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Ruppersdorf/O.L.

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Ruppersdorf
Stadt Herrnhut
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(770)&title=Ruppersdorf 51° 0′ N, 14° 43′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(770) 50° 59′ 56″ N, 14° 43′ 26″ O
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Höhe: 318 m ü. NHN
Fläche: 17,89 km²
Einwohner: ca. 770 (15. Mai 2022) HW<ref name="EZ2022">Ruppersdorf/O.L.: Ortsteil von Herrnhut. (Aus 100 Meter-Gitter sowie Geometrien für "Ortslagen" berechnet). In: www.citypopulation.de - Population Statistics. Online-Dienst für Statistiken, abgerufen im April 2026.</ref>
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1994
Postleitzahl: 02747
Vorwahl: 035873
Datei:Herrnhut Stadtgliederung Ruppersdorf.svg
Karte
Lage von Ruppersdorf auf dem Gebiet der Stadt Herrnhut (Stand: 1. Januar 2013)

Ruppersdorf/O.L. ist seit 1994 ein Ortsteil der Stadt Herrnhut im Landkreis Görlitz in der Oberlausitz (O.L.) im Südosten Sachsens.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 3.81 MB) § 15. In: Webauftritt. Stadt Herrnhut, abgerufen im April 2026.</ref>

Geografie und Verkehr

Der sechs Kilometer lange Ortsteil Ruppersdorf liegt im südlichen Teil des Landkreises Görlitz. Er liegt etwa 2,5 Kilometer südwestlich von Herrnhut in der Östlichen Oberlausitz (Naturraum). Die Staatsstraße 144 führt von Herrnhut nach Oderwitz durch das Gemeindegebiet. In der Gemeinde befand sich ein Haltepunkt an der mittlerweile stillgelegten Bahnstrecke Zittau–Löbau. Durch den Ort fließt das Ruppersdorfer Wasser (Ruppersdorfer Bach). Dieses entspringt in zwei Quellarmen unweit der Kottmarhäuser in 440 m ü. NHN. Davon geringfügig bachabwärts wird das Wasser für die 1928 erbaute, jetzt nicht mehr genutzte, Trinkwasserleitung Ruppersdorfs gesammelt. Bis zur Einmündung in den Petersbach überwindet der Wasserlauf ein Gefälle von 155 Metern. Der Ortsmittelpunkt (Kirche) liegt 318 m ü. NHN.<ref>Digitale Topographische Karten (DTK) 2008-2012. In: geodienste.sachsen.de. Freistaat Sachsen, Landesamt für Geobasisinformation Sachsen (GeoSN), Dresden, 3. Januar 2023, abgerufen am 12. August 2024.</ref>

Geschichte

Datei:Fotothek df rp-d 0110055 Herrnhut-Ruppersdorf-O.L.. Oberlausitzkarte, Schenk, 1759.jpg
Oberlausitzkarte 1759
Datei:Fotothek df rp-h 0510001 Herrnhut-Ruppersdorf-O.L.. Oberreit, Sect. Zittau, 1844-46.jpg
Karte von 1844–46
Datei:Fotothek df rp-j 0350001 Herrnhut-Ruppersdorf-O.L.. Meßtischblatt, Sekt. Löbau, 1884.jpg
Kartenausschnitt von 1884
Datei:20080428430DR NiederRuppersdorf (Herrnhut) Wasserschloß.jpg
Wasserschloss Niederruppersdorf

Mittelalter

Erstmals wurde der Ort Ruppersdorf 1320 als Ruperti villa erwähnt. Der Name bedeutet Dorf eines Ruotberht beziehungsweise Ruotbreht (Ruppert). Der Ortsname wandelte sich von 1355: Ruprechtisdorf über 1363: Rupertiuilla, Ruprichstorf, 1416: Ruprechtsdorff, Ruperti villa, 1426: Ruperßdorff, 1485: Rupperßdorff, 1543: Ruppersdorff zu 1791: Ruppersdorf. Im Jahr 1875 wurde zwischen Nieder- und Oberruppersdorf unterschieden. In einer Urkunde vom 15. Mai 1324 wird ebenfalls der Ort erwähnt, diese liegt im Staatlichen Zentralarchiv Prag (aus REGESTA BOHEMIAE ET MORAVIAE von Josephi Emmler Pragae 1890, Seite 385, Nr. 987).

Neuzeit

Die beiden Rittergüter Ober- und Niederruppersdorf waren von 1540 bis 1830 im Besitz der Familie von Nostitz.

Die Landgemeinde Ruppersdorf wurde 1930 aus Ober- und Niederruppersdorf gebildet. Die ursprünglich eigenständige Gemeinde Ruppersdorf, ein Waldhufendorf aus den ehemaligen Ortsteilen Schwan (-häuser) und Ninive (Neu-Oberruppersdorf), wurde 1994 ein Ortsteil von Herrnhut.

Am Ruppersdorfer Wasser lagen früher eine Reihe von Wassermühlen und Sägewerke. Der Mahlbetrieb der Hempelmühle (Untere Dorfstraße 19) wurde im Jahr 1958, die dazugehörige Bäckerei 1971 stillgelegt. Die Elßnermühle mit unterschlächtigem Mühlrad (Großhennersdorfer Straße 30) und die Schlossmühle (nahe dem Schloss Niederruppersdorf) arbeiteten früher als Sägewerk. Das Ruppersdorfer Wasser und der Petersbach traten des Öfteren über die Ufer. So wurden am 14. Juni 1880 große Schäden durch ein Hochwasser angerichtet. Dabei wurden sieben Gebäude zerstört und 41 beschädigt, sieben Personen ertranken und 106 verloren ihr Obdach. Weitere Überschwemmungen sind für die Jahre 1883, 1887 sowie von 1897 bis 1900 belegt. Auch 1966, 2010 und 2013 wurde Ruppersdorf von einem großen Hochwasser heimgesucht.

Nach der Einführung offizieller Straßennamen im Jahr 1982 entfiel die alte Trennung in Niederruppersdorf (seine Häuser hatten den Buchstaben A) und Oberruppersdorf (mit dem Buchstaben B).

Verwaltungszugehörigkeit: 1777: Görlitzer Kreis, 1843: Landgerichtsbezirk Löbau, 1856: Gerichtsamt Herrnhut, 1875: Amtshauptmannschaft Löbau, 1952: Kreis Löbau, 1994: Landkreis Löbau-Zittau, 2008: Landkreis Görlitz

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner

Niederruppersdorf<ref>Niederruppersdorf im Historischen Ortsverzeichnis von SachsenVorlage:Abrufdatum</ref> Oberruppersdorf<ref>Oberruppersdorf im Historischen Ortsverzeichnis von SachsenVorlage:Abrufdatum</ref> Ruppersdorf<ref>Ruppersdorf/O.L. im Historischen Ortsverzeichnis von SachsenVorlage:Abrufdatum</ref>
1777 13 besessene Mann,
31 Gärtner, 42 Häusler,
2 wüste Wirtschaften
8 besessene Mann,
29 Gärtner, 16 Häusler,
3 wüste Wirtschaften
-
1834 939 793 -
1855 1.064<ref>C. F. T. Rudowsky: Verzeichniß der gesammten Ortschaften des Königreichs Sachsen ... nach der Zählung am 3. Dezember 1855. Ramming, Dresden 1857, S. 49.</ref> 912<ref>C. F. T. Rudowsky: Verzeichniß der gesammten Ortschaften des Königreichs Sachsen ... nach der Zählung am 3. Dezember 1855. Ramming, Dresden 1857, S. 53.</ref> -
1871 1.186 945 -
1890 1.213 856 -
1910 1.201 740 -
1925 1.194 780 -
1930 zu Ruppersdorf zu Ruppersdorf -
1939 - - 1.860
1946 - - 2.186
Datei:20080428415DR OberRuppersdorf (Herrnhut) Schloß.jpg
Schloss Oberruppersdorf

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Herrnhut Ruppersdorf kgl saechs Meilenstein.jpg
Kirche und königl.-sächs. Meilenstein

Söhne und Töchter

  • Max von Saurma (1836–1909), schlesischer Gutsbesitzer und Mitglied des Preußischen Herrenhauses

Literatur

  • Vorlage:Landschaften in Deutschland
  • Mein Heimatort Ruppersdorf. Herausgeber: Stadt Herrnhut. Redaktion: Christel Hänsel, Herstellung: Winter Druck
  • Cornelius Gurlitt: Ruppersdorf. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 34. Heft: Amtshauptmannschaft Löbau. C. C. Meinhold, Dresden 1910, S. 513.
  • Wasserschloss Niederruppersdorf, In: Dr. Helmuth Gröger: Burgen und Schlösser in Sachsen, Verlag Heimatwerk Sachsen, 1940, S. 170–171

Weblinks

Commons: Ruppersdorf/O.L. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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