Zum Inhalt springen

Steirische Nabelmiere

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Steirische Nabelmiere
Datei:Moehringia bavarica1.jpg

Steirische Nabelmiere (Moehringia bavarica)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Tribus: Alsineae
Gattung: Nabelmieren (Moehringia)
Art: Steirische Nabelmiere
Wissenschaftlicher Name
Moehringia bavarica
(L.) Gren.

Die Steirische Nabelmiere (Moehringia bavarica), auch Etschtaler Nabelmiere oder Fleischige Nabelmiere genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Nabelmieren (Moehringia) innerhalb der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Sie kommt in Europa in drei disjunkten Arealen vor.

Beschreibung

Datei:Moehringia bavarica2.jpg
Fleischige Blätter
Datei:Moehringia bavarica3.jpg
Fünfzählige Blüte

Vegetative Merkmale

Die Steirische Nabelmiere ist eine niedrigwüchsige, ausdauernde krautige Pflanze, die auf Kalkfelsen lockere bis dichte Polster bildet. Der kräftige „Wurzelstock“ neigt zur Verholzung. Die zahlreichen kriechenden oder hängenden Stängel sind kahl, gut verzweigt, 10 bis 60 Zentimeter lang und im trockenen Zustand sehr zerbrechlich.

Die gegenständigen Stängelblätter sind fleischig und haben einen Durchmesser von 1 bis 1,5 Millimeter. Im unteren Bereich sind sie oberseitig gefurcht und etwa 5 Millimeter lang. Mittlere und obere Laubblätter sind mehr oder weniger flach, nervenlos, 10 bis 20 Millimeter lang und verbreitern sich etwas zum oberen Ende hin.

Generative Merkmale

Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis August, selten bis September. In endständigen, zymösen Blütenständen stehen über einem Paar 2 Millimeter langer Vorblätter, auf 10 bis 25 Millimeter langen Blütenstielen, die selten nur eine oder zwei, meist drei bis sieben Blüten.<ref name="FE1-2" />

Die zwittrigen Blüten sind bei einem Durchmesser bis zu 12 Millimeter radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter haben eine Länge von 3 bis 4 Millimeter. Die weißen Kronblätter sind ganzrandig und etwa doppelt so lang wie die Kelchblätter. Es gibt zwei Kreise mit je fünf Staubblättern sowie drei Griffel.

Die Kapselfrucht ist kugelig, etwa so lang wie der Kelch und öffnet sich mit sechs schwach nach außen gebogenen Zähnen. Die nierenförmigen, rotbraunen bis schwarzen Samen tragen am Nabel ein stark gefranstes, graues Anhängsel (Elaiosom), von dem sich der deutsche Trivialname „… Nabelmiere“ ableitet.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.<ref name="FE1-2" />

Vorkommen

In Europa gibt es Fundortangaben für Italien, Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien, Montenegro, Albanien und Nordmazedonien.<ref name="Euro+Med" /> In den Alpen hat die Steirische Nabelmiere zwei eng begrenzte, disjunkte Verbreitungsgebiete. Einerseits kommt sie in der Steiermark im Grazer Bergland (Murtal) und im angrenzenden Vorland der nördlichen Kalkalpen vor. Andererseits ist sie im unteren Etschtal (u. a. Monte Baldo) anzutreffen. Ferner kommt sie auf der Balkanhalbinsel im Dinarischen Gebirge vor.

Standorte dieser kalksteten Pflanzenart sind meist senkrechte oder überhängende Felswände. Im Gegensatz zur ähnlichen, alpinen, Wimper-Nabelmiere ist die Steirische Nabelmiere in der submontanen bis montanen Höhenstufe anzutreffen. Sie ist charakteristisch für die Kalkfelsspaltengesellschaft des Potentillo-Telekietum speciosissimi.<ref name="Hegi1979" />

Systematik

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1756 unter dem Namen (Basionym) Arenaria bavarica durch Carl von Linné in Centuria II. Plantarum …, Seite 17. Die Neukombination zu Moehringia bavarica <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Gren. wurde 1841 durch Jean Charles Marie Grenier in Mémoires de la Société d'Émulation du Doubs, Band 1, Seite 37 veröffentlicht.

Die Steirische Nabelmiere wurde erstmals 1601 vom Apotheker Giovanni Pona (1565–1630) aus Verona, der die Pflanzenexemplare am Monte Baldo fand, als Saxifraga Bavarica Jungermanni erwähnt. Nach Gustav Hegi<ref name="Hegi1979" /> könnte das Artepitheton bavarica, das später durch Linné von Pona übernommen wurde, damit zusammenhängen, dass das untere Etschtal als Teil Tirols zeitweise zur Herrschaft der Wittelsbacher gehörte. Die Steirische Nabelmiere kommt im heutigen Bayern nicht vor.

Die Unterart Moehringia bavarica subsp. insubrica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Degen) Sauer wird oft als eigene Art angesehen: Moehringia insubrica <templatestyles src="Person/styles.css" />Degen.<ref name="Euro+Med" /> Sie kommt nur in Italien am Iseosee und in den Bergamasker Alpen vor.<ref name="Hegi1979" /> In der Schweiz fehlt sie.<ref name="InfoFlora" />

Einzelnachweise

<references> <ref name="FE1-2"> G. Halliday, S. N. Hind: Moehringia. In: . </ref> <ref name="Hegi1979"> Hans-Christian Friedrich: Moehringia. In: . </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold (2011+): CaryophyllaceaeDatenblatt Moehringia In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="InfoFlora"> Moehringia bavarica subsp. insubrica (Degen) W. Sauer In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> </references>

Literatur

  • Hans-Christian Friedrich: Moehringia. In:

Weblinks

Commons: Steirische Nabelmiere (Moehringia bavarica) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien