Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Miliarium – Wikipedia Zum Inhalt springen

Miliarium

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Römischer Meilenstein)
Datei:Gilching Säule 3.jpg
Nachbildung eines Fundstücks in Gilching mit der Inschrift „AVG MP XXXI“ („Augsburg 31 Meilen“)
Datei:SMWM - Meilenstein.jpg
Der römische Meilenstein von Wels mit der Inschrift „MP I“ („1 Meile“)

Ein Miliarium (griechisch als Fremdwort {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value); Plural: miliaria)<ref>Der kleine Stowasser (Ausgabe 1957) führt z. B. gleichwertig auch milliarium bzw. milliaria an.</ref> war im Römischen Reich eine Distanzsäule an einer Römerstraße (Meilenstein). Steine dieser Art gab es bereits seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. Beim Straßenbauprogramm des Gaius Sempronius Gracchus erlebten sie offenbar einen ersten Höhepunkt (Plut. C. Gracchus 7), ihre eigentliche Blüte erreichten sie in der Kaiserzeit. Doch hat es, wie es scheint, nicht an allen Straßen Miliaria gegeben.

Allgemeines

Die Steinsäulen, übermannshoch (teilweise bis zu drei Meter hoch) und mit einem Durchmesser von 50 bis 60 Zentimetern, trugen als wesentliches Element Orts- und Entfernungsangaben. Die Distanz ist in römischen Meilen (1000 Doppelschritte, „mille passus“, „milia passuum“, abgekürzt MP) angegeben, was knapp unter 1,5 km liegt; auch das griechische Äquivalent von acht Stadien ist nicht einheitlich.

In Rom stand auf dem Forum Romanum das Miliarium Aureum, die „goldene Meilensäule“ (sie bestand freilich nur aus Bronze; lediglich die Inschrift, die die wichtigsten von Rom ausgehenden Straßen sowie deren Endziele nannte, war aus Goldlettern). In den einzelnen Provinzen stellt oft die Hauptstadt den Ausgangspunkt (caput viae) dar; so zählen alle in Raetien bisher gefundenen Meilensteine von der Provinzhauptstadt Augsburg (Augusta Vindelicum) aus, was nahelegt, dass die Straßen von dort aus vermessen wurden.<ref>Gerold Walser: Die römischen Straßen und Meilensteine in Raetien. Württemberg. Landesmuseum, Stuttgart 1983. (Kleine Schriften zur Kenntnis der römischen Besetzungsgeschichte Südwestdeutschlands, Nr. 29), S. 40 f.</ref> In weiter entwickelten Gegenden kann auch von den Zentralpunkten einzelner Völkerschaften (Civitates) aus gerechnet werden. Ein solcher Nullpunkt war auch das Milion in Byzanz.

Da die Steine von vielen Menschen gesehen wurden, stellen sie ein vorzügliches Mittel der Propaganda dar. Seit Augustus wurde dieses „Medium“ dem Herrscher vorbehalten, obwohl gelegentlich Statthalter zusätzlich genannt sind. Mit der Zeit bildeten sich regelrechte Formulare heraus, die neben der Datierung einen (standardisierten) Hinweis auf den Anlass der Aufstellung des Steines bieten. Damit können in vielen Fällen Lücken der Inschrift gefüllt werden.

Ab der Zeit der Adoptivkaiser ist ein Übergang der Verantwortlichkeit für die Instandhaltung der Straßen (cura viarum) an einzelne Gemeinden feststellbar. Die Homogenität der Inschriftenserien lässt dadurch nach. Ausgangspunkt der Zählung auf den Säulen, die nun von den Gemeinden gesetzt wurden, war dann das Forum oder die Stadttore der Gemeinde. Eine Übereinstimmung der Zuständigkeit mit dem Territorium der Civitates ist nicht immer feststellbar.<ref>Michael Rathmann: Untersuchungen zu den Reichsstraßen in den westlichen Provinzen des Imperium Romanum. Zabern, Mainz 2003, S. 112 f.</ref>

Heute sind ungefähr 7000–8000 kaiserzeitliche Steine bekannt.<ref>Angabe nach Anne Kolb: Römische Meilensteine: Stand der Forschung und Probleme. In: Regula Frei-Stolba (Hrsg.): Siedlung und Verkehr im römischen Reich. Römerstrassen zwischen Herrschaftssicherung und Landschaftsprägung. Akten des Kolloquiums zu Ehren von Prof. H. E. Herzig vom 28. und 29. Juni 2001 in Bern. Lang, Bern 2004, ISBN 3-03910-030-0, S. 135–155, hier: S. 137.</ref> Sie bilden eine wichtige Quelle für die Kenntnis der Geschichte und Streckenführung der Straßen, darüber hinaus aber auch für die allgemeine Reichsverwaltung und Herrschaftsorganisation.

Es ist jedoch zu beachten, dass sie oftmals als Baumaterial verschleppt worden sind, mitunter wurden sie per Schiff weit transportiert. Eine Rekonstruktion römischer Wegführungen anhand der Funde von Meilen- und Leugensteinen ist nur in sehr seltenen Fällen möglich.<ref>Gerold Walser: Die römischen Straßen und Meilensteine in Raetien. Württemberg. Landesmuseum, Stuttgart 1983. (Kleine Schriften zur Kenntnis der römischen Besetzungsgeschichte Südwestdeutschlands, Nr. 29), S. 39.</ref>

Leugensteine

Datei:Wetteraumuseum Leugenstein.jpg
Leugenstein aus Friedberg, Hessen, Aufstellung im Wetterau-Museum

In bestimmten, vormals keltischen Gebieten der gallischen und germanischen Provinzen wurde zeitweilig nicht mit Meilen gerechnet, sondern mit Leugen, die 1,5 MP entsprechen, also etwa 2,22 km.<ref>Michael Rathmann: Untersuchungen zu den Reichsstraßen in den westlichen Provinzen des Imperium Romanum. Zabern, Mainz 2003, S. 118, bes. Anm. 95; Raymond Chevallier: Les Voies Romaines. Picard, Paris 1997, ISBN 2-7084-0526-8, S. 161; Hans Ulrich Nuber: Zu Wasser und zu Lande. Das römische Verkehrsnetz. In: Imperium Romanum. Roms Provinzen an Neckar, Rhein und Donau. Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Esslingen 2005, ISBN 3-8062-1945-1, S. 416; Janine Fries-Knoblach: Die Kelten. 3000 Jahre europäische Kultur und Geschichte. Kohlhammer, Stuttgart 2002, ISBN 3-17-015921-6, S. 133; Thomas Lobüscher in Thomas Fischer: Die Römischen Provinzen. Theiss, Stuttgart 2001 S. 210; Helmut Bender: Römische Straßen und Straßenstationen. Kleine Schriften zur Kenntnis der römischen Besetzungsgeschichte Südwestdeutschlands 13 (Schriften des Limesmuseums Aalen), Stuttgart 1975, S. 12; Hans-Joachim Schalles: Leuga. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 7, Metzler, Stuttgart 1999, ISBN 3-476-01477-0, Sp. 99–100.; Thomas Grünewald: Leuga. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 18, Walter de Gruyter, Berlin / New York 2001, S. 298–299.; Alexander Demandt: Die Kelten. 7. Auflage. Verlag C. H. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-44798-3 (C. H. Beck Wissen 2101), S. 95; Margot Klee: Lebensadern des Imperiums. Straßen im römischen Reich. Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2307-1, S. 76 f.</ref> Daher spricht man hier von Leugensteinen. Sie kamen seit trajanischer Zeit auf und wurden seit Septimius Severus in diesen Regionen flächendeckend üblich.

Fundorte von Meilen- und Leugensteinen

Deutschland

Baden-Württemberg

Bayern

  • Aindling – 1978 wurde in der Pfarrkirche St. Martin das Fragment eines Meilensteins mit Inschrift für Septimius Severus und Caracalla gefunden. Es befindet sich heute in der Archäologischen Staatssammlung.<ref>CIL 17-04-01, 00053</ref>
  • Augsburg – inschriftenloser Meilenstein, der am 1825 abgebrochenen Barfüßer-Tor stand.<ref>Gerold Walser: Die römischen Straßen und Meilensteine in Raetien. Württemberg. Landesmuseum, Stuttgart 1983. (Kleine Schriften zur Kenntnis der römischen Besetzungsgeschichte Südwestdeutschlands, Nr. 29), S. 74 Nr. 19.</ref>
  • Augsburg-Inningen – inschriftenloser Meilenstein, gefunden 1894, heute verschollen.<ref>Gerold Walser: Die römischen Straßen und Meilensteine in Raetien. Württemberg. Landesmuseum, Stuttgart 1983. (Kleine Schriften zur Kenntnis der römischen Besetzungsgeschichte Südwestdeutschlands, Nr. 29), S. 74 Nr. 20.</ref>
  • Burgmannshofen – Säulentrommel mit Inschrift für Septimius Severus, Caracalla und Geta, gefunden 1811 auf dem Friedhof, heute im Museum Augsburg.<ref>CIL 3, 5995</ref>
  • Burgweinting – das Bruchstück eines Meilensteins wurde 1909 in der örtlichen Kirche entdeckt und befindet sich heute im Museum Regensburg.<ref>Gerold Walser: Die römischen Straßen und Meilensteine in Raetien. Württemberg. Landesmuseum, Stuttgart 1983. (Kleine Schriften zur Kenntnis der römischen Besetzungsgeschichte Südwestdeutschlands, Nr. 29), S. 82 Nr. 36.</ref>
  • Egerdach (Wonneberg) – Meilenstein der Via Julia (Augsburg-Salzburg) mit Inschrift für Septimius Severus, Caracalla und Geta, 1999 vor der Südtür der Kirche St. Margaretha entdeckt, steht jetzt in einem Pavillon neben der Kirche.<ref>AE 1999, 01212. Franz Patzelt: Der römische Meilenstein von Egerdach, in: Traunsteiner Tagblatt (2001), Nr. 22; Meilensteine, Via Julia, abgerufen am 9. Dezember 2018.</ref>
  • Ellmosen – ein bei Ellmosen gefundener, inschriftenloser Meilenstein soll 1812 nach München gekommen sein. Er ist heute verschollen.<ref>Gerold Walser: Die römischen Straßen und Meilensteine in Raetien. Württemberg. Landesmuseum, Stuttgart 1983. (Kleine Schriften zur Kenntnis der römischen Besetzungsgeschichte Südwestdeutschlands, Nr. 29), S. 81 Nr. 34.</ref>
  • Epfach – zwei inschriftenlose Meilensteine aus Epfach sind heute verschollen. Der eine wurde 1804 aus dem Lech geborgen, der andere 1815 in einem Heustadel ausgegraben.<ref>Gerold Walser: Die römischen Straßen und Meilensteine in Raetien. Württemberg. Landesmuseum, Stuttgart 1983. (Kleine Schriften zur Kenntnis der römischen Besetzungsgeschichte Südwestdeutschlands, Nr. 29), S. 77 Nr. 25.</ref>
  • ErlstättMeilenstein von Erlstätt, war bis 1780 in der Kirchhofmauer von Erlstätt verbaut. Danach als Sockel eines Bildstockes nahe Kraimoos aufgestellt und erst 1840 als Meilenstein erkannt. Inschriften der Kaiser Septimius Severus, Caracalla und Geta.<ref>CIL 3, 5749; HD039561, Epigraphische Datenbank Heidelberg, abgerufen am 9. Dezember 2018.</ref>
  • Gilching – Meilensäule mit oben abgebrochener Inschrift (für Septimius Severus und Caracalla), gefunden im 16. Jahrhundert, seit 1830 in München, wo sie beim Museumsbrand 1944 zerstört wurde.<ref>CIL 3, 5990</ref>
  • Gundelfingen – 1981 wurden bei Renovierungsarbeiten in der Pfarrkirche St. Martin ein vollständig erhaltener Meilenstein mit Inschrift für Caracalla und das Fragment eines weiteren entdeckt.<ref>AE 1985, 00697; Wolfgang Czysz in: Das archäologische Jahr in Bayern 1981, S. 142.</ref>
  • Herreninsel im Chiemsee – Meilen-/Leugenstein aus Marmor, viermal beschriftet, 1778 in der Martinskapelle auf Herrenchiemsee entdeckt, 1913 erneut in Schalchen bei Gstadt entdeckt, dann im Heimatmuseum Traunstein, heute im Römermuseum Bedaium in Seebruck.<ref>7254 Meilenstein mit Inschriften der Kaiser Septimius Severus, Caracalla und Julian, Bilddatenbank Ubi Erat Lupa – HD021608, Epigraphische Datenbank Heidelberg, abgerufen am 9. Dezember 2018.</ref> Gehörte zur Via Julia (Augsburg-Salzburg).<ref>Meilensteine, Via Julia, abgerufen am 9. Dezember 2018.</ref>
  • Igstetterhof, Gemeinde Attenfeld – 1631 gefundene Trommel eines Meilensteins, wurde auf Veranlassung Kurfürst Karl Theodors nach Mannheim verbracht, heute im Reiss-Engelhorn-Museum.<ref>CIL 3, 5996</ref>
  • KaufbeurenKonrad Peutinger berichtet 1505 von einem, Markus Welser von zwei Meilensteinfragmenten. Alle sind heute verloren.<ref>CIL 3, 5993; HD039473, Epigraphische Datenbank Heidelberg, abgerufen am 9. Dezember 2018.</ref>
  • Kempten (Allgäu) (Cambodunum)
    • 1880 wurde in Kempten ein Meilenstein mit Inschrift für Septimius Severus und Caracalla gefunden.<ref>CIL 3, 11984</ref>
    • Ein weiterer, 1811 in Kempten gefundener Meilenstein für die gleichen Kaiser befindet sich heute im Römischen Museum Augsburg.<ref>CIL 3, 5992</ref>
  • Kösching (Germanicum) – auf dem Friedhof von Kösching stand eine Meilensäule mit viereckiger Basis und Inschrift für Septimius Severus und Caracalla. Kurfürst Karl Theodor ließ sie 1760 nach München bringen. Die Kalksteinsäule wurde beim Brand des Münchener Museums 1944 zerstört.<ref>CIL 3, 5999</ref> 1984 konnte rund 1 km von der Pfarrkirche Kösching entfernt ein weiterer, vollständig erhaltener, 2,20 m hoher Meilenstein aus dem Jahr 201 direkt unter der Grasnarbe aufgedeckt werden.<ref>CIL 17-04-01, 00070</ref>
  • Mittenwald
    • Johannes Aventinus berichtet von einem verschollenen Meilenstein, den Kaiser Maximilian angeblich nach Innsbruck bringen ließ.<ref>CIL 3, 5979</ref>
    • Meilenstein des Kaisers Julian aus weißem Marmor – 1996 südlich des Ortes nahe der römischen Brennerstraße Via Raetia im Kies steckend entdeckt, der Oberteil mit fünf Zeilen der Inschrift fehlt. Er stammt aus dem Jahr 363 und trägt als Entfernungsangaben 85 Meilen.<ref name="Dietz-Pietsch">Karlheinz Dietz / Martin Pietsch: Zwei neue römische Meilensteine aus Mittenwald, in: Mohr, Löwe, Raute 6 (1998), S. 41–57. Online-Version.</ref>
    • Meilenstein des Kaisers Decius aus grauem Glimmerschiefer – 1997 südlich des Ortes nahe der römischen Brennerstraße in einer Wiese steckend entdeckt. Entfernungsangabe 83 (LXXXIII) Meilen, aber 84 (LXXXIIII) anzunehmen, da eine römische Meile vom Julianstein entfernt. Heute im Rathaus Mittenwald.<ref name="Dietz-Pietsch" /><ref>HD039462, Epigraphische Datenbank Heidelberg, abgerufen am 9. Dezember 2018.</ref>
  • Nähermittenhausen – Meilensäule mit Resten von 13 Inschriftenzeilen, Inschrift für Septimius Severus und Caracalla, gefunden 1971 unter dem Hochaltar der Kirche.<ref>CIL 17-04-01, 00054</ref> Heute im Schlossmuseum in Neuburg.<ref>6876 Meilenstein der Kaiser Septimius Severus und Caracalla, Bilddatenbank Ubi Erat Lupa – HD004843, Epigraphische Datenbank Heidelberg, abgerufen am 9. Dezember 2018.</ref>
  • Nassenfels – vier Bruchstücke eines Meilensteins mit Inschrift für Septimius Severus und Caracalla, heute in der Archäologischen Staatssammlung.<ref>CIL 17-04-01, 00066</ref>
  • Partenkirchen – ein weiterer, von Aventinus erwähnter Meilenstein der Kaiser Caracalla und Geta (eradiert) soll sich in Partenkirchen befunden haben, er gilt seit dem 18. Jahrhundert als verschollen.<ref>CIL 3, 5978</ref>
  • Kloster Rebdorf – Meilensäule mit Inschrift für Septimius Severus und Caracalla, 1807 nach München verbracht, 1944 durch Brand zerstört.<ref>CIL 3, 5997</ref>
  • Söchtenau – 1807 an der Achbrücke entdeckt, im Zweiten Weltkrieg zerstört, wohl aus den Jahren 213 bis 217.<ref>HD039568, Epigraphische Datenbank Heidelberg, abgerufen am 9. Dezember 2018.</ref>
  • SollernPeter Apian berichtet vom Fund eines Meilensteinfragments in der örtlichen Kirche. Der Stein ist vor 1833 verschollen.<ref>CIL 3, 15211</ref>
  • Türkheim – Meilensäule ohne Inschrift, verwendet als Prellstein vor der Klosterkirche, heute verschollen.<ref>Gerold Walser: Die römischen Straßen und Meilensteine in Raetien. Württemberg. Landesmuseum, Stuttgart 1983. (Kleine Schriften zur Kenntnis der römischen Besetzungsgeschichte Südwestdeutschlands, Nr. 29), S. 76 Nr. 23.</ref>
  • Valley – Meilenstein für Septimius Severus und Caracalla, gefunden im 18. Jahrhundert.<ref>CIL 3, 5991</ref>
  • Goldberg bei Türkheim – im Mauerschutt des spätantiken Kastells fanden sich zwei Bruchstücke eines Meilensteins für Septimius Severus, heute im Museum Mindelheim.<ref>CIL 17-04-01, 00044</ref>
  • Weilheim in Oberbayern – nach Aventinus soll sich im Ort ein heute verschollener Meilenstein befunden haben.<ref>CIL 3, 5986</ref>
  • Wehringen – Bruchstücke eines Meilensteins, die als Wandstützen eines spätantiken Urnengrabes wiederverwendet wurden. Gefunden 1961 und in die Prähistorische Staatssammlung verbracht.<ref>CIL 17-04-01, 00046</ref>
  • Wolkertshofen – Meilenstein mit Inschrift für Septimius Severus und Caracalla, gefunden im 16. Jahrhundert, publiziert von Janus Gruterus, danach verloren. Ein Bruchstück tauchte 1929 beim Abbruch eines Kuhstalles wieder auf und kam ins Museum auf der Willibaldsburg, ist aber wiederum verschollen.<ref>CIL 3, 5998; HD039510, Epigraphische Datenbank Heidelberg, abgerufen am 9. Dezember 2018.</ref>

Hessen

  • Friedberg – der Stein fand sich nahe der Klostergasse in der Altstadt, er stand ursprünglich an der Straße von Nida (heute: Frankfurt-Heddernheim) nach Friedberg. Die Entfernung zum Civitas-Hauptort Nida betrug exakt zehn Leugen. Heute befindet sich der Stein im Wetterau-Museum in Friedberg.<ref>CIL 13, 9123</ref>
  • Wiesbaden (Aquae Mattiacorum) – der Stein wurde in der Nähe des Hauptbahnhofes aufgefunden und befindet sich in der Sammlung Nassauischer Altertümer Stiftung Stadtmuseum Wiesbaden.<ref>CIL 13, 09126</ref>
  • Mainz-Kastel – 1896 wurden an der römischen Heerstraße, die vom Römerkastell in Mainz-Kastel über den östlichen Hang der Biebricher Höhe zum Kastell auf dem Römerberg führte, zwei römische Meilensteine gefunden. Der erste, eine 2,10 Meter hohe Steinsäule gibt die Entfernung zwischen den beiden Kastellen an: AB AQVAE MATTIACORVM VI MILLE PASSUUM = sechs römische Meilen, nach heutigen Maßen neun Kilometer.<ref>CIL 13, 09124</ref> Der zweite Stein gab die gleiche Entfernung mit vier Leugen an.<ref>CIL 13, 09125</ref> Ein Abguss von ersterem steht heute gegenüber dem Wiesbadener Hauptbahnhof.
  • Kleestadt – der Stein wurde im Jahr 1832 in den Kleestädter Salzwiesen gefunden, er befindet sich im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt, eine Kopie im Dieburger Kreis- und Stadtmuseum.<ref>CIL 13, 09121; Helmut Castritius, Manfred Clauss, Leo Hefner: Die Römischen Steininschriften des Odenwaldes (RSO). In: Beiträge zur Erforschung des Odenwaldes 2, 1977, S. 237–308. Nr. 215.</ref> Die Zeile mit der Angabe der Leugenzahl ist nicht erhalten, vermutlich handelt es sich um den vier Leugen von Dieburg entfernten Stein.<ref>Egon Schallmayer: Zum römischen Namen von Dieburg. In: Germania 59/2, 1981 S. 319, doi:10.11588/ger.1981.91655.</ref> Die „Hohe Straße“, eine römische Heerstraße, die vom römischen Zentralort Dieburg nach dem Kastell Stockstadt am Mainlimes führte, geht über die Straßenmühle bei Schlierbach, hier kreuzt sie den Schlierbacher Weg.

