
- zweite revidierte Fassung: UA 28. Januar 1892, Ferrara (Teatro Comunale);
- dritte revidierte Fassung: UA 8. Juli 1905, Buenos Aires (Teatro Ópera).
- Manon Lescaut. Dramma lirico in vier Akten. Libretto: Marco Praga, Domenico Oliva, Ruggero Leoncavallo, Luigi Illica, Giuseppe Giacosa, Giulio Ricordi. UA 1. Februar 1893, Turin (Teatro Regio);
- revidierte Fassung: UA 21. Dezember 1893, Novara (Teatro Coccia).
- La Bohème. Oper in vier Bildern. Libretto: Giuseppe Giacosa, Luigi Illica. UA 1. Februar 1896, Turin (Teatro Regio).
- Tosca. Melodramma in drei Akten. Libretto: Luigi Illica, Giuseppe Giacosa. UA 14. Januar 1900, Rom (Teatro Costanzi).
- Madama Butterfly. Tragedia giapponese (2 Akte). Libretto: Luigi Illica, Giuseppe Giacosa. UA 17. Februar 1904, Mailand (Teatro alla Scala);
- revidierte Fassung: UA 28. Mai 1904, Brescia (Teatro Grande);
- zweite revidierte Fassung: UA 10. Juli 1905, London (Covent Garden);
- dritte revidierte Fassung: UA 28. Dezember 1905, Paris (Opéra-Comique);
- vierte revidierte Fassung: UA 9. Dezember 1920, Mailand (Teatro Carcano).
- La fanciulla del West (Das Mädchen aus dem goldenen Westen). Oper in drei Akten. Libretto: Guelfo Civinini, Carlo Zangarini. UA 10. Dezember 1910 New York City (Metropolitan Opera);
- revidierte Fassung: UA 29. Dezember 1912, Mailand (Teatro alla Scala).
- La rondine. Commedia lirica in drei Akten. Libretto: Giuseppe Adami, Alfred Maria Willner, Heinz Reichert. UA 27. März 1917, Monte-Carlo (Opéra de Monaco);
- revidierte Fassung: UA 10. April 1920, Palermo (Teatro Massimo);
- zweite revidierte Fassung: UA 11. April 1924, Rijeka (Teatro Verdi).
- Il trittico (Das Triptychon). UA 14. Dezember 1918, New York City (Metropolitan Opera). Bestehend aus drei Einaktern:
- Il tabarro (Der Mantel). Libretto: Giuseppe Adami.
- Suor Angelica (Schwester Angelica). Libretto: Giovacchino Forzano.
- Gianni Schicchi. Libretto: Giovacchino Forzano.
- Turandot. Dramma lirico in drei Akten (Finale unvollendet). Libretto: Giuseppe Adami, Renato Simoni (1875–1952). UA (als Fragment) 25. April 1926, Mailand (Teatro alla Scala);
- ergänzte Fassung von Franco Alfano: UA 1926 (zweite Vorstellung nach der UA), Mailand (Teatro alla Scala);
- ergänzte Fassung von Luciano Berio: UA am 25. Mai 2002, Los Angeles (Los Angeles Opera).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20180202012421
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Sonstige Werke (Auswahl)
- Messa di Gloria (Abschlussarbeit). UA 12. Juli 1880, Lucca.
- Requiem. UA 27. Januar 1905, Mailand.
Literatur
- Luigi Ricci: Puccini interprete di se stesso, Ricordi, Mailand 1954 (rist. 2003, ISBN 88-7592-725-1).
- Mosco Carner: Puccini. Biografia critica. Il Saggiatore, Mailand 1961.
- Antonino Titone: Vissi d'arte: Puccini e il disfacimento del melodramma. Feltrinelli, Milano 1972.
- Enzo Siciliano: Puccini. Rizzoli, Mailand 1976 (italienisch).
- Wolfgang Marggraf: Giacomo Puccini (= Reclams Universal-Bibliothek 703). Philipp Reclam jun., Leipzig 1977, (keine ISBN).
- Howard Greenfeld: Puccini – Sein Leben und seine Welt. Athenäum, Königstein/Taunus 1981, ISBN 3-7610-8181-2.
- Dieter Schickling: Puccini – Biografie. Carus, Stuttgart 2017 [1983], ISBN 978-3-89948-282-9.
- Clemens Höslinger: Giacomo Puccini. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten (= rororo Bildmonografien). Rowohlt, Reinbek 1984, ISBN 3-499-50325-5.
- Giorgio Magri: L'uomo Puccini. Mursia, Mailand 1992, ISBN 88-425-1263-X (italienisch).
- Michele Girardi: Giacomo Puccini. L'arte internazionale di un musicista italiano. Marsilio, Venedig 1995, ISBN 88-31758-18-7 (italienisch).
- Fedele d'Amico: L'albero del bene e del male – naturalismo e decadentismo in Puccini (raccolta di scritti a cura di Jacopo Pellegrini), Maria Pacini Fazzi, Lucca 2000, ISBN 88-72464-03-X (italienisch).
- Eduardo Rescigno: Dizionario Pucciniano. Ricordi/BMG Publications, San Giuliano Milanese 2004, ISBN 88-7592-767-7 (italienisch).
