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Untersee (Bodensee) – Wikipedia Zum Inhalt springen

Untersee (Bodensee)

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(Weitergeleitet von Rheinsee)

Vorlage:Infobox See

Datei:Untersee Mai 11.jpg
Blick von der Burg Hohenklingen südostwärts auf den Untersee mit Öhningen (D; links), Stein am Rhein (CH; rechts unten), Eschenz (CH; mittig rechts) und Mammern (CH; mittig, jenseits des Sees); am Horizont rechts in Bewölkung der Säntis (Appenzeller Alpen)
Datei:Rheinbruecke Stein am Rhein 01 10.jpg
Westende des Untersees am Ausfluss des Hochrheins an der Rheinbrücke Stein am Rhein; Blick stromabwärts; rechts die Burg Hohenklingen auf einem bewaldeten Sporn des Schiener Bergs

Der Untersee ist mit rund 62 km² Fläche der kleinere der beiden Seen des Bodensees. Davon gehören 47 km² zu Deutschland (Baden-Württemberg), und die restlichen 13 km² zu den Schweizer Kantonen Thurgau und Schaffhausen.

Es gibt drei ineinander übergehende Seeteile: Gnadensee mit seinem Markelfinger Winkel im Nordwesten, Zeller See im Westen (alle in Deutschland) und Rheinsee im Süden (in Deutschland und in der Schweiz). Sein Hauptzufluss ist der Seerhein und einziger Abfluss der Hochrhein.

Name

Von den Römern wurde er Lacus Acronius genannt. Im Mittelalter setzte sich die Bezeichnung Lacus Bodamicus (Bodensee) für den Obersee durch. Unter diese Bezeichnung fiel mit der Zeit auch der Untersee, weswegen der eigentliche Bodensee die Bezeichnung „Obersee“ erhielt.

Geographie

Lage

Der Untersee liegt auf der Grenze von Deutschland mit dem Land Baden-Württemberg im Norden und der Schweiz mit den Ostschweizer Kantonen Thurgau und Schaffhausen im Süden. Zwischen beiden Anrainerstaaten existiert im Untersee im Gegensatz zum Obersee eine festgelegte Grenzziehung; der weitaus größere Seeteil gehört zu Deutschland. Badische Anrainergemeinden sind Öhningen, Gaienhofen, Moos, Radolfzell, Reichenau, Allensbach und Konstanz, ostschweizerische Gottlieben, Ermatingen, Salenstein, Berlingen, Steckborn, Mammern, Eschenz und Stein am Rhein.

Der Untersee und seine Umgebung sind landschaftlich stark gegliedert. Im See liegen die Inseln Reichenau (4,28 km²; max. Vorlage:Höhe) und Werd (ca. 1,6 ha; Vorlage:Höhe). Die Rheinbrücke Stein am Rhein markiert den Grenzpunkt zwischen dem Untersee bzw. Rheinsee und Hochrhein.<ref name="SZH" /> Im Nordosten liegt die Halbinsel Bodanrück (Vorlage:Höhe), im Nordwesten das Hegau-Tiefland mit der Halbinsel Mettnau (ca. Vorlage:Höhe), die sich beide in Deutschland befinden, im Westen die Halbinsel Höri mit dem überwiegend deutschen Höhenzug Schiener Berg (Vorlage:Höhe) und im Süden der schweizerische Höhenzug Seerücken (Vorlage:Höhe). Wichtigste Zuflüsse des Untersees sind der Seerhein und die Radolfzeller Aach, der einzige Abfluss ist der Hochrhein.

Daten

Der Untersee ist 62 km² groß und liegt mit Vorlage:Höhe 22 cm tiefer als der 472 km² große Obersee (Vorlage:Höhe). Er ist maximal 45 m und im Mittel 13 m tief. Sein Wasserinhalt beträgt 0,8 km³ und seine Ufer sind 87 km lang.<ref name="IGKB-ZFP" />

Seeteile

Der Untersee gliedert sich in vier Seebereiche, die eigene Namen haben: der Gnadensee im Nordosten, der Markelfinger Winkel im Norden, der Zeller See im Nordwesten (alle in Deutschland) und der Rheinsee (in Deutschland und in der Schweiz) im Osten, Süden und Westsüdwesten:

Gnadensee

Der Gnadensee erstreckt sich vom Beginn des Reichenaudamms mit seiner Pappelallee im Südosten entlang dem Ufer des Bodanrücks bis zum nordwestlichen Ende des Markelfinger Winkels. Im Südwesten wird der Gnadensee durch das Nordostufer der Halbinsel Mettnau sowie von der Verbindungslinie zwischen der Spitze der Halbinsel Mettnau und dem Westufer der Insel Reichenau begrenzt.

