Silber(I)-fluorid
| Kristallstruktur | ||||||||||||||||
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| Struktur von Silber(I)-fluorid | ||||||||||||||||
| Vorlage:Farbe Ag+ Vorlage:Farbe F− | ||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||
| Name | Silber(I)-fluorid | |||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Verhältnisformel | AgF | |||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
gelber Feststoff<ref>A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 1344.</ref> | |||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||
| Molare Masse | 126,87 g·mol−1 | |||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | |||||||||||||||
| Dichte |
5,85 g·cm−3<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> | |||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
435 °C<ref name="GESTIS"/> | |||||||||||||||
| Siedepunkt |
1150 °C<ref name="GESTIS"/> | |||||||||||||||
| Löslichkeit |
sehr gut in Wasser (etwa 1820 g·l−1 bei 15,5 °C)<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||
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| MAK |
0,01 mg·m−3<ref name="GESTIS"/> | |||||||||||||||
| Thermodynamische Eigenschaften | ||||||||||||||||
| ΔHf0 |
−204,6 kJ/mol<ref name="CRC90_5_4">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-4.</ref> | |||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||
Silber(I)-fluorid ist das Silbersalz der Flusssäure (Fluorwasserstoffsäure). Im Gegensatz zu den anderen Halogeniden des Silbers ist es weniger lichtempfindlich, sehr gut in Wasser löslich und hygroskopisch.
Gewinnung und Darstellung
Das Silber(I)-fluorid kann sowohl aus den Elementen Silber und Fluor als auch aus Silber(I,III)-oxid (AgO), Silber(I)-oxid (Ag2O) und Silber(I)-carbonat (Ag2CO3) jeweils mit Fluorwasserstoff erhalten werden:<ref name="Brauer1963">Georg Brauer (Hrsg.): Handbook of Preparative Inorganic Chemistry. 2. Auflage. Band 1. Academic Press, New York 1963, S. 240 (sciencemadness.org [PDF]).</ref>
- <math>\mathrm{Ag_2O + 2\ HF \longrightarrow 2 AgF + H_2O}</math>
- Silber(I)-oxid reagiert mit Fluorwasserstoff zu Silber(I)-fluorid und Wasser.
Eigenschaften
Wie Silberchlorid und Silberbromid kristallisiert auch Silber(I)-fluorid in der kubischen NaCl-Struktur. Im Gegensatz zu den anderen Silberhalogeniden kann AgF aus wässrigen Lösungen als verschiedene Hydrate kristallisieren (AgF · H2O, AgF · 2 H2O und AgF · 4 H2O). Mit überschüssiger Fluorwasserstoffsäure bilden sich AgF · HF und AgF · 3 HF. In einem Liter Wasser lösen sich bei Raumtemperatur (25 °C) 1,8 kg AgF, wobei Silber(I)-fluorid in Silber- und Fluoridionen dissoziiert:
- <math>\mathrm{AgF + H_2O \longrightarrow Ag^+ (aq) + F^- (aq)}</math>
Die Bildungsenthalpie aus den Elementen (∆Hf) beträgt −204 kJ.
Verwendung
Silber(I)-fluorid wird in der Analogfotografie angewendet, wobei Farbfilme mit dem besonders im UV-Bereich empfindlichen AgF beschichtet werden.<ref name="Greenwood1990">Norman N. Greenwood, Alan Earnshaw: Chemie der Elemente. 1., korrigierte Auflage. VCH-Verlag, Weinheim 1990, ISBN 3-527-26169-9, S. 1516.</ref> Silber(I)-fluorid dient als mildes Fluoridierungsmittel für Elementhalogenide und bei der Herstellung von Organofluorverbindungen durch Addition von Fluor an Doppelbindungen. Als Beispiel sei die Anlagerung von AgF an Perfluoralkene in Acetonitril erwähnt, bei der Perfluoralkylsilber(I)-Verbindungen entstehen: R–CF=CF2 + AgF → R–(CF–CF3)Ag.<ref name="Miller1968">William T. Miller, Robert J. Burnard: Perfluoroalkylsilver compounds. In: Journal of the American Chemical Society. Band 90, 1968, S. 7367–7368, doi:10.1021/ja01028a047.</ref>
Auch bei der Behandlung von Karies wird AgF oder dessen Diamminkomplex unter dem Namen Saforide eingesetzt (siehe Weblinks).
Sicherheitshinweise
Die Handhabung von Silber(I)-fluorid ist nicht ungefährlich, da es beispielsweise mit Silicium, Titan und Calciumhydrid unter starker Hitzeentwicklung reagiert. Bei Kontakt mit Bor und Natrium besteht sogar Explosionsgefahr. Des Weiteren wirkt es ätzend auf Augen und Haut bzw. bei Einatmung in die Lunge.<ref name="GESTIS"/>
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Vorlage:Klappleiste/Anfang Silber(I)-Verbindungen: Silber(I)-fluorid | Silber(I)-chlorid | Silber(I)-bromid | Silber(I)-iodid
Andere Silberverbindungen: Silber(II)-fluorid | Disilberfluorid Vorlage:Klappleiste/Ende
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