- Julian Budden: Puccini. (ed. originale: Puccini – His Life and Works) (= Master Musicians Series). Oxford University Press, Oxford 2002, ISBN 0-19-816468-8 (englisch).
- italienische Ausgabe: Carocci Editore, Rom 2005, ISBN 88-430-3522-3.
- Benedikt Stegemann: Orpheus, der klingende Opernführer, Folge 2: Giacomo Puccini. Ricordi, München 2006, ISBN 978-3-938809-52-5.
- Georg Gerry Tremmel: John Luther Long (1861–1927): „Madame Butterfly“ (1898). Das literarische Konzept der amerikanischen Kurzgeschichte im historischen Kontext. Logos, Berlin 2007, ISBN 978-3-8325-1076-3.
- Michael Klonovsky: Der Schmerz der Schönheit. Über Giacomo Puccini. Berlin Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-8270-0771-1.
- Helmut Krausser: Die kleinen Gärten des Maestro Puccini. Dokumentar-Roman, DuMont, Köln 2008, ISBN 978-3-8321-7989-2.
- Adrian Mourby: „Scandalissimo! Puccini's sex life exposed.“ In: The Independent. 6. Juli 2008.
- Clemens Höslinger: Wien war mir immer sympathisch. Giacomo Puccinis Spuren in Wien. Zum 150. Geburtstag des Komponisten. In: Michael Jahn (Hrsg.): Aus Archiv und Oper. Fünf Jahre rism-osterreich (2004–2009). (= Veröffentlichungen des rism-österreich A/12). Verlag Der Apfel, Wien 2009, S. 42–58. ISBN 978-3-85450-242-5.
- Michael Jahn: Wildwest in der Hofoper. Rezensionen zu Puccini-Erstaufführungen in Wien. In: Ders. (Hrsg.): Verismo, Verträge, Verschollen. Schriften zur Wiener Operngeschichte 7 (= Veröffentlichungen des rism-österreich B/9). Verlag Der Apfel, Wien 2009, S. 181–261. ISBN 978-3-85450-289-0.
- Helmut Krausser: Zwei ungleiche Rivalen. Puccini und Franchetti. C. Bertelsmann, München 2010, ISBN 978-3-570-58011-0.
- Richard Erkens (Hrsg.): Puccini-Handbuch. Metzler Stuttgart Bärenreiter Kassel, 2017, ISBN 978-3476026163.
- Arnold Jacobshagen: Giacomo Puccini und seine Zeit, Laaber, Lilienthal 2024, ISBN 978-3-89007-807-6.
Film
- Giacomo Puccini – Die dunkle Seite des Mondes. Filmbiografie, Deutschland, 2008, 60:22 Min., Buch und Regie: Andreas Morell mit Peter Hladik als Giacomo Puccini
- Puccini – Magier der Leidenschaft. Leben und Werk des Komponisten. Dokumentarfilm, Deutschland, Österreich, Belgien, 2008, 43:44 Min., Buch und Regie: Volker Schmidt, Produktion: SWR, MDR, WDR, ORF, VRT, merkur.tv, Inhaltsangabe vom SWR, mit Puccinis Enkelin Simonetta, Riccardo Chailly, Dieter Schickling und Helmut Krausser.
Eponyme
Der Asteroid (4579) Puccini wurde 1991 nach ihm benannt.<ref>{{#if:|{{#iferror: {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}| |}}}}{{#if:|{{{autor}}}: }}{{#if:|{{#if:The MINOR PLANET CIRCULARS|[{{#invoke:Vorlage:Internetquelle|archivURL|1={{#invoke:URLutil|getNormalized|1={{{archiv-url}}}}}}} {{#invoke:Vorlage:Internetquelle|TitelFormat|titel=The MINOR PLANET CIRCULARS}}]{{#if:PDF| (PDF)}}{{#if:| {{{titelerg}}}{{#invoke:Vorlage:Internetquelle|Endpunkt|titel={{{titelerg}}}}}}}}}|{{#if:http://www.minorplanetcenter.net/iau/ECS/MPCArchive/1991/MPC_19910330.pdf%7C{{#if:{{#invoke:TemplUtl%7Cfaculty%7C}}%7C{{#invoke:Vorlage:Internetquelle%7CTitelFormat%7Ctitel={{#invoke:WLink%7CgetEscapedTitle%7C1=The MINOR PLANET CIRCULARS}}}}|[{{#invoke:URLutil|getNormalized|1=http://www.minorplanetcenter.net/iau/ECS/MPCArchive/1991/MPC_19910330.pdf}} {{#invoke:Vorlage:Internetquelle|TitelFormat|titel={{#invoke:WLink|getEscapedTitle|1=The MINOR PLANET CIRCULARS}}}}]}}{{#if:PDF| (PDF{{#if:{{#if: 2024-10-28 | {{#if:{{#invoke:TemplUtl|faculty|}}||1}}}}
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Weblinks
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- Noten und Audiodateien von Giacomo Puccini im International Music Score Library Project {{#switch: {{{license}}} |pd= (Die Werke sind gemeinfrei.) |cc= (Die Werke stehen unter Creative-Commons-Lizenz.)}}
- Centro studi Giacomo Puccini
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Einzelnachweise
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- Giacomo Puccini
- Komponist (Italien)
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- Geboren 1858
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