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Südzucker

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Südzucker AG

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Südzucker-Logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0007297004
Gründung 1926
Sitz Mannheim, Deutschland[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Deutschland
Leitung
  • Niels Pörksen (Vorstandsvorsitzender)
  • Hans-Peter Gai
  • Stephan Meeder
  • Stephan Büttner
  • Stefan Streng (AR-Vors.)
Mitarbeiterzahl 19.284 (2024/25)
Umsatz 9,7 Mrd. Euro (2024/25)<ref>Geschäftsbericht 2024/25. Südzucker Website, abgerufen am 9. September 2025.</ref>
Branche Nahrungsmittel
Website www.suedzuckergroup.com
Stand: 28. Februar 2025

Die Südzucker AG mit Sitz in Mannheim ist ein börsennotierter Zuckerproduzent, der mehrheitlich von genossenschaftlich organisierten Rübenanbauern kontrolliert wird. Gegliedert ist Südzucker in die Unternehmenssegmente Zucker, Spezialitäten, CropEnergies (Bioethanol) und Frucht. Über Tochterunternehmen bewirtschaftete Südzucker 2022 in Deutschland rund 11.640 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche.

Geschichte

Datei:Süddeutsche Zucker-AG 1927.jpg
Aktie über 1000 RM der Süddeutschen Zucker-AG vom März 1927
Datei:Südzucker-Susi.png
Historische Entwicklung der Werbefigur „Susi Südzucker“

Südzucker geht auf die Süddeutsche-Zucker-AG zurück, die 1926 aus einem Zusammenschluss von fünf regionalen Zuckerfabriken hervorging (Zuckerfabrik Frankenthal AG; Zuckerfabrik Heilbronn AG; Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikation; Zuckerfabrik Offstein AG; Zuckerfabrik Stuttgart). Gesellschaftsrechtlicher Vorgänger der Süddeutschen-Zucker-AG ist die Zuckerfabrik Frankenthal AG.<ref>Zuckerfabrik Frankenthal - regionalgeschichte.net. Abgerufen am 14. November 2023.</ref> 1837 erwarb die Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikation das Schloss Eremitage in Waghäusel vom badischen Staat und errichtete auf dem 13 Hektar großen Gelände die bis 1995 bestehende Zuckerfabrik Waghäusel.<ref>Eremitage Waghäusel - Revolution 1848. Abgerufen am 14. November 2023.</ref><ref>53 Meter hohe Türme der früheren Zuckerfabrik Waghäusel werden jetzt „abgenagt“. 25. September 2020, abgerufen am 14. November 2023.</ref>

Eine von Südzucker beauftragte Studie des Historikers Manfred Grieger kam im September 2024 zu dem Ergebnis, dass der Anteil von ausländischen Zwangsarbeitern im Unternehmen während der Wirtschaft im Nationalsozialismus mit etwa 60 % „extrem hoch“ gewesen sei. Grieger stellte in der Studie außerdem die besonderen körperlichen Belastungen heraus, die Südzucker den Zwangsarbeitern abverlangt habe. Weil die Produktion dezentralisiert gewesen sei, seien die Arbeitsbedingungen in den verschiedenen Werken allerdings unterschiedlich gewesen.<ref>Deutschland: Studie über Südzucker während der NS-Zeit zeigt "extrem hohen Anteil" an Zwangsarbeiter*innen. In: business-humanrights.org, 27. September 2024, abgerufen am 14. Dezember 2025.
Pressemitteilung: Südzucker lässt eigene NS-Geschichte aufarbeiten. 27. September 2024, abgerufen am 14. Dezember 2025.</ref>

Im Zweiten Weltkrieg wurden nahezu die gesamten Produktionskapazitäten zerstört, zudem verlor das Unternehmen nach Ende des Krieges die im Besatzungsgebiet der Sowjetunion gelegenen Standorte durch Enteignung. In den 1950er Jahren wurden die verbliebenen Werke wieder auf- und ausgebaut. 1988 kam es zur Fusion mit der Zuckerfabrik Franken GmbH aus Ochsenfurt und zur Umbenennung des Unternehmens in Südzucker Mannheim/Ochsenfurt mit Sitz in Mannheim und je einer Hauptverwaltung in Mannheim und Ochsenfurt.<ref>Simone Flörke: Wie sich die Zuckerfabrik in Warburg entwickelt hat. Abgerufen am 14. November 2023.</ref> Mit der Zusammenführung dieser Hauptverwaltungen im erweiterten Gebäude in der Maximilianstraße Mannheim zum Jahreswechsel 2014/15 wurde das Unternehmen in Südzucker AG umfirmiert. Das neu entstandene Unternehmen expandierte hauptsächlich durch Akquisitionen in ganz Europa:

