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Schwarze Teufelskralle

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Schwarze Teufelskralle
Datei:Raiponce noire-Alsace.jpg

Schwarze Teufelskralle (Phyteuma nigrum)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Glockenblumengewächse (Campanulaceae)
Unterfamilie: Campanuloideae
Gattung: Teufelskrallen (Phyteuma)
Art: Schwarze Teufelskralle
Wissenschaftlicher Name
Phyteuma nigrum
F.W.Schmidt

Die Schwarze Teufelskralle (Phyteuma nigrum), im deutschsprachigen Raum auch Blaue Waldrapunzel oder Schwarze Rapunzel genannt, ist eine Pflanzenart, die zur Gattung der Teufelskrallen (Phyteuma) in der Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae) gehört.

Beschreibung

Datei:Phyteuma nigrum — Flora Batava — Volume v11.jpg
Illustration aus Flora Batava, Volume 11

Vegetative Merkmale

Die Schwarze Teufelskralle ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 70 Zentimetern erreicht. Die Laubblätter sind lanzettlich geformt und in etwa halb so breit wie lang. Die Grundblätter besitzen meist nur einen seicht herzförmigen Spreitengrund mit gekerbtem bis gesägtem Blattrand. Die unteren Stängelblätter sind eilanzettlich und am Grund verschmälert, die mittleren und die oberen weisen nur eine reduzierte Spreite auf.

Generative Merkmale

Datei:Teufelskralle-JR-T20-737-760-2020-05-27.jpg
Blütenstand, teilweise verblüht, mit Blüten in verschiedenen Stadien

Der bei einem Durchmesser von 1,5 bis 3 Zentimetern relativ breite, ei- bis walzenförmigen, ährigen Blütenstand weist ein bis zwei Hochblätter auf. Die Hüllblätter sind linealisch bis lanzettlich.

Die zwittrige, fünfzählige Blüte ist vor dem Aufblühen deutlich gekrümmt. Die fünf Kronblätter sind schwarzviolett oder schwarzblau, selten weiß. Die Kronblätter sind zuerst zu einer Röhre verwachsen, welche während des Aufblühens von unten nach oben aufplatzt. An der Spitze bleiben die Kronblätter jedoch länger verbunden und die Krone ist krallenförmig nach oben gebogen.<ref name="UniMarburg" /> Der Griffel endet in zwei Narbenästen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Die Blüten sind vormännlich. Die Kronblätter pressen die sich nach innen öffnenden Staubbeutel an die Griffelbürste, die den Pollen aufnimmt. Danach wächst der Griffel, bis seine Spitze die Kronröhre überragt. Danach öffnen sich die Narbenäste. Bestäuber sind Bienen und Schwebfliegen. Die Blütezeit erstreckt je nach Standort von Mai bis Juli.

Datei:Zwartblauwe rapunzel, Phyteuma nigrum, Bad Honnef.jpg
Habitus am Standort bei Bad Honnef

Vorkommen

Die Schwarze Teufelskralle findet sich nur in Mitteleuropa in den Silikat-Mittelgebirgen. Sie ist im Gebiet der Böhmischen Masse zu finden. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst Frankreich, Deutschland, Belgien, Luxemburg, Tschechien, Österreich und Belarus.<ref name="WCSP" /> In Deutschland ist sie vor allem in mittleren Gebirgslagen (u. a. Odenwald, Eifel, Siebengebirge, Rothaargebirge) verbreitet. Höchstes Vorkommen im Südschwarzwald am Feldberg auf 1400 müNN.<ref>O. Sebald, S. Seybold, G. Phlippi & A. Wörz (Hrsg.). Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Verlag Eugen Ulmer (Stuttgart), Band 5 (1996), S. 442.</ref> In Österreich ist die Schwarze Teufelskralle selten, während sie in der Schweiz nur adventiv auftritt. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+ (feucht), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Sie wächst auf mäßig nährstoffreichen, kalkarmen Lehmböden an sonnigen bis halbschattigen Plätzen. Sie gedeiht auf frischen, bodensauren Fettwiesen und an Waldsäumen. Sie ist kalkmeidend und ein Lehmzeiger. Sie wächst von der collinen bis zur montanen Höhenstufe. Eher zerstreut wächst die Schwarze Teufelskralle auch auf Wiesen, Parks und lichten Laubwäldern. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Geranio-Trisetetum aus dem Verband Polygono-Trisetion, kommt aber auch in montanen Arrhenathereten und in tieferen Lagen auch in Carpinion-Gesellschaften vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Gefährdung und Schutz

Die Schwarze Teufelskralle steht bundesweit auf der Vorwarnliste<ref>Floraweb, Artinformationen [1], abgerufen am 24. Mai 2022</ref> und gilt damit als schonbedürftig. Erhard Dörr und Wolfgang Lippert berichten, dass die Art infolge intensiver Bewirtschaftung durch Düngung, Drainage oder Aufforstung im Rückgang ist.<ref name="Dörr-Lippert" /> Sie ist besonders schnittempfindlich. Der erste Schnitt sollte nicht vor Mitte Juli stattfinden. Die Bundesrepublik Deutschland ist in hohem Maße verantwortlich für die Art.

Taxonomie und Systematik

Die Erstveröffentlichung von Phyteuma nigrum erfolgte 1794 durch Franz Willibald Schmidt in Flora Boemica Band 2 Seite 87 ("1793").

Zur Kreuzung der Schwarzen Teufelskralle (Phyteuma nigrum) mit der Ährigen Teufelskralle (Phyteuma spicatum) = Phyteuma ×adulterinum siehe unter Ährige Teufelskralle.

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"></ref> <ref name="Dörr-Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 558.</ref> <ref name="WCSP">Rafaël Govaerts (Hrsg.): Phyteuma - World Checklist of Selected Plant Families des Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 11. Februar 2018.</ref> <ref name="UniMarburg">Schwarze Teufelskralle auf der Website der Uni Marburg.</ref> <ref name="InfoFlora">Phyteuma nigrum F. W. Schmidt In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Schwarze Teufelskralle (Phyteuma nigrum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien