Scott Henderson (Gitarrist)
Scott Henderson (* 26. August 1954 in West Palm Beach)<ref>Guitar Nine - Interview with Scott Henderson</ref> ist ein US-amerikanischer Rock- bzw. Fusion-Gitarrist. Er wurde bekannt als Mitbegründer der Jazz-Rock-Band Tribal Tech und durch seine Solo-Projekte.
Biografie
Henderson wuchs in West Palm Beach in Florida auf, wo er auch seine ersten Auftritte in Clubs bestritt. Seine ersten musikalischen Einflüsse waren unter anderem Jimi Hendrix, Jeff Beck, Jimmy Page und Bluesgitarristen wie Albert King und Albert Collins. Später kam der Einfluss des Jazz hinzu und Henderson lernte die Musik von unterschiedlichen Künstlern und Bands wie Charlie Parker, Weather Report, Miles Davis und Wayne Shorter kennen.<ref>Innerviews: Scott Henderson - Roots and branches</ref>
Nachdem er sein Musikstudium an der Florida Atlantic University absolviert hatte, zog Henderson 1980 nach Los Angeles, wo er das Guitar Institute of Technology (GIT), heute Teil des Musicians Institute, besuchte. Später wurde er an der Akademie selbst Dozent für Gitarre. 1984 gründete er zusammen mit dem Bassist Gary Willis die Band Tribal Tech, mit der er wiederholt tourte und bis 2012 zehn Alben (und eine Kompilation) veröffentlichte. 1986 war er mit Chick Coreas Elektric Band auf Tournee, verließ diese Band allerdings bereits nach sechs Monaten, da es persönliche und musikalische Differenzen gab.<ref>Exclusive Interview with Scott Henderson | Jazzuality.com - Indonesian Jazz News</ref> Von 1987 bis 1990 arbeitete er mit Joe Zawinuls Syndicate zusammen, um sich danach vollends auf Tribal Tech zu konzentrieren.
Seit 1994 veröffentlicht Henderson Alben unter eigenem Namen. Auf den Alben Tore Down House und Well To The Bone ist die Soul-Sängerin Thelma Houston zu hören. Sein Album Vibe Station erschien 2015.<ref>Guitar Virtuoso Scott Henderson to Release Instrumental Album for Guitar Trio Vibe Station on May 1, 2015 | JazzCorner.com News</ref>
Stil
Hendersons Musikstil ist zwischen Blues, Jazz und Rock anzusiedeln. Henderson kombiniert sowohl kompositorisch als auch solistisch den Einfluss des Blues mit Akkordfolgen und Linien aus dem Bebop und dem Jazzrock der 1970er Jahre. Er beschreibt den Einfluss des Jazz als eher intellektuell und den des Blues als gefühlsbetonter.<ref>Jazzitalia - Articles: Interview with Scott Henderson</ref>
Während Henderson in den 1980er und frühen 1990er Jahren bei Tribal Tech eher Jazz oder Fusion in teilweise großen Besetzungen spielte, wendete er sich mit Dog Party (1994) dem Blues und der Trio-Besetzung zu. Seitdem hat sich seine Musik wieder dem Jazz angenähert, und Henderson versucht nun beide Einflüsse in seiner Musik zu vereinen.<ref>Cold Fusion, Hot Blues - Scott Henderson | Guitar.com</ref> Er beschreibt sein Trio heute als Mischung von „Tribal Tech und Blues Band“.<ref>Exclusive Interview with Scott Henderson | Jazzuality.com - Indonesian Jazz News</ref>
Henderson benutzt den Vibratohebel der Gitarre, um den Klang der Slide-Gitarre zu imitieren.<ref>Guitar Nine - Interview with Scott Henderson</ref> Die Spieltechnik und der damit verbundene Ton erinnern an Jeff Beck.<ref>Double-Edged Sword, The Dangerous Jazz-Rock Attack of Scott Henderson | GuitarPlayer</ref> Henderson spielt auf Konzerten gelegentlich Jazzstandards und legt in seiner Musik stets großen Wert auf den Rhythmus.<ref>JGS Scott Henderson Interview, 12/20/12 | Jazz Guitar Society</ref>
Equipment
In den 1980er und 90er Jahren war Henderson Endorser für Ibanez und spielte Gitarren, die speziell für ihn angefertigt wurden. Diese Gitarren waren im Handel nicht erhältlich. Es handelte sich um Gitarren der Stratocaster-Bauweise mit Seymour Duncan Double-screw-Humbuckern, die sich durch einen sehr weichen, mittenlastigen Ton auszeichnen. Henderson bezeichnet diesen Klang heute als dünn und kritisiert die fehlenden Bassfrequenzen.<ref>Interview: HBC's Scott Henderson and Jeff Berlin</ref>
In den späten 1990er Jahren wechselte Henderson zu Suhr Guitars und spielt seitdem Gitarren des Modells Suhr Classic, bei denen es sich um traditioneller gehaltene Stratocaster-Nachbauten mit Singlecoils handelt. Henderson und John Suhr hatten sich kennengelernt, als Suhr noch im Fender Custom Shop gearbeitet hatte.<ref>Meet John Suhr | Guitar.com</ref> Der Hals dieser Gitarren weist ein D-Shape auf, welches im Vergleich zum traditionelleren C-Shape flacher ausfällt.<ref>Interview: HBC's Scott Henderson and Jeff Berlin</ref> Außerdem ist der Griffbrettradius dieser Hälse flacher als bei Strats üblich und eher typisch für Instrumente der Marke Gibson. Henderson hat in Interviews seine Vorliebe für Gibson-Hälse geäußert.<ref>Guitar Nine - Interview with Scott Henderson</ref> Außerdem spielt er elektrische Sitar.<ref>Scott Henderson Interview—Effected by Fusion. Abgerufen am 2. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Henderson spielt Custom Audio Amplifiers OD-100-Verstärker,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Scott Henderson OD-100 with Custom Mods ( des Vorlage:IconExternal vom 25. Mai 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Suhr SH-100-Verstärker<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. auf suhr.com</ref> und einen '71 Marshall.<ref>Interview: HBC's Scott Henderson and Jeff Berlin</ref> Auf Tour spielt Henderson oft auf einem geliehenen Marshall JCM 2000 DSL100, da der Lufttransport von Verstärkern zu teuer ist.<ref>Double-Edged Sword, The Dangerous Jazz-Rock Attack of Scott Henderson | GuitarPlayer</ref>
Diskografische Hinweise
- 1994: Dog Party
- 1997: Tore Down House
- 2002: Well to the Bone
- 2005: Live!
- 2007: Collection (Zusammenstellung älterer Aufnahmen)
- 2015: Vibe Station
- Vital Tech Tones (mit Victor Wooten und Steve Smith)
- 1998: Vital Tech Tones
- 2000: VTT2
- HBC (mit Jeff Berlin und Dennis Chambers)
- 2012: HBC
- mit anderen Künstlern
- 1985: Fables (Jean-Luc Ponty)
- 1985: Champion (Jeff Berlin)
- 1986: The Chick Corea Elektric Band (Chick Corea Elektric Band)
- 1987: Players (Jeff Berlin with T. Lavitz and Steve Smith)
- 1988: The Immigrants (Zawinul Syndicate)
- 1989: Black Water (Zawinul Syndicate)
- 1994: Forbidden Zone (Tom Coster)
- 1997: Just Add Water (Virgil Donati)
- 1999: Crossroads (Jeff Berlin)
Lehrmaterialien
- Videos
- 1988: Jazz Fusion Improvisation. REH-Video
- 1992: Melodic Phrasing. REH-Video
- 2007: Jazz Rock Mastery. Alfred Publishing (Jazz Fusion Improvisation und Melodic Phrasing. auf einer DVD)
- Bücher
- Scott Henderson Guitar Book. Alfred Publishing, 1993, ISBN 0-7935-1125-9. (Transkriptionen von Tribal Tech-Stücken) (Wiederveröffentlichung 2008)
- Hemme B Luttjeboer: The Best Of Scott Henderson. Hal Leonard, Milwaukee, WI 1996, ISBN 0-7935-5884-0. (Transkriptionen von Tribal Tech-Stücken)
- Scott Henderson: Jazz Guitar Chord System. (= Musicians institute. private lessons). Hal Leonard, Milwaukee, WI 1998, ISBN 0-7935-9165-1.
- Addi Booth: Blues Guitar Collection. Hal Leonard, Milwaukee, WI 2008, ISBN 978-1-4234-1227-4.
Literatur
- Martin Kunzler: Jazz-Lexikon. Band 1: A–L (= rororo-Sachbuch. Bd. 16512). 2. Auflage. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2004, ISBN 3-499-16512-0.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Henderson, Scott |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Gitarrist |
| GEBURTSDATUM | 26. August 1954 |
| GEBURTSORT | West Palm Beach |