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Schönwalde (Altmark)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Schönwalde (Altmark)
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(98)&title=Sch%C3%B6nwalde+%28Altmark%29 52° 28′ N, 11° 48′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(98) 52° 27′ 47″ N, 11° 47′ 41″ O
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Höhe: 34 m ü. NHN
Fläche: 5,01 km²
Einwohner: 98 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" />
Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Mai 2010
Postleitzahl: 39517
Vorwahl: 03935
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Schönwalde (Altmark) (Sachsen-Anhalt)
Lage von Schönwalde (Altmark) in Sachsen-Anhalt
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Altes Schulhaus, erbaut 1849
Altes Schulhaus, erbaut 1849

Schönwalde (Altmark) ist eine Ortschaft und ein Ortsteil der Stadt Tangerhütte im Süden des Landkreises Stendal in Sachsen-Anhalt.<ref name="Hauptsatzung" />

Geographie

Schönwalde (Altmark), ein Straßendorf mit Kirche,<ref name="HOB-12" /> liegt 3 Kilometer nördlich von Tangerhütte und 16 Kilometer südwestlich von Stendal zwischen dem Dollgraben und dem Fluss Tanger im Südosten der Altmark.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref> Das Gelände fällt von der Colbitz-Letzlinger Heide im Westen allmählich in Richtung Elbetal ab.

Nachbarorte sind Schernebeck im Westen, Stegelitz im Nordwesten, Klein Schwarzlosen im Norden, Weißewarte im Osten und Tangerhütte im Süden.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Datei:Bockwindmühle von Richard Ehricke im September 1926.pdf
Bockwindmühle im September 1926

Der ursprünglich von Wenden gegründete Ort, wurde im 12. Jahrhundert von holländischen Kolonisten neu besiedelt.<ref name="HP" /> Im Jahre 1191 wurde ein Theodorico de Schonenwalde in einer Urkunde in Stendal als Zeuge geführt.<ref name="HOB-12" /><ref name="Riedel-17" /> Weitere Nennungen sind 1295 Sconewolde, 1335 Schönenwald.<ref name="HOB-12" /> Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als Schonenwolde und Sconenwolde aufgeführt,<ref name="Landbuch" /> In der General-Kirchen-Visitation von 1600 in Schonenwalde werden Hans Osthern und Claus Schulz als Kirchenvorsteher genannt, letzterer war auch Lehnschulze. Die vier Kirchenältesten waren damals: Hans Blume, Hinrich Winter, Thomas Jacob und Hans Narstedt.<ref name="Abschiede Bd 1" /> 1687 heißt das Dorf noch Schönewolde<ref name="HOB-12" /> und ab dem 18. Jahrhundert Schönwalde.<ref>Kirchenbuch zu Schönewalde vom 22. Dezember 1765 erstellt durch Pastor Johann Christian Buhtz.</ref>

Für 1733 ist das erste Schulgebäude des Ortes bezeugt.<ref name="Enders-2008" />

Der Vorgängerbau der heutigen Dorfkirche bestand aus einem massiven Kirchenschiff mit hölzernem Turm. Zu dieser Zeit gab es neben den Ackerleuten auch 2 Leineweber und 1 Schneider<ref name="Fabri-1797" />. Es waren meist Kossaten oder Häusler, die sich mit Nebengewerken ihren Lebensunterhalt verdienten.

Vor dem nördlichen Dorfeingang drehten sich die Flügel einer Bockwindmühle. Sie wurde 1929 abgebrochen<ref>Rückseite des gerahmten Fotos der Mühle. Heute im Privat-Besitz der Familie Braune</ref> und es wurde auf Motorbetrieb umgestellt. Die letzten Besitzer der Mühle, war das Müller-Ehepaar Richard und Frieda Ehricke von Hof Nr. 28. Auch ein sogenannter Bienenzaun befand sich etwas südlich des Dorfes.<ref name="MTB-3536" />

1840 wurde, zusätzlich zum Krug auf dem Schulzenhof, ein weiterer Krug im Dorf erwähnt.