Durch den seit 1996 erfolgten Zukauf einzelner Zuckerfabriken in Europa, insbesondere in Frankreich und Polen, stieg Südzucker zum größten Zuckerproduzenten Europas auf. Im Jahr 2005 wurden 5,2 Millionen Tonnen Zucker produziert (das entspricht einem Anteil an der EU-25-Zuckerproduktion von 21,8 %).

Das Unternehmen erhielt 3.529.780,71 Euro an Agrarsubventionen im Rahmen der EU-Agrarpolitik.

Kartell

Im Februar 2014 wurde gegen das Unternehmen – zusammen mit den Unternehmen Nordzucker und Pfeifer & Langen – wegen wettbewerbsbeschränkender Absprachen eine gemeinschaftliche Geldbuße in Höhe von 280 Mio. Euro durch das Bundeskartellamt verhängt.<ref>Bundeskartellamt: Kartellamt brummt Zuckerherstellern Bußgeld auf. In: Berliner Zeitung. 18. Februar 2014, abgerufen am 18. Januar 2025.</ref><ref>Kartellamt: Zuckerhersteller müssen Millionenstrafe zahlen. In: Der Spiegel. 18. Februar 2014, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 18. Januar 2025]).</ref> Vom LG Köln wurden 2020 vier Schadensersatzklagen gegen die Kartellanten über insgesamt circa 126 Millionen Euro abgewiesen, weil nicht festgestellt werden konnte, dass die kartellrechtswidrigen Absprachen zu erhöhten Preisen geführt haben.<ref>Zuckerkartellanten müssen keinen Schadenersatz an Großabnehmer zahlen, beck.de vom 12. Oktober 2020.</ref> Vom LG Mannheim wurden die Kartellanten 2023 in zwei Pilotverfahren verurteilt, wegen der Absprachen insgesamt 14,66 Millionen Euro an zwei Lebensmittelhersteller zu zahlen.<ref>Zuckerhersteller zu Schadensersatzzahlungen verurteilt. In: Legal Tribune Online. 23. Juni 2023, abgerufen am 27. Oktober 2023.</ref> Gegen die Urteile wurde Berufung eingelegt.<ref>Zuckerproduzenten: Zuckerhersteller ziehen nach Kartellstrafe zur nächsten Instanz, Handelsblatt.com vom 31. Juli 2023.</ref>

Im Januar 2024 wurde bekanntgegeben, dass die Südzucker AG in Österreich vom Kartellgericht rechtskräftig zu einer Strafe in Höhe von 4,2 Millionen Euro verurteilt wurde, nachdem festgestellt worden war, dass es zu illegalen Absprachen zur Aufteilung des österreichischen Zuckermarktes gekommen war.<ref>Kartellgericht verhängt auf Antrag der BWB Geldbuße gegen Südzucker AG iHv EUR 4,2 Mio; Entscheidung rechtskräftig. Bundeswettbewerbsbehörde, 4. Januar 2024, abgerufen am 7. Januar 2024.</ref>

Standorte

Unter dem Namen Südzucker hat das Unternehmen in drei Ländern Europas Fabriken: in Deutschland, Polen und Moldawien. In Polen und Moldawien wurde jeweils eine Tochterfirma gegründet, Südzucker Polska und Südzucker Moldova. Nachdem der Standort Warburg 2020 geschlossen wurde, werden nur noch in Rain Zuckerrüben aus ökologischer Landwirtschaft zu Bio-Zucker verarbeitet (seit 2019). Das geschieht am Anfang der Kampagnen, bevor die Verarbeitung der Zuckerrüben aus konventioneller Landwirtschaft beginnt.<ref>Tobias Chmura, Veronika Scheidl: Erster Bio-Zucker aus Bayern: Verarbeitung der Bio-Rüben beginnt. In: br.de. 9. September 2019, abgerufen am 11. September 2019.</ref>

