Semiochemikalien
Semiochemikalien (von semeion, Signal, seltener Infochemikalien) sind Botenstoffe, die der chemischen Kommunikation zwischen den Individuen einer Art oder zwischen verschiedenen Arten dienen. Der Begriff wurde 1971 von J. H. Law und F. E. Regnier eingeführt.<ref>J. H. Law, F. E. Regnier: Pheromones. In: Annual Review of Biochemistry. 40, 1971, S. 533–548, {{#invoke:Vorlage:Handle|f|scheme=doi|class=plainlinks|parProblem=Problem|errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Parameter:DOI|errClasses=error editoronly|errHide=1|errNS=0 4 10 100}}.</ref>
Einteilung
Semiochemikalien können in Pheromone und Allelochemikalien eingeteilt werden. Pheromone dienen der intraspezifischen Kommunikation zwischen Organismen einer Art, Allelochemikalien der interspezifischen Kommunikation.<ref>R. H. Whittaker: The biochemical ecology of higher plants, S. 43–70. In E. Sondheimer, J. B. Simeone (Hrsg.): Chemical Ecology. Academic Press, New York (1970), 352 Seiten, ISBN 0-12-654750-5</ref>
Die Einteilung der Allelochemikalien, die auch als Xenomone bezeichnet wurden,<ref>Eli Chernin: Interspecific chemical signals. In: BioScience 20.15 (1970): S. 845–845.</ref> erfolgt in Allomone, die dem Sender nützen, Kairomone, die dem Empfänger nützen und Synomone, die beiden nützen.<ref>D. A. Nordlund, R. L. Jones, W. J. Lewis: Semiochemicals: Their Role in Pest Control, Wiley, New York 1981, ISBN 0-471-05803-3, S. 13–28.</ref> Der Begriff Allomone ist eine Ableitung aus dem Begriff Alloiohormon, der schon 1932 von Albrecht Bethe mit derselben Bedeutung vorgeschlagen wurde.<ref>Albrecht Bethe: Vernachlässigte Hormone. In: Die Naturwissenschaften. 20, 1932, S. 177–181, {{#invoke:Vorlage:Handle|f|scheme=doi|class=plainlinks|parProblem=Problem|errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Parameter:DOI|errClasses=error editoronly|errHide=1|errNS=0 4 10 100}}.</ref>
Daneben gibt es noch Apneumone (von griechisch a-pneuma für atemlos oder leblos). Dieses sind chemische Substanzen, die von unbelebtem Material emittiert werden und die vorteilhaft für einen Organismus sind, aber nachteilige Reaktionen bei einem anderen Organismus hervorrufen.<ref>P. W. Price, R. F. Denno, M. D. Eubanks, D. L. Finke, I. Kaplan: Insect Ecology: Behavior, Populations and Communities, 812 Seiten, Cambridge University Press (2011), ISBN 0-521-54260-X, S. 42.</ref>
Die Einteilung der Semiochemikalien ist rein funktional. So kann ein Molekül sowohl als Pheromon, als Kairomon und als Allomon oder Synomon wirken. So verbreiten fouragierende Honigbienen den Duft von (Z)-11-Eicosen-1-ol. Bienenwolfweibchen nutzen dieses Bienenpheromon als Kairomon, um Honigbienen zu erbeuten. Die Bienenwolfmännchen wiederum nutzen diese Komponente und damit die existierende sensorische Präferenz der Weibchen für Bienenduft als Teil ihres Sexualpheromoncocktails, um die Bienenwolfweibchen anzulocken.<ref>Gudrun Herzner, Thomas Schmitt, K. Eduard Linsenmair, Erhard Strohm: Prey recognition by females of the European beewolf and its potential for a sensory trap. In: Animal Behaviour. 70, 2005, S. 1411–1418, {{#invoke:Vorlage:Handle|f|scheme=doi|class=plainlinks|parProblem=Problem|errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Parameter:DOI|errClasses=error editoronly|errHide=1|errNS=0 4 10 100}}.</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
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