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Rudolf Schramm-Zittau

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Datei:Leo Samberger - Bildnis Rudolf Schramm-Zittau.jpg
Rudolf Schramm-Zittau, gemalt von Leo Samberger
Datei:Rudolf Schramm-Zittau - Biergarten - 8729 - Bavarian State Painting Collections.jpg
Biergarten (um 1913)

Rudolf Schramm-Zittau, eigentlich Rudolph Max Schramm, auch Rudolf Schramm, (* 1. März 1874<ref name="hbz-Verbundkatalog">Sowohl der hbz-Verbundkatalog – Personennamendaten.</ref> in Zittau; † 4. Juni 1950<ref name="hbz-Verbundkatalog" /><ref>Rudolf Schramm-Zittau. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 30: Scheffel–Siemerding. E. A. Seemann, Leipzig 1936, S. Vorlage:VonBis (biblos.pk.edu.pl). (gibt fälschlicherweise November 1929 in Kronstadt i. Siebenbürgen als Todesdatum an).</ref> in Ehrwald, Tirol) war ein spätimpressionistischer deutscher Maler von Städte- und Tierbildern. Den Namenszusatz -Zittau gab er sich, um seine Verbundenheit mit der Geburtsstadt zu zeigen.

Leben und Wirken

Schramm wurde als Sohn von Friedrich August Schramm und seiner Frau Clara Marie (geb. Klinger) geboren. Er studierte Mitte der 1890er Jahre an der Dresdner Akademie bei Friedrich Preller dem Jüngeren, in der Großherzoglichen Kunstschule in Karlsruhe bei Viktor Weißhaupt und in der Kunstakademie München bei Heinrich von Zügel.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Schramm – Zittau, Rudolf (Memento vom 9. Mai 2006 im Internet Archive)</ref>

Er erhielt 1900 eine Auszeichnung auf der Pariser Weltausstellung. Auf der 2. Biennale Venedig war er 1901 mit zwei Gemälden vertreten,<ref>Catalogo Illustrato. Seconda Edizione, Esposizione Internationale D’Arte Della Citta Di Venezia 1901, Ayer Publishing, ISBN 0-405-00747-7, S. 98.</ref> mit dem Bild Hahnenkampf gewann er eine Goldmedaille.<ref>Schramm-Zittau, Rudolf, Maler (1874–1950).</ref> Schramm war ein bekannter und vielseitiger Tiermaler, dessen Motive Wasservögel und Pferdejagd besonders geschätzt wurden.<ref>Cheryl Kimball: The Complete Horse. Vayageur Press, 2006, ISBN 0-7603-2573-1, S. 112.</ref> Schramm-Zittau nahm an der ersten Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes 1904 in München mit dem Ölbild Gänse (1903?) teil – zu diesem Zeitpunkt noch als Jury-Mitglied der Münchener Secession, unter deren Kuratorium die Ausstellung lief.<ref>Ausstellungskatalog X. Ausstellung der Münchener Sezession: Der Deutsche Künstlerbund (in Verbindung mit einer Ausstellung erlesener Erzeugnisse der Kunst im Handwerk). Verlagsanstalt F. Bruckmann, München 1904, S. 30.</ref> Einige Jahre später wurde er dann auch selbst als DKB-Mitglied aufgenommen.

Nach seiner Ernennung zum „Königlichen Professor“ war Schramm-Zittau bis 1934 in München tätig. In seiner Münchener Zeit entstanden einige städtische Genreszenen. 1923 reiste er nach Tirol und 1930 kam er nach Ehrwald. 1934/1935 wurde er als Professor für Tier- und Landschaftsmalerei an die Dresdner Kunstakademie berufen, wo er als Nachfolger Emanuel Hegenbarths die Klasse für Tiermalerei übernahm.

In der Zeit des Nationalsozialismus war Schramm-Zittau Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Für diese Zeit ist seine Teilnahme an 20 großen Ausstellungen sicher belegt<ref>Martin Papenbrock, Gabriele Saure (Hrsg.): Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen. Teil 1. Ausstellungen deutsche Gegenwartskunst in der NS-Zeit. VDG, Weimar, 2000; S. 554 und passim</ref>, darunter von 1937 bis 1944 sieben Große Deutsche Kunstausstellungen in München. Er war einer der meistausgestellten deutschen Künstler, doch scheiterte sein Wunsch, Adolf Hitler ein Großgemälde zu schenken, da Hitlers Adjutant Albert Bormann die Qualität des Bildes kritisierte.<ref>Akten der Parteikanzlei der NSDAP, Institut für Zeitgeschichte. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 1983, ISBN 3-486-49641-7, S. 460.</ref> In der Endphase des Zweiten Weltkriegs nahm ihn Hitler im August 1944 in die Gottbegnadeten-Liste der wichtigsten Kunstmaler auf.<ref name="Klee545">Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 645.</ref> Ab 1944 lebte Schramm wieder in Ehrwald.

Bilder von Schramm sind im Besitz von Museen in Altenburg (Lindenau-Museum), Berlin (Alte Nationalgalerie)<ref>Hochwald. Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, abgerufen am 10. August 2025.</ref>, Buenos Aires, Chemnitz (Kunstsammlungen am Theaterplatz)<ref>Digitale Sammlung der Kunstsammlungen Chemnitz. Abgerufen am 10. August 2025.</ref>, Chicago, Dresden (Galerie Neue Meister), Essen (Museum Folkwang), Frankfurt am Main (Städelsches Kunstinstitut), Zittau<ref>https://nat.museum-digital.de/object/1561509</ref>, Görlitz, Johannesburg, Magdeburg, Mainz, München, Nürnberg, Venedig und Wuppertal. Sein Großgemälde Poultry Yard kam durch eine Donation von Hugo Reisinger (New York) 1911 in die Sammlung des Museum of Fine Arts in Boston.<ref>Museum of Fine Arts, Boston</ref> Er war auch Mitglied der Vereinigung Lausitzer Bildender Künstler. Bilder von Schramm-Zittau sind regelmäßig im deutschen Auktionshandel vertreten.<ref>Vorlage:Artnet.de</ref>

Ausstellungen (Auswahl)

Literatur

Weblinks

Commons: Rudolf Schramm-Zittau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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