Hanseatische Brauerei Rostock
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Die Hanseatische Brauerei Rostock GmbH ist eine 1878 gegründete Bierbrauerei in der Hansestadt Rostock. Sie gehört zur Radeberger Gruppe in der Oetker-Gruppe.
Historie der Brauerei
Vorgeschichte
In Rostock wird seit Mitte des 13. Jahrhunderts gewerblich Bier gebraut. Es erreichte über den Hafen und die Hanse auch das – vor allem skandinavische – Ausland.
Constantin Steinbeck betrieb seit 1833 eine Privatbrauerei am Hopfenmarkt 22. 1863 ließ die Familie auf ihrem Bierlagerkeller an der Doberaner Chaussee 8 einen Brauereiausschank errichten, den sie 1864 als Steinbecks Keller eröffnete. 1871 gründete sich gegenüber in der Doberaner Chaussee 41 die Aktien Bierbrauerei zu Rostock mit einem Brauereineubau, 1872 übernahm sie die Steinbecksche Brauerei und das Ausschanklokal Steinbecks Keller.<ref>Vgl. Ingo Sens: Bier für Rostock: Die Geschichte der Hanseatischen Brauerei, Hinstorff Verlag; Rostock 2016, Seite 31</ref> Die Julius Meyersche Bierbrauerei wurde 1869 am Wendländer Schilde 6 gegründet. Deren Bierlagerkeller befand sich in der Doberaner Chaussee 11.<ref>Vgl. Adressbuch Rostock 1870 ff.</ref> Um 1872 errichtete Julius Meyer auf diesem Keller eine neue und größere Brauerei. Der Brauereibesitzer verstarb 1878, seine Witwe ließ die Brauerei meistbietend versteigern.<ref>Vgl. Sens, ebenda, Seite 29</ref>
Gründung und Expansion
Am 19. März 1878 erwarben Friedrich Ohlerich<ref>Friedrich Ohlerich, geboren am 28. September 1852 in Rostock, kaufmännische Ausbildung, sammelte erste Erfahrungen im Braugewerbe ab 1876 als Prokurist der Actien Bierbrauerei, übernahm ein Jahr später die Conventbrauerei Krentzien in der Wokrenter Straße 37. Vgl. Sens, ebenda, Seite 35 ff.</ref> und Georg Mahn<ref>Georg Mahn, geboren am 27. Oktober 1849 in Rostock, Ausbildung zum Zimmermann mit Meisterbrief, übernahm die väterliche Hofzimmerei in der Paulstraße 28 als Privatbaumeister. Vgl. Sens, ebenda, Seite 37 ff.</ref> bei der Versteigerung die Julius Meyersche Bierbrauerei und gründeten dort am 28. März die Brauerei Mahn & Ohlerich OHG (M&O). Zu diesem Zeitpunkt gab es in Rostock neben M&O zehn größere Brauereien und mehrere Coventbrauer.<ref>Vgl. Adressbuch Rostock 1879</ref> 1884 meldete die Aktien Bierbauerei vorm. Steinbeck Insolvenz an. M&O kaufte die Brauerei inklusive des Schanklokals Steinbecks Keller, der in Mahn & Ohlerichs Keller umbenannt wurde.
Von Anfang an investierte M&O in neueste Brautechnik. Seit 1880 besaß die Brauerei eine eigene Mälzerei, das Biersortiment wurde ständig überarbeitet und erweitert. Dampfmaschinen dienten zuerst nur als Transmissionsantrieb, dann zur Erzeugung von elektrischem Strom und später auch zur Wärmeerzeugung. Außerdem wurde die Mitte der 1880er Jahre erworbene Kunsteis- und Kältemaschine damit angetrieben. 1888 bot die Brauerei etwa 125 Männern einen Arbeitsplatz, damit war sie zu dieser Zeit nach der Neptunwerft und der Zuckerfabrik einer der größten Arbeitgeber in Rostock. Die Betreiber der Großbrauerei legten neben modernen Produktionsanlagen und hoher Qualität ihrer Produkte auch großen Wert auf Sozialleistungen. Dazu entstand 1885 eine Betriebskrankenkasse und 1888 eine Pensionskasse (1891 in eine allgemeine Unterstützungskasse umgewandelt).