Der Legende nach kommt der Name des Gnadensees aus der Zeit, als die Gerichtsbarkeit auf der Insel Reichenau angesiedelt war. Wurde ein Angeklagter zum Tode verurteilt, so konnte die Vollstreckung des Urteils nicht auf der Insel ausgeführt werden, sondern nur am Festland, da die ganze Insel „heiliger Boden“ war. Deshalb wurde der Verurteilte mit einem Boot zum Festland in Richtung Allensbach gebracht, damit das Urteil dort vollstreckt werden konnte. Wenn nun der Abt den Verurteilten doch noch begnadigen wollte, so ließ er eine Glocke läuten, bevor der Verurteilte am anderen Ufer ankam. Damit wurde dem Henker am Festland signalisiert, dass der Verurteilte Gnade erfahren hatte.

Die obige Legende ist eine so genannte Namenssage. Der Name Gnadensee erklärt sich besser mit der gnädigen Mutter Maria, der „Gnadenfrau“, nämlich als Ellipse der Gnaden[frau]see, da das am Gnadensee liegende Münster des Klosters Reichenau in Mittelzell eine Marienkirche war.<ref name="TgNamenbuch" /> Ähnlich lässt sich der Ortsname Frauenfeld im benachbarten Thurgau erklären.

Hegner Bucht

Der östlichste Teil des Gnadensees wird Hegner Bucht genannt. Sie wird in Richtung Südwesten seit der Fertigstellung des Reichenauer Damms vom Ermatinger Becken (Rheinsee) physisch abgetrennt.

Markelfinger Winkel

Markelfinger Winkel wird das westliche Ende des Gnadensees genannt. An seinem nordwestlichen Ende liegen Markelfingen und Radolfzell. Im Südwesten wird er von der Halbinsel Mettnau begrenzt.<ref name="LUBW" /> Seine südöstliche Abgrenzung liegt zwischen der Mettnauspitze und dem Bodanrück. Der Markelfinger Winkel ist mit einer maximalen Wassertiefe von 16 m der flachste Seeteil des Untersees. Zufluss ist der Mühlbach, der den auf dem Bodanrück liegenden Mindelsee entwässert.

Zeller See

Der Zeller See liegt zwischen der Halbinsel Mettnau im Nordosten, und dem Punkt auf der Halbinsel Höri im Südwesten des Sees, der der Südspitze der Mettnau direkt gegenüberliegt. In den Zeller See mündet nördlich von Radolfzell die Radolfzeller Aach.

Untersee im engeren Sinne

Datei:Felder oberhalb Tribotingen TG (2020).jpg
Blick vom Seerücken auf Untersee und Insel Reichenau

Vorlage:Anker Als Untersee im engeren Sinne wird der Seeteil bezeichnet, der im Norden von der Insel Reichenau, im Osten vom Südostteil des Bodanrück, im Süden vom schweizerischen Ufer des Seerückens und im Westen vom südlichen Ufer der überwiegend deutschen Halbinsel Höri mit dem Schiener Berg begrenzt wird. Er folgt damit ungefähr der im Untersee geltenden Grenzziehung zwischen Deutschland und der Schweiz. Dieser Seeteil wird als Rheinsee bezeichnet.<ref name="ikgb-40"/><ref name="Seesp20" />

Ermatinger Becken

Der östlichste Bereich des Rheinsees ist das Ermatinger Becken. Es wird im Norden seit der Fertigstellung des Reichenauer Damms von der Hegner Bucht (Gnadensee) physisch getrennt.

