Relata refero
Relata refero ist eine lateinische Wendung und bedeutet „Berichtetes berichte ich“, sinngemäß heißt das so viel wie „Ich gebe (nur) Gehörtes wieder“ oder „Ich weiß das (nur) vom Hörensagen“ (ohne die Wahrheit zu verbürgen).<ref>Vorlage:Herder-1854 „Relata refero, lat., ich erzähle, was ich gehört habe.“</ref> Auch die Vergangenheitsform relata retuli (auch relata rettuli) wird verwendet.<ref>Ingrid Maier: Presseberichte am Zarenhof im 17. Jahrhundert. Ein Beitrag zur Vorgeschichte der gedruckten Zeitung in Russland. In: Holger Böning, Arnulf Kutsch, Rudolf Stöber (Hrsg.): Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte. 6. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2004, S. 103–129, hier: S. 120: Relata rettuli: (Bereits) Berichtetes habe ich berichtet.</ref><ref>Refertur. In: DicoLatin (französisch); abgerufen im Juli 2020.</ref>
Die Wendung wird eingesetzt, um klarzustellen, dass man selbst den wiedergegebenen Sachverhalt nicht inhaltlich beurteilen kann, da man ihn nur vom Hörensagen kennt. Sie geht auf den griechischen Historiker Herodot zurück (Historien 7,152 u. ö.), der bei der Wiedergabe von Informationen, für deren Wahrheitsgehalt er sich nicht persönlich verbürgen konnte oder deren exakte Quelle er verschweigen zu müssen glaubte, anmerkte, er gebe nur Dinge wieder, die er von anderen gehört hatte. Im Altgriechischen lautet der Ausdruck {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} (legein ta legomena). Die Herkunft der lateinischen Fassung ist nicht nachweisbar.<ref name="Hass">Ulrike Haß-Zumkehr: »Wie glaubwürdige Nachrichten versichert haben«. Formulierungstraditionen in Zeitungsnachrichten des 17. bis 20. Jahrhunderts (Studien zur deutschen Sprache, Band 13). Gunter Narr Verlag, Tübingen 1998, ISBN 3-8233-5143-5, S. 20–22 mit Anm. 13.</ref>
Sowohl im griechischen Original wie auch in der lateinischen Form und in der wörtlichen deutschen Übersetzung handelt es sich bei dem Ausdruck um eine Zwillingsformel, die durch die wiederholende Stilfigur des Polyptotons gekennzeichnet ist.
Relata refero war auch das Motto der Frankfurter Postzeitung, einer der ersten Zeitungen Europas, die um 1615 in Frankfurt am Main gegründet wurde.<ref>Michael Steinbrecher, Günther Rager (Hrsg.): Meinung – Macht – Manipulation. Journalismus auf dem Prüfstand. Westend Verlag, Frankfurt am Main 2017, ISBN 978-3-86489-665-1, S. XX ({{#if: KhV3DwAAQBAJ
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Einzelnachweise
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