Deutschland

Bezeichnung Standort Bundesland Gründung Mitarbeiter Status Quelle
Hauptverwaltung Mannheim Baden-WürttembergDatei:Flag of Baden-Württemberg.svg Baden-Württemberg 1988 ca. 500 Mitarbeiter aktiv <ref>Hauptverwaltung > Standorte > Unternehmen > Südzucker. Abgerufen am 16. Februar 2019.</ref>
Werk Waghäusel Baden-WürttembergDatei:Flag of Baden-Württemberg.svg Baden-Württemberg 1837 - geschlossen 1995 <ref>Zuckerfabrik Waghäusel – Stadtwiki Karlsruhe. Abgerufen am 16. Februar 2019.</ref>
Werk Straußfurt ThüringenDatei:Flag of Thuringia.svg Thüringen 1871 - geschlossen 1996 <ref>Verwaltungsgemeinschaft Straußfurt. Abgerufen am 16. Februar 2019.</ref>
Werk Brottewitz BrandenburgDatei:Flag of Brandenburg.svg Brandenburg 1872/73 - geschlossen 2020 <ref>Werk Brottewitz > Zuckerfabriken in Deutschland > Standorte > Unternehmen > Südzucker. Abgerufen am 4. Mai 2020.</ref>
Werk Wabern HessenDatei:Flag of Hesse.svg Hessen 1880/81 ca. 80 Mitarbeiter aktiv <ref>Werk Wabern > Zuckerfabriken in Deutschland > Standorte > Unternehmen > Südzucker. Abgerufen am 4. Mai 2020.</ref>
Werk
Warburg Nordrhein-WestfalenDatei:Flag of North Rhine-Westphalia.svg Nordrhein-Westfalen 1882 - geschlossen 2020 <ref>Ralf Benner: Ein Abschied mit Wehmut. In: www.westfalen-blatt.de. 29. Dezember 2019, abgerufen am 13. Februar 2020.</ref><ref>Werk Warburg > Zuckerfabriken in Deutschland > Standorte > Unternehmen > Südzucker. Abgerufen am 4. Mai 2020.</ref>
Werk Obrigheim-Neuoffstein Rheinland-PfalzDatei:Flag of Rhineland-Palatinate.svg Rheinland-Pfalz 1883 ca. 300 Mitarbeiter aktiv <ref>Werk Offstein > Zuckerfabriken in Deutschland > Standorte > Unternehmen > Südzucker. Abgerufen am 4. Mai 2020.</ref>
Werk Groß-Gerau HessenDatei:Flag of Hesse.svg Hessen 1883 - geschlossen 2008 <ref name="ggonline">Zuckerfabrik auf GG-Online. Abgerufen am 29. Januar 2019.</ref><ref name="diepresse">Südzucker schließt Zuckerfabriken - Arbeitsplätze in Gefahr. In: diepresse.com. Abgerufen am 29. Januar 2019: „Damals hatte die Politik die Zuckerbranche gedrängt, sechs Millionen Tonnen Kapazitäten aus dem europäischen Markt zu nehmen“</ref>
Werk Regensburg BayernDatei:Flag of Bavaria (lozengy).svg Bayern 1899 - geschlossen 2008 <ref name="ggonline" /><ref name="diepresse" />
Werk mit Verwaltung Ochsenfurt BayernDatei:Flag of Bavaria (lozengy).svg Bayern 1951 ca. 330 Mitarbeiter aktiv <ref>Werk Ochsenfurt > Zuckerfabriken in Deutschland > Standorte > Unternehmen > Südzucker. Abgerufen am 4. Mai 2020.</ref>
Werk Rain BayernDatei:Flag of Bavaria (lozengy).svg Bayern 1957 ca. 240 Mitarbeiter aktiv <ref>Werk Rain > Zuckerfabriken in Deutschland > Standorte > Unternehmen > Südzucker. Abgerufen am 4. Mai 2020.</ref>
Werk Zeil BayernDatei:Flag of Bavaria (lozengy).svg Bayern 1959 - geschlossen 2001 <ref>Zeil > Zuckerfabriken > Unternehmensgeschichte > Geschichte > Unternehmen > Südzucker. Abgerufen am 16. Februar 2019.</ref>
Werk Plattling BayernDatei:Flag of Bavaria (lozengy).svg Bayern 1961 ca. 230 Mitarbeiter aktiv <ref>Werk Plattling > Zuckerfabriken in Deutschland > Standorte > Unternehmen > Südzucker. Abgerufen am 4. Mai 2020.</ref>
Werk Offenau Baden-WürttembergDatei:Flag of Baden-Württemberg.svg Baden-Württemberg 1971 ca. 200 Mitarbeiter aktiv <ref>Werk Offenau > Zuckerfabriken in Deutschland > Standorte > Unternehmen > Südzucker. Abgerufen am 4. Mai 2020.</ref>
Werk Zeitz Sachsen-AnhaltDatei:Flag of Saxony-Anhalt (state).svg Sachsen-Anhalt 1858, Neubau 1993 ca. 200 Mitarbeiter aktiv <ref>Werk Zeitz > Zuckerfabriken in Deutschland > Standorte > Unternehmen > Südzucker. Abgerufen am 4. Mai 2020.</ref>
Werk Oldisleben ThüringenDatei:Flag of Thuringia.svg Thüringen 1872 seit 1990 Museumswerk <ref>Die historische Zuckerfabrik Oldisleben. In: Südzucker AG. Abgerufen am 18. Januar 2025.</ref>
Werk Frankenthal (Pfalz) Rheinland-PfalzDatei:Flag of Rhineland-Palatinate.svg Rheinland-Pfalz 1843 - geschlossen 1943 <ref name="Frankenthal">Zuckerfabrik Frankenthal - Südzucker. Abgerufen am 6. Januar 2022.</ref>
Werk Kaiserslautern Rheinland-PfalzDatei:Flag of Rhineland-Palatinate.svg Rheinland-Pfalz 1819 - geschlossen 1843
Verlegung nach Frankenthal
<ref name="Frankenthal"/>