Schönwalde ist ein typisches Straßendorf mit 38 Grundstücken, welche entlang der Straße angesiedelt sind. Ein Grundstück befindet sich auf einem Nebenweg. Die ursprüngliche Hofnummerierung von 1 bis 26, erfolgte im Uhrzeigersinn, wobei mit dem alten Lehnschulzenhof in der Dorfmitte begonnen wurde. Durch die Separation in den 1840er Jahren kamen am Südende weitere Höfe hinzu.<ref>LHA Magdeburg, C 30 Stendal, Nr. 393 Dismembrationen in Schönwalde, 1849–1864 (Akte)[Benutzungsort: Magdeburg]</ref>

In der Schulchronik ist 1886 folgendes zu lesen:

„Die Lage der Hauptstraße nimmt ihre Richtung von Süden nach Norden. Das südliche Ende dieser Straße wird von der Dorfkirche mit dem sie umgebenden Friedhofe abgeschlossen. Von dieser Hauptstraße führt eine Nebenstraße, die viel kürzer ist als die Hauptstraße. Diese führt zu der Stelle, wo das Dorf durch einen Graben, welcher von einer Brücke, dort wo der Übergang ins Freie führt, übertritt. Aber auch dort, wo die Begrenzung des Ortes stattfindet und das freie Feld beginnt, dort haben sich schon viele von den hiesigen Einwohnern des Dorfes angesiedelt, daß schon ein großer Flächenraum mit Gebäuden, welche von hiesigen teils im Orte und teils von außen sich angesiedelt haben. Die sich hier vor dem Dorfe angebaut haben, beschäftigen sich in dieser Hinsicht zum Teil mit etwas Ackerbau, wobei sie zum Teil auch mehrere Nebengewerbe betreiben, besonders als Maurer, Zimmerleute oder auch Weber.“<ref>Schulchronik Schönwalde Heft I (1884–1921).</ref>

Die Dorfstraße wurde im Herbst 1907 mit Kopfsteinpflaster befestigt. Den benötigten Sand gab Hermann Thomas von seiner Mühlenstätte.<ref>Schulchronik Schönwalde Heft I (1884–1921), Eintrag vom 16. August 1907</ref> Das Kopfsteinpflaster wurde 2010 durch eine Asphaltdecke ersetzt.

In Folge des Brandes von 1847 mussten die Höfe Nr. 8, 24 und 25 aus dem sehr eng bebauten Dorfkern an die Enden verlegt werden<ref>LHA Magdeburg Dokument Feuersozietätsversicherung vom Oktober 1847</ref> und nahmen „selbstverständlich“ ihre Gehöftnummern mit.

Ende 1910 wurde das neue Schulhaus (Nr. 6) bezogen. Es hatte im Erdgeschoss Platz für ein Klassenzimmer und die Lehrerwohnung, im Dachgeschoss ein Zimmer und Räucherkammer. Das im Rahmen des Dorferneuerungs-Programmes sanierte Dorfgemeinschaftshaus befindet sich im alten Klassenzimmer der Schule und einem 1988 fertiggestellten Anbau.

Durch die im Jahre 1927 eingerichtete Nachtfluglinie Berlin-Hannover, wurde am Kostaweg ein Zwischenfeuer<ref>Nachtflugstrecken. In: Das Leuchtfeuerwesen für den Luftverkehr. Regierungsbaumeister a. D. F. Nickel, Berlin, im Zentralblatt der Bauverwaltung, Nr. 52, 9. Dezember 1931, S. S. 765–768, abgerufen am 9. August 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> zur Orientierung installiert und eine Notlandebahn angelegt.<ref name="Anzeiger-1927">Wilhelm F. Güldenpfennig: Bautätigkeit in Schönwalde. Anzeiger für Vaethen-Tangerhütte und Umgegend, Juli 1927, ZDB-ID 2506667-5.</ref>

