Zum Inhalt springen

Schlankhimmelsgucker

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Schlankhimmelsgucker
Datei:Crapatalus novaezelandiae (New Zealand sand stargazer).gif

Crapatalus novaezelandiae

Systematik
Unterkohorte: Neoteleostei
Acanthomorphata
Stachelflosser (Acanthopterygii)
Barschverwandte (Percomorphaceae)
Ordnung: Himmelsguckerartige (Uranoscopiformes)
Familie: Schlankhimmelsgucker
Wissenschaftlicher Name
Leptoscopidae
Gill, 1862

Die Schlankhimmelsgucker (Leptoscopidae) sind eine Familie der Barschverwandten (Percomorphaceae). Die Fische leben im Meer um Südaustralien und Neuseeland und wandern zeitweise auch in Brackwasserlagunen und Flussmündungen. Die neuseeländische Art Leptoscopus macropygus geht auch in die Unterläufe der Flüsse.

Merkmale

Die Leptoscopidae haben einen langgestreckten, beschuppten Körper mit einer langen Rücken- und Afterflosse. Die beiden Bauchflossen stehen weit auseinander. Das Maul ist leicht oberständig, die Lippen haben Fransen. Die Augen sind nach oben gerichtet. Das Seitenlinienorgan liegt mittig auf den Flanken. Die teilweise ähnliche Merkmale aufweisenden Himmelsgucker (Uranoscopidae) sind mit den Schlankhimmelsguckern nicht näher verwandt.

Die Fische werden, je nach Art, 11 bis 17 Zentimeter lang.

Systematik

Das Taxon wurde 1862 durch den US-amerikanischen Ichthyologen Theodore Nicholas Gill als Unterfamilie der Himmelsgucker (Uranoscopidae) erstmals beschrieben.<ref name="Gill"/> Nach Odani & Imamura sind die Schlankhimmelsgucker die Schwestergruppe der Sandhöhlenfische (Creediidae), mit denen sie insgesamt 43 Autapomorphien teilen. Schwestergruppe der von beiden Familien gebildeten Klade sind die Hemerocoetidae. Die nahe Verwandtschaft der drei Gruppen wird durch 17 Autapomorphien gestützt.<ref name="Odani&Imamura"/> Ricardo Betancur und Kollegen ordneten die Familie deshalb in ihre neu eingeführte Familie Pempheriformes (jetzt Acropomatiformes) ein, ohne sie selber untersucht zu haben.<ref name="Betancur-R. et al."/> Im Sommer 2021 konnte ein Team von Ichthyologen und Molekularbiologen anhand genetischer und morphologischer Daten nachweisen, dass die Leptoscopidae die Schwestergruppe von Cheimarrichthys fosteri sind, einer äußerlich den Schmerlen ähnelnden Fischart aus neuseeländischen Süßgewässern. Sie ordneten die Schlankhimmelsgucker damit in die Gruppe der Himmelsguckerartigen ein.<ref name="Ghezelayagh"/>

Gattungen und Arten

Datei:Leptoscopus macropygus (Estuary stargazer).gif
Leptoscopus macropygus

Literatur

  • Joseph S. Nelson: Fishes of the World. John Wiley & Sons, 2006, ISBN 0-471-25031-7.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Betancur-R. et al.">Ricardo Betancur-R, Edward O. Wiley, Gloria Arratia, Arturo Acero, Nicolas Bailly, Masaki Miya, Guillaume Lecointre und Guillermo Ortí: Phylogenetic classification of bony fishes. BMC Evolutionary Biology, BMC series – Juli 2017, DOI: 10.1186/s12862-017-0958-3</ref>

<ref name="Ghezelayagh">Ava Ghezelayagh, Richard C. Harrington, Edward D. Burress, Matthew A. Campbell, Janet C. Buckner, Prosanta Chakrabarty, Jessica R. Glass, W. Tyler McCraney, Peter J. Unmack, Christine E. Thacker, Michael E. Alfaro, Sarah T. Friedman, William B. Ludt, Peter F. Cowman, Matt Friedman, Samantha A. Price, Alex Dornburg, Brant C. Faircloth, Peter C. Wainwright, Thomas J. Near: Prolonged morphological expansion of spiny-rayed fishes following the end-Cretaceous. Nature Ecology & Evolution, 6, S. 1211–1220 (2022), doi: 10.1038/s41559-022-01801-3</ref>

<ref name="Gill">Theodore N. Gill (1859): On Dactyloscopus and Leptoscopus, two new genera of the family of Uranoscopidae. Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Philadelphia, 11, 132–133.</ref>

<ref name="Odani&Imamura">Kenji Odani & Hisashi Imamura: New Phylogenetic Proposal for the Family Leptoscopidae (Perciformes: Trachinoidei). Bull. Fish. Sci. Hokkaido Univ. 61 (2 / 3), 49-63, 2011. PDF</ref> </references>

Weblinks

Commons: Leptoscopidae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien