Röllshausen
Röllshausen Gemeinde Schrecksbach
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(837)&title=R%C3%B6llshausen 50° 51′ N, 9° 17′ O
{{#coordinates:50,854722222222|9,2830555555556|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Röllshausen | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 221 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 2,65 km²<ref name="lagis" /> | |||||
| Einwohner: | 837 (31. Dez. 2023)<ref name="DF">Zahlen & Fakten. Gemeinde Schrecksbach, 24. Oktober 2022, abgerufen am 10. November 2025.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 316 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 1974 | |||||
| Postleitzahl: | 34637 | |||||
| Vorwahl: | 06698 | |||||
Röllshausen ist der nach Einwohnerzahl zweitgrößte Ortsteil der Gemeinde Schrecksbach im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.
Geographie
Der Ort liegt am Westrand der Aueniederung der Schwalm. Zum Ort gehört auch die etwa 3 km östlich gelegene Gehöftgruppe Röllhausen. Östlich des Ortes verläuft die Bundesstraße 254.
Ortsgeschichte
Mittelalter
Erstmals urkundlich erwähnt wurde soweit bekannt das Dorf im Jahre 1223, als der Ritter Ludwig von Schönberg im Tausch von der Propstei Neuenberg Besitz in „Regilhusen“ erwarb.<ref>In erhaltenen Urkunden wurde Röllshausen unter den folgenden Namen erwähnt: Regilhusen (1223), Reylhusen (1224), Reilshusen (1240), Reileshusen (1243) und Relshausen (um 1580); (Röllshausen, Schwalm-Eder-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).)</ref> Röllshausen war Sitz des Gerichts Röllshausen.
Propst Eckehard und der Konvent der Propstei Neuenberg verpachteten am 29. Juni 1264 dem Kloster Haina gegen eine jährliche Abgabe von 6 Pfund fuldischer Pfennige – je 3 zu Mariae Lichtmeß und Johannistag und 3 Pfund Wachs für das Neuenberger Kustosamt ihre sämtlichen Güter zu Sconenberg, „Reyleshusen“, Udorph und Leusel (Lutzela) mit allem Zubehör an Leuten, Höfen, Wäldern, Äckern usw., ausgenommen den Patronat der Kirche zu Schönberg und ein von der Abtei Fulda rührendes Lehen.<ref>HStAM, Urkunde 26, 1274.</ref>
Neuzeit
Die evangelische Kirche, von 1722 bis 1724 von L. Gruber errichtet, ist ein Saalbau mit dreiseitigem Schluss und eingestelltem Turm. Die Ausstattung stammt aus der Bauzeit. Im zentralen Fenster hinter dem Altar befindet sich eine Glasmalerei mit der Kreuzigung Christi zwischen Maria und Johannes, um 1900 von der Marburger Werkstatt K.J. Schultz und Söhne geschaffen.<ref>Götz J. Pfeiffer: „an die letzten Ausläufer der alten Tradition angeknüpft“. Die Marburger Glasmalerei-Werkstatt K.J. Schultz seit 1850. In: Hessische Heimat. 68. Jg., Heft 1, S. 10–16.</ref> Aus der gleichen Zeit stammt die 1896/97 von C. Euler geschaffene Orgel, deren Werk 1960 verändert wurde. Im Jahre 1943 dienten die Kirche und der Ort Röllshausen als Kulisse für den von Curt A. Engel gestalteten Agfacolor-Dokumentarfilm Bauernhochzeit in der Schwalm.<ref>https://www.youtube.com/watch?v=0NGLg1xtP6c</ref>
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Zum 1. Januar 1974 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Röllshausen mit den zugehörigen Weilern Schönberg und Trockenbach, im Zuge der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz, in die Gemeinde Schrecksbach eingegliedert.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain (GVBl. II 330-22) vom 28. September 1973. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1973 Nr. 25, S. 356, § 3 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 2,3 MB]).</ref><ref></ref> Für Röllshausen wurde ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.<ref name="Hs">Hauptsatzung. (PDF; 183 kB) § 6. In: Webauftritt. Gemeinde Schrecksbach, abgerufen im August 2021.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Röllshausen angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>
- vor 1277: Heiliges Römisches Reich, Vogtei und Gericht Röllshausen als fuldisches Lehen der Grafschaft Ziegenhain
- vor 1580: Heiliges Römisches Reich, Vogtei und Gericht zeitweise adliger Besitz
- ab 1580: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Neukirchen<ref name="Amt">
Die Zugehörigkeit des Amtes Neukirchen anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866. </ref>
- 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg)
- ab 1604: Heiliges Römisches Reich (bis 1806), Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Neukirchen
- ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Grafschaft Ziegenhain, Amt Neukirchen
- 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Neukirchen
- ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Grafschaft Ziegenhain, Amt Neukirchen<ref name="KHK1818" />
- ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain<ref>Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 74 f.</ref><ref group="Anm.">Trennung von Justiz (Justizamt Neukirchen) und Verwaltung.</ref>
- ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
- ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain
- ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
- ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Ziegenhain
- ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
- ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
- ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis, Gemeinde Schrecksbach
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Röllshausen 1188 Einwohner. Darunter waren 6 (0,5 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 195 Einwohner unter 18 Jahren, 465 zwischen 18 und 49, 270 zwischen 50 und 64 und 258 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 462 Haushalten. Davon waren 120 Singlehaushalte, 108 Paare ohne Kinder und 186 Paare mit Kindern, sowie 56 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 72 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 318 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Einwohnerentwicklung
| Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> | |
| • 1585: | 65 Hausgesesse |
| • 1639: | 34 Männer, 11 Witwen |
| • 1681: | 52 Hausgesesse, 7 Ausschuss, 1 Junggesellen |
| • 1747: | 79 Feuerstellen |
| Röllshausen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2023 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1834 | 734 | |||
| 1840 | 771 | |||
| 1846 | 780 | |||
| 1852 | 758 | |||
| 1858 | 752 | |||
| 1864 | 785 | |||
| 1871 | 806 | |||
| 1875 | 733 | |||
| 1885 | 723 | |||
| 1895 | 729 | |||
| 1905 | 812 | |||
| 1910 | 817 | |||
| 1925 | 899 | |||
| 1939 | 926 | |||
| 1946 | 1.384 | |||
| 1950 | 1.391 | |||
| 1956 | 1.179 | |||
| 1961 | 1.187 | |||
| 1967 | 1.166 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 1.188 | |||
| 2019 | 833 | |||
| 2023 | 837 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />; Gemeinde Schrecksbach:<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Zahlen und Fakten 2013 ( vom 17. September 2017 im Internet Archive) Gemeinde Schrecksbach</ref><ref name="DF" /> | ||||
Historische Religionszugehörigkeit
| Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> | |
| • 1861: | 26 evangelisch-reformierte, 224 evangelisch-lutherische Einwohner |
| • 1881: | 750 evangelische, 17 jüdische Einwohner |
| • 1885: | 723 evangelische (= 100 %) Einwohner |
| • 1961: | 1027 evangelische (= 86,52 %), 1027 katholische (= 12,81 %) Einwohner |
Historische Erwerbstätigkeit
| Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> | |
| • 1838: | Familien: 48 Ackerbau, 45 Gewerbe, 46 Tagelöhner. |
| • 1961: | Erwerbspersonen: 245 Land- und Forstwirtschaft, 214 produzierendes Gewerbe, 34 Handel und Verkehr, 49 Dienstleistungen und Sonstiges. |
Politik
Für Röllshausen besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Holzburg mit den Ortsteilen Schönberg und Trockenbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat Röllshausen 55,18 %. Es erhielten die SPD mit 45,10 % der Stimmen drei Sitze, die CDU mit 13,15 % einen Sitz und die „Unabhängige Wählergemeinschaft Schrecksbach“ (UWG) mit 41,74 % drei Sitze.<ref>Ortsbeiratswahl Röllshausen. In: Votemanager. Kommunales Gebietsrechenzentrum, abgerufen im März 2023.</ref> Der Ortsbeirat wählte Bernd Helmbold (UWG) zum Ortsvorsteher.<ref>Gremien. In: Webauftritt. Gemeinde Schrecksbach, abgerufen im März 2023.</ref>
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Röllshausen, Schwalm-Eder-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. November 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="KHK1818"> Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 84 f. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 40 und 96, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> </references>
Weblinks
- Die Geschichte der Gemeinde Schrecksbach. In: Webauftritt. Gemeinde Schrecksbach
- Röllshausen, Schwalm-Eder-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Vorlage:HessBib
- Vorlage:HessBib
Holzburg | Röllshausen | Salmshausen | Schönberg | Schrecksbach | Trockenbach