Nordrhein-Westfalen

Datei:RGM-Köln-Meilenstein-FO-Köln-Luxemburger-Straße.jpg
Römischer Meilenstein aus Köln, Fundort Luxemburger Straße. RGM Köln
  • Brühl, Stadtgrenze zu Hürth, – Beim Braunkohletagebau wurde 1929 ein Meilenstein entdeckt, die Fundstelle liegt beim ehemaligen Forsthaus Villehaus, unmittelbar an der Luxemburger Straße, der Römerstraße Köln-Trier. Die Inschrift bezieht sich auf die Kaiser Trebonianus Gallus und Volusianus, die Entfernung nach Köln wird mit 6 Leugen angegeben.<ref>CIL 17-2, 00559; M. Rathmann, Bonner Jahrb. 204, 2004, 41 Nr. 26</ref> Er befindet sich im Rheinischen Landesmuseum Bonn.
  • Elsdorf-Esch – An der römischen Straße zwischen Köln und Jülich wurden 1997 Fragmente eines Meilensteines gefunden. Die Inschrift ist unvollständig und bezieht sich auf die Kaiser Trebonianus Gallus und Volusianus. Die ebenfalls unvollständige Entfernungsangabe nach Köln wurde nach dem Fundort mit 13 Leugen rekonstruiert. Bei einem weiteren Überrest von diesem Fundort ist nicht klar, ob er zum gleichen oder zu einem zweiten Leugenstein gehört.<ref>Wolfgang Gaitzsch: Zwei Meilensteine von der via Agrippinensis. Archäologie im Rheinland 1997, S. 82–84; M. Rathmann: Bonner Jahrbücher. 204, 2004, Nr. 18–19, S. 36–38.</ref>
  • Freialdenhoven – Ein Bruchstück mit stark verstümmelter Inschrift wurde 1866 beim Roden des Freialdenhovener Buschs gefunden. Der zur Straße von Köln nach Tongeren gehörende Stein ist verschollen.<ref>CIL 13, 09157; M. Rathmann, Bonner Jahrb. 204, 2004, 38 f. Nr. 21.</ref>
  • Höllen – Bei einem an der Höllener Mühle etwa 1700 m nördlich der Straße Köln-Jülich gefundenen Fragment ist nur ein kleiner Teil der Inschrift erhalten.<ref>Wolfgang Gaitzsch, Christoph B. Rüger: Bonner Jahrbücher. 188, 1988, Nr. 7, S. 426f.; M. Rathmann: Bonner Jahrbücher. 204, 2004, Nr. 20, S. 38.</ref>
  • Köln – Im Jahr 1903 wurde an der Luxemburger Straße, der Römerstraße Trier–Köln, an der Ecke Greinstraße ein Meilenstein von Constantius I. und Maximian gefunden. Die Entfernung nach Köln ist mit einer Leuge angegeben.<ref>CIL 13, 09154; M. Rathmann, Bonner Jahrb. 204, 2004, 40 f. Nr. 25</ref> Das Stück ist im Römisch-Germanischen Museum in Köln ausgestellt.
  • Marcomagus – An der römischen Straße von Köln nach Trier. Mehrere Steine vermutet beziehungsweise nachgewiesen: Umstritten ist der historisch belegte Meilenstein, der am wahrscheinlichsten aus dem frühen 3. Jahrhundert stammte. Ein Teil eines Steines aus der Zeit von Kaiser Decius wurde 1965 entdeckt und steht als Kopie in der Nähe des Fundortes. Zudem wird der Runde Stein als Meilensteinsockel einer zweiten Trasse angenommen.<ref>Umfangreiche Literatur siehe den Artikel Marcomagus in den Abschnitten Der berüchtigte Marmagener Meilenstein und Römische Fernstraßen in den Gemarkungen Marmagen und Nettersheim.</ref>
  • Zülpich

Rheinland-Pfalz

  • Altrip – In der römischen Festung Alta Ripa (hohes Ufer) wurden zahlreiche Leugensteine gefunden, sie stammten von anderen Stellen (2. und 5. Stein von Speyer aus) und wurden als Mauersteine der Römerfestung in sekundärer Verwendung genutzt.<ref>CIL 13, 9095; CIL 13, 9094; CIL 13, 9093; CIL 13, 9092.</ref>
  • Berg (Pfalz) – Von diesem römischen Meilenstein an der Römerstraße von Basel nach Mainz ist nur noch der Sockel erhalten, er findet sich am Ortsausgang neben der Landstraße 540 (ehemalige B 9). Dies ist der erste Stein an der linksrheinischen Rheinuferstraße auf deutschem Gebiet.
  • Detzem – Die Ortschaft Detzem bei Trier leitet ihren Namen vom lateinischen „ad decimum lapidem“, also dem zehnten Leugenstein ab. Im Laufe der Zeit wurde die Entfernungsangabe des Steins zum Ortsnamen. Gefunden wurden sieben Meilen- und Leugensteine mit neun bzw. acht (voriger Stein) Leugen Entfernung nach Trier.<ref>Heinz Cüppers in H. Cüppers (Hrsg.): Die Römer in Rheinland-Pfalz. Hamburg 2002, S. 525; Karl-Josef Gilles: Pölich, Kreis Trier-Saarburg. Römerstraße. In: Rheinisches Landesmuseum Trier (Hrsg.): Führer zu archäologischen Denkmälern des Trierer Landes. Trier 2008, ISBN 978-3-923319-73-2 (Schriftenreihe des Rheinischen Landesmuseums Trier 35) S. 160 f.</ref> Erhalten sind Inschriften der Kaiser Caracalla und Konstantin.<ref>CIL 13, 09129; CIL 13, 09130</ref>
  • Hagenbach – Neben einem Sägewerk wurden sechs zeitlich aufeinanderfolgende römische Leugensteine gefunden, eine Reproduktion steht am alten Standort im Bienwald sowie im Terra-Sigillata-Museum in Rheinzabern (Tabernae). Das Original befindet sich im Historischen Museum der Pfalz.<ref>CIL 17-02, 605; CIL 17-02, 606; CIL 17-02, 607; CIL 17-02, 608; CIL 17-02, 609.</ref>
  • Jockgrim – Der dreizehnte römische Meilenstein von Speyer stand nördlich des Ortes im Bienwald.<ref>CIL 13, 9096.</ref>
  • Mutterstadt – An der Ortsgrenze zog die Römerstraße vorbei, der Stein stand vermutlich an der Civitasgrenze zwischen Worms (Borbetomagus) und Speyer (Noviomagus) (8 Leugen von Speyer). Gefunden wurden zwei Fragmente in einem Brunnen.<ref>Helmut Bernhard in: H. Cüppers (Hrsg.): Die Römer in Rheinland-Pfalz. Hamburg 2002, S. 488 f.</ref>
  • Neumagen-Dhron (Mosel) – Im Ortsteil Neumagen vor der Pfarrkirche (gegenüber der Touristen-Information) der untere Teil eines Leugensteins; daneben eine Erläuterungstafel in mehreren Sprachen, alles als Teil des archäologischen Rundweges des römischen Kastells Noviomagus Treverorum (15 Leugen).
  • Oggersheim – Bei Bauarbeiten an der Bundesstraße wurde der in zwei Stücke gebrochene Stein aufgefunden (7 Leugen).
  • Piesport – 1921 wurde an der Römerstraße ein Leugenstein gefunden, 18 gallische Leugen von Trier entfernt.
  • Quint – Ähnlich verhält es sich beim Ortsnamen von Quint, einige Kilometer von Trier entfernt, er leitet sich ab von „ad quintum lapidem“, also der fünfte Stein von Trier.<ref>Heinz Cüppers in H. Cüppers (Hrsg.): Die Römer in Rheinland-Pfalz. Hamburg 2002, S. 653.</ref>
  • Worms – An der Kreuzung Wollstraße / Römerstraße. Vermutlich sekundär hier aufgestellt, soll er an der Römerstraße etwas südlich gefunden worden sein.<ref>Mathilde Grünewald: Neue Thesen zu den Wormser Stadtmauern. In: Mannheimer Geschichtsblätter NF 8 (2001), S. 11–44 (19).</ref>

