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Relationstrassierung

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Datei:Radientulpe.svg
Relationstrassierung mit Hilfe der Radientulpe

Die Relationstrassierung ist ein Planungsprinzip beim Entwurf von Straßen, die mit höheren Geschwindigkeiten befahren werden. Dabei wählen Planende die Radien aufeinanderfolgender Kurven so, dass sie in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen (Relation). Ziel ist eine möglichst gleichmäßige Linienführung, die keine abrupten Änderungen der Krümmung aufweist. Dadurch lässt sich die Strecke für Fahrzeugführende besser einschätzen, was zur Verkehrssicherheit beitragen kann.

Weichen die Radien benachbarter Kurven stark voneinander ab, kann dies zu unerwarteten Fahrmanövern führen, etwa wenn nach einer großzügigen Kurve unmittelbar eine deutlich engere folgt. Die Relationstrassierung soll solche Situationen vermeiden, indem sie eine vorhersehbare Abfolge der Kurven unterstützt. Sie ist ein anwendungsorientiertes Produkt der Verkehrspsychologie.

In technischen Regelwerken werden dafür einzuhaltende Grenzwerte angegeben, die sich je nach Straßenkategorie unterscheiden. In den Richtlinien für die Anlage von Landstraßen (RAL) wird der Zusammenhang zwischen aufeinanderfolgenden Kurvenradien beispielsweise mithilfe der sogenannten Radientulpe dargestellt. Sie zeigt, welche Kombinationen von Radien als günstig oder noch vertretbar gelten.

Lassen sich solche harmonischen Radienfolgen nicht einhalten, muss die Planung grundsätzlich geändert werden. Sollte eine grundsätzliche Änderung etwa aufgrund örtlicher Randbedingungen – etwa durch topografische Gegebenheiten oder bestehende Bebauung – im Einzelfall nicht umsetzen, kommen ausnahmsweise ergänzende Maßnahmen infrage. Dazu zählen beispielsweise Geschwindigkeitsbeschränkungen und warnende Verkehrszeichen (z. B. Vz 625 StVO). Dies stellt aber die absolute Ausnahme dar.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

In den in Deutschland gültigen Entwurfsklassen EKL1 bis EKL3 soll die Radienrelation im guten Bereich liegen, im Ausnahmefall ist auch der brauchbare Bereich akzeptabel.

Die Relationstrassierung wird auch auf das Verhältnis von Kurven und folgenden Geraden angewandt, wobei Mindest- und Maximallängen der Geraden zu beachten sind.

Einzelnachweise

<references />