Frühere Erwähnungen

Ob die Erwähnung von Sconenwale aus den Jahren 1184 oder 1205 das altmärkische Schönwalde betrifft, ist nicht sicher.<ref name="HOB-12" /><ref name="Krabbo Regesten" /> Ein Ritter hatte dort Ada, eine Gräfin von Holland, ermorden wollen. Sie war die Gattin des Markgrafen Otto.<ref name="Krabbo Regesten" />

Herkunft des Ortsnamens

Heinrich Sültmann meint, der Name 1293 Sconewolde, 1340 schonenwalde, schönewalde ist wie bei Schönfeld vom althochdeutschen „sconi“, mittelhochdeutsch „schone“ zu erklären als das „Scheinende“ oder das „Sehenswerte“.<ref name="Sültmann-1932" /><ref name="Kunstdenkmale-Stendal-2" /><ref name="Kunstdenkmale-Stendal" />

Eingemeindungen

Ursprünglich gehörte das Dorf Schönwalde zum Tangermündeschen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Von 1807 bis 1813 lag es im Kanton Burgstall auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen gelangte die Gemeinde zum Kreis Stendal, dem späteren Landkreis Stendal.<ref name="HOB-12" />

Am 25. Juli 1952 kam die Gemeinde Schönwalde zum Kreis Tangerhütte. Nach dessen Auflösung gehörte Schönwalde/Altmark ab 1. Januar 1988 zum Kreis Stendal und schließlich ab 1. Juli 1994 wieder zum Landkreis Stendal.<ref name="Metzler-Poeschel" />

In einem Gebietsänderungsvertrag zwischen der Stadt Tangerhütte und allen Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Tangerhütte-Land wurde deren Eingemeindung nach Tangerhütte geregelt. Dem Vertrag stimmte der Gemeinderat Schönwalde (Altmark) am 10. Mai 2010 zu. Er wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und die Eingemeindung trat am 31. Mai 2010 in Kraft.<ref name="AB-SDL-Gebiet" /> So wurde Schönwalde (Altmark) eine Ortschaft und ein Ortsteil der „Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte“.

Einwohnerentwicklung

Gemeinde

Jahr Einwohner
1734 122
1772 042
1790 133
1798 153
1801 138
1818 143
1840 192
1864 256
1871 272
1885 192
1892 [00]173<ref name="Zahn-1928" />
1895 188
1900 [00]190<ref name="Zahn-1928" />
1905 194
1910 [00]214<ref name="Zahn-1928" />
Jahr Einwohner
1925 210
1939 167
1946 299
1964 169
1971 155
1981 112
1985 [00]105<ref name="EW-1964-2007" />
1990 [00]092<ref name="EW-1964-2007" />
1993 093
1995 [00]113<ref name="EW-1964-2007" />
2000 [00]135<ref name="EW-1964-2007" />
2004 [00]126<ref name="EW-1964-2007" />
2006 [00]119<ref name="EW-1964-2007" />
2008 [00]110<ref name="EW-LSA" />
2009 [00]114<ref name="EW-LSA" />

Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1993:<ref name="HOB-12" />

Ortsteil

Jahr Einwohner
2013 [00]102<ref name="EW-2014" />
2014 [00]094<ref name="EW-2014" />
2018 [00]095<ref name="EW-2019" />
2019 [00]097<ref name="EW-2019" />
2020 [00]099<ref name="EW-2021" />
2021 [00]098<ref name="EW-2021" />
2022 [0]102<ref name="EW-2023" />
2023 [0]098<ref name="EW-2023" />

Religion

  • Die evangelische Kirchengemeinde Schönwalde, die früher zur Pfarrei Klein-Schwarzlosen bei Demker gehörte,<ref name="Almanach1903" /> heute betreut vom Pfarrbereich Tangerhütte im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" /> Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Schönwalde stammen aus dem Jahr 1730<ref name="Kunstdenkmale-Stendal" /> oder aus dem Jahre 1800. Ältere Einträge sind bei Klein Schwarzlosen zu finden.<ref name="Machholz" />
  • Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Anna in Stendal im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />

Politik

Ortsbürgermeister

Michel Allmrodt ist seit November 2022 Ortsbürgermeister der Ortschaft Schönwalde (Altmark). Sein Vorgänger war Bertram Otto, der von 2014 bis 2022 amtierte.<ref name="OR" /><ref name="OR-Bgm" />

Letzter Bürgermeister der Gemeinde Schönwalde war Wilfried Horstmann.<ref name="AZ-2012-09-12" /><ref name="AB-SDL-Gebiet" />

Ortschaftsrat

Die Ortschaftsratswahl am 9. Juni 2024 lieferte folgende Sitzverteilung (in Klammern die Ergebnisse von 2019).<ref name="Wahl-2024" /><ref name="Wahl-2019" />

  • 4 Sitze Wählergemeinschaft Schönwalde (WGS)<ref name="Wahl-2024-Zulassung" /> („Wählergemeinschaft Aktive Bürger“ 4 Sitze)
  • 1 Sitz CDU

Gewählt wurden 2 Frauen und 3 Männer. Von 74 Wahlberechtigten hatten 61 ihre Stimme abgegeben, die Wahlbeteiligung betrug damit 82,43 Prozent.<ref name="Wahl-2024" />

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die evangelische Dorfkirche, eine rechteckige neugotische Kapelle in Backstein, wurde 1851 fertiggestellt, nachdem die Vorgängerkirche bei dem Brand zerstört wurde,<ref name="Altmarkkirchen" /> der das Dorf in der Nacht vom 28. zum 29. Juli 1847 heimsuchte. Da der Kirchturm sich 1931 für zwei nachgekaufte Kirchenglocken als zu eng erwies, wurde er durch einen breiteren Fachwerkturm ersetzt.<ref>Dokument aus der Zeitkapsel (25. September 2011)</ref> Das Kirchendach wurde letztmals 1994 neu eingedeckt. Der Turm bekam im Jahre 2011 eine neue Ausfachung mit rotem statt gelben Ziegelstein. In diesem Zusammenhang wurde auch die Zeitkapsel in der Turmkugel geöffnet. Die Kirche besitzt in der Apsis fünf Glasfenster der Quedlinburger Glasmalereianstalt Ferdinand Müller.<ref>Bei dem Fliegerbombeneinschlag vom 20. Oktober 1943 wurden sämtliche Kirchenfenster bis auf eins zerstört</ref> Im Jahre 2009/2010 wurden nach einer Idee von Pfarrer Matthias Heinrich sechs so genannte Hoffnungsfenster von lokalen Künstlern entworfen und von der Firma Glas Wilde aus Bellingen ausgeführt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Künstler gestalten Motive für Schönwalder Hoffnungsfenster (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive) (PDF; 864 kB)</ref> Die Fenster im Kirchenschiff zeigen Bilder der Hoffnung aus der Bibel:
    • „Der Regenbogen über der Arche“ von Horst Menzel (Schönwalde [Altmark]) zu 1. Mose 9,8–17
    • „Du deckst mir den Tisch“ von Hermann Dahms (Tangerhütte) zu Ps 23,5
    • „Der grünende Sproß aus alter Wurzel“ von Margita Schaef (Schernebeck) zu Jes 11, 1–4
    • „Ihr seid das Licht der Welt“ von Markus Schrot (Tangerhütte) zu Mt 15,14–16
    • „Der alte und der neue Mensch“ von Benno Zöllner (Bittkau (Elbe) / Berlin) zu Eph 4,17–24
    • „Das neue Jerusalem“ von Horst Menzel (Schönwalde (Altmark)) zu Offb 21,1–6
  • Ebenfalls 2010 wurde die künstlerische Ausmalung des Kirchenschiffs und der Apsis von 1897 restauriert. Diese von Malermeister Krügermann aus Schönebeck erschaffene „prächtige Dekoration“ wurde damals nach siebenwöchiger Arbeit am Reformationstag 1897 eingeweiht.<ref>Schulchronik Schönwalde Heft I (1884–1921) Eintrag vom 4. November 1897</ref>
  • Die „Galerie zur Schönwalder Kirche“ wurde im Herbst des Jahres 2010 eröffnet. Sie befindet sich in dem im Jahr 1913<ref>Schulchronik Schönwalde Heft I (1884–1921) Eintrag vom 7. Dezember 1913</ref> erbauten Spritzenhaus, welches für die Galerie umgebaut und neu gestaltet wurde.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Projektsteckbrief Schönwalde-Galerie (Memento vom 22. Februar 2014 im Internet Archive) (PDF; 191 kB)</ref>
  • Am 10. März 2017 gründete sich der Heimat- und Feuerwehrförderverein Schönwalde/Altmark e. V.<ref>Einladungsschreiben für die Gemeinde.</ref>
  • Die Heimatstube zeigte seit den 1970er Jahren landwirtschaftliche Geräte und Gebrauchsgegenstände aus früherer Zeit. Sie ist jedoch nicht mehr für Besucher geöffnet.

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Sage aus Schönwalde

Alfred Pohlmann berichtete 1901 in einer Sage von einem „übernatürlichen Wesen“, Moart genannt, welches sich Menschen an gewissen Orten aufhockt. Einst ging eine Frau aus Klein Schwarzlosen mit zwei befreundeten Frauen nach Weißewarte. Sobald sie an das steinerne Kreuz zwischen Schönwalde und Weißewarte gekommen waren, so „huckte“ sich der Frau ein Gespenst auf, so dass sie die beiden Begleiterinnen förmlich nach Weißewarte ziehen mussten.<ref name="Pohlmann-Sagen" />

Freiwillige Feuerwehr

Die laut Urkunde am 18. Mai 1910 gegründete Freiwillige Feuerwehr prägt das Dorfleben bis heute. Die ersten Anfänge einer Ortswehr gehen jedoch weiter zurück. Um 1795 wurde eine „große Feuerspritze“ angeschafft.<ref>Da 48, Nr. 211 Anschaffung 6 großer Feuerspritzen in den Dörfern Algenstedt, Kassieck, Lüffingen und Hemstedt, Hüselitz, Schwiesau, Seethen und Schönwalde, 1795–1796 (Akte)[Benutzungsort: Magdeburg]</ref> Der Kauf einer neuen Spritze wurde nach dem Dorfbrand von 1847 erwähnt. Bei diesem bereits erwähnten Brand wurden auch das Gemeindespritzenhaus und die Schule ein Opfer der Flammen.<ref>Altmärkisches Intelligenz- und Lese-Blatt vom 13. August 1847</ref> Bereits im Jahr 1858 zahlte die Gemeinde einem Spritzenmeister ein Jahresgehalt aus.

Neben der Brandbekämpfung stehen jährliche Wettkämpfe im „Löschangriff Nass“ im Terminkalender. Seit 1975 war die Feuerwehr unter anderem siebenmal Kreismeister. Die ehemalige Post- und „Konsum“-Verkaufsstelle wurde im Jahr 2000 zum Feuerwehrhaus umgebaut. Im selben Jahr bekam die Feuerwehr auch ihr erstes Löschfahrzeug. Der „Ford Transit“ aus dem Jahr 1967, war ein Geschenk der Gemeinde Anderbeck im Harzvorland.<ref>Volksstimme vom 19. Juli 2000</ref> Bis zu diesem Zeitpunkt besaß die Feuerwehr u. a. nur einen Tragkraftspritzenanhänger (TSA). Seit 1996 organisiert das Dorf mit Hilfe der Kameraden alljährlich, je nach Wetterlage, ein Oster- oder Maifeuer.

Am 9. Dezember 2018 übernahmen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Schönwalde ein Löschfahrzeug der Marke FIAT von der Freiwilligen Feuerwehr Bellingen<ref>Volksstimme vom 10. Dezember 2018</ref>.

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Ort sind drei Landwirtschaftsbetriebe ansässig. Seit 2010 befindet sich südlich vom Dorf eine Biogasanlage.

Verkehr

Von Schönwalde (Altmark) führen Landstraßen in Richtung Tangerhütte, Tangermünde und zur Bundesstraße 189. Der nächste Bahnhof befindet sich im naheliegenden Tangerhütte, an der Strecke MagdeburgStendalSchwerin.

Es verkehren Linienbusse und Rufbusse von stendalbus.<ref>Strecken und Fahrpläne. In: stendalbus.de. Abgerufen am 9. April 2023.</ref>

Durch das Dorf führt der Radfernweg Altmarkrundkurs.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="AB-SDL-Gebiet"> Landkreis Stendal: Gebietsänderungsvertrag zur Bildung der neuen Stadt Tangerhütte aus allen Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft „Tangerhütte-Land“. In: Amtsblatt für den Landkreis Stendal. 20. Jahrgang, Nr. 13, 30. Mai 2010, ZDB-ID 2665593-7, S. 183–194, §1, §7 (landkreis-stendal.de [PDF; 2,0 MB; abgerufen am 6. Januar 2021]). </ref>

<ref name="Abschiede Bd 1"> Julius Müller und Adolf Parisius im Auftrag des Altmärkischen Geschichts-Vereins (Hrsg.): Die Abschiede der in den Jahren 1540 bis 1542 in der Altmark gehaltenen ersten General-Kirchen-Visitation mit Berücksichtigung der in den Jahren 1551, 1578-1579(81) und 1600 gehaltenen Visitationen. Band 1, Heft 1. Magdeburg und Salzwedel 1889, S. 64–65 (altmark-geschichte.de [PDF]). </ref>

<ref name="Almanach1903"> Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903 </ref>

<ref name="Altmarkkirchen"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref>

<ref name="AZ-2012-09-12"> Berit Wagner: „Waschechte Schönwalder“. In: az-online.de. 12. September 2012, abgerufen am 8. September 2024. </ref>

<ref name="Bistum-MD"> Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 14. März 2021. </ref>

<ref name="Enders-2008"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830515043 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref>

<ref name="EW-1964-2007"> Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Bevölkerung der Gemeinden nach Kreisen 1964 – 2007 (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Statistische Berichte / A / I / 103). Halle (Saale) Februar 2009 (statistischebibliothek.de [PDF]). </ref>

<ref name="EW-2014"> Birgit Schulze: Abwärtstrend wird gebremst. In: Stendaler Volksstimme. 14. Januar 2015, S. 20. </ref>

<ref name="EW-2019"> Birgit Schulze: Tangerhütte schrumpft wieder. In: Stendaler Volksstimme. 13. Januar 2020, S. 20. </ref>

<ref name="EW-2021"> Birgit Schulze: Tangerhütte verliert weiter Einwohner. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker. 13. Januar 2022, DNB 1002381223, S. 17. </ref>

<ref name="EW-2023"> Birgit Schulze: So wenig Babys wie noch nie. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker (E-Paper). 13. Januar 2024, DNB 1002381223, S. 18. </ref>

<ref name="EW-LSA"> Bevölkerung der Gemeinden (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Statistische Berichte / A / I / A / II / A / III / 102). Halle (Saale) – (statistischebibliothek.de). (Jahr anklicken) </ref>

<ref name="Fabri-1797"> Johann Ernst Fabri: Das ehemalige Städtchen oder jetzige Dorf Buch nebst dessen bebnachbarten Orten (= Magazin für die Geographie, Staatenkunde und Geschichte. Band 1). Raspesche Buchhandlung, Nürnberg 1797, S. 121, 12. Schönwalde (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10429212~SZ%3D139~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D). </ref>

