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Schrat

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Waldschratkostüm (Narrenzunft Wald-Schrat Raderach, 2006)
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Waldschratkostüme (Narrenzunft Raspler Baindt, 2014)
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Schrat-Skulptur in Thieles Garten, Bremerhaven (2006)

Schrate (in Bayern und Österreich auch Schrazen) gelten als eine Art von Naturgeistern. Je nach ihrem Lebensraum können sie auch als Wald-, Bach- oder Wiesenschrate etc. benannt werden.

Etymologie

Die genaue Etymologie des Wortes Schrat ist unklar, aber wahrscheinlich ist das Wort germanischen Ursprungs. Im deutschsprachigen Raum findet man es zum Beispiel im mittelhochdeutschen Schraz, Schrate, oder im althochdeutschen scratto.<ref>Duden 1989, 2. Aufl., S. 1351</ref><ref>Steinmeyer, Althd. Gl. 1, 602, 12 f.; 2, 17, 46. 159, 29. 160, 3. 469, 4. 518, 35. 534, 43. 550, 58. 570, 61. 678, 45; 3, 244, 22. 672, 49. 674, 25 (waltscrate); 4, 204, 5. 373, 7; auch sletto II 580, 50</ref><ref>Meyers Lexikon, 9. Band, Bibliographisches Institut, Leipzig 1942, Spalte 1228, Stichwort „Schratt“</ref> Die altnordische Form ist skrat(t)i („Zauberer“, „Riese“), die isländische skratti („Teufel“), vatnskratti („Wassergeist“),<ref>Cleasby-Vigfusson, Icelandic-English Dict. 556 b.</ref> die schwedische skratte (Narr, Zauberer, Teufel)<ref>Vorlage:SvenskEtymOrd</ref> und die neuenglische (dial.) scrat („Teufel“).<ref>Wright Wülker 5, 274; vgl. Liebrecht Gervasius 82</ref> Aus dem Deutschen fand der Schrat seinen Weg in die slawischen Sprachen, zum Beispiel polnisch (vor 1500) skrzat und skrzot („Hausgeist“, „Zwerg“),<ref name="br497a">Brückner, Slownik etymologiczny jezyka polskiego (Kraków 1927) 497 a; Grimm Myth. 1, 397</ref> tschechisch skřet, skrátek, skřítek („Kobold“, „Gold bringender Teufel“)<ref name="br497a" /> und slowenisch škrat, škratek, škratelj („Kobold“, „Bergmännchen“), škratec („Windwirbel“, „Weichselzopf“).<ref>Pleteršnik, Slovensko-nemški slovar 2, 1895, S. 634a; vgl. Krauß, Slav. Volkforschung 88. 89; Graber, Kärnten 34; Vernaleken, Mythen 240.</ref>

Der Landschaftsname des Schraden (am Rand der Niederlausitz) wird dort volksetymologisch in diesem Zusammenhang erklärt.

Ein kleiner Schrat wird auch Schretel oder Schräzel genannt.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Weibliche Waldschrate stellen die „Schrätteli“ dar, die dem Volksmund nach Albträume verursachen.<ref>Norbert Sedlak: Die Schrätteli sind eine Weiler Fasnachts-Clique für die Familie. Badische Zeitung, 16. Februar 2018.</ref> Der Apotheker und Volkskundler Walther Zimmermann zeichnete auf sein Exlibris einen Schrätteli-Fuß am historischen Mörser.<ref>Walther Zimmermann: Exlibris (Bucheignerzeichen) deutscher Apotheker. GEHE-Verlag, Dresden, und Wissenschaftliche Verlags-Gesellschaft, Stuttgart 1925, S. 108.</ref>

Heute wird der Begriff umgangssprachlich als Bezeichnung für einen ungepflegten, äußerlich verwildert wirkenden Menschen verwendet, im bairischen Sprachraum hingegen vor allem für ungezogene Kinder.

Charakteristika

Ausgehend von der Etymologie handelt es sich bei dem Schrat um „ein menschen- (oder tier-) ähnliches Geistwesen, das im Walde haust, den Albdruck verursacht, und das in Masken nachgeahmt wird“. Später wird der Schrat noch um die Bedeutung Kobold erweitert. In Kärnten soll ein Schrat eine Art Hausgeist bezeichnen.<ref>Hanns Bächtold-Stäubli (Hrsg.): Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Unveränd. photomechan. Nachdr. mit e. Vorw. von Christoph Daxelmüller. de Gruyter, Berlin [u. a.], ISBN 3-11-011194-2 (Ausg. 1987).</ref>

Anders als Elfen und die geselligen Bergmännlein sind Schrate Einzelgänger.<ref>Grimm 1992, Bd. I. S. 397.</ref>

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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Einzelnachweise

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