Tochterunternehmen und Beteiligungen (Auszug)

Segment Zucker

Datei:Bundesarchiv B 145 Bild-F003051-0006, Ochsenfurt, Zuckerfabrik.jpg
Zuckerfabrik Franken, Ochsenfurt, Oktober 1955
Datei:Gross Gerau Suedzucker 02.jpg
Das inzwischen geschlossene und abgerissene Werk Groß-Gerau der Südzucker AG

Segment Spezialitäten

Segment CropEnergies

  • CropEnergies AG, Mannheim (Bioethanolproduktion)
  • vier Produktionsstandorte in Deutschland, Belgien, Frankreich und Großbritannien

Segment Frucht

  • Fruchtzubereitungen
  • Fruchtsaftkonzentrate
  • 39 Produktionsstandorte

Aktie und Anteilseigner

Das Grundkapital der Gesellschaft ist aufgeteilt in rund 204 Millionen Stückaktien.<ref name="Aktie">Kenndaten Südzucker-Aktie. In: suedzuckergroup.com. Abgerufen am 15. November 2022.</ref> Die Aktien befinden sich mehrheitlich im Festbesitz durch die Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG (SZVG) mit einem Anteil von 60,7 %<ref name="Aktie" /> und die Agrana Zucker, Stärke und Frucht Holding AG aus Österreich mit einem Anteil von rund 10,3 %. Die übrigen rund 29 % gelten als Streubesitz.

Museum

Südzucker unterhält in Oldisleben im Norden Thüringens die Zuckerfabrik Oldisleben als Museum und als Technisches Denkmal. Die Fabrik wurde 1872 gegründet und war in nahezu unverändertem technischen Zustand bis 1989 in Betrieb. Das Museum kann nach Anmeldung besichtigt werden.<ref>Programm. In: Tag des offenen Denkmals. Abgerufen am 5. Februar 2019.</ref><ref>TIPP 016: Zuckerfabrik Oldisleben. In: rottenplaces.de. 2. März 2016, abgerufen am 5. Februar 2019.</ref>

Literatur

  • Manfred Pohl: Die Geschichte der Südzucker AG. 1926–2001. Piper, München/Zürich 2001, ISBN 3-492-04330-5.
  • Manfred Grieger: Die Süddeutsche Zucker-AG im Nationalsozialismus, Wallstein, Göttingen 2025, ISBN 978-3-8353-5819-5.

Weblinks

Commons: Südzucker – Sammlung von Bildern und Videos

Einzelnachweise

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