Schlafittchen
Schlafittchen<ref name="RiPe1933">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref name="Duden1969">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> oder umgangssprachlich Schlawittchen (Diminutiv, früher Dativ Plural von Schlafittich, „Schlagflügel“), auch Schlafittl, ist eine redens- und mundartlich weitverbreitete und offenbar recht alte Bezeichnung für Hemd- oder Jackenkragen bzw. Rock- oder Ärmelzipfel.
Redewendung
Verwendet wird das Wort im Zusammenhang der Redewendung „am Schlafittchen packen“ im Sinne von „jemanden am Weglaufen hindern“, ähnlich wie man Geflügel am Flügelansatz fasst. Im Niederdeutschen wird Geflügel oder Flügel auch als Fittgen bezeichnet. In Heinsius’ Sprach- und Sittenanzeiger der Deutschen aus dem Jahr 1817 findet sich folgende ausführliche Erläuterung der Redewendung (S. 96): „Gemeiniglich gebraucht man diese Redensart mit der: Jemanden gefangen nehmen, als gleichbedeutend. Das Schlafittgen ist völlig deutsch. Es ist nämlich aus Schlagfittig entstanden. Unter dem Schlagfittig versteht man aber den starken Fittig der Vögel. Hat man nun den Vogel erst beim Schlagfittig, so ist es um seine Freiheit geschehen. Wenn man daher einen Menschen gleichsam so in seiner Gewalt hat, wie den Vogel, dessen Schlagfittig man gefaßt, so ist er ebenfalls so gut gefangen, wie der Vogel.“<ref>Theodor Heinsius: Sprach- und Sittenanzeiger der Deutschen. Berlin 1817, S. 96; digitale-sammlungen.de</ref> Bereits 1800 allerdings war das Wesentliche dieser Erklärung beinahe wortident in einer Breslauer Zeitschrift erschienen:<ref>Der Breslauische Erzähler. Eine Wochenschrift, 13. September 1800, 1. Jg. Nr. 37, S. 600; books.google.at</ref>
- Schlafittgen (Zur Beantwortung einer Anfrage.)
- Schlafittgen, einen bey dem Schlafittgen kriegen, ist weder blos Schlesisch, noch auch aus dem Slavischen abzuleiten, sondern ganz deutsch.
- Es ist nämlich aus Schlafittig (dem starken Flügel) zusammengezogen; wenn man einen Vogel bey seinem Schlagfittig hat, so ist er gefangen.
Im Duden der Redewendungen und sprichwörtlichen Redensarten wird diese Redensart als „jemanden fassen und zur Rechenschaft ziehen“ beschrieben, wobei das Vergehen als eher geringfügig angesehen wird.<ref>Duden. 11, 1992, S. 622.</ref>
Als Erklärung wird auch angegeben, dass diese Redensart bedeutet, jemanden am Hemd- oder Jackenkragen zu packen<ref>Hermann Frischbier: Preussisches Wörterbuch. Ost- und westpreussische Provinzialismen in alphabetischer Folge. Enslin, Berlin 1883, Band 2, S. 279: „ihn am Rockzipfel, Ärmel etc. festhalten“.</ref> bzw. jemandem die „Leviten zu lesen“.<ref>1000 deutsche Redensarten. Mit Erklärungen und Anwendungsbeispielen. Langenscheidt, Berlin 1981, ISBN 3-468-43112-0, S. 178: „jemanden fassen, jemanden rügen, tadeln“.</ref>
Literatur
Weblinks
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Einzelnachweise
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