<ref name="HOB-12"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref>

<ref name="HP"> Ortschaft Schönwalde (Altmark). In: tangerhuette.de. Abgerufen am 14. März 2021. </ref>

<ref name="Hauptsatzung"> Stadt Tangerhütte: Hauptsatzung der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte. 15. Dezember 2020, §17 Ortschaftsverfassung (tangerhuette.de [PDF; 399 kB; abgerufen am 17. Januar 2021]). </ref>

<ref name="Krabbo Regesten"> Hermann Krabbo: Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus askanischem Hause. Hrsg.: Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 1. Lieferung. Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 109, Nr. 526 (uni-potsdam.de). </ref>

<ref name="Kunstdenkmale-Stendal"> Friedrich Hoßfeld, Ernst Haetge: Der Kreis Stendal Land (= Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band 3). Hopfer, 1933, DNB 362544441, S. 174. </ref>

<ref name="Kunstdenkmale-Stendal-2"> Friedrich Hoßfeld, Ernst Haetge: Der Kreis Stendal Land (= Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band 3). Hopfer, 1933, DNB 362544441, S. 173. </ref>

<ref name="Landbuch"> Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 357. </ref>

<ref name="MTB-3536"> Messtischblatt 3536: Tangerhütte. In: DeutscheFotothek.de. Preußische Landesaufnahme / Reichsamt für Landesaufnahme, 1937, abgerufen am 9. April 2023. </ref>

<ref name="Machholz"> Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925 </ref>

<ref name="Metzler-Poeschel"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref>

<ref name="OR"> Bürgerinfoportal Tangerhütte, Ortschaftsrat Schönwalde. In: bi.tangerhuette.de. Stadt Tangerhütte, abgerufen am 8. September 2024. </ref>

<ref name="OR-Bgm"> Herr Allmrodt bleibt in Schönwalde Ortsbürgermeister. In: tangerhuette.de. Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte, 18. Juli 2024, abgerufen am 8. September 2024. </ref>

<ref name="Pohlmann-Sagen"> Alfred Pohlmann: Sagen aus der Wiege Preußens und des Deutschen Reiches, der Altmark. Franzen & Große, Stendal 1901, S. 59–60, 3. Der „Moart“ am steinernen Kreuz zwischen Schönwalde und Weißewarte (archive.org). </ref>

<ref name="Pfarrbereich"> Pfarrbereich Tangerhütte. In: ekmd.de. Abgerufen am 9. April 2023. </ref>

<ref name="Riedel-17"> Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA </ref>

<ref name="Sültmann-1932">nach Friedrich Hoßfeld: Heinrich Sültmann: Die Ortsnamen im Kreise Stendal. In: Altmärkische Tageszeitung. Juli 1932, ZDB-ID 2511766-X, Beilage „Die Altmärkische Heimat“. </ref>

<ref name="Wahl-2019"> Wahlergebnis 2019 Ortschaftsratswahl. In: tangerhuette.de. Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte, 18. Mai 2019, abgerufen am 8. September 2024. </ref>

<ref name="Wahl-2024-Zulassung"> Öffentliche Wahlbekanntmachung über die Zulassung der Wahlvorschläge zur Wahl der Ortschaftsräte der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte am 09.06.2024. Ortschaft Schönwalde. In: tangerhuette.de. Einheitsgemeinde Tangerhütte. Gemeindewahlleiterin, 3. April 2024, abgerufen am 8. September 2024. </ref>

<ref name="Wahl-2024"> Feststellung des endgültigen Wahlergebnisses der Stadtratswahl und der Wahlen zu den Ortschaftsräten in den einzelnen Ortschaften der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte am 09. Juni 2024. In: tangerhuette.de. Einheitsgemeinde Tangerhütte. Gemeindewahlleiterin, 12. Juni 2024, abgerufen am 7. September 2024. </ref>

<ref name="Zahn-1928"> Vorlage:BibOCLC </ref> </references>

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