Rubidiumcarbonat
Rubidiumcarbonat ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Rubidiumverbindungen und Carbonate.
Gewinnung und Darstellung
Rubidiumcarbonat kann durch Reaktion von Ammoniumcarbonat mit Rubidiumhydroxid gewonnen werden.<ref>Vorlage:Britannica 1911</ref>
- <math>\mathrm{(NH_4)_2CO_3 + 2 \ RbOH \longrightarrow Rb_2CO_3 + 2 \ NH_3 \uparrow + \ 2 \ H_2O}</math>
Eine andere Methode ist die Oxidation von Rubidiumoxalat.
- <math>\mathrm{2 \ Rb_2C_2O_4 + O_2 \longrightarrow 2 \ Rb_2CO_3 + 2 \ CO_2 \uparrow}</math>
Bei der Verarbeitung des Minerals Lepidolith erhält man ein Gemisch aus Kaliumcarbonat, Rubidiumcarbonat und Caesiumcarbonat.
Eigenschaften
Physikalische Eigenschaften
Rubidiumcarbonat ist ein weißer, geruchloser, feuchtigkeitsempfindlicher, luftempfindlicher, hygroskopischer Feststoff. Er kommt in drei Kristallmodifikationen vor, wobei bei Raumtemperatur nur die alpha-Form vorliegt. Die Raumgruppen für die Modifikationen sind Vorlage:Raumgruppe mit den Gitterparametern a = 734,4 pm, b = 1011,6 pm, c = 587,26 pm, sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle,<ref name="Lax" /> Vorlage:Raumgruppe und Vorlage:Raumgruppe. Sie entsprechen damit denen von Kalium- und Caesiumcarbonat.<ref>Vorlage:Literatur</ref>
In 100 g absolutem Ethanol lösen sich 0,74 g Rubidiumcarbonat.<ref name="Seidell">Aterton Seidell: Solubilities Of Organic Compounds Vol – I. S. 1432 (Vorlage:Archive.org).</ref>
Die Standardbildungsenthalpie von Rubidiumcarbonat beträgt −1150 kJ·mol−1.<ref name="Perelman">Fania Moriseevna Perelman: Rubidium and Caesium. Verlag Pergamon Press, 1965, S. 46, doi:10.1002/ange.19660780727 (Vorlage:Google Buch).</ref>
Chemische Eigenschaften
Rubidiumcarbonat dissoziiert oberhalb von 900 °C.<ref name="Perry">Dale L. Perry, Sidney L. Phillips: Handbook of inorganic compounds. CRC Press, 1995, ISBN 978-0-8493-8671-8, S. 333 (Vorlage:Google Buch).</ref>
- <math>\mathrm{Rb_2CO_3 \longrightarrow Rb_2O + CO_2}</math>
Beim Einleiten von Kohlendioxid in die wässrige Lösung bildet sich Rubidiumhydrogencarbonat.<ref name="Abegg">R. Abegg, F. Auerbach: Handbuch der anorganischen Chemie. Band 2. Verlag S. Hirzel, 1908, S. 435 (Vorlage:Archive.org).</ref>
- <math>\mathrm{Rb_2CO_3 + CO_2 + H_2O \longrightarrow 2\ RbHCO_3}</math>
Beim Erhitzen mit Magnesium im Wasserstoffstrom bildet sich Rubidiumhydrid.<ref name="Mellor">J. W. Mellor: A comprehensive treatise on inorganic and theoretical chemistry. Band 2. Verlag Wiley, 1962, S. 2186 (Vorlage:Google Buch).</ref>
- <math>\mathrm{Rb_2CO_3 + Mg + H_2 \ \xrightarrow{\ \Delta \ } \ 2\ RbH + MgO + CO_2 \uparrow}</math>
Verwendung
Rubidiumcarbonat wird zur Herstellung von Spezialgläsern<ref>Vorlage:Literatur</ref> und als Katalysator zur Herstellung von kurzkettigen Alkoholen aus Erdgas und zur Herstellung anderer Rubidiumverbindungen verwendet.<ref>micronmetals: Vorlage:Webarchiv</ref>
Rubidiumcarbonat kann zur analytischen Trennung von Rubidium und Caesium verwendet werden, da es in Ethanol kaum löslich ist, Caesiumcarbonat jedoch gut löslich ist.<ref name="Hofmann">K. A. Hofmann: Lehrbuch der anorganischen Chemie. 2. Auflage 1919. Verlag F. Vieweg & Sohn, S. 439 (Vorlage:Archive.org).</ref>
Gelegentlich findet es in der organischen Synthese als Base Verwendung.<ref>Vorlage:Literatur</ref>
Einzelnachweise
<references />