In beiden Kassen wirkte Friedrich Ohlerich als Vorsitzender, der 1887 auch als Bürgervertreter im IV. Quartier gewählt wurde.<ref>Vgl. Adressbuch Rostock 1888, Abschnitt Repräsentierende Bürgerschaft</ref> Völlig unerwartet verstarb Ohlerich am 26. April 1889.<ref>Friedrich Ohlerich war mit Hulda Schürmann verheiratet, das Paar hatte 6 Kinder. Vgl. Ingo Sens, ebenda, Seite 36 ff.</ref> Sein Kompagnon Georg Mahn konnte sich mit Ohlerichs Erben einigen und wandelte die OHG zum 26. November 1889 in eine Aktiengesellschaft um.<ref>Familie Ohlerich besaß bis 1948 Aktienanteile an der Brauerei. Vgl. Deutscher Reichsanzeiger Nr. 304, 20. Dezember 1889, Seite 3</ref> Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts baute Georg Mahn die Position von M&O als bekannteste und größte Brauerei in Mecklenburg aus. Kurz nach der Jahrhundertwende erreichte die Rostocker Brauerei einen Bierausstoß von 100.000 hl.<ref name="WagnerMM">Vgl. Andreas Wagner: Die Rostocker Brauerei Mahn & Ohlerich in Mecklenburg Magazin, März 1993, Nummer 6, Seite 8–9</ref> Das gegenüberliegende Gebäude der 1884 übernommenen Aktien Bierbauerei vorm. Steinbeck wurde ab 1906 zu einer reinen Mälzerei umgebaut.<ref> Vgl. Jens Andrasch: Vier Betreiber und ihre Visionen – Von Steinbecks Keller zum Peter-Weiss-Haus, Verlag Redieck & Schade GmbH, Rostock 2014, Seite 326 ff</ref>
Der Erste Weltkrieg und seine Folgen brachten die Brauerei in eine schwierige Situation. Im Geschäftsjahr 1917/18 sank der Bierausstoß aufgrund hoher Rohstoffpreise und fortdauerndem Mangel an Braugerste auf knapp 30.000 hl. Um ihre Defizite auszugleichen und ihre Produktionsanlagen auszulasten, begann die Brauerei 1920 mit der Produktion von alkoholfreien Getränken. Die Inflation und der daraus folgende Währungsverfall führten zu einer Flucht in Sachwerte. M&O versuchte durch Übernahme von Konkurrenten, die eigene wirtschaftliche Lage zu stabilisieren. Mit Erwerb und Stilllegung der Schweriner Brauerei Paulshöhe<ref>Gegründet 1874, 1896 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. vgl. Adressbuch Schwerin 1872 ff</ref> begann 1920 eine dynamische Expansion, die sich noch im selben Jahr mit Übernahme der Voss’schen Brauerei<ref>Gegründet 1679 am Wendländer Schilde 7, Inhaber Theodor & Ludwig Voss, vgl. Adressbuch Rostock 1920</ref>, Klosterbrauerei<ref>Gegründet 1907 in der Kasernenstraße 74, Inhaber Helmuth Möller und Emil Carow, vgl. Adressbuch Rostock 1908 ff</ref> und Brauerei Gebr. Jancke<ref>Gegründet 1901 in der Neubramowstraße 8, Inhaber Otto Jancke und Paul Woitge, vgl. Adressbuch Rostock 1902 ff</ref> in Rostock fortsetze. Ein Jahr später folgte die in Bad Doberan ansässige Brauerei Hugo Zimmermann, 1923 dann die Schloßbrauerei Bützow und die Schweriner Brauerei Anton Feltmann.<ref>1875 gegründet, 1896 Eröffnung eines Restaurants mit Pensionsbetrieb in der Rostocker Straße 55/57 (heute Hotel Elefant) Vgl. Adressbuch Schwerin 1874 ff</ref> In anderen regionalen Brauereien eröffnete M&O Zweigniederlassungen beziehungsweise Niederlagen, dazu gehörten 1920 die Bergbrauerei Ernst Schulz in Tribsees<ref>1865 von G. Compart gegründet, seit 1885 im Besitz von Familie Schulz</ref>, 1921 die Brauerei Max Hagemann in Teterow<ref>1875 von Adolf Hagemann gegründet</ref> und 1922 die Brauerei Herrmann Knust in Barth.