Österreich

  • Gemeinlebarn – 1998 wurde nahe diesem Ort ein Meilenstein entdeckt, der aus den Jahren 217/218 n. Chr. stammt.<ref>Hannsjörg Ubl: Die neuen Meilensteine und die norische Limesstraße. In: Fundberichte aus Österreich 37, 1998, S. 186.</ref><ref>CIL 17-04-01, 00077.</ref> Nur ein Jahr später kam am gleichen Fundort ein Meilenstein aus dem Jahr 313 n. Chr. ans Licht.<ref>CIL 17-04-01, 00078.</ref>
  • Innsbruck – in zwei Stücke zerbrochener Meilenstein mit Formular für Septimius Severus und Caracalla, gefunden Anfang des 19. Jahrhunderts und ins Stift Wilten verbracht.<ref>CIL 3, 5980</ref>
  • Klosterneuburg – Zwei Meilensteine wurden in das Stift verschleppt. Der eine stammt aus der Regierungszeit des Kaisers Philippus Arabs (244–249),<ref>CIL 3, 05753.</ref> der andere von Decius (249–251).<ref>CIL 3, 05752.</ref> Ihre Zählung ging von Vindobona aus. Ein weiterer, erstmals 1324 urkundlich erwähnter Meilenstein steht noch in situ im Ortsteil Scheiblingstein, der auch nach dem Meilenstein benannt ist.<ref name="sagen">Harald Hartmann: Zwei römische Meilensteine bei Tulln. In: sagen.at, abgerufen am 8. Mai 2020.</ref>
  • Oberranna – nahe dem Burgus Oberranna, beim Jochenstein, wurde ein heute verschollener Meilenstein entdeckt, der in die Regierungszeit Caracallas datierte.<ref>CIL 3, 5755</ref>
  • Reith bei Seefeld – Schaft einer Meilensäule aus schwarzem Glimmerschiefer ohne Inschrift.<ref>Gerold Walser: Die römischen Straßen und Meilensteine in Raetien. Württemberg. Landesmuseum, Stuttgart 1983. (Kleine Schriften zur Kenntnis der römischen Besetzungsgeschichte Südwestdeutschlands, Nr. 29), S. 65 Nr. 6.</ref>
  • Schönberg im Stubaital – Bruchstück eines Meilensteins für Traianus Decius, vor 1756 gefunden an der Einmündung des Stubai- in das Silltal, in die Abtei Wilten verbracht, heute im Lapidarium Innsbruck.<ref>CIL 3, 5989</ref><ref name="Dietz-Pietsch" />
  • Schwechat (Ala Nova) – 1843 sowie 1844 fanden sich in einem Brunnen am westlichen Stadtrand sechs römische Meilensteine, die ursprünglich 21 römische Meilen vor Carnuntum standen.<ref>Ekkehard Weber: Die römischen Meilensteine aus dem österreichischen Pannonien. ÖJh 49, 1968–1971, S. 121 ff.</ref> Die Steine wurden innerhalb von wenigen Jahren um die Mitte des 3. Jahrhunderts aufgestellt.<ref>CIL 03, 04641; CIL 03, 04642; CIL 03, 04643; CIL 03, 04644; CIL 03, 04645; CIL 03, 04646.</ref>
  • Zwischen Seefeld und Scharnitz wurde der Schaft eines Meilensteins gefunden. Er gilt seit 1967 als verschollen.<ref>Gerold Walser: Die römischen Straßen und Meilensteine in Raetien. Württemberg. Landesmuseum, Stuttgart 1983. (Kleine Schriften zur Kenntnis der römischen Besetzungsgeschichte Südwestdeutschlands, Nr. 29), S. 65 Nr. 5.</ref>
  • St. Kathrein, Gemeinde Navis – Meilenstein-Bruchstück, gefunden 1910 in der örtlichen Kirche. Von der Inschrift ist nur der Rest einer Zeile erhalten.<ref>Gerold Walser: Die römischen Straßen und Meilensteine in Raetien. Württemberg. Landesmuseum, Stuttgart 1983. (Kleine Schriften zur Kenntnis der römischen Besetzungsgeschichte Südwestdeutschlands, Nr. 29), S. 72 Nr. 14.</ref>
  • Tulln an der Donau (Comagena) – In der Tullner Kirchengasse 10 wurde ein knapp zwei Meter hoher Meilenstein geborgen, der auf die Jahre 235/239 n. Chr. datiert.<ref>H. Stiglitz, in: Fundberichte aus Österreich 9, 1966/70, S. 139 f.</ref><ref>CIL 17-04-01, 00076</ref> In der Nähe der Ortschaft Nitzing wurde Ende des 19. Jahrhunderts am heutigen Aufstellungsort an der L120 ein Meilenstein, der erstmals in einer Quelle aus dem 14. Jahrhundert erwähnt wird, wiederentdeckt. Er stammt von 217/218 n. Chr.<ref name="sagen" /><ref>Otto Biack: Geschichte der Stadt Tulln. 1982, S. 46 f.</ref><ref>CIL 3, 13534.</ref><ref>Projekt „Frontiers of the Roman Empire“ (FRE): Meilenstein Nitzing. In: univie.ac.at, 2014, abgerufen am 8. Juni 2020.</ref>
  • Wels – „M.P. I“, im Stadtmuseum Minoritenkloster
  • Wien (Vindobona) – der sogenannte Sankt Marxer Meilenstein wurde an einem heute nicht mehr genau feststellbaren Ort im 3. Wiener Gemeindebezirksteil Sankt Marx gefunden. Er stammte von Valerianus Caesar (253–258) und gab die Entfernung nach Vindobona mit zwei Meilen an.<ref>CIL 3, 4647</ref> Aus dem Inzersdorfer Stadtteil stammen fünf Meilensteine, die 1841 in der Wienerberger Ziegelei geborgen wurden. Dazu gehört ein 143 n. Chr. unter Kaiser Hadrian gesetzter vollständiger Stein,<ref>CIL 3, 04649</ref> ein Stein aus der Zeit des Septimius Severus,<ref>CIL 3, 04650</ref> und ein 249 n. Chr. entstandener Meilenstein, der vier Meilen nach Vindobona angab.<ref>CIL 3, 04651</ref> Die gleiche Entfernung zeigten der zu demselben Fund gehörende Meilenstein des Valerianus Caesar<ref>CIL 3, 04652</ref> und ein 253 n. Chr. gleichfalls unter Valerianus Caesar entstandener Stein.<ref>CIL 3, 04653</ref>
  • Wilten – Meilensteinschaft, gefunden beim Kloster, heute im Schloss Ambras.<ref>CIL 3, 5981</ref>
  • Wilten-Sonnenberg – Meilensteinfragment mit Inschrift Kaiser Julians (363 n. Chr.), heute in der Hofgalerie Ambras.<ref>CIL 3, 5983</ref>
  • Zirl – Schaft eines Meilensteins mit Inschrift für Septimius Severus, heute im Lapidarium Innsbruck.<ref>CIL 3, 5988</ref> Gefunden im August 1835.<ref name="Dietz-Pietsch" />

Schweiz

  • Amsoldingen – Leugenstein (sieben Leugen von Aventicum), von Theodor Mommsen 1853 in der Krypta der Kirche entdeckt, heute im Hof von Schloss Thun.<ref>CIL 13, 9070</ref>
  • Baden AG – Leugenstein (56 Leugen von Aventicum) mit Formular für Kaiser Tacitus, 1851 in einer Kiesgrube gefunden, heute im Museum Landvogteischloss Baden.<ref>CIL 13, 9076</ref>
  • Boscéaz, Gemeinde Orbe – Leugensteinfragment mit Inschrift Kaiser Caracallas, ausgestellt zusammen mit dem dort gefundenen römischen Mosaik.<ref>Gerold Walser: Die römischen Straßen in der Schweiz. 1. Teil: Die Meilensteine. Kümmerly und Frey Geographischer Verlag, Bern 1967 (Itinera Romana. Beiträge zur Straßengeschichte des Römischen Reiches 1), S. 75 Nr. 36.</ref>
  • Canal d’Entreroches – Meilensteinfragment mit Inschriftenformular für Kaiser Hadrian, gefunden beim Kanalbau, heute in der Ancienne Académie Lausanne.<ref>CIL 13, 9065</ref>
  • Chavornay – im 18. Jahrhundert in einer Straßenmauer gefundenes Leugensteinfragment, heute in der Ancienne Académie Lausanne.<ref>CIL 13, 9066</ref>
  • Colovrex (Gemeinde Bellevue GE) – zwei Meilensteinfragmente, beide kamen 1866 ins Musée d’Art et d’Histoire in Genf.<ref>CIL 12, 5530;CIL 12, 5531</ref>
  • Coppet – heute verlorener Meilenstein, der vermutlich ein Formular für Antoninus Pius besaß.<ref>CIL 12, 5533</ref>
  • Dully – heute verlorener Meilenstein, der im 18. Jahrhundert als Brunnentrog in Nyon diente.<ref>CIL 13, 9057</ref> Ein weiterer Meilenstein wurde 1782 bei der alten Brücke von Dully gefunden, er befindet sich heute im Lapidarium des Museums Nyon.<ref>CIL 13, 9058</ref>
  • Etoy VD – Meilensteinfragment, heute in der Ancienne Académie Lausanne.<ref>CIL 13, 9060</ref>
  • Lavigny VD – im 18. Jahrhundert gefundener Meilenstein mit Inschrift für Gordianus III., heute im Hof des Schlosses von Aubonne.<ref>CIL 13, 9059</ref>
  • Messery – Meilenstein mit Inschrift für Septimius Severus und seine Söhne Caracalla und Geta, heute im Musée d’Art et d’Histoire in Genf.<ref>CIL 12, 5532</ref>
  • Montagny-la-Ville – Leugenstein mit Caracalla-Inschrift, heute im Schlosshof von Yverdon.<ref>CIL 13, 9068</ref>
  • Mumpf – Meilenstein, gefunden 1875 zwischen Mumpf und Stein AG, heute im Museum Rheinfelden.<ref>CIL 13, 9077</ref>
  • Paudex – Meilenstein mit Inschrift für Antoninus Pius, heute in der Ancienne Académie Lausanne.<ref>CIL 13, 9062</ref> Aus Paudex gibt es eine weitere, heute verlorene Meilensäule mit fragmentarischer Inschrift.<ref>CIL 13, 9063</ref>
  • Penthalaz – Fragment einer Meilensäule, gefunden im 18. Jahrhundert, vor der örtlichen Kirche aufgestellt.<ref>CIL 13, 9064</ref>
  • Prévessin – zwei Meilensteine mit unbekanntem Herkunftsort tragen heute das Schutzdach über der örtlichen Kirchenpforte.<ref>CIL 17-02, 00134;CIL 17-02, 00135</ref>
  • Saint-Prex – Meilenstein, in der Straßenbrücke über den Fluss Boiron eingemauert.<ref>CIL 13, 9061</ref>
  • Sitten – 1817 gefundener Leugenstein (17 Leugen von Aventicum), heute im Eingang des Rathauses auf einen Renaissancesockel montiert.<ref>CIL 13, 9071</ref>
  • Solothurn –1763 im Fundamentbereich der St. Ursen-Kirche entdeckter Leugenstein, heute im Lapidarium der Jesuitenkirche.<ref>CIL 13, 9072</ref> Zwei weitere Fragmente wurden in Solothurn gefunden, von denen eines sich ebenfalls im Lapidarium befindet,<ref>CIL 13, 9074</ref> das andere ist verschollen.<ref>CIL 13, 9073</ref>
  • Treycovagnes – längsgespaltener Leugenstein mit Formular für Septimius Severus und seine Söhne Caracalla und Geta, Fund aus dem 17. Jahrhundert, heute im Schlosshof von Yverdon.<ref>CIL 13, 9067</ref>
  • Unterwil (Heute Wil in der Gemeinde Turgi, 4 km westl. von Baden) – Meilenstein mit Inschrift für Kaiser Trajan,<ref>CIL 13, 9075</ref> 85 Meilen, vermutlich von Aventicum gezählt, heute im Landesmuseum Zürich.<ref>Gerold Walser: Die römischen Straßen in der Schweiz. 1. Teil: Die Meilensteine. Kümmerly und Frey Geographischer Verlag, Bern 1967 (Itinera Romana. Beiträge zur Straßengeschichte des Römischen Reiches 1), S. 90 f.</ref>
  • Vich VD – 1811 4 km östlich von Nyon gefundener Meilenstein mit Inschrift für Trebonianus Gallus, heute im Museum Nyon.<ref>CIL 13, 9056</ref>

