Skrælingar
Als Skrælingar ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) bezeichneten die Grænlendingar, d. h. die in Grönland siedelnden Skandinavier, die nicht-europäischen Bewohner Nordamerikas und Grönlands.
Identifikation
Die Bezeichnung ist in den Vinland-Sagas überliefert. Hierbei werden vor allem die Bewohner der Labrador-Halbinsel (Markland?) und auf Neufundland (Vinland?) so bezeichnet. Jette Arneborg vermutet, dass es sich hierbei um Algonkin handelte.
Auch die archäologischen Spuren in Grönland wurden von den Grænlendingar auf die Skrælingar zurückgeführt. Diese stammten vermutlich von der Saqqaq-Kultur und der Dorset-Kultur, zwei prähistorischen Eskimo-Kulturen. Als kurze Zeit später die Thule-Kultur nach Grönland kam und Kontakt mit den skandinavischen Siedlern entstand, wurde die Bezeichnung auch für diese Bevölkerungsgruppe, also die heutigen Inuit, verwendet.<ref>Jette Arneborg: skrællinger. Danmarks Nationalleksikon.</ref>
Etymologie
Das Wort skræling(j)ar ist der Plural des altnordischen skrælingr/skrælingi. Im heutigen Isländisch ist ein skrælingi ein „Barbar“<ref>Sverrir Hólmarsson, Christopher Sanders, John Tucker: skrælingi. Icelandic Online Dictionary.</ref> und im Färöischen ein Ureinwohner Grönlands oder Kanadas.<ref>skrælingur. sprotin.fo.</ref> Im Dänischen wird das Wort skrælling herabsetzend für einen Schwächling benutzt.<ref>skrælling. Den Danske Ordbog.</ref>
Gerhard Köbler übersetzt in seinem altnordischen Wörterbuch skrælingr einfach und ausschließlich mit „Eskimo“<ref>Gerhard Köbler: Altnordisches Wörterbuch. 4. Auflage. 2014 (Online).</ref> während Walter Baetke es lediglich auf die Bewohner Vinlands bezieht.<ref>Walter Baetke: Wörterbuch zur altnordischen Prosaliteratur – digital. Hrsg.: Hans Fix. Greifswald 2006, ISBN 978-3-86006-277-8 (formal falsch), S. 566 (Online [PDF]).</ref>
Die Herkunft des Wortes ist unsicher. Jan de Vries führt es auf ein urnordisches *skrāhilinga zurück, das laut ihm wie mittelniederdeutsch schrāl und niederländisch schraal „mager, trocken, schlecht“ auf ein Substantiv zurückgeführt werden könne, dem im altnordischen skrá „trockenes Fell“ und daraus abgeleitet „Urkunde, Dokument, Buch“ entspricht.
Zum semantischen Zusammenhang gibt es verschiedene Theorien. Laut Jan de Vries ist das Wort ein Bezug auf die geringe Körpergröße, vergleiche verwandtes dialektalschwedisches skråe „eingeschrumpfte Person“,<ref>Jan de Vries: Altnordisches Etymologisches Wörterbuch. 3. Auflage. E. J. Brill, Leiden 1977, S. 505 f. (Online).</ref> laut Michael Fortescue hingegen auf die Fellkleidung der Inuit.<ref name="mf">Michael Fortescue, Steven Jacobson, Lawrence Kaplan: Comparative Eskimo Dictionary with Aleut Cognates. 2. Auflage. Alaska Native Language Center, Fairbanks 2010, ISBN 978-1-55500-109-4, S. 167.</ref>
Man geht davon aus, dass die Grænlendingar das Wort ins Grönländische gebracht haben, wo es heute als Eigenbezeichnung der Kalaallit, also der Grönländer, dient.<ref>Hein van der Voort: Eskimo pidgin in West Greenland. In: Ernst Håkon Jahr, Ingvild Broch (Hrsg.): Language Contact in the Arctic: Northern Pidgins and Contact Languages. Mouton de Gruyter, Berlin / New York 1996, ISBN 3-11-014335-6, S. 233 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref name="mf" /> Es kann daher als Geusenwort betrachtet werden.
Einzelnachweise
<references/>