<ref>1870 von W. Schütt gegründet, später im Besitz von Heinrich Schulz, Übernahme durch Knust nach 1918.</ref><ref>Vgl. Sens, ebenda, Seite 72</ref> Bereits im Geschäftsjahr 1924/25 konnte M&O beim Bierausstoß wieder das Vorkriegsniveau erreichen.<ref name="WagnerMM"></ref><ref>Vgl. Sens, ebenda, Seite 59 ff.</ref> Rund 200 Männer und Frauen arbeiteten 1928 im Unternehmen, die Brauerei erzeugte mehr als 160.000 hl Bier. Heinrich Mahn wechselte im fünfzigsten Jahr des Bestehens der Brauerei in den Aufsichtsrat und übergab die Direktion an seinen Schwiegersohn Guido von Oertzen, der die Unternehmenspolitik bis Mitte 1945 prägte.<ref>Heinrich Mahn verstarb am 30. Dezember 1935 in Rostock. Vgl. Sens, ebenda, Seite 65</ref> Zu Beginn der 1930er Jahre entwarf der Rostocker Künstler Egon Tschirch das bekannte rote Emblem M&O für die Rostocker Brauerei.<ref>Vgl. Werner Tschirch: Egon Tschirch, sein Leben, seine Arbeiten; zusammengestellt aus Erinnerungen und im Nachlass gefundenen Belegen. neue Bearbeitung, Eigenverlag, Berlin 1974, Seite 26</ref>
Die Brauerei zwischen 1933 und 1945
Veränderte Wirtschaftsstrategien und staatliche Subventionen führten nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten zu einer anhaltenden Konjunktur. In Rostock forcierten diese Maßnahmen vor allem die Luftrüstung und den Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur. Heinkel und Arado errichten neue Produktionsstätten und warben um neue Mitarbeiter. Die daraus resultierende Zuwanderung ließ die Einwohnerzahl zwischen 1933 und 1935 auf über 100.000 Menschen steigen und machte Rostock zur Großstadt. Das brachte auch der Bauwirtschaft einen erheblichen Auftrieb: Über 6000 Wohnungen wurden allein für die Heinkelwerke errichtet. Der Aufschwung in der Rüstungsindustrie war mit dem Abbau der hohen Arbeitslosigkeit verbunden, doch gleichzeitig begannen sich in Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Verwaltungen die Repressalien gegen jüdische Mitarbeiter und politische Gegner auszuweiten.<ref>Vgl. Sens, ebenda, Seite 73 ff</ref> Bei Mahn & Ohlerich wurde der jüdische Kaufmann Ernst Hopf<ref>Ernst Siegmund Hopf, geboren 1885 in Nürnberg, war Hopfenhändler in der Hopfengroßhandlung Hopf, Hesselberger & Krakenberger. Er verstarb 1935 in München.</ref> im Mai 1933 genötigt, den Aufsichtsrat zu verlassen; kommunistische, sozialdemokratische und jüdische Mitarbeiter erhielten die Kündigung.<ref>Vgl. Sens, ebenda, Seite 75 ff.</ref><ref>Vgl. Andreas Wagner: Arbeit und Arbeiterexistenz im Wandel. Zur Geschichte der Belegschaft der Rostocker Brauerei Mahn & Ohlerich 1878–1955. Hochschulschrift, Bremen 1995, Seite 242 ff</ref>
Auf die verbesserte Wirtschaftslage, den Einwohnerzuwachs und die daraus resultierenden steigenden Absatzzahlen reagierte die Brauerei mit umfangreicher Modernisierung. Im Zuge der Baumaßnahmen unter der Leitung des Architekten Walter Butzek entstanden zwischen 1936 und 1938 ein modernes Kühl- und Sudhaus und ein Kesselhaus mit Schornstein, zugleich wurden die Kapazitäten der Maschinenanlage, Mälzerei, Tankanlage, Gär- und Lagerkeller und des Ausschanklokals erweitert.<ref>Vgl. Sens, ebenda, Seite 75 ff.</ref>