Südtirol

Südeuropa

Auch in Südeuropa (Frankreich, Spanien, Portugal und natürlich in Italien) und in Nordafrika wurden römische Meilensteine gefunden; ein Beispiel für Frankreich ist der Meilenstein von Alba-la-Romaine.

Indien

Mogulzeitliche Distanzmonumente (Kos-Minar) finden sich in weiten Teilen Nordindiens, also von Afghanistan bis nach Bengalen.

Trivia

Quellen

Die Veröffentlichung aller Miliaria ist als Vol. XVII des Corpus Inscriptionum Latinarum (CIL) vorgesehen. Erschienen sind bisher (Februar 2021):

Miliaria Imperii Romani

  • Pars I: Provinciae Hispaniae et Britannia
    • Fasc. 1. Miliaria provinciae Hispaniae citerioris. Edd. Manfred G. Schmidt, Camilla Campedelli. 2015, ISBN 978-3-11-030944-7.
  • Pars II: Miliaria provinciarum Narbonensis Galliarum Germaniarum. Ed. Gerold Walser: 1986, ISBN 3-11-004592-3.
  • Pars IV: Illyricum et provinciae Europae Graecae
    • Fasc. 1. Miliaria provinciarum Raetiae et Norici. Edd. Anne Kolb, Gerold Walser, Gerhard Winkler. 2005, ISBN 3-11-017483-9.
    • Fasc. 2. Miliaria provinciae Dalmatiae. Edd. Anne Kolb, Gerold Walser. 2012, ISBN 978-3-11-017623-0.

Literatur

  • Raymond Chevallier: Les Voies Romaines. Picard, Paris 1997, ISBN 2-7084-0526-8.
  • Margot Klee: Lebensadern des Imperiums. Straßen im römischen Reich. Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2307-1.
  • Anne Kolb: Römische Meilensteine: Stand der Forschung und Probleme. In: Regula Frei-Stolba (Hrsg.): Siedlung und Verkehr im römischen Reich. Römerstrassen zwischen Herrschaftssicherung und Landschaftsprägung. Akten des Kolloquiums zu Ehren von Prof. H. E. Herzig vom 28. und 29. Juni 2001 in Bern. Lang, Bern 2004, ISBN 3-03910-030-0, S. 135–155.
  • Gerhard Radke: Miliarium. In: KlP 3 (1975) Sp. 1299.
  • Michael Rathmann: Meilensteine. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 10, Metzler, Stuttgart 2001, ISBN 3-476-01480-0, Sp. 161.
  • Michael Rathmann: Untersuchungen zu den Reichsstraßen in den westlichen Provinzen des Imperium Romanum (= Bonner Jahrbücher. Beiheft 55). Zabern, Mainz 2003, ISBN 3-8053-3043-X, doi:10.11588/propylaeum.362.510.
  • Michael Rathmann: Die Reichsstraßen der Germania Inferior. In: Bonner Jahrbücher. Band 204, 2004, S. 1–45, doi:10.11588/bjb.2004.0.51801.
  • Karl Schneider: Miliarium 1. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Supplementband VI, Stuttgart 1935, Sp. 395–431.
  • Gerold Walser: Die römischen Straßen und Meilensteine in Raetien (= Kleine Schriften zur Kenntnis der römischen Besetzungsgeschichte Südwestdeutschlands. Nummer 29). Württembergisches Landesmuseum, Stuttgart 1983.

Weblinks

Commons: Miliaria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Miliarium – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />