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Stilus

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Datei:Herkulaneischer Meister 002.jpg
Junge Frau mit Wachstafelbuch und Stilus, Pompeji
Datei:Bronze stylus, Roman era.jpg
Römischer Stilus im Museum Het Valkhof, Nijmegen. Vorn das breite Ende zum Glätten des Wachses, hinten das spitze Ende zum Schreiben.
Datei:Saepe stilum vertas 1.jpg
Wachstafeln mit Stilus

Ein Stilus (lat. für „Griffel“; Plural Stili) ist ein spitzer Stift aus hartem Material, welcher in der Antike als Schreibgerät gebräuchlich war. Auch im Mittelalter wurde er noch verwendet. Er bestand aus Eisen, Bronze, Knochen oder Elfenbein, gelegentlich auch aus Silber. Stili sind aus zahlreichen bildlichen Darstellungen der Antike bekannt; auch originale Exemplare sind erhalten.

Verwendung

Der Stilus wurde für das Schreiben auf Wachstafeln verwendet. Die Schrift wurde mit der Spitze des Stilus in das Wachs gekratzt.

Mit dem spatelförmig abgeflachten Ende des Stilus konnten Fehler durch Glätten des Wachses „radiert“ und überschrieben werden.<ref name=":62">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Hierher rührt die lateinische Redewendung {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} (wörtlich: „den Griffel umdrehen“) als Ausdruck für „tilgen“.

Schreibweise Stylus

Mit der Schreibweise Stylus bezeichnet das Fremdwort im Deutschen verschiedene Dinge, bei deren Benennung der antike Schreibgriffel Pate stand: unter anderem den Griffel in der Botanik und einen Eingabestift.<ref>Stylus bei duden.de, siehe die Bedeutungen.</ref> Die Schreibweise mit y entstand vermutlich durch Einfluss des griechischen Wortes στῦλος stylos, das „Säule“ bedeutet.<ref>stylus im Online Etymology Dictionary.</ref>

Sofern das antike Schreibgerät gemeint ist, gilt im Deutschen jedoch nur die Schreibweise Stilus als korrekt,<ref>Stilus bei duden.de. Bedeutung: antiker [Schreib]griffel.</ref> entsprechend der Schreibweise stilus im Lateinischen.<ref>Griffel im Latein-Wörterbuch auf albertmartin.de: Griffel = lateinisch stilus.</ref> Im Englischen hingegen wird die Schreibweise stylus sowohl für antike wie für moderne Schreibgeräte verwendet.

Siehe auch

Literatur

  • Irén Bilkei: Römische Schreibgeräte aus Pannonien. In: Alba Regia. Bd. 18, 1980, {{#invoke:URIutil|{{#ifeq:1|1|linkISSN|targetISSN}}|1216-7983|0}}{{#ifeq:1|0|[!]

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}}, S. 61–90.

  • Horst Blanck: Das Buch in der Antike. Beck, München 1992, ISBN 3-406-36686-4, S. 64–66.
  • Otto Mazal: Griechisch-römische Antike (= Geschichte der Buchkultur. Bd. 1). Akademische Druck- und Verlags-Anstalt, Graz 1999, ISBN 3-201-01716-7.
  • Verena Schaltenbrand Obrecht: Wie wurden eiserne Stili in römischer Zeit hergestellt und verziert? In: Renate Ebersbach, Alex R. Furger (Hrsg.): Mille Fiori. Festschrift für Ludwig Berger zu seinem 65. Geburtstag (= Forschungen in Augst. Band 25). Römermuseum, Augst 1998, ISBN 3-7151-0025-7, S. 201–205 (Digitalisat).
  • Verena Schaltenbrand Obrecht: Stilus (= Forschungen in Augst. Band 45,1–2). Augst 2012, ISBN 978-3-7151-0045-6 (Digitalisate: Band 1, Band 2).

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />