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Rakoniewice

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Vorlage:Infobox Ort in Polen Rakoniewice (Vorlage:DeS Rakwitz, Rackwitz) ist eine Stadt mit etwa 3600 Einwohnern im Powiat Grodziski der Woiwodschaft Großpolen in Polen. Der Ort hieß früher auch Freystadt<ref name="Gilly">Vorlage:Webarchiv</ref> bzw. Polnisch Freystadt.<ref>http://bcul.lib.uni.lodz.pl/dlibra/publication?id=1588&tab=3</ref><ref name="AF">A. C. A. Friedrich: Historisch-geographische Darstellung Alt- und Neu-Polens. Berlin 1839, S. 575</ref><ref name="HW">Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 421–422.</ref>

Geographische Lage

Rakoniewice liegt auf einer Anhöhe an der Landesstraße DK32 zwischen Grodzisk Wielkopolski und Wolsztyn in der Nähe von Babimost. Die Gemeinde Rakoniewice grenzt an die Gemeinden Wolsztyn, Wielichowo, Kamieniec, Siedlec, Przemęt, Grodzisk Wielkopolski und Nowy Tomyśl.

Geschichte

Datei:Bolesław V Wstydliwy nadaje Raczonowi wieś Rakoniewice.jpg
Mit dem Siegel von Bolesław V. dem Schamhaften versehene lateinische Urkunde von 1252, in der ein Raczono als Besitzer des Dorfes genannt wird
Datei:Kościół pw. św. Marcina i św. Stanisława w Rakoniewicach.jpg
Katholische Stadtkirche
Datei:60367 Rakoniewice kosciol muzeum pozarnictwa 3.JPG
Ehemalige evangelische Stadtkirche, beherbergt heute das Feuerwehrmuseum

Der Ort wurde zum ersten Mal 1252 schriftlich erwähnt. Bei dem Dorf Rakoniewice ließ der Grundherr Christoph Grzymultowski, Kastellan von Posen,<ref name="AF" /> für deutsche Protestanten eine Stadt nach Magdeburger Recht erbauen, die nach dem Willen des Stifters eigentlich Freystadt heißen sollte, doch setzte sich der Dorfname durch; die lateinische Urkunde hierfür wurde am 24. Februar 1662 von König Johann II. Kasimir bestätigt.<ref name="HW" /> Zu dieser Zeit wurden in der Stadt und ihrer Umgebung zahlreiche evangelische Deutsche und Tschechen angesiedelt. Von Grzymultowski ging die Stadt an Matthias Radomicki über, der den Gründungsbrief 1696 bestätigte. 1708 brannte die Stadt zur Hälfte ab. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts befand sich die Stadt im Besitz der verwitweten Kastellanin von Zakrzewski.<ref name="HW" />

1793 kam die Stadt an Preußen. 1797 bestand die Stadtbevölkerung zu einem Viertel aus Polen.<ref name="HW" /> Im 19. Jahrhundert befand sich die Stadt im Besitz der Familie Czarnecki.<ref name="HW" /> Wichtige Erwerbsquellen der Stadtbevölkerung basierten auf dem Wein- und Hopfenanbau in der Umgebung.

Die Stadt, die seit 1815 zum Landkreis Bomst in der preußischen Provinz Posen gehört hatte, musste nach dem Ersten Weltkrieg aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an die Zweite Polnische Republik abgetreten werden.

1939 wurde Rakwitz nach dem Überfall auf Polen von der deutschen Wehrmacht besetzt. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs und Besetzung durch die Rote Armee wurden die verbliebenen deutschen Einwohner aus Rakwitz vertrieben.

Einwohnerzahlen

  • 1800: 1115, davon 105 Juden<ref name="HW" />
  • 1843: 1715<ref name="HW" />
  • 1861: 2012<ref name="HW" />
  • 1875: 2058<ref name="MR">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
  • 1880: 2136<ref name="MR" />
  • 1890: 2201, davon 1238 Evangelische, 797 Katholiken und 127 Juden<ref name="MR" />

Gemeinde

Zur Stadt-und-Land-Gemeinde gehören neben der Stadt Rakoniewice weitere 25 Dörfer (deutsche Namen, amtlich bis 1945)<ref>Vorlage:GOV</ref><ref name="Rakwitz">Vgl. Deutsche Topograph. Karte, 3863 Rakwitz</ref><ref name="Amtsbezirk">Vgl. Weblink Amtsbezirk Rakwitz (Land) im Wartheland- Ortsumbenennungen</ref> mit einem Schulzenamt:

  • Adolfowo (Adolfowo, 1939–1945 Adolfsruh)<ref name="Rakwitz" />
  • Blinek (Blenke)<ref name="Gilly" />
  • Błońsko (Blumsche Holland)<ref name="Gilly" />
  • Cegielsko (Ciegelner Holland)<ref name="Gilly" />
  • Drzymałowo (bis 1939 Podgradowice; Pogradowitz, 1871–1919/1939 Kaisertreu, 1940–1945 Volkstreu)
  • Elżbieciny (Elzbieciny, 1939–1945 Elisabethhof)<ref name="Amtsbezirk" />
  • Głodno (Glodno, Gloden Holland,<ref name="Gilly" /> 1939–1945 Gloden)<ref name="Amtsbezirk" />
  • Gnin (Gnin, 1939–1945 Gotthardswalde)<ref name="Rakwitz" />
  • Gola (Gola, Goyla Holland,<ref name="Gilly" /> 1939–1943 Goile, 1943–1945 Obersanden)<ref name="Amtsbezirk" />
  • Goździn (Guzdzin Holland)<ref name="Gilly" />
  • Jabłonna (Jablonna)<ref name="Gilly" />
  • Komorówko
  • Kuźnica Zbąska
  • Łąkie
  • Łąkie Nowe
  • Narożniki (Naroschnik, 1939–1945 Eckenwalde)<ref name="Rakwitz" />
  • Rakoniewice-Wieś (Dorf Rakwitz)<ref name="Gilly" />
  • Rataje (Rataje, 1939–1943 Rattai, 1943–1945 Treudorf)<ref name="Amtsbezirk" />
  • Rostarzewo (Rostarschewo, auch Rothenburg, 1939–1943 Rothenburg a/ Obra, 1943–1945 Rothenburg a. d. Obra)<ref name="Amtsbezirk" /><ref>Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 429.</ref>
  • Ruchocice (Ruchocice, Rokatz,<ref name="Gilly" /> 1939–1945 Feldkirch (Kr. Wollstein))<ref name="Amtsbezirk" />
  • Stodolsko (Stodolsko, Stodolsker Holland,<ref name="Gilly" /> 1939–1945 Friedheim)<ref name="Amtsbezirk" />
  • Tarnowa (Tarnowa, 1939 Tarnowo, 1939–1945 Kampfheide)<ref name="Amtsbezirk" />
  • Terespol (Terespol, 1939–1945 Theresienau)<ref name="Amtsbezirk" />
  • Wioska (Wioska, 1939–1945 Schlieffenwalde)<ref name="Rakwitz" />
  • Wola Jabłońska

Weitere Ortschaften der Gemeinde sind Faustynowo und Józefin.

Sehenswürdigkeiten

Persönlichkeiten

  • Robert Koch (1843–1910), deutscher Mediziner und Mikrobiologe, hatte in Rakwitz von 1869 bis 1872 seine zweite Arztpraxis.
  • Michał Drzymała (1857–1937), polnischer Bauer, führte in Kaisertreu seinen Kampf gegen die preußische Obrigkeit. Ihm zu Ehren wurde 1939 Pogradowice in Drzymałowo umbenannt.

Literatur

Weblinks

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Fußnoten

<references />

Vorlage:Normdaten