Scharnosin

Scharnosin (Vorlage:PlS Czarnocin, schlesisch Czarnożyniy<ref>Czarnożyniy (n, Genitiv: do Czarnożynioŭ); R. Olesch: Der Wortschatz der polnischen Mundart von Sankt Annaberg. Wiesbaden 1958, Seite 123</ref>) ist ein Ort in der zweisprachigen Stadt- und Landgemeinde (Leśnica) im Powiat Strzelecki der Woiwodschaft Opole in Polen.
Geographie
Das Straßendorf Scharnosin liegt neun Kilometer nordöstlich von Leschnitz, 10 Kilometer südwestlich von Strzelce Opolskie (Groß Strehlitz) und 43 Kilometer südöstlich von Opole an den Talhängen des Lenkauer Wassers (Łącka Woda) im Naturschutzgebiet Rezerwat przyrody Boże Oko. Die Umgebung des Dorfes wird auch als „Schlesische Schweiz“ bezeichnet.
Nachbarorte von Scharnosin sind im Norden Dollna (Dolna), im Süden Lichinia (Lichynia) und im Westen Poremba (Poręba).
Geschichte
„Czarnozeme“ wurde 1485 erstmals urkundlich erwähnt. Kirchendokumente aus dem 17. Jahrhundert bezeichnen es als Czarnozenie bzw. Czanozenie, Johann Georg Knie 1830 als Czarnosin oder Czarnozeń.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Scharnosin gehörte zur Pfarrei Leschnitz.
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Scharnosin 1742 mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. 1783 gehörte Scharnosin einem Grafen Colonna.
Nach der Neugliederung der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Scharnosin ab 1816 zum Landkreis Groß Strehlitz, mit dem sie bis 1945 verbunden blieb. 1845 bestanden in „Czarnosin“ ein Vorwerk, vier Wassermühlen, eine Brennerei, ein Kalksteinbruch, ein Wirtshaus und andere 39 Häuser. Die Einwohnerzahl lag damals bei 382, davon sechs evangelisch.<ref>Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 84.</ref> 1861 zählte Scharnosin sieben Bauern-, 13 Gärtner-, sechs Häuslerstellen und 14 Einlieger. Eingepfarrt waren die Bewohner nach Salesche. Die katholische Schule wurde damals von 144 Schülern besucht.<ref>Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Breslau 1865</ref> 1874 wurde der Amtsbezirk Schloss Groß Strehlitz gebildet, dem auch die Landgemeinde Czarnosineingegliedert wurde.<ref>Amtsbezirk Schloss Groß Strehlitz</ref>
Die Volkszählung 1910 ergab für Scharnosin 211 Einwohner, davon 206 polnischer und 5 deutscher Muttersprache, allesamt katholischer Konfession. Im Gutsbezirk waren von 163 Einwohnern 106 polnischer und 55 deutscher Muttersprache, 2 mehrsprachig und größtenteils katholischer Konfession.<ref>Vorlage:Literatur</ref>
Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921, die in der Gegend von bürgerkriegsähnlichen Zuständen begleitet wurde, stimmten 115 Personen für einen Verbleib bei Deutschland und 117 für Polen. Scharnosin verblieb aber wie der gesamte Stimmkreis Groß-Strehlitz beim Deutschen Reich.<ref>Scharnosin, Dorf: 51 Stimmen für Deutschland und 72 für Polen
Scharnosin, Gutsbezirk: 64 Stimmen für Deutschland und 45 für Polen
Ergebnisse der Volksabstimmung; abger. am 17. Oktober 2009</ref>
Als Folge des Zweiten Weltkrieges Scharnosin 1945 unter polnische Verwaltung. Nachfolgend wurde es in Czarnocin umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. 1950 wurde es der Woiwodschaft Opole eingegliedert. Seit 1999 gehört Czarnosin zum Powiat Strzelecki. 2006 führte die Gmina Leśnica, der Scharnosin angehört, Deutsch als Hilfssprache und im Jahr 2008 zweisprachige Ortsbezeichnungen ein.
Einwohnerentwicklung
Die Einwohnerzahlen von Scharnosin (inkl. Gutsbezirk):<ref>Quellen der Einwohnerzahlen:
- 1844: [1] – 1855, 1861: [2] – 1910: Vorlage:Internetquelle</ref>
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1720 | 97 |
| 1844 | 382 |
| 1855 | 329 |
| 1861 | 361 |
| 1910 | 374 |
| 1933 | 323 |
| 1939 | 272 |
| 1996 | 164 |
Sehenswürdigkeiten
- Kapelle des böhmischen Landesheiligen Johann Nepomuk
- Hölzerne Gottesaugekapelle im Wald
- Steinernes Wegekreuz
Weblinks
Einzelnachweise
<references />