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St. Joseph (Waldfischbach)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
St. Joseph
Basisdaten
Konfession katholisch
Ort Waldfischbach-Burgalben, Deutschland
Patrozinium Josef von Nazareth
Baugeschichte
Bauherr Karl Foltz
Architekt Wilhelm Schulte II.
Bauzeit 1929–1930
Baubeschreibung
Einweihung 31. August 1930
Baustil Romanik
Bautyp dreischiffige Sandstein-Basilika
Koordinaten 49° 17′ 4,3″ N, 7° 39′ 9,8″ OKoordinaten: 49° 17′ 4,3″ N, 7° 39′ 9,8″ O
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Die Kirche St. Joseph ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in Waldfischbach, Gemeinde Waldfischbach-Burgalben, Landkreis Südwestpfalz, Rheinland-Pfalz. Kirchenpatron ist der heilige Josef. Die Kirche steht als Kulturdenkmal des Kreises Südwestpfalz unter Denkmalschutz.<ref name="denkmal">Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Vorlage:KulturdenkmälerRP/Südwestpfalz</ref> Wegen ihrer Größe wird das Gotteshaus auch „Westpfälzerdom“ genannt.<ref name="kirche"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />St. Joseph, Waldfischbach-Burgalben. (Memento vom 27. Januar 2016 im Internet Archive) Bistum Speyer; abgerufen am 14. August 2012</ref>

Geschichte

Datei:Waldfischbach-Burgalben St. Joseph Innen 01.JPG
Blick ins Innere der Kirche
Datei:Waldfischbach-Burgalben St. Joseph Innen Orgelempore (retouched).JPG
Orgelempore, darunter die Reliefs für Pfarrer Karl Foltz und seine Schwester

Die Kirche St. Joseph wurde in den Jahren 1929 und 1930 nach Plänen des Architekten Wilhelm Schulte II. erbaut.<ref name="denkmal" /> Man nannte sie St. Joseph auf dem Berg, um sie von der 1863 geweihten Kirche St. Joseph in der Hauptstraße (im Tal) zu unterscheiden,<ref>St. Josef. In: www.kath-pfarrei-waldfischbach.de. Abgerufen am 26. Juli 2020.</ref> die 1930 profaniert wurde.<ref>Julia Haase und Stefanie Heinrichs: Sporthalle, Friseur, Wohnung. In: www.katholisch.de. 29. Oktober 2016, abgerufen am 26. Juli 2020.</ref>

Die vorherige katholische Kirche des Ortes war für die gewachsene Bevölkerung zu klein geworden. An exponierter Stelle, auf dem Berg über dem Zusammenfluss von Moosalbe und Schwarzbach, ließ der seit 1907 amtierende Gemeindepfarrer Karl Foltz (1865–1961) die neue St.-Josef-Kirche errichten, wozu er schon 1925 einen Kirchenbauverein ins Leben gerufen hatte. Seine Schwester Franziska Habermann war in die USA ausgewandert, betrieb dort mit ihrem Mann eine Fleischfabrik und besaß ein großes Vermögen. Auf Vermittlung ihres Bruders sandte die verwitwete Schwester – die persönlich mit Waldfischbach nichts zu tun hatte – aus den USA hohe Beträge zum Bau der neuen Kirche in dessen Pfarrei und auch Foltz selbst trug von seinem eigenen Geld bei, was immer ihm möglich war. Am 7. Juli 1929 erfolgte die feierliche Grundsteinlegung durch Bischof Ludwig Sebastian, der das Gotteshaus am 31. August 1930 auch weihte. An der Südseite des Chors wurde gleichzeitig ein neues Pfarrhaus erbaut. Insgesamt hatten Pfarrer Foltz und seine Schwester nahezu eine halbe Million Reichsmark für Grundstück, Kirche und Pfarrhaus gespendet. Anschließend finanzierten beide den weiteren Innenausbau und das Inventar. Prälat Karl Foltz starb 1961 und erhielt ein Ehrengrab in der Taufkapelle seiner Kirche. Überdies ließ die Pfarrei ihm und seiner Schwester als Denkmal jeweils ein Bronzerelief in der Kirche fertigen. Die politische Gemeinde Waldfischbach-Burgalben benannte die Prälat-Foltz-Straße nach ihm.<ref>Julius Konrad: 100 Jahre Katholische Pfarrei Waldfischbach-Burgalben. (Festschrift) Waldfischbach 1972.</ref><ref>Ein langes Leben im Dienste des Herrn. Prälat Karl Foltz feiert sein 70jähriges Priesterjubiläum. In: Der Pilger, Nr. 34 vom 23. August 1959.</ref>