Seit Kriegsbeginn nahm die Anzahl der ortsansässigen Arbeitskräfte in der Brauerei kontinuierlich ab. Zur Erhaltung des hohen Produktionsniveaus wurden ausländische Arbeitskräfte herangezogen. Seit 1940 bekam die Brauerei französische Kriegsgefangene aus dem Stalag Neubrandenburg zugeteilt, ab Dezember 1942 arbeiteten auch ukrainische Zwangsarbeiter für das Unternehmen. Im Garten des Ausschanklokals wurden zur Unterbringung der durchschnittlich 45 Kriegsgefangen und 21 Zwangsarbeiter zwei Baracken errichtet und mit einer Mauer umgeben, ihre Bewachung erfolgte hauptsächlich durch zivile Wachleute von M&O.<ref>Vgl. Sens, ebenda, Seite 83 ff.</ref><ref>Vgl. Wagner: Arbeit und Arbeiterexistenz im Wandel, Seite 218 ff</ref>
Bei den Luftangriffen auf Rostock zwischen 1942 und 1944 erhielten die Gebäude von M&O massive Treffer, die Mälzerei und das Ausschanklokal Mahn & Ohlerichs Keller wurden teilweise bis stark beschädigt. Im April 1942 wurde auch das Kriegsgefangenenlager getroffen, dabei wurden 8 Personen getötet und mehrere verletzt.<ref>Vgl. Wagner: Arbeit und Arbeiterexistenz im Wandel, Seite 219</ref> Die Schäden an den Gebäuden konnten zwar schnell beseitigt und der Betrieb aufrechterhalten werden, doch während des Krieges wurden die Arbeits- und Produktionsbedingungen immer schwieriger. Kriegsbedingte behördliche Anordnungen, fehlende Rohstoffe und Facharbeitermangel verschärften die Situation. So wurde die Werkstatt der Brauerei im März 1943 vom Hauptamt für Technik zur Übernahme von Zulieferungen für die Rüstungsproduktion verpflichtet.<ref> Vgl. Wagner: Arbeit und Arbeiterexistenz im Wandel, Seite 226</ref> Im Februar 1944 musste die Mälzerei wegen Rohstoffmangel außer Betrieb genommen und die freiwerdenden Arbeitskräfte an Rüstungsbetriebe abgegeben werden. Kurz darauf nutzten die Heinkelwerke auf dem Gelände der Mälzerei alle frei werdenden Räumlichkeiten als Lager. Akuter Kohlemangel führte im Februar 1945 zur Stilllegung aller Brauereien in Mecklenburg.<ref>Vgl. Sens, ebenda, Seite 85 ff. und Wagner: Arbeit und Arbeiterexistenz im Wandel, Seite 227 ff</ref> Das Ausschanklokal Mahn & Ohlerichs Keller diente ab März 1945 als Zufluchtsort für ostpreußische und pommersche Flüchtlinge.<ref>Vgl. Andrasch, ebenda, Seite 133</ref>
Entwicklung der Brauerei von 1945 bis 1990
Nach dem Einmarsch der Roten Armee am 1. Mai 1945 zog die Besatzungsmacht die Brauerei zur Versorgung der Truppen heran. Mitte August begann ein Kommando der Roten Armee mit der Demontage sämtlicher Anlagen, um sie als Reparationsleistung in die Sowjetunion zu überführen. Das Ausschanklokal wurde im April 1946 beschlagnahmt und nach längeren Auseinandersetzungen mit den zuständigen Behörden im April 1948 an die Rostocker Ortsgruppe der Gesellschaft zum Studium der Kultur der Sowjetunion übergeben.<ref>Vgl. Andrasch, ebenda, Seite 130 ff</ref>
Erst ab Mai 1946 konnten die nun leerstehenden Räumlichkeiten der Brauerei wieder genutzt werden. Nach dem Einbau verschiedener alter Anlagen, die aus allen Teilen der sowjetischen Besatzungszone herangeschafft wurden, startete M&O im Juni 1946 erst mit der Produktion von Limonaden und Mineralwasser, ab März 1947 dann auch wieder mit der Bierbrauerei. Im Frühjahr 1947 erfolgte die Enteignung der Brauerei und die Umwandlung in einen Volkseigenen Betrieb.<ref>Vgl. Sens, ebenda, Seite 95 ff</ref> Die teilweise wiederaufgebaute Mälzerei wurde ab Juli 1947 aus dem Brauereibesitz herausgelöst und unter Leitung von Familie Freidank zu einer Spirituosenfabrik umgebaut.<ref>Im Sommer 1945 war Familie Freidank aus dem pommerschen Stettin geflüchtet.</ref> Unter Verwendung von Apparaturen und Originalrezepten der Stettiner Weinbrennerei C.W. Kemp Nachf. AG<ref>Carl Wilhelm Kemp übernahm 1844 in Stettin eine bestehende Likörfabrik mit Weinbrennerei und Weingroßhandel, seine Erben betrieben diese bis 1945.</ref> startete die Spirituosen- und Likörfabrik Freidank GmbH im Frühjahr 1948 mit der Produktion. Drei Jahre später wurde die Fabrik verstaatlicht und in VEB Anker Spirituosen umbenannt.<ref>Nach der Enteignung ging die Firma Freidank zuerst nach Gütersloh, später nach Siegburg. Dort wurde sie 1954 liquidiert.</ref><ref>Vgl. Made in Rostock - Produkte von hier aus 200 Jahren, Verlag Redieck & Schade, Rostock 2021, Seite 126</ref><ref>Vgl. Andrasch, ebenda, Seite 329 ff</ref>
Die Brauerei selbst firmierte ab 1948 zunächst unter dem Namen VEB M&O, ab 1952 dann als VEB Rostocker Brauerei.<ref>Vgl. Sens, ebenda, Seite 100 ff</ref> Mitte der 1950er Jahre erreichte sie wieder das Vorkriegsniveau in der Bierproduktion. Trotz schleppender Investitionen wuchs die Brauerei, doch der sprunghaft steigende Getränkebedarf in den Sommermonaten überschritt ihre Kapazitäten. Als im Sommer 1967 ein Brand den volkseigenen Betrieb fast vollständig vernichtete, war der Weg für zwingend notwendige Investitionen endlich frei. Die produzierte Biermenge stieg 1988 auf eine Million hl.<ref name="WagnerMM"></ref>
Die Brauerei in der Marktwirtschaft ab 1990
1991 kaufte die Bremer Brauerei Beck & Co. die Rostocker Brauerei. 2003 wurde sie von der Brau & Brunnen AG übernommen. 2006 wechselte erneut der Eigentümer, da die Oetker-Gruppe bereits 2004 die Brau & Brunnen AG aufgekauft hatte und diese nun inkl. der Hanseatische Brauerei Rostock in die bereits bestehende, eigene Radeberger Gruppe überführte.
Als Besonderheit wurde bis Anfang der 2000er Jahre koscheres Bier für Israel produziert. Dazu mussten wegen der Beschäftigung von Frauen besondere Vereinbarungen mit dem Betriebsrat abgeschlossen werden.<ref>Die Welt – Hamburg-Ausgabe vom 26. Juli 2003 S. 38.</ref>
In regelmäßigen Abständen richtet die Brauerei auf ihrem Gelände ein Brauereihoffest aus.
Biersorten
Die Brauerei braut Rostocker Pils, Export, Bockbier, Radler und Zwickelbier und füllt dieses in Flaschen ab.<ref>Sortiment der Brauerei</ref> Zusätzlich wird das Traditionsbier Mahn & Ohlerich (Pils) hergestellt und angeboten.<ref>Hersteller Mahn & Ohlerich</ref> Außerdem wird ein Dunkelbier gebraut, welches ausschließlich für die Gastronomie in Fässer abgefüllt wird. (Stand Februar 2025)
Literatur
- Andreas Wagner: Arbeit und Arbeiterexistenz im Wandel. Zur Geschichte der Belegschaft der Rostocker Brauerei Mahn & Ohlerich 1878–1955. Hochschulschrift, Bremen 1995, ISBN 3-931737-39-X
- Jens Andrasch: Vier Betreiber und ihre Visionen – Von Steinbecks Keller zum Peter-Weiss-Haus, Verlag Redieck & Schade GmbH, Rostock 2014, ISBN 978-3-942673-43-3
- Ingo Sens: Bier für Rostock: Die Geschichte der Hanseatischen Brauerei, Hinstorff Verlag; Rostock 2016, ISBN 978-3-356-02017-5
Weblinks
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