Stockhausen (Leun)
Stockhausen Stadt Leun
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(979)&title=Stockhausen 50° 33′ N, 8° 19′ O
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dim=10000 | globe= | name=Stockhausen | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 145 m | |||||
| Fläche: | 7,2 km²<ref name="DF" /> | |||||
| Einwohner: | 979 (30. Juni 2022)<ref name="DF">Zahlen und Fakten. In: Internetauftritt. Stadt Leun, abgerufen am 4. März 2023.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 136 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 31. Dezember 1971 | |||||
| Postleitzahl: | 35638 | |||||
| Vorwahl: | 06473 | |||||
Stockhausen ist ein Stadtteil von Leun im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.
Geografie
Stockhausen liegt etwa 15 km westlich von Wetzlar und 10 km östlich von Weilburg an der Lahn und damit an der südlichen Grenze des Westerwaldes.
Geschichte
Ortsgeschichte
Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Stockhausen im Jahr 1245 in einer Solms-Braunfels’sches Urkunde.<ref name="lagis" />
Später gehörte Stockhausen zum Amt Greifenstein in der Grafschaft Solms. Nach dem Wiener Kongress wurde es der preußischen Bürgermeisterei in Greifenstein zugeordnet.
Die Kapelle des Ortes wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und erst im 20. Jahrhundert durch einen Neubau ersetzt. (Erster Spatenstich: 31. Mai 1955. Einweihung: 21. Oktober 1956)<ref>Heimatkundlicher Arbeitskreis Biskirchen e. V., Biskirchener Heimatkalender 2008, Leun 2007, Seite 95f</ref> Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten und arbeiteten im Solmser Hof direkt gegenüber dem kleinen Bahnhof des Ortes u. a. die Malerin und Graphikerin Ruth Schmidt Stockhausen und der Bildhauer Giselher Neuhaus.
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten die bis dahin selbständigen Gemeinden Stockhausen, Bissenberg, Biskirchen sowie die Stadt Leun am 31. Dezember 1971 auf freiwilliger Basis zur erweiterten Stadt Leun.<ref name="DEZ71">Gemeindegebietsreform in Hessen; Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84, Punkt 93 Abs. 14 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref> Dank seiner zentralen Lage im neuentstandenen Stadtgebiet von Leun durch den Zusammenschluss erhielt der Ort den Sitz der Stadtverwaltung und das Rathaus. Für die ehemals eigenständigen Gemeinden von Leun wurde je ein Ortsbezirk gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 211 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Leun, abgerufen im Februar 2024.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Stockhausen angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
- vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Solms-Braunfels, Anteil der Grafschaft Solms, Amt Greifenstein
- ab 1806: Herzogtum Nassau,<ref group="Anm.">Mediatisierung infolge der Rheinbundakte.</ref> Amt Greifenstein<ref group="Anm.">1815: Abtrennung der Justiz (standesherrliches Justizamt Greifenstein).</ref>
- ab 1816: Königreich Preußen,<ref group="Anm.">Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses.</ref> Provinz Großherzogtum Niederrhein, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Braunfels<ref name="PR" />
- ab 1822: Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar<ref group="Anm.">1848: Endgültige Trennung zwischen Justiz (Kreisgericht Wetzlar) und Verwaltung.</ref>
- ab 1866: Norddeutscher Bund,<ref group="Anm.">Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs.</ref> Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar
- ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar
- ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Kreis Wetzlar
- ab 1945: Amerikanische Besatzungszone,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar
- ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Wetzlar.
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Wetzlar, Stadt Leun<ref group="Anm.">Am 31. Dezember 1971 als Ortsbezirk zur Stadt Leun.</ref>
- ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Stadt Leun
- ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis, Stadt Leun
Bevölkerung
Einwohnerentwicklung
| Stockhausen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2018 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1834 | 232 | |||
| 1840 | 256 | |||
| 1846 | 308 | |||
| 1852 | 330 | |||
| 1858 | 311 | |||
| 1864 | 334 | |||
| 1871 | 308 | |||
| 1875 | 350 | |||
| 1885 | 342 | |||
| 1895 | 321 | |||
| 1905 | 329 | |||
| 1910 | 355 | |||
| 1925 | 414 | |||
| 1939 | 461 | |||
| 1946 | 671 | |||
| 1950 | 662 | |||
| 1956 | 633 | |||
| 1961 | 645 | |||
| 1967 | 772 | |||
| 1970 | 756 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 960 | |||
| 2016 | 979 | |||
| 2018 | 970 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Stadt Leun<ref name="EW" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Stockhausen 960 Einwohner. Darunter waren 27 (2,8 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 162 Einwohner unter 18 Jahren, 393 zwischen 18 und 49, 228 zwischen 50 und 64 und 180 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 411 Haushalten. Davon waren 114 Singlehaushalte, 126 Paare ohne Kinder und 129 Paare mit Kindern, sowie 36 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 78 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 282 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Historische Religionszugehörigkeit
| • 1834: | 232 evangelische (= 100 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
| • 1961: | 554 evangelische (= 85,89 %), 79 katholische (= 12,25 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
Politik
Für Stockhausen besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Stockhausen) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 50,71 %. Dabei wurden gewählt: zwei Mitglieder der SPD und drei Mitglieder der CDU.<ref>Ortsbeiratswahl Stockhausen. In: Votemanager. Stadt Bad Homburg, abgerufen im Februar 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Horst Marr (CDU) zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Stockhausen. In: Webauftritt. Stadt Leun, abgerufen im Februar 2024.</ref>
Bauwerke
Brunnenskulptur von Ruth Schmidt Stockhausen: Mädchen mit Krug, Beton, erstellt zum 750. Jubiläum des Dorfes, 1976.
Kulturdenkmäler
Verkehr
Der Ort besitzt einen der beiden Leuner Bahnhöfe an der Lahntalbahn (der zweite ist in Lahnbahnhof), der Strecke Gießen – Limburg. Dieser war ehemals Ausgangspunkt für eine Nebenbahn nach Beilstein, die jedoch heute stillgelegt und größtenteils demontiert ist.
Literatur
Weblinks
- Die Chronik der Leuner Stadtteile im Überblick. In: Webauftritt der Stadt Leun.
- Stockhausen, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Stockhausen, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 25. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 16 und 54, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> <ref name="EW">Einwohnerzahlen der Stadt Leun aus Webarchiv. </ref> </references>
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