Sarnau (Lahntal)
Sarnau Gemeinde Lahntal
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(935)&title=Sarnau 50° 52′ N, 8° 45′ O
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dim=10000 | globe= | name=Sarnau | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 196 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 2,62 km²<ref>Informationen zum Ort. In: Webauftritt. Gemeinde Lahntal, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. Januar 2016; abgerufen am 15. Januar 2016.</ref> | |||||
| Einwohner: | 935 (30. Juni 2014)<ref name="EW2022" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 357 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 31. Dezember 1970 | |||||
| Eingemeindet nach: | Lahnfels | |||||
| Postleitzahl: | 35094 | |||||
| Vorwahl: | 06423 | |||||
Sarnau ist ein Ortsteil der Gemeinde Lahntal im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Der Ort liegt an der Lahn und schließt direkt östlich an den Nachbarort Goßfelden an.
Geschichte
Ortsgeschichte
Sarnau wurde schon sehr früh besiedelt, wahrscheinlich in vorchristlicher Zeit. Der keltische oder auch slawische Ortsname Sarnowa bedeutet „Rehaue“ bzw. „Rehwiese“. Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Sarnau erfolgte unter dem Namen Sarnouwa wird in die Zeit 1200–1220 datiert.<ref name="lagis" /> Eine frühe Kapelle wurde 1704 durch eine Fachwerkkirche ersetzt.
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten die bis dahin selbständigen Gemeinden Sarnau und die Nachgemeinde Goßfelden zum 31. Dezember 1970 freiwillig zur neuen Gemeinde Lahnfels.<ref>Zusammenschluss von Gemeinden zur Gemeinde „Lahnfels“, Landkreis Marburg vom 6. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 4, S. 140, Punkt 164 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,3 MB]).</ref> Diese wurde jedoch am 1. Juli 1974 kraft Landesgesetz in die erweiterte Großgemeinde Lahntal eingegliedert.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Biedenkopf und Marburg und der Stadt Marburg (Lahn) (GVBl. II 330-27) vom 12. März 1974. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 9, S. 154, § 5 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 3,0 MB]).</ref><ref></ref> Beide Ortsteile bildeten gemeinsam mit fünf weiteren Orten die Großgemeinde Lahntal. Für Sarnau wurde, wie für die übrigen ehemals eigenständigen Gemeinden von Lahntal, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.<ref>Hauptsatzung. (PDF; 111 kB) § 5. In: Webauftritt. Gemeinde Lahntal, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. August 2020; abgerufen im August 2020. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Sarnau angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
- vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Wetter (Das Amt Wetter bestand aus den Orten Wetter, Amenau, Oberndorf, Treisbach, Niederasphe, Untersimtshausen, Todenhausen, Melnau, Ober- und Niederrosphe, Niederwetter, Göttingen, Sterzhausen, Warzenbach und Sarnau)<ref name="KF-Hessen" />
- ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Wetter<ref name="Amt"> Die Zugehörigkeit des Amtes Wetter anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866. </ref>
- 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg), Amt Wetter
- ab 1648: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Wetter
- ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Wetter
- 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Kaldern
- ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Wetter<ref name="KHK1818" />
- ab 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Marburg<ref>Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 73 f.</ref><ref group="Anm.">Trennung von Justiz (Landgericht Marburg) und Verwaltung.</ref>
- ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
- ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Marburg
- ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
- ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Marburg
- ab 1945: Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
- ab 1946: Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
- ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg, Gemeinde Goßfelden<ref group="Anm.">Am 31. Dezember 1970 als Ortsteil zur Gemeinde Goßfelden.</ref>
- ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Gemeinde Lahntal<ref group="Anm.">Am 1. Juli 1970 als Ortsbezirk zur Gemeinde Lahntal.</ref>
- ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Gemeinde Lahntal
Gerichte seit 1821
Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. In Marburg wurde der Kreis Marburg für die Verwaltung eingerichtet und das Landgericht Marburg war als Gericht in erster Instanz für Sarnau zuständig.<ref name="NK" /> 1850 wurde das Landgericht Marburg in Justizamt Marburg umbenannt.
Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Marburg.<ref>Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)</ref><ref>Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 221–224)</ref> Auch mit dem Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1879 blieb das Amtsgericht unter seinem Namen bestehen.
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Sarnau 948 Einwohner. Darunter waren 24 (2,5 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 183 Einwohner unter 18 Jahren, 396 zwischen 18 und 49, 255 zwischen 50 und 64 und 147 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 408 Haushalten. Davon waren 114 Singlehaushalte, 105 Paare ohne Kinder und 144 Paare mit Kindern, sowie 36 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 51 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 300 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Einwohnerentwicklung
Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
- 1502: 10 Männer
- 1577: 14 Hausgesesse
- 1580: 10 Ackerleute, 4 Einläuftige
- 1630: 14 Hausgesesse (3 zweispännige, 4 einspännige Ackerleute, 7 Einläuftige)
- 1681: 12 hausgesessene Mannschaften
- 1747: 24 Haushalte
- 1838: 256 Einwohner (Familien: 23 nutzungsberechtigte, 10 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 3 Beisassen)
| Sarnau: Einwohnerzahlen von 1800 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1800 | ? | |||
| 1834 | 243 | |||
| 1840 | 277 | |||
| 1846 | 279 | |||
| 1852 | 287 | |||
| 1858 | 273 | |||
| 1864 | 315 | |||
| 1871 | 286 | |||
| 1875 | 295 | |||
| 1885 | 303 | |||
| 1895 | 385 | |||
| 1905 | 414 | |||
| 1910 | 462 | |||
| 1925 | 501 | |||
| 1939 | 536 | |||
| 1946 | 688 | |||
| 1950 | 712 | |||
| 1956 | 706 | |||
| 1961 | 756 | |||
| 1967 | 792 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 948 | |||
| 2014 | 928 | |||
| 2020 | 935 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />; Gemeinde Lahntal; 2014<ref name="EW2014" />, 2022<ref name="EW2022" /> | ||||
Historische Religionszugehörigkeit
Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
- 1861: 295 evangelisch-lutherisch, ein römisch-katholischer Einwohner
- 1885: 299 evangelische (= 98,68 %), 4 katholische (= 1,32 %) Einwohner
- 1961: 702 evangelische (= 92,86 %), 37 katholische (= 4,89 %) Einwohner
Historische Erwerbstätigkeit
Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
- 1779: Erwerbspersonen: 11 Ackerbauern, 2 Schreiner, 2 Schmiede, 2 Schneider, 1 Weißbinder, 2 Leineweber, 2 Schäfer, 7 Tagelöhner.
- 1838: Familien: 23 Ackerbau, 3 Gewerbe, 10 Tagelöhner.
- 1961: Erwerbspersonen: 79 Land- und Forstwirtschaft, 148 Produzierendes Gewerbe, 88 Handel und Verkehr, 42 Dienstleistungen und Sonstiges.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Der in den 1880er Jahren eröffnete Bahnhof Sarnau, in dem die Bahnstrecke Warburg–Sarnau von der Oberen Lahntalbahn abzweigt, liegt außerhalb des Ortskerns nahe dem nordwestlichen Nachbarort Göttingen. Im Juli 2010 wurde er für den Personenverkehr stillgelegt und zum Betriebsbahnhof umgewidmet. Stattdessen wurde am 4. Juli 2010 der Haltepunkt Lahntal-Sarnau eröffnet, der direkt am Ortsrand liegt. Außerdem führt nördlich des Dorfes die Bundesstraße 62 vorbei. Im Nachbarort Göttingen endet die Bundesstraße 252, die über Frankenberg (Eder) und Korbach nach Warburg führt. In Cölbe besteht Anschluss an die autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraße 3.
Öffentliche Einrichtungen
Im Ort gibt es ein Dorfgemeinschaftshaus und eine Kindertagesstätte.
Weblinks
- Ortsteil Sarnau. In: Webauftritt der Gemeinde Lahntal.
- Sarnau, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Vorlage:HessBib
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Sarnau, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,0 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 28 und 68, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> <ref name="KF-Hessen"> Georg Landau: Beschreibung des Kurfürstenthums Hessen. T. Fischer, Kassel 1842, S. 389 (online bei HathiTrust’s digital library). </ref> <ref name="KHK1818"> Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 123 f. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="NK"> Neueste Kunde von Meklenburg, Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und den freien Städten, aus den besten Quellen bearbeitet. im Verlage des G. H. G. privil. Landes-Industrie-Comptouts., Weimar 1823, S. 158 ff. (online bei HathiTrust’s digital library). </ref> <ref name="EW2014">Informationen zu Lahntal. In: Webauftritt. Gemeinde Lahntal, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Januar 2016; abgerufen am 15. Januar 2016. </ref> <ref name="EW2022">Informationen zu Sarnau. In: Webauftritt. Gemeinde Lahntal, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. Mai 2023; abgerufen im August 2023. </ref> </references>
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