Sulejki
Sulejki (Vorlage:DeS) ist ein polnisches Dorf in der Landgemeinde Świętajno (Schwentainen) im Powiat Olecki (Kreis Oletzko, 1933–1945 Kreis Treuburg) in der Woiwodschaft Ermland-Masuren.
Geographische Lage
Sulejki liegt am Südwestufer des Schwentaier Sees (Vorlage:PlS) und am Nordwestufer des Dworatzker Sees (1934–1945 Herrendorfer See, Vorlage:PlS) in der östlichen Mitte der Woiwodschaft Ermland-Masuren. 14 Kilometer ist die Kreisstadt Olecko (Marggrabowa, umgangssprachlich auch Oletzko, 1928–1945 Treuburg) entfernt, und 43 Kilometer sind es bis zu der Staatsgrenze Polens zur russischen Oblast Kaliningrad.
Geschichte
Das kleine und damals Sulleiken genannte Dorf wurde 1550 gegründet<ref>Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Suleiken</ref>. Nach 1785 Sulleyken und bis 1938 Suleyken genannt, kam es 1874 zum Amtsbezirk Schwentainen<ref>Rolf Jehke, Amtsbezirk Schwentainen</ref> (Vorlage:PlS), der bis 1945 bestand und zum Kreis Oletzko (1933–1945 Kreis Treuburg) im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.
Im Jahre 1910 waren in Suleyken 323 Einwohner gemeldet<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>, im Jahr 1933 waren es 364.<ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref> Zur Gemeinde gehörte die südlich gelegene kleine Ortschaft Sedan (heute nicht mehr existent).<ref>Vorlage:GOV</ref>
Im Rahmen der Volksabstimmungen in Ost- und Westpreußen stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Suleyken gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Suleyken stimmten 245 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfiel keine Stimme.<ref>Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreußischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 66.</ref>
Am 3. Juni – amtlich bestätigt am 16. Juli – des Jahres 1938 änderte man die Schreibweise des Ortsnamens in „Suleiken“. 1939 hatte Suleyken 335 Einwohner.<ref>Sulejki – Local history (engl.)</ref>
In Kriegsfolge kam Suleiken 1945 mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen und erhielt die polnische Namensform „Sulejki“. Heute ist der Ort Sitz eines Schulzenamtes (Vorlage:PlS) und somit eine Ortschaft im Verbund der Landgemeinde Świętajno (Schwentainen) im Powiat Olecki (Kreis Oletzko/Treuburg), vor 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.
Kirche
Vor 1945 war Suleyken resp. Suleiken in die evangelische Kirche Schwentainen<ref>Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens. Band 3: Dokumente. Göttingen 1968, S. 484.</ref> in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union und in die katholische Pfarrei der Kreuzerhöhungskirche in Marggrabowa (1928–1945 Treuburg, polnisch Olecko) im Bistum Ermland eingepfarrt.
Heute liegt Sulejki in der Nähe der evangelischen Kirche Wydminy (Widminnen), einer Filialkirche der Pfarrei Giżycko in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen. Katholischerseits ist es in die Pfarrkirche Świętajno eingegliedert. Sie gehört zum Bistum Ełk (Lyck) der Römisch-katholischen Kirche in Polen.
Verkehr
Sulejki liegt südlich der Woiwodschaftsstraße DW 655 und ist über den Abzweig in Dunajek (Duneyken, 1938–1945 Duneiken) in wenigen Kilometern auf einer Nebenstraße zu erreichen, die bis nach Połom (Polommen, 1938–1945 Herzogsmühle) führt. Außerdem endet eine Nebenstraße aus südlicher Richtung von Krzywe (Krzywen, 1938–1945 Bergenau) kommend in Sulejki.
Eine Bahnanbindung besteht nicht mehr, seit 1945 die Bahnstrecke Marggrabowa (Oletzko)/Treuburg–Schwentainen der Oletzkoer (Treuburger) Kleinbahnen mit der nächstgelegenen Bahnstation Schwentainen außer Betrieb gesetzt worden ist.
Erwähnung in der Literatur
Hasso von Etzdorf dichtete dem von ihm erstmals 1936 imaginierten<ref>Dräcker lebt. In: Der Spiegel 41/1967, 2. Oktober 1967, S. 30–32 (Online; PDF, ca. 392 KB)</ref> fiktiven deutschen Diplomaten „Edmund Friedemann Dräcker“ Suleyken als Geburtsort an.
Handlungsort der 1955 vom deutschen Schriftsteller Siegfried Lenz unter dem Titel So zärtlich war Suleyken veröffentlichten masurischen Geschichten ist ein fiktives Dörfchen namens Suleyken.<ref>Siegfried Lenz: So zärtlich war Suleyken. Masurische Geschichten. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1974, ISBN 978-3-436-00321-0, S. 117.</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
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