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Storchschnabel-Bläuling

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Storchschnabel-Bläuling
Datei:Plebeius eumedon bl1.JPG

Storchschnabel-Bläuling (Eumedonia eumedon)

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Bläulinge (Lycaenidae)
Unterfamilie: Polyommatinae
Gattung: Aricia
Art: Storchschnabel-Bläuling
Wissenschaftlicher Name
Eumedonia eumedon
(Esper, 1780)
Datei:Plebeius eumedon bl3.JPG
Flügelunterseite
Datei:Plebeius eumedon bl2.JPG
Flügeloberseite

Der Storchschnabel-Bläuling oder Schwarzbraune Bläuling (Eumedonia eumedon) ist ein Schmetterling (Tagfalter) aus der Familie der Bläulinge (Lycaenidae).<ref>Bestimmungshilfe des Lepiforums: Eumedonia Eumedon. Abgerufen am 23. Juli 2020.</ref>

Merkmale

Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 26 bis 30 Millimeter. Die Flügeloberseiten sind bei beiden Geschlechtern dunkelbraun, die Weibchen haben zusätzlich an den Rändern auf den Innenseiten der Hinterflügel meist kleine, orangefarbene Flecke. Die Flügelunterseite ist hell graubraun und hat orange Randflecke, weiter innen liegend schwarze, weiß umrandete Flecke und einen auffallenden, weißen Längswisch.<ref name="Bellmann" />

Die Raupen werden ca. 15 Millimeter lang. Sie sind hellgrün, haben aber manchmal rötliche Seitenbinden. Sie haben kurze, durchsichtig-weiße Haare.<ref name="Bellmann" />

Synonyme

  • Plebejus eumedon, häufig fälschlich auch Plebeius eumedon geschrieben<ref name="Official List" />
  • Eumedonia eumedon<ref name="Koch" />
  • Lycaena eumedon<ref name="Koch" /><ref name="Ebert 2" />
  • Eumedonia chiron<ref name="Fauna" /><ref name="Ebert 2" />
  • Aricia eumedon<ref name="Fauna" /><ref name="Ebert 2" />
  • Polyommatus eumedon

Vorkommen

Der Storchschnabel-Bläuling kommt in Mitteleuropa besonders im Süden und Osten vor. In Deutschland fehlt er im Norden, er kommt aktuell noch in Bayern, Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz vor. Er ist auch vereinzelt in Teilen Südeuropas und in der Türkei vertreten. Nach Osten reicht das Verbreitungsgebiet über die Mongolei bis zum Altaigebirge.<ref name="Tolman/Lewington" /> Die Art lebt sowohl auf Feuchtwiesen und feuchten Waldlichtungen als auch in trockenwarmen Gebieten wie z. B. an Säumen von Steppenheidewäldern. In Deutschland ist die Art sehr selten.<ref name="Bellmann" /> In Rheinland-Pfalz gilt die Art als vom Aussterben bedroht.

Lebensweise

Die Falter sind sehr standorttreu und leben zum Teil in großen Stückzahlen gemeinsam auf nur wenigen Quadratmetern um ihre Futterpflanzen herum. Auch die Falter ernähren sich von den Storchschnabelpflanzen, sie saugen den Nektar ihrer Blüten.<ref name="Bellmann" />

Flug- und Raupenzeiten

Die Falter fliegen in einer Generation regional bereits ab Ende Mai, ansonsten im Juni und Juli. Die Jungraupen leben sehr versteckt in den Samenständen ab Juni bis Juli. Spätestens im August verlassen sie die Fraßpflanzen zur Überwinterung bis im März des Folgejahres. Nach der Überwinterung von April bis Mai leben sie wieder auf den Fraßpflanzen.<ref name="Koch" />

Nahrung der Raupen

Die Raupen ernähren sich je nach Lebensraum unterschiedlich. In Feuchtgebieten fressen sie an Sumpf-Storchschnabel (Geranium palustre)<ref name="Ebert 2" />, in trockenen Biotopen am Blutroten Storchschnabel (Geranium sanguineum)<ref name="Ebert 2" />, man findet sie aber manchmal auch an anderen Storchschnabel-Arten,<ref name="Bellmann" /><ref name="Koch" /> wie Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum), Knolliger Storchschnabel (Geranium tuberosum), Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense)<ref name="Ebert 2" />, Grauer Storchschnabel (Geranium cinereum).<ref name="Tolman/Lewington" />

Datei:Eumedon ei Heuberg ZAK 20110703.jpg
Ei an Blutstorchschnabel
(Heuberg, Schwäbische Alb)

Entwicklung

Die Weibchen legen ihre abgeflachten, weißen Eier einzeln in die Innenseite der Blüten an deren Griffel. Die Raupen fressen sich nach dem Schlüpfen in den Fruchtknoten ein und fressen die Samenanlagen der Pflanzen<ref>W. Düring: Artenporträt des Storchschnabel-Bläulings in Rheinland-Pfalz. (PDF) In: Tagfalter in Rheinland-Pfalz. BUND RLP, 13. Oktober 2019, abgerufen am 11. Februar 2020.</ref>. Nach der zweiten Häutung steigen sie auf den Boden hinab und überwintern am Fuße der Pflanzen. Im Frühling befressen sie die Blätter der Pflanzen. Dabei fressen sie typischerweise den Blattstiel an, dessen Blatt sich dann durch das rasche Welken nach unten biegt. Unter diesem „Schirm“ verkriecht sich die Raupe. Sie wird meistens von Ameisen begleitet. Die Ameisen ernähren sich dabei von den süßen Ausscheidungen einer speziellen Honigdrüse, die sich auf dem hinteren Teil des Rückens der Raupen befindet.<ref name="Bellmann" /> Als Gegenleistung beschützen die Ameisen die Raupen vor kleineren Feinden.

Gefährdung und Schutz

  • Rote Liste BRD: 2 (stark gefährdet)<ref name="Buna" />

Quellen

<references> <ref name="Official List"> Plebejus Kluk, 1802 steht in den Official Lists and Indexes of Names in Zoology als gültiger Name für diese Gattung PDF </ref> <ref name="Bellmann"> Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer, Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2003, ISBN 3-440-09330-1, S. 152. </ref> <ref name="Ebert 2"> </ref> <ref name="Fauna"> Aricia eumedon bei Fauna Europaea. Archiviert vom Original im Internet Archive. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple </ref> <ref name="Tolman/Lewington"> </ref> <ref name="Koch"> Manfred Koch: Wir bestimmen Schmetterlinge. Band 1: Tagfalter. 4., erweiterte Auflage. Neumann, Radebeul/Berlin 1966, DNB 457244224. </ref> <ref name="Buna"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783896241108 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref> </references>

Weblinks