Röhrenfurth liegt im Fulda-Werra-Bergland am nordöstlichen, rechten Ufer der Fulda, in die dort der aus dem Melsunger Bergland kommende Breitenbach mündet. Es befindet sich 2,8 km (Luftlinie) nördlich der Melsunger Kernstadt. Östlich des Dorfs erhebt sich diesseits der Fulda der Heiligenberg (439 m), und jenseits der Fulda liegen im Westsüdwesten der Kesselkopf (Kessel; 368,1 m) und im Südsüdwesten der Steinwaldskopf (291,2 m).
Röhrenfurth wird 1182 als „Rorefort“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort war ein Lehen des Klosters Hersfeld und seit 1182 im Besitz des Adelsgeschlechts derer von Röhrenfurth, das zur althessischen Ritterschaft zählte. Bei Röhrenfurth galt es die wichtige Fulda-Querung für die Landgrafen von Hessen zu sichern, und die Herren von Röhrenfurth waren verlässliche Lehnsmannen der Landgrafen. Der letzte männliche Spross des Geschlechts, Eckhard II. von Röhrenfurth, war von 1428 bis zu seinem Tod im Jahr 1432 Erbmarschall von Hessen, als Nachfolger seines Schwiegervaters Rörich II. von Eisenbach. Auf Eckhard, der keine Söhne hinterließ, folgte in diesem Amt sein Schwiegersohn Herrmann von Riedesel, der mit Eckhards Tochter Margaretha verheiratet war und auch die Besitzungen Eckhards erbte.
Die schriftliche Wiedergabe des Ortsnamens wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte, je nach Gusto der jeweiligen Dokumentenschreiber (in Klammern das Jahr der Erwähnung):<ref name="lagis" /> Rorefort (1182), Rornevurth (1184), Rorenvort (1199), Rurenwort (1269) und Rorenfurt (1481).
Die bis dahin selbstständige Gemeinde Röhrenfurth wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen zum 1. März 1971 auf freiwilliger Basis in die Stadt Melsungen eingemeindet.<ref>Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 3. März 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr.12, S.474, Punkt 535, Abs. 4 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0MB]).</ref><ref name="HGV"></ref> Für Röhrenfurth, wie für die übrigen bei der Gebietsreform nach Melsungen eingegliederten Gemeinden, wurde ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 143 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Mesungen, abgerufen im März 2023.</ref>
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Röhrenfurth 1183 Einwohner. Darunter waren 6 (0,5 %) Ausländer.
Nach dem Lebensalter waren 195 Einwohner unter 18 Jahren, 468 zwischen 18 und 49, 249 zwischen 50 und 64 und 270 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 522 Haushalten. Davon waren 147 Singlehaushalte, 165 Paare ohne Kinder und 156 Paare mit Kindern, sowie 48 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 144 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 327 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; 1970:<ref name="HGV" />; Stadt Melsungen:<ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />
Für Röhrenfurth besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Röhrenfurth) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.
Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern.<ref name="HS" /> Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 58,43 %. Alle Kandidaten gehörten der Liste „Gemeinsam für Röhrenfurth“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Röhrenfurth. In: Votemanager. Kommunales Gebietsrechenzentrum, abgerufen im März 2023.</ref> Der Ortsbeirat wählte Michael Wagner zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeiräte und Ortsvorsteher. In: Webauftritt. Stadt Melsungen, abgerufen im März 2023.</ref>
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Durch Röhrenfurth führt die Kreisstraße 142 (Röhrenfurth–Schwarzenberg), die nordwestlich der Ortschaft von der Bundesstraße 83 abzweigt. Noch etwas weiter nordwestlich zweigt die Landesstraße 3228 von der B 83 in Richtung Nordosten nach Empfershausen ab. Jenseits der Fulda verläuft die über eine Fuldabrücke der B 83 erreichbare K 147 nach Lobenhausen.