Schutzgebiete

Auf deutscher Seite sind folgende, teils zusammenhängende Schutzgebiete ausgewiesen:

Seegfrörnen

Im Januar 1940 fror der Untersee zu. Flüchtlinge und Militär hätten so den See von Deutschland nach der Schweiz überqueren können. Dreihundert Meter vom Schweizer Ufer seeeinwärts wurde eine ca. fünf Meter breite Rinne von Mammern bis Berlingen in das Eis gesägt. Otto Dix stellte 1940 in seinem Bild Aufbrechendes Eis den See nach einem Föhnsturm dar.<ref>Helmut Fidler: Aufbrechendes Eis – Die Seegfrörne von 1940 im Spiegel der Kunst. In: Hegau-Geschichtsverein e. V. (Hrsg.): Jahrbuch. Band 73/2016. Singen (Hohentwiel), S. 191–204.</ref>

Die letzte Seegfrörne des Untersees war im Februar 1987.

Schiffländen

Vorlage:Anker Vorlage:Hinweis Seiten-Koordinaten Orte mit Schifflände der Personenschifffahrt, von Osten nach Westen:

Vorlage:Tabellenstile

Schifflände am Untersee
Name Lage Land Kt. Bild
Ermatingen (See) Ermatingen CH TG Vorlage:Coordinate 2014
Reichenau (See) Reichenau D Vorlage:Coordinate Datei:Schiffsanlegestelle der Insel Reichenau.jpg
Mannenbach (See) Mannenbach CH TG Vorlage:Coordinate 2015
Berlingen (See) Berlingen CH TG Vorlage:Coordinate 2016
Horn (D) (See) Horn, Gaienhofen D Vorlage:Coordinate Datei:Photo-request.svgVorlage:Bilderwunsch
Gaienhofen (See) Gaienhofen D Vorlage:Coordinate 2011
Steckborn (See) Steckborn CH TG Vorlage:Coordinate Datei:2014 - Schifflände, Turmhof & Bootbetankung in Steckborn TG.jpg
Radolfzell (Bodensee) Radolfzell am Bodensee D Vorlage:Coordinate 2008
Hemmenhofen (See) Hemmenhofen D Vorlage:Coordinate 2018
Wangen (See) Wangen D Vorlage:Coordinate Datei:Wartehäuschen Schiffsanlegestelle Wangen (Bodensee).jpg
Mammern (See) Mammern CH TG Vorlage:Coordinate 2008
Öhningen (See) Öhningen D Vorlage:Coordinate 2012

Literatur

  • Patrick Brauns, Wolfgang Pfrommer: Naturwanderführer Untersee. Natur-Wanderführer zu den einzigartigen Kulturlandschaften am westlichen Bodensee (Wandern, Radfahren, Inline-Skating, Kanu-Touren, Schiffstouren). Naturerbe-Verlag Resch, Überlingen 1999, ISBN 3-931173-14-3.

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

<references responsive> <ref name="IGKB-ZFP">Vorlage:Webarchiv. In: Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (Hrsg.): Der Bodensee: Zustand – Fakten – Perspektiven. 1. Auflage. Bregenz 2004, ISBN 3-902290-04-8, S. 8–11 (PDF; 1,1 MB)</ref> <ref name="IGKB-S43">Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee: Bodensee-Untersee (Zustandsbeschreibung), in Limnologischer Zustand des Bodensees, Bericht Nr. 40, auf igkb.org, S. 43 (PDF; 7,6 MB)</ref> <ref name="SZH">Max Auerbach und Gisela Rottengatter: Untersuchungen über den Wasseraustausch der einzelnen Becken des Untersees (Bodensee), Schweizerische Zeitschrift für Hydrologie, Volume 22, Issue 1, 1960. S. 49: „Das Ende des Untersees und damit des gesamten Bodensees liegt unter der Rheinbrücke bei Stein.“</ref> <ref name="TgNamenbuch">Eugen Nyffenegger und Martin Graf: Thurgauer Namenbuch, Band 3.1., Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2007, ISBN 978-3-7193-1458-3, S. 602</ref> <ref name="LUBW">Vorlage:Webarchiv, Untersuchungsgebietsbeschreibung des LUBW, auf lubw.baden-wuerttemberg.de</ref> <ref name="Seesp20">Der Bodensee: drei Teile, ein See, in Seespiegel, Ausgabe 20, 12/2004, auf seespiegel.de (PDF; 1,16 MB)</ref> <ref name="ikgb-40">ikgb Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee: Limnologischer Zustand des Bodensees, Bericht Nr. 40, S. 43</ref> </references>

Vorlage:Normdaten