Sandelholzöl
Sandelholzöl ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), Vorlage:FEMA) ist ein ätherisches Öl, das aus verschiedenen Arten Sandelhölzern gewonnen wird. Je nach Herkunft variieren die Bezeichnungen und die zur Herstellung verwendeten Pflanzen:
- Ostindisches Sandelholzöl stammt aus dem Holz des Sandelholzbaums (Santalum album, Familie der Santalaceae); dieser wächst hauptsächlich in Südindien.
- Westindisches Sandelholzöl wird dagegen aus Amyris balsamifera L. (Familie der Rutaceae) gewonnen und stammt hauptsächlich aus der Karibik.<ref name="Römpp">Eintrag zu Sandelholzöl. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>
- Australisches Sandelholzöl<ref name="SanaSpicata">Eintrag zu <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sandelholzöl australisch (S. spicata) ( vom 8. Januar 2017 im Internet Archive) bei Sanabio, abgerufen am 8. Januar 2017.</ref> wird aus einer in Australien endemischen Sandelholzart hergestellt, Santalum spicatum oder Santalum acuminatum sowie Santalum lanceolatum.<ref name="Gro" /> Auch von Santalum austrocaledonicum aus Neukaledonien und Vanuatu wird Öl gewonnen.<ref>Andrea Büttner: Springer Handbook of Odor. Springer, 2017, ISBN 978-3-319-26930-6, S. 67.</ref>
- Hawaiianisches Sandelholzöl stammt von Santalum paniculatum, Polynesisches Sandelholzöl von Santalum insulare (Santalum marchionense).<ref name="Gro">N. Groom: The Perfume Handbook. Springer, 1992, ISBN 978-94-010-5015-9, S. 218.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Le Santal polynésien Santalum insulare ( vom 17. November 2018 im Internet Archive) (PDF; 4,1 MB), auf service-public.pf, abgerufen am 17. November 2018.</ref>
- Ost-Afrikanisches Sandelholzöl enthält aus Brachylaena huillensis gewonnene ätherische Öle (Muhuhuöl)<ref>John O. Kokwaro: Classification of East African Crops. Second Edition, Univ. of Nairobi Press, 2013, ISBN 978-9966-792-24-2, S. 131.</ref> oder die von Osyris tenuifolia, Afrikanisches Sandelholzöl von Osyris lanceolata und Baphia nitida.
Weitere sogenannte Sandelholzöle von einer Reihe anderer Pflanzen dienen als Ersatz für Ostindisches Sandelholzöl.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 17. November 2017.</ref><ref>K. P. Laladhas, P. Nilayangode, O. V. Oommen: Biodiversity for Sustainable Development. Springer, 2017, ISBN 978-3-319-42161-2, S. 65.</ref> Auch Brasilianisches Sandelholzöl von Minquartia guianensis, Agonandra brasiliensis, Aptandra tubicina oder von Olax guianensis (Syn.: Dulacia guianensis) wird hergestellt.<ref>J. Kuijt, B. Hansen: The Families and Genera of Vascular Plants. Vol. XII: Flowering Plants Eudicots, Springer, 2015, ISBN 978-3-319-09295-9, S. 46.</ref>
Gewinnung
Das ätherische Öl wird per Wasserdampfdestillation aus den Holzchips gewonnen.<ref name="Römpp" /> Die Ausbeute liegt zwischen 4 und 6,5 %.<ref name="SanaSpicata" /> Für 1999 lag die geschätzte Jahresproduktion in Indien bei ca. 30 t. Frühere Schätzungen bezifferten die Jahresproduktion in Indien auf 50 t und weltweit auf 70 t.<ref name="Römpp" />
Eigenschaften
Sandelholzöl ist eine farblose bis gelbliche, leicht viskose Flüssigkeit. Die Dichte liegt zwischen 0,968 und 0,983 g·ml−1, der Brechungsindex liegt bei 20 °C zwischen 1,5030 und 1,5080,<ref name="Römpp" /> der Siedepunkt bei 276 °C (760 mm Hg)<ref name="GoodScents" />. Das ätherische Öl ist in Ethanol, Pflanzenölen und anderen ätherischen Ölen löslich, in Wasser ist es nahezu unlöslich.<ref name="SanaSpicata" />
Die Geruchsnote wird als typisch holzig-süß, animalisch-balsamisch und sehr haftfest beschrieben.<ref name="Römpp" /> Sandelholz gehört zu den aussagekräftigen, aber auch teuren Duftrohstoffen (Provenienz Mysore) und ist eine klassische Holznote für Parfüms des Typs „Chypre“, „Fougère“ und „Orient“.
Inhaltsstoffe
| Sicherheitshinweise | |||||||
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| Name |
Sandelholzöl indisch | ||||||
| CAS-Nummer |
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| Toxikologische Daten |
5580 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)<ref name="GoodScents">Eintrag zu Sandalwood oil bei thegoodscentscompany.com, abgerufen am 8. Januar 2017.</ref> | ||||||
Hauptbestandteil (ca. 90 %) des Ostindischen Sandelholzöls sind die isomeren Terpenoid-Alkohole α-Santalol (ca. 50 %) und β-Santalol (ca. 20 %). Daneben kommen die Terpene α- und β-Santalen (rund 6 %) vor. Weiterhin finden sich epi-β-Santalen, α-Photosantalol, epi-β-Photosantalol, β-Bisabolol, Cyclosantalal, α-Santalal, epi-Cyclosantalal, β-Santalal, Campherenol, (Z)-trans-α-Bergamotol, epi-β-Santalol, (Z)-β-Curcumenol, cis-Lanceol, cis-Nuciferol und Spirosantalol.<ref name="Römpp" />
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α-Santalol
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β-Santalol
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α-Santalen
Westindisches Sandelholzöl enthält zusätzlich Sesquiterpenoide wie Elemol, Eudesmol und α-Agarofuran.<ref name="Römpp" />
Der typische Sandelholzgeruch wird β-Santalol zugeschrieben.
Verwendung und Bedeutung
Echtes Sandelholz ist eine Kostbarkeit, da der Bestand des Baums stark gefährdet ist. Der Preis des Öls betrug 2006 1600 US-Dollar pro Kilogramm.<ref name="crop"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />What You'll Never Hear From Your Boss. ( vom 6. Juli 2008 im Internet Archive) Vortrag im Women in Flavour & Fragrances Commerce (WFFC), New Jersey, 25. Januar 2007. (PDF; 84 kB).</ref> In Indien sind der Besitz, der Handel und die Lagerung von Sandelholz und dessen Produkten gesetzlich geregelt. In Osttimor steht der Baum unter Schutz, nachdem während der indonesischen Besatzung fast der gesamte Bestand vernichtet wurde. Nur letzte Reste verblieben von jenem Baum, der in der Kolonialzeit das Hauptexportgut der Insel Timor war. Von hier stammte früher die beste Qualität an Sandelholz. Allgemein erhält man eine hohe Qualität, wenn das Holz von Bäumen stammt, die älter als 30 Jahre sind.
Sandelholz ist der wohl am meisten „gefälschte“ Holzduft, so wird vieles als Sandelholzöl deklariert, was mit dem Sandelholz nichts zu tun hat. Letzten Endes gibt nur der botanische Name sicheren Aufschluss darüber, was sich im Fläschchen befindet. Die jährliche Produktion an indischem Sandelholz liegt bei etwa 1000 Tonnen. Im Jahr 2006 wurden aus Indien zwischen sechs und zehn Tonnen und aus Indonesien zwei Tonnen Sandelholzöl exportiert. Die angegebenen Mengen reichen aber nicht für das weltweite Angebot an Räucherstäbchen, Parfums (fast 80 % aller weltweit verkauften Parfums enthalten synthetisches Sandelholzöl), Holzprodukte und ätherischen Öle. Zweifelhaft ist auch die Menge an Sandelholzöl mit der sogenannten „Mysore-Qualität“, die nur aus zwei staatlichen indischen Destillen in Mysore und Shivamogga stammt. Deren Jahresproduktion erreicht aber nicht die Mengen, die sich im Handel befinden.<ref name="crop" />
Als preiswerte Variante wird auch das sogenannte Westindische Sandelholzöl beziehungsweise Amyrisöl eingesetzt (Provenienz Westkaribik). Dieser Duft ähnelt dem Zedernholz. Es stammt von Amyris balsamifera, dem Westindischen oder Jamaica Rosenholz, einem Rautengewächs, das zur selben Pflanzenfamilie wie die Zitrusdüfte gehört.<ref>Eduard Winkler: Vollständiges Real-Lexicon der medicinisch-pharmaceutischen... Erster Band: A–L, F. A. Brockhaus, Leipzig 1840, S. 80.</ref>
Als Ersatzstoff für ostindisches Sandelholzöl ist der synthetische Sandelholzriechstoff Sandalore entwickelt worden,<ref name="Römpp" /> der am Geruchsrezeptor OR2AT4 wirkt.<ref>Daniela Busse, Philipp Kudella u. a.: A Synthetic Sandalwood Odorant Induces Wound-Healing Processes in Human Keratinocytes via the Olfactory Receptor OR2AT4. In: Journal of Investigative Dermatology. 134, 2014, S. 2823, doi:10.1038/jid.2014.273, PMID 24999593.</ref>
Literatur
- Robert Tisserand, Rodney Young: Essential Oil Safety. Second Edition, Elsevier, 2014, ISBN 978-0-443-06241-4, S. 193 f, 355, 418 f.
Einzelnachweise
<references />