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Steinach (Berglen)

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Steinach
Gemeinde Berglen
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city&title=Steinach 48° 51′ N, 9° 27′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city 48° 50′ 32″ N, 9° 27′ 13″ O
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Höhe: 301 m ü. NN
Eingemeindung: 1. April 1972
Eingemeindet nach: Buchenberg
Postleitzahl: 73663
Vorwahl: 07195
Datei:Berglen Karte.png
Karte
Lage von Steinach in der Gemeinde Berglen
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Steinach ist ein Dorf und seit 1972 ein Gemeindeteil der Großgemeinde Berglen im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis. Der Ort wurde für seinen Obstbau und für Keramikprodukte bekannt.

Geographische Lage

Der Ort liegt im Tälchen der Steinach, einem Zufluss des Buchenbachs. Umliegende Ortschaften sind Bretzenacker, Ödernhardt, Birkenweißbuch, Mannshaupten, Hößlinswart, Reichenbach, Lehnenberg und Birkmannsweiler (im Uhrzeigersinn).

Zur Altgemeinde Steinach gehört der Weiler Kottweil. Bis 1829 gehörte auch Reichenbach zu Steinach.

Geschichte

Datei:Steinach, Berglen WN - LABW - Hauptstaatsarchiv Stuttgart )H 107-14 Bd. 6 Bl. 14).jpeg
Steinach im 17. Jahrhundert (Ansicht aus Andreas Kiesers Forstlagerbuch)

Steinach ist in eine Urkunde aus dem Jahr 1293 erstmals bezeugt. Mit diesem Schriftstück übertrug das Kloster Lorch Vogteirechte in Steinach an Graf Eberhard den Erlauchten von Württemberg. Neben Lorch hatte auch das Kloster Lichtenstern Güter in dem Ort, die Papst Alexander IV. den Mönchen 1254 bestätigte. Der Edelmann Walther von Bielriet verkaufte seine Güter in Steinach 1344 an das Haus Württemberg.

Wegen der steilen Anbauflächen in Steinach war die Landwirtschaft sehr schwierig. Deshalb nannten die Einwohner der umliegenden Orte die Steinacher abwertend Berglesgraser. Mitte des 19. Jahrhunderts waren noch etwa 33 Morgen im Ort mit Rebstöcken bepflanzt, jedoch war der Wein von geringer Qualität. Bedeutender war der Anbau von Steinobst, besonders von Kirschen. Im Ort waren auch einige Töpferwerkstätten. Durch Hausierer wurden die Häfen bis ins Unterland verkauft. Nennenswerte Industriebe entwickelte sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg.

1829 wurde Reichenbach mit Lehnenberg und Spechtshof aus Steinach ausgemeindet und bildeten fortan die Gemeinde „Reichenbach bei Winnenden“. Die Verbindungen zu Reichenbach blieben dennoch eng.

Im Zuge der Gebietsreform während der NS-Zeit wurde Steinach 1938 in den Landkreis Waiblingen eingegliedert.

Im Rahmen der Gemeindereform in Baden-Württemberg verlor Steinach seine Eigenständigkeit. Am 1. April 1972 wurde die Gemeinde aufgelöst und in die neue Großgemeinde Buchenberg eingegliedert, die kurz darauf in Berglen umbenannte.

Nach der Gemeindereform siedelten sich einige Industrie- und Gewerbebetriebe in Steinach an. Dadurch verzeichnete im Gegensatz zu anderen Berglen-Orten einen überdurchschnittlichen Bevölkerungszuwachs. Deshalb wurde 1978 das Neubaugebiet Kelteräcker erschlossen.

Einwohnerentwicklung

  • 1828: 295 Einwohner (alle evangelisch)<ref name=":0">Königlich Württembergisches Hof- und Staats-Handbuch. J.F. Steinkopf, Stuttgart 1828, S. 204.</ref>
  • 1850: 339 (darunter 3 katholische Christen)<ref>Beschreibung des Oberamts Waiblingen, S. 197.</ref>

Religion

Durch die Einführung der Reformation durch Herzog Ulrich 1535 wurde Steinach wie ganz Alt-Württemberg evangelisch-lutherisch. Die kleine Kirche Sankt Bernhard im Ort entstand im 16. Jahrhundert. Erstmals erwähnt wurde sie im Jahr 1540. Steinach gehörte kirchlich lange zu Buoch. 1864 kam der Ort zur Pfarrei Hößlinswart. Die wenigen römisch-katholischen Christen sind zumeist nach dem Zweiten Weltkrieg zugezogen und werden von Winnenden aus betreut.

Politik

Schultheißen und Bürgermeister

Die Schultheißen waren zumeist wohlhabende und angesehene Landwirte, die man umgangssprachlich auch Bauraschultes (Bauernschultes) nannte. Erst 1930 wurde in Württemberg die Amtsbezeichnung Schultheiß durch Bürgermeister ersetzt.

Liste der Schultheißen (unvollständig, Amtszeiten teilweise unklar):

  • 1828: Kurz<ref name=":0" />

Wappen und Flagge

Die Altgemeinde Steinach führte vor 1972 ein Gemeindewappen sowie eine Hiss- und Bannerflagge.

Mit der Auflösung der Gemeinde ist das Wappen erloschen. Es kann noch von lokalen Vereinen als Abzeichen oder Wimpel benutzt werden.

Sehenswürdigkeiten

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Evangelische Kirche St. Bernhard
Datei:Steinach ev innen1024x768 guntherseibold.jpg
Blick auf den Altar
  • Evangelische Dorfkirche St. Bernhard

Vereine

  • SSV Steinach-Reichenbach e. V., gegründet 1957. Der Verein bietet u. a. Badminton, Basketball, Darts, Gymnastik, Radsport, Tennis, Wandern und Zumba an.<ref>SSV Steinach-Reichenbach</ref>

Persönlichkeiten

Mit Steinach verbundene Persönlichkeiten

  • Manfred Winkelhock (1951–1985), Formel-1-Rennfahrer, lebte bis zu seinem Unfalltod 1985 in Steinach
  • Markus Winkelhock (* 1980), DTM- und Formel-1-Rennfahrer, Sohn von Manfred Winkelhock, lebt in Steinach

Literatur

  • Rudolph Friedrich von Moser: Beschreibung des Oberamts Waiblingen. Verlag J. G. Cotta, Stuttgart und Tübingen 1850, S. 197 f.
  • Ilse Böwing-Bauer: Die Berglen. Verlag Hopfer, Tübingen 1958.
  • Horst Lässing (Hrsg.): Der Rems-Murr-Kreis. Konrad-Theiss-Verlag, Aalen 1980, S. 285.
  • Waldemar Lutz, Erich Scheible (Hrsg.): Kennzeichen WN. Heimatkunde für den Rems-Murr-Kreis. Verlag Waldemar Lutz Lörrach und Ernst Klett Schulbuchverlag GmbH, Stuttgart 1990, ISBN 3-12-258290-2.
  • Lutz Reichardt: Ortsnamenbuch des Rems-Murr-Kreises. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1993, ISBN 3-17011967-2.

Weblinks

Commons: Steinach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references /> Vorlage:Hinweisbaustein