Zum Inhalt springen

Stadtschreiber von Bergen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Hinweisbaustein

Datei:Dinçer Güçyeter+Sharon Dodua Otoo+José F. A. Oliver--2025-vor-Stadtschreiberhaus-in-Bergen-856-a.jpg
Dinçer Güçyeter, Sharon Dodua Otoo und José F. A. Oliver 2025 vor dem Stadtschreiberhaus

Stadtschreiber von Bergen (Titel des Stadtschreibers in Bergen-Enkheim) ist ein Literaturpreis für deutschsprachige Autoren. Vor der Eingemeindung nach Frankfurt am Main wurde er von 1974 bis 1976 von der damaligen Stadt Bergen-Enkheim verliehen, und seit deren Eingemeindung in die Stadt Frankfurt am Main durch die Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim im Auftrag der Stadt Frankfurt am Main. Die Auszeichnung „gilt als einer der angesehensten Stadtschreiberpreise im deutschsprachigen Raum.“<ref>dpa-Meldung, zitiert aus Frankfurter Rundschau (69. Jahrgang, Nr. 141) vom 21. Juni 2013, S. 34</ref>

Geschichte

Der Preis wurde von Franz Joseph Schneider, Bürger von Bergen-Enkheim und Autor der Gruppe 47, gemeinsam mit Alfred (Adi) Schubert, Erster Stadtrat und stellvertretender Bürgermeister von Bergen-Enkheim, bis zur Eingemeindung nach Frankfurt am Main, anschließend – bis 1980 – Ortsvorsteher und damit Vorsitzender der Jury, begründet.

Damit wurde der erste aus einer Reihe von Stadtschreiber-Preisen geschaffen (z. B. Mainz, Dresden). Dieser Literaturpreis ist jedoch deshalb einzigartig geblieben, weil dem ausgezeichneten Schriftsteller keinerlei Verpflichtungen auferlegt werden. Er umfasst einen Geldpreis von 20.000 Euro (Stand 2022/2023) und ein Jahr kostenfreies Wohnen im Stadtschreiberhaus in Bergen-Enkheim, „An der Oberpforte“ 4. Über die Vergabe des Preises entscheidet alljährlich eine neunköpfige Jury.<ref name="richtlinien">Richtlinien für den Literaturpreis „Stadtschreiber von Bergen“ vom 3. August 2013 (PDF). Abgerufen am 24. Februar 2020.</ref>

Die Verleihung erfolgt jedes Jahr am Freitagabend vor dem ersten Dienstag im September im Rahmen des Volksfestes „Berger Markt“. Dabei finden Schlüsselübergabe, Fest-, Antritts- und Abschiedsrede im Festzelt vor Hunderten von Besuchern statt. Ausnahmen davon, siehe unter: „Stadtschreiberfeste 2020 bis 2022“.

2009 richtete die Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim in ihren Räumen ein Stadtschreiberarchiv ein, um damit die Werke und das Wirken der Preisträgerinnen und Preisträger dauerhaft zu dokumentieren. Der Katalog enthält – außer Primär- und Sekundärliteratur – eine umfangreiche Sammlung von Artikeln, Autographen, Tonträgern und weiteren Dokumenten ab 1973.

Datei:Stadtschreiberfest-Bergen-2023-10533.jpg
Alle zum 50. Stadtschreiberfest erschienenen Schreiberinnen und Schreiber oder Partner, Nachkommen oder Verwandte.

Preisträgerinnen und Preisträger

Datei:Marion-poschmann-02-09-2022-bergen-3806.jpg
Marion Poschmann (2022/2023)
Datei:Dorothee-elmiger-2022-stadtschreiberfest-3788.jpg
Dorothee Elmiger, bei ihrer Abschiedsrede (2022)
Datei:Stadtschreiberfest-bergen-2016-schluesseluebergabe-850.jpg
Schlüsselübergabe 2016, Ruth Schweikert an Sherko Fatah
Datei:Berger-stadtschreiberhaus-2011-ffm-080.jpg
Stadtschreiberhaus
Datei:Stadtschreiberhaus-Bergen-2025-52 Namensschilder-861.jpg
52 Namensschilder am Haus (bis Stadtschreiber/in 2025/26)
Datei:Adrienne-schneider-2011-ffm-020-a.jpg
Adrienne Schneider (2011)
Datei:Anna-Doepfner+Charlotte-Brombach-2022-Stadtschreiberhaus-in-Bergen-30017.jpg
Anna Doepfner und Charlotte Brombach (2022)

Vorlage:Tabellenstile

Jahr Preisträger/in Festredner/in
1974/1975
1975/1976
1976/1977
1977/1978
1978/1979
1979/1980
1980/1981
1981/1982
1982/1983
1983/1984
1984/1985
1985/1986
1986/1987
1987/1988
1988/1989
1989/1990
1990/1991
1991/1992
1992/1993
1993/1994
1994/1995
1995/1996
1996/1997
1997/1998
1998/1999
1999/2000
2000/2001
2001/2002
2002/2003
2003/2004
2004/2005
2005/2006
2006/2007
2007/2008
2008/2009
2009/2010
2010/2011
2011/2012
2012/2013
2013/2014
2014/2015
2015/2016
2016/2017
2017/2018
2018/2019 <ref>Clemens Meyer wird 45. Stadtschreiber von Bergen-Enkheim. 8. Juni 2018, abgerufen am 29. September 2021.</ref>
2019/2020
2020/2021
2021/2022
2022/2023
2023/2024
2024/2025
2025/2026

Jury

Stadtschreiberfeste 2020 bis 2022

Wegen der COVID-19-Pandemie in Deutschland musste 2020 ein von der bisherigen Routine abweichendes Organisationsverfahren für das Stadtschreiberfest konzipiert werden. Dazu wurde die Veranstaltung statt im Zelt im Freien abgehalten und die Teilnehmerzahl auf 250 Personen beschränkt.

2021 fand die Veranstaltung unter ähnlichen Bedingungen und an gleicher Stelle wie 2020 statt (Open Air).

Das Stadtschreiberfest 2022 wurde, aufgrund der Vakanz in der Leitung der Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim, dieses Mal allein durch ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger organisiert. Eine Festrednerin oder ein Festredner für die Veranstaltung konnte durch sie jedoch nicht eingeladen werden.<ref>Florian Leclerc: Frankfurt: Unruhe in der Kulturgesellschaft. Frankfurter Rundschau, 21. November 2021, abgerufen am 2. September 2022.</ref><ref>Friedrich Reinhardt: Vereine springen mit eigenem Stadtteilfest ein. Frankfurter Neue Presse, 18. August 2022, abgerufen am 2. September 2022.</ref><ref>Florian Balke: Stadtschreiberin Poschmann: Alles für das Buch das entsteht. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. September 2022, abgerufen am 2. September 2022.</ref><ref>Stadtschreiberfest 2022. Buchhandlung Bergen erlesen, abgerufen am 2. September 2022.</ref><ref>Matthias Bischoff: Berger Stadtschreiberfest: Humtata und Hochkultur. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. September 2022, abgerufen am 4. September 2022.</ref>

Wegen der unbesetzten Geschäftsführerstelle fand 2022 auch kein Berger Markt statt.

Literatur

  • Manfred Rüger: Literatur und Öffentlichkeit am Beispiel der „Stadtschreiber von Bergen“. Magisterarbeit zur Magisterhauptprüfung im Fachbereich Germanistik der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main. Frankfurt am Main 1981.
  • Wolfgang Mistereck, Adrienne Schneider (Hrsg.): Zeltreden. Reden zur Verleihung des Literaturpreises „Stadtschreiber von Bergen“ 1974–1998. Wallstein, Göttingen 1998, ISBN 3-89244-322-X.
  • Adrienne Schneider (Hrsg.): Zelt-Reden: 40 Jahre Stadtschreiber von Bergen. Kramer, Frankfurt am Main 2014, ISBN 978-3-86539-706-5.
  • Margot Wiesner (Bearb.): „Der schönste Preis“. 40 Jahre Stadtschreiber in Bergen-Enkheim. Bücher, Bilder und Dokumente aus dem Stadtschreiberarchiv. Ausstellung …; Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim, Frankfurt am Main 2014.
  • Hans-Joachim Müller: „All diese literarischen Pfeifen“: … über den Stadtschreiber von Bergen-Enkheim. In: Die Weltwoche, 34, 27. August 1975.
  • Gerd Lobin: Die Früchte des Feigenbaums. Der Stadtschreiber von Bergen: Eine Idee wächst zur Partnerschaft. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. August 1983.
  • Horst Bingel: Stadtschreiber oder: Die angestellten Dichter. In: feder, 02 (1989), S. 42–43.
  • Marcus M. Hotze: 25 Jahre Stadtschreiberpreis. Begegnung mit einem literarischen Ort. In: Frankfurter Neue Presse, 12. Juni 1998.
  • Arnold Rühle: „Sie lesen nun alle hier Bücher“: 25 Jahre Bergen-Enkheimer Stadtschreiber. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 34, 23. August 1998, S. 25.
  • Claudia Schülke: Schlüsselübergabe: 25 Jahre Stadtschreiber-Amt in Bergen-Enkheim. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, 69, 28. August 1998, S. 1–2.
  • Katharina Deschka-Hoeck: Von tausend Mäzenen beobachtet. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 34, 24. August 2003, S. Kultur R 3.
  • Andreas Haupt: Frankfurt, Deine Stadtschreiber. In: Frankfurter Neue Presse, 28. August 2013, S. 12.
  • Charlotte Brombach, Anna Doepfner, Renate Müller-Friese, Ulrich Sonnenschein (Hrsg.): Stadtschreiberei. Verlagsbuchhandlung Bergen erlesen, Frankfurt am Main. 2020: Von Anja Kampmann zu Anne Weber, ISBN 978-3-9822203-0-7; 2021: Von Anne Weber zu Dorothee Emiger, ISBN 978-3-9822203-1-4; 2022: Von Dorothee Elmiger zu Marion Poschmann, ISBN 978-3-9822203-2-1; 2023: Von Marion Poschmann zu Nino Haratischwili, ISBN 978-3-9822203-3-8; 2024: Von Nino Haratischwili zu Dinçer Güyçeter, ISBN 978-3-9822203-4-5; 2025: Von Dinçer Güyçeter zu José F. A. Oliver, ISBN 978-3-9822203-5-2

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein