Simonsmühle (Gnotzheim)
Simonsmühle Markt Gnotzheim
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(7)&title=Simonsm%C3%BChle 49° 4′ N, 10° 43′ O
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dim=10000 | globe= | name=Simonsmühle | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 441 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 7 (30. Juni 2022)<ref>Markt Gnotzheim – Simonsmühle. Abgerufen am 20. September 2023.</ref> | |||||
| Postleitzahl: | 91728 | |||||
| Vorwahl: | 09836 | |||||
Simonsmühle
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Simonsmühle ist ein Gemeindeteil des Marktes Gnotzheim im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Simonsmühle liegt in der Gemarkung Gnotzheim.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 19. Oktober 2024.</ref>
Lage
Die Einöde befindet sich nördlich von Gnotzheim am Wurmbach, hier auch Gnotzheimer Mühlgraben genannt. Nordwestlich bzw. nordöstlich liegen die Gunzenhausener Gemeindeteile Nordstetten und Steinacker. Zur einstigen Mühle zweigt von der Bundesstraße 466 in Richtung Westen ein Fahrweg ab, der weiter nach Nordstetten bzw. zum Gnotzheimer Gemeindeteil Weilerau führt.<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 19. Oktober 2024 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Ortsnamendeutung
Der Ortsnamenforscher Robert Schuh deutet den Namen als „Mühle eines Simon“, wobei er einen Mühlenbesitzer dieses Namens nicht nachweisen konnte.<ref name="Schuh270">Schuh, S. 270</ref>
Geschichte
Die Mühle ist erstmals in einem um 1370 entstandenen oettingschen Beleg genannt, wo es heißt, dass Abgaben von der „Nider mül“ an das oettingsche Amt Spielberg zu leisten sind (in Unterscheidung zur Obermühle, der „Rangmühle“). Das nach 1657 angelegte Salbuch des oettingschen Amtes Spielberg nennt die Mühle von Hans Nider, der als „Vnter Müller“ bezeichnet wird. 1719 und 1739 wird sie als „Nordstettenermühl“ bezeichnet; Nordstetten liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der Mühle. 1764 hauste der Müller Simon Huber auf der Mühle<ref>StAN Amtsgericht Heidenheim 235/12</ref>. Bis 1802 bewirtschaftet der Müller Johannes Brand<ref name="StAN Weilerau Nr. 10">StAN LG ä.O. Heidenheim Grundakten Weilerau Nr. 10</ref> die Simonsmühle. 1807 ist wiederum von der „Untern Mühl“ die Rede, auf der Xaver Meyer sitzt. Für 1808 heißt es, dass Caspar Pfuff aus Filchenhard<ref name="StAN Weilerau Nr. 10">StAN LG ä.O. Heidenheim Grundakten Weilerau Nr. 10</ref> die Simonsmühle innehat, auf der vorher Xaver Meyer gesessen sei. 1823 verkauft Xaver Meyer die Mühle an Müllermeister Anton Bauer aus Herblingen bei Fremdingen.<ref name="StAN Weilerau Nr. 10">StAN LG ä.O. Heidenheim Grundakten Weilerau Nr. 10</ref> 1833 wird unter der Weilerau-Hausnummer 10 die „Simons- oder Untermühl“ aufgeführt.<ref>Dieser Abschnitt nach Schuh, S. 269f.</ref>
Am Ende des Heiligen Römischen Reichs hieß es, dass die Untertanenfamilie auf der Mühle dem Oberamt und Hochgericht Spielberg unterstand und zur katholischen Pfarrei Gnotzheim gehörte.<ref name="HA 162">Historischer Atlas, S. 162</ref> 1806 kam die Mühle zum Königreich Bayern und wurde dort 1808 dem Steuerdistrikt Gnotzheim im Landgericht Heidenheim zugeschlagen, dem noch Gnotzheim selbst, Spielberg, Weilerau und die Letzleinsmühle angehörten. Dieser Steuerdistrikt wurde 1811 in die Ruralgemeinde Gnotzheim umgewandelt.<ref name="HA 233">Historischer Atlas, S. 233</ref>
1832 hieß es von der Mühle, dass sie zwei Mahlgänge und einen Lohgang (Gerbgang) besaß.<ref>Repertorium des topographischen Atlasblattes Dinkelsbühl, 1832</ref>
1842 wurde Gnotzheim mit den beiden Mühlen und Weilerau unter Abgang von Spielberg eine selbständige Ruralgemeinde.<ref>Historischer Atlas, S. 233, 239</ref> Daran änderte auch die Gebietsreform in Bayern nichts – außer dass Spielberg am 1. April 1971 wieder zu Gnotzheim kam<ref></ref> und die Gemeinde Gnotzheim und mit ihr die Simonsmühle seit dem 1. Juli 1972 im vergrößerten Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen liegt.
Heute besteht der Ort aus den beiden Anwesen Simonsmühle 1 und Simonsmühle 2.
Einwohnerzahlen
- 1818: 2 Einwohner<ref name="HA 233"/>
- 1824: 4 Einwohner, 1 Anwesen<ref name="HA 233"/>
- 1829: 2 Einwohner<ref>Vorlage:Hohn Rezatkreis 1829</ref>
- 1855: Müllermeister Anton Bauer<ref>Centralbl. d. landwirtschaftl. Vereins in Bayern 45 (1855), S. 174</ref>
- 1861: 3 Einwohner, 3 Gebäude<ref>Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 1037, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref>
- 1950: 4 Einwohner, 1 Anwesen<ref name="HA 233"/>
- 1961: 5 Einwohner, 1 Wohngebäude<ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 784 (Digitalisat).</ref>
- 1987: 7 Einwohner<ref>Simonsmühle im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum</ref>
- 30. Juni 2011: 9 Einwohner<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Website des Marktes Gnotzheim ( vom 8. Februar 2013 im Internet Archive)</ref>
Literatur
- Hanns Hubert Hofmann: Gunzenhausen-Weißenburg. In: Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. Reihe I, Heft 8. Komm. für Bayerische Landesgeschichte, München 1960, DNB 452071089 (Digitalisat).
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/376969922X ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Simonsmühle in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Simonsmühle im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Einzelnachweise
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