Zum Inhalt springen

Reutberg (Gunzenhausen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Reutberg
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(14)&title=Reutberg 49° 6′ N, 10° 46′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(14) 49° 6′ 29″ N, 10° 46′ 24″ O
 {{#coordinates:49,1081|10,7733|primary
dim=10000 globe= name=Reutberg region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 453 m ü. NHN
Einwohner: 14 (1950)[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Postleitzahl: 91710
Vorwahl: 09836

Reutberg ist ein Gemeindeteil der Stadt Gunzenhausen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Reutberg liegt in der Gemarkung Gunzenhausen.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 18. Oktober 2024.</ref>

Lage

Die ehemalige Einöde liegt südöstlich von Alt-Gunzenhausen zwischen dem Burgstall und einem Flugplatz im Norden, dem Gunzenhäuser Gemeindeteil Oberasbach im Osten und dem Gunzenhäuser Gemeindeteil Weinberg im Süden.<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 18. Oktober 2024 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>

Ortsname

Der Ortsname bedeutet eine Ansiedelung auf einem Berg, der durch „Reuten“, das heißt durch Ausgraben von Wurzelstöcken, urbar gemacht wurde, also zuvor bewaldet war.<ref>R. Schuh, S. 228.</ref>

Geschichte

Nach dem Ende der Römerzeit nördlich der Donau, hervorgerufen durch die Alemannenstürme im Jahr 233,<ref>Landkreis Gunzenhausen, S. 158</ref> bewaldete sich das Gebiet der späteren Reutbergflur im 3. und 4. Jahrhundert wohl wieder und diente im 8. Jahrhundert dem Kloster Gunzenhausen zur Holznutzung, blieb aber Königswald. Im 12. Jahrhundert gingen die königlichen Bewaldungen durch Rodung an die Grafen von Truhendingen über.<ref>Winter S. 181; auch: [1]</ref>

Die Einöde ist erstmals 1368 urkundlich erwähnt, als Wilhelm von Seckendorff dem Burggrafen Friedrich von Nürnberg mit der Stadt Gunzenhausen unter anderem auch den „hofe genant der Reutperg“ verkaufte.<ref>R. Schuh, S. 227</ref> 1411 erfährt man, dass Burggraf Friedrich einem Ulrich Hwrener „Rewtberg“ zu Lehen gab. Elf Jahre später, als Burggraf Friedrich VI. von Nürnberg als erster Markgraf von Brandenburg-Ansbach regierte, bewilligte das Kloster Himmelthron einen Gütertausch zwischen Friedrich und der Stadt Gunzenhausen, bei dem der Markgraf den kleinen Zehnt des Reutberger Hofes erhielt. 1454 ist der Gunzenhäuser Bürger Ulrich Metzler Besitzer des Hofes, der als Schafhof bezeichnet ist; Abgaben leistet er an Gunzenhausen. In der Folgezeit erscheinen weitere brandenburgische Lehenbesitzer namentlich in Urkunden und Salbüchern. Die Schäferei Reutberg kam später in den Besitz der Stadt Gunzenhausen; so gehörte 1732 das Anwesen der Stadt, gültbar dem brandenburgischen Kastenamt Gunzenhausen und gepfarrt nach Gunzenhausen. Die Vogtei und die hohe Gerichtsbarkeit lagen beim markgräflichen Oberamt Gunzenhausen.

1792 wurde der Reutberg-Hof mit Gunzenhausen preußisch. Für 1801 ist für den „Reitberg“ eine Untertanenfamilie verzeichnet, die zum preußischen Ansbachischen Oberamt Gunzenhausen gehört.<ref>J. K. Bundschuh, Bd. 4, Sp. 469</ref> Erwähnt ist nunmehr auch ein Steinbruch, der zum Reutberg-Anwesen gehört.<ref>Historischer Atlas, S. 154</ref> Am 1. Januar 1806 wurde der Reutberg-Hof mit Gunzenhausen bayerisch. Er gehörte ab 1808 zum Steuerdistrikt Gunzenhausen im Landgericht und Rentamtsbezirk Gunzenhausen.

Bei der nächsten Gemeindereform 1818 wurde Gunzenhausen und mit der Stadt auch Reutberg Stadtgemeinde im neuen Bezirksamt Gunzenhausen (gebildet aus den Landgerichten Gunzenhausen und Heidenheim)<ref>Landkreis Gunzenhausen, S. 9</ref> des ebenfalls neuen Rezatkreises, der am 1. Januar 1838 in Mittelfranken umbenannt wurde.

1818 wohnten im Reutberger Anwesen zwölf, 1824 acht Einwohner. 1829 wird der von Gunzenhausen eine viertel Stunde entfernte Schafhof Reutberg von einer Familie mit zwölf Personen bewohnt.<ref>Vorlage:Hohn Rezatkreis 1829</ref> 1867 ist von drei Gebäuden die Rede, in denen sieben nach Cronheim gepfarrte Personen wohnen.<ref>Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 1035, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref>

1950 zählte man in zwei Häusern 14 Einwohner.<ref>Historischer Atlas, S. 234</ref> Im Zuge der Kreisgebietsreform in Bayern, die am 1. Juli 1972 in Kraft trat, verlor Gunzenhausen den Landkreissitz und ist seitdem eine Stadt im neuen Landkreis Weißenburg in Bayern, dessen Name am 1. Mai 1973 amtlich in Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen geändert wurde.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschichte der Stadt Gunzenhausen (Memento des Vorlage:IconExternal vom 3. Januar 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gunzenhausen.de</ref>

1965 wurde auf dem Reutberg ein Segelflugplatz in Betrieb genommen.<ref>Landkreis Gunzenhausen, S. 169</ref><ref>Website des Flugplatzes Reutberg</ref> Am Reutberg sind Neubaugebiete der Stadt Gunzenhausen entstanden. Außerdem befindet sich hier ein 1974 bis 1976 erbautes Kreiskrankenhaus.<ref>[2]</ref> Der „Hochbehälter Reutberg“ versorgt Gunzenhausen mit Trinkwasser. Der heutige Ortsteil wird von der Stadtbuslinie 641 angefahren.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

<references responsive />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende