Seebach (Isar)
Vorlage:Infobox Fluss Der Seebach ist ein 3,5 km langes Fließgewässer in der Gemeinde Ismaning im bayerischen Landkreis München. Es verbindet den Mittleren-Isar-Kanal mit der Isar.
Heutiger Verlauf
Der Seebach beginnt westlich des Ismaninger Speichersees. Einen Teil seines Wassers erhält er von der Gleißach, die auf der Höhe des Teichguts Birkenhof durch einen Düker unter dem Mittlere-Isar-Kanal hindurchgeführt wird. Weiteres Wasser kommt aus einem Wassergraben, dem Wasser vom Mittlere-Isar-Kanal aus zugeführt wird. Der Bach wird zunächst unterirdisch weitergeführt und kommt nach 20 m nördlich des parallel zum Mittlere-Isar-Kanal verlaufenden Wegs wieder ans Tageslicht.
Nach einer Strecke rund 3,5 Kilometern, streckenweise als Ortsbach durch das Zentrum von Ismaning, mündet der Seebach bei Flusskilometer 134,2 in die Isar. Abgesehen von Gleißenbach und Kernbach verfügt der Seebach inzwischen über keine benannten natürlichen Zuflüsse mehr.
Historischer Verlauf
Bis zum Bau des Mittlere-Isar-Kanals ab dem Jahr 1921 war der Seebach noch rund neun Kilometer lang und entsprang im Johanneskirchener Moos zwischen Johanneskirchen und Aschheim.<ref name="QuellbächeBA" /> Mit der Absenkung des Grundwasserspiegels beim Bau von Kanal und Speichersee verlor er seine Oberläufe, die 1832 von Anton Eisenmann und Karl Friedrich Hohn in ihrem Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern noch ausführlich beschrieben worden waren: Vorlage:Zitat
Der Bau des Kanals hatte für den Seebach laut einer Beschreibung aus dem Jahr 1936 erhebliche Auswirkungen: Vorlage:Zitat
Als Ausgleich für die entfallenen Quellbäche wird der Seebach heute von der Gleißach gespeist.
Wirtschaftliche Nutzung
In Ismaning wurde der Seebach von zwei Mühlen (siehe Liste der Baudenkmäler in Ismaning) und zur Wasserversorgung einer Papierfabrik genutzt. Außerdem gründeten 33 Ismaninger Bürger im Jahr 1898 ein "Consortium zur Errichtung einer elektrischen Centrale" für den Bau und Betrieb einer Wasserkraftanlage am Seebach. Das Werk erhielt eine Turbine mit einer Leistung von 60 PS.<ref name="Stromnetz" /> Nach dem zwischenzeitlichen Ende der örtlichen Wasserkraftnutzung wurde 2008 in der mittlerweile zu einem kommunalen Kulturzentrum umgebauten<ref name="SeidlM" /> Seidl-Mühle erneut eine Turbine mit nun 31 Kilowatt Leistung installiert.<ref name="WatecHydro" />
Literatur
- Cornelia Oelwein: Zwischen Goldach und Seebach. Die Geschichte des Goldachhofs und der Mooskultivierung in Ismaning. Beiträge zur Ismaninger Geschichte Bd. 2. Franz Schiermeier Verlag München 2013. ISBN 978-3-943866-22-3.
Weblinks
Einzelnachweise
<references> <ref name="QuellbächeBA">Quellbäche des Seebachs, auf historischer Karte im BayernAtlas, auf geoportal.bayern.de</ref>
<ref name="LexiconKB">Joseph Anton Eisenman, Karl Friedrich Hohn: Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern. Verlag Palm/Enke, Erlangen 1832</ref>
<ref name="KHeindel">Käthe Heindel: Die Umgestaltung der Isar durch den Menschen. (= Dissertation, München 1936) M. Müller & Sohn, München 1936, Vorlage:OCLC, S. 98.</ref>
<ref name="Stromnetz">Vorlage:Internetquelle, auf gwi.ismaning.de</ref>
<ref name="SeidlM">Vorlage:Internetquelle, auf seidl-muehle.ismaning.de</ref>
<ref name="WatecHydro">Vorlage:Internetquelle, auf watec-hydro.de</ref> </references>