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Steine von Ardre

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Die Steine von Ardre (G 111–114) sind ein archäologischer Fund auf der schwedischen Ostseeinsel Gotland, bestehend aus einem Bildstein, Kistensteinen und einem Runenstein und gehören den verschiedenen Steinstilen Schwedens an. Sie sind im Staatlichen historischen Museum in Stockholm ausgestellt.

Runenbildstein G 111

Der Runenbildstein G 111 aus der Kirche von Ardre trägt eine randständige Runeninschrift um die Darstellung einer verknoteten Schlange. Der Runenstein aus Sandstein stammt aus dem 12. Jahrhundert und befindet sich in Gotlands Fornsal in Visby.

Der Text lautet: Simpa errichtete den Stein nach Rodiaud, seiner Frau, Tochter von Rodgair in Anga. Sie starb jung an Jahren (minderjährig).

Bildstein G 114

Datei:Völund on ardre 01.png
Detail zur Wielandsage

Der Bildstein stammt aus dem 11. Jahrhundert und ist mit 2,1 m von beachtlicher, jedoch nicht extremer Größe. Im obersten Feld reitet Odin auf dem Götterpferd Sleipnir nach Walhall, darunter ist ein Schiff zu sehen und rechts einige nur noch schwer erkennbare Szenen. Den linken unteren Teil des Bildsteines nehmen Szenen aus der Wieland-Sage ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=sv|SCRIPTING=Latn|SERVICE=schwedisch}}) ein.

Die Kistensteine

Datei:G114 Ardrekistan - KMB - 16000300013417.jpg
Kistenstein von Ardre. Links Stein 1 und rechts Stein 5

Die vier Kistensteine wurden 1900 im Zuge von Renovierungsarbeiten unter dem Fußboden der Kirche von Ardre gefunden. Alle sind reich im Urnes-Stil verziert. Sie weisen sowohl christliche als auch heidnische Motive auf und haben jeweils eine umlaufende Runeninschrift. Die Giebelplatten (1 und 2) sind nur fragmentarisch erhalten, die Seitenplatten (5 und 6) sind mäßig beschädigt. Der am besten erhaltene Stein 5 zeigt Ranken- und Schlangenornamente und die Runeninschrift:

SYNIR:LIKNATA[…]ARUA:MERKI:KUT:EBTIR:AILIKNI:KUNU:KOþA:MOþUR:

„Die Söhne Liknats […] dieses Denkmal für Ailikn, eine gute Frau, ihre Mutter.“

Die fehlende Stelle muss aus dem Kontext erschlossen werden und kann etwas wie "errichteten" oder "ließen errichten" bedeuten. Der zweite gut erhaltene Stein 6 zeigt eine Ornamentik, die als Hl. Christophorus mit dem Christuskind auf dem Rücken, wie er über Drachen und Ungeheuer schreitet interpretiert wird. Die beiden nur fragmentarisch erhaltenen Giebelplatten zeigen Szenen mit kämpferischen oder möglicherweise mythologischen Motiven. Die Darstellung eines Mannes auf einem achtbeinigen Pferd, wie auf Stein 1 zu sehen, wird typischerweise als Odin auf seinem Pferd Sleipnir interpretiert. Pigmentreste deuten auf eine ehemals rote Bemalung der Kiste hin.

Der Runenstein Ardre III

Datei:G113 Ardre kyrka 3 - KMB - 16000300013416.jpg
B-Seite des Runensteins Ardre III

Er gehört zu den wenigen Exemplaren seiner Art auf Gotland. Er stammt auch aus dem 11. oder 12. Jahrhundert und ist mit 72 cm eher klein. Runensteine kamen erst mit der Christianisierung nach Gotland (G 203 Hogrän, G 134 Sjonhem). Die Steine behielten zwar die traditionellen Formen der Bildsteine, die Dekoration lehnte sich jedoch an den festländischen Urnes-Stil an. Der Ardre-Stein ist vielleicht der jüngste dieser Runensteine. Aus den verschlungenen Tieren des Urnes-Stils ist eine gotländische Variante entstanden. Und es ist unsicher, ob es sich um einen christlichen Stein handelt, denn weder das Schlangenmotiv, auf der einen Seite ein, die beiden Ungeheuer auf der anderen Seite, noch der Text lassen christliche Motive erkennen.

Der Text lautet: „Ottar und Gairvat und Aivat, setzten den Stein für Liknat, ihren Vater. Radjalv und Gairnieut, schufen einen schönen Gedenkstein für einen tüchtigen Mann. Likraiv ritzte die Runen“.

Literatur

  • Erik Nylén, Jan Peder Lamm: Bildsteine auf Gotland. Wachholtz, Neumünster 1981, (2., erweiterte und komplettierte deutsche Ausgabe. ebenda 1991, ISBN 3-529-01823-6).
  • Sigmund Oehrl: Wieland der Schmied auf dem Kistenstein von Alskog kyrka und dem Runenstein Ardre kyrka III. In: Beiträge zur nordgermanischen Kultur- und Literaturgeschichte W. Heizmann, K. Böldl, H. Beck (Hrsg.) Berlin, New York (Walter de Gruyter) 2009 ISBN 978-3-11-021869-5
  • Sigmund Oehrl: Zur Deutung anthropomorpher und theriomorpher Bilddarstellungen auf den spätwikinger-zeitlichen Runensteinen Schwedens. Wiener Studien zur Skandinavistik, Bd. 16. (Wien 2006).

Weblinks

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