Architektur und Ausstattung

Das Kirchengebäude ist eine romanisierende dreischiffige Sandstein-Basilika, deren Seitenschiffe niedriger sind als das Mittelschiff. Eine Doppelturmfassade mit drei Eingangsportalen bildet die Vorderfront, neben der rechts eine Taufkapelle<ref name="kirche" /> mit Kuppel angebaut ist. An das Langhaus mit acht Fensterachsen schließt sich eine Rotunde an, in der sich der Chorraum befindet.<ref name="kirche" />

Das Innere der Kirche ist gekennzeichnet durch Arkadengänge an der linken und rechten Seite des Mittelschiffs, hinter denen die Seitenschiffe liegen. Über den Arkadengängen ist ein Kreuzweg aufgemalt, ein Werk des Münchner Malers Walter Bertram.<ref>Bilder aus der Kirche auf <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />www.kath-pfarrei-waldfischbach.de (Memento vom 23. Oktober 2017 im Internet Archive)</ref> Der Chorraum, in dem der Hochaltar mit Tabernakel in einem vergoldeten Retabel steht, ist durch drei Bögen, deren mittlerer Bogen auf Säulen ruht, vom Langhaus getrennt. Auf der Rückwand des Chorraumes befinden sich Wandmalereien sowie die Buchstaben Alpha und Omega. Über dem Mittelschiff befindet sich eine flache, hölzerne Kassettendecke, die durch ebenfalls hölzerne Querbalken gegliedert ist.

Orgel

Die Orgel der Kirche wurde 1960 als opus 700<ref>Opusliste (PDF; 71 kB) warndtdom.de; abgerufen am 14. August 2012</ref> von der Firma Gebr. Späth Orgelbau (Mengen) erbaut.<ref>orgelsite.nl, abgerufen am 24. Dezember 2022</ref><ref>Waldfischbach-Burgalben/Waldfischbach, St. Joseph. In: Organ index, die freie Orgeldatenbank. Abgerufen am 28. Februar 2025.</ref>

I Hauptwerk
1. Gedacktpommer 16′
2. Prinzipal 8′
3. Offenflöte 8′
4. Oktave 4′
5. Rohrflöte 4′
6. Nazard 223
7. Oktave 2′
8. Terz 135
9. Mixtur V
10. Trompete 8′
II Schwellwerk
11. Koppel 8′
12. Salizional 8′
13. Singend Prinzipal 4′
14. Nachthorn 4′
15. Sifflöte 2′
16. Quinte 113
17. Rauschpfeife II
18. Scharff IV
19. Bassethorn 8′
20. Clarine 4′
Tremulant
III Rückpositiv
21. Holzgedeckt 8′
22. Quintade 8′
23. Blockflöte 4′
24. Prinzipal 2′
25. Cymbel III
26. Sesquialter II
27. Krummhorn 8′
Tremulant
Pedal
28. Prinzipalbass 16′
29. Subbass 16′
30. Oktavbass 8′
31. Gedecktbass 8′
32. Choralbass 4′
33. Hintersatz IV
34. Posaune 16′
  • Koppeln: II/III, II/III 16', II/I, I/III, I/P, II/P, III/P

Glocken

Das Geläut besteht aus sechs Bronzeglocken von Hermann Hamm aus Frankenthal. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnten 1951 fünf Glocken angeschafft werden. Fünf Jahre später ergänzte Hamm das Geläut um eine größere Glocke im Schlagton as0. Die große St.-Dreifaltigkeits-Glocke aus dem Jahr 1956 zählt mit 4084 kg Gewicht und einem Durchmesser von 197 cm zu den größten Werken des Glockengießers überhaupt. Zugleich ist das sechsstimmige Geläut mit einem Gesamtgewicht von 9155 kg das schwerste Glockengeläut in der Westpfalz. Zu Hochfesten und ganz besonderen Anlässen erklingt das volle Geläut.

Nr. Name Ton Gussjahr Gießer, Gussort Gewicht
in kg
Durchmesser
in cm
010 St. Dreifaltigkeit as0 1956 Hermann Hamm,
Frankenthal
4084 197
020 Christkönig c1 1951 2020 156
030 St. Maria es1 1205 131
040 St. Joseph f1 878 117
050 St. Barbara g1 613 104
060 Schutzengel b1 355 88

Literatur

  • Clemens Jöckle: St. Joseph in Waldfischbach. Gedanken zur Verbindung von Zentralraum und Basilika im modernen Kirchenbau. Wilhelm Schulte in memoriam. 1977, S. 10.
  • 800 Jahre Waldfischbach. 1182–1982. Heimatbuch zur 800-Jahrfeier. (Hrsg.: Ortsgemeinde Waldfischbach-Burgalben durch den Arbeitskreis Festschrift) Waldfischbach-Burgalben 1982.

Weblinks

Commons: St. Joseph (Waldfischbach-Burgalben) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />