Sunbeam-Talbot 90
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| Karosserieversionen | Limousine, Cabriolet | |||||||||
| Motoren | Ottomotoren: 1,95–2,3 Liter (47–67,6 kW) | |||||||||
| Länge | 4254 mm}} | |||||||||
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| Leergewicht | 1243–1280 kg}}
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}} Der Sunbeam-Talbot 90 ist ein Mittelklassefahrzeug, das die britische Rootes Group 1948 als Nachfolger des Sunbeam-Talbot 2 litre herausbrachte. Das Modell war als viertürige Limousine und als Cabriolet verfügbar. Ein Tourer, beim Vorgängermodell noch erhältlich, wurde nicht mehr angeboten. Ab 1953 hieß das Modell Sunbeam Mark III. Eine Roadster-Version kam 1953 als Sunbeam-Talbot Alpine auf den Markt.
Entstehungsgeschichte
Der 90 wurde bei seiner Einführung unter der Marke Sunbeam-Talbot verkauft. Sunbeam und Talbot waren anfänglich eigenständige Unternehmen gewesen und bestanden auch unter dem Dach der S.T.D-Gruppe, der sie seit 1919 bzw. 1920 angehörten, nebeneinander. Nachdem S.T.D. von der Rootes-Gruppe übernommen worden war, etablierte der Konzern 1938 die neue Marke Sunbeam-Talbot, die die bereits zu Rootes gehörenden Marken Hillman und Humber ergänzte.<ref group="Anm.">Die Bezeichnung Sunbeam-Talbot wurde vor allem auf den britischen Inseln und im Commonwealth verwendet; auf manchen Exportmärkten verkaufte Rootes die Autos von Beginn an unter der Marke Sunbeam. Vgl. Graham Robson: The Cars of the Rootes Group, London 2007, ISBN 978-1-903088-29-6, S. 131–133.</ref> Während Sunbeam und Talbot bis in die 1930er-Jahre hinein teure, aufwendig konstruierte und teilweise sehr sportliche Fahrzeuge produziert hatten, waren die unter der neuen Marke Sunbeam-Talbot verkauften Wagen in der Nachkriegszeit „biedere“<ref name="Lehbrink 342">Rainer W. Schlegelmilch, Hartmut Lehbrink: Englische Sportwagen. Könemann, Köln 2001. ISBN 3-8290-7449-2, S. 342.</ref> Familienmodelle, die sich die technischen Komponenten und teilweise auch die Karosserien mit den Fahrzeugen der übrigen Rootes-Marken Hillman und Humber teilten.
Der 1948 eingeführte Sunbeam-Talbot 90 trat an die Stelle des bereits vor dem Zweiten Weltkrieg entwickelten Sunbeam-Talbot 2 Litre. Der 90 war keine vollständige Neukonstruktion, sondern übernahm zunächst wesentliche Elemente seines Vorgängers. In den folgenden Jahren brachte Rootes schrittweise immer neue Entwicklungsstufen des 90 heraus, mit denen sich das Auto immer weiter von dem 2 Litre entfernte.
Als Rootes 1953 die Marke Sunbeam-Talbot einstellte und stattdessen die Marke Sunbeam wieder aufleben ließ, erhielt der 90 die Modellbezeichnung Sunbeam Mark III. In dieser Form blieb er mit leichten Modifikationen bis 1957 im Programm. Er hatte keinen direkten Nachfolger.
Die einzelnen Baureihen
Sunbeam-Talbot 90 Mk. I
Die erste Version des Sunbeam-Talbot 90 verwendet das nur geringfügig veränderte Chassis des Sunbeam-Talbot 2 litre, der 1939 eingeführt worden war, und trägt eine neu gestaltete Karosserie.
Der Sunbeam-Talbot 90 war als viertürige Limousine und als zweitüriges, viersitziges Drophead Coupé (Cabriolet) erhältlich. Beide Karosserieversionen wurden weitestgehend neu gestaltet. Der Sunbeam-Talbot hat eine Semi-Pontonkarosserie mit geschwungenen vorderen Kotflügeln und glatten hinteren Seitenteilen. Die hinteren Radausschnitte sind mit in Wagenfarbe lackierten Blenden (Spats) vollständig abgedeckt. Bei der Limousine sind die hinteren Türen hinten angeschlagen. Ein besonderes Gestaltungsmerkmal der Limousine ist das Fehlen der C-Säule: Die Fenster der hinteren Türen und die hinteren Seitenfenster treffen unmittelbar aufeinander, sodass der Eindruck einer großen Glasfläche im Heckbereich entsteht. Diese Besonderheit übernahm der Sunbeam-Talbot 90 von seinem Vorgänger.<ref name="Gloor 336"/>
Der Sunbeam-Talbot 90 Mk. I hat wie sein Vorgänger einen Kastenrahmen mit Starrachsen mit Halbelliptik-Blattfedern vorn und hinten,<ref name="Gloor 336">Roger Gloor: Alle Autos der 50er Jahre, Stuttgart, Motorbuch Verlag 2007, ISBN 978-3-613-02808-1, S. 336.</ref> der bei der Vorstellung des neuen Autos 1948 bereits „antiquiert“ war.<ref name="Kerler">Richard Kerler (Hrsg.): Classic Cars Spezial: Englische Oldtimer, München, 1994, S. 95.</ref> Die wesentlichste Veränderung im Vergleich zum Vorgängermodell ist eine breitere hintere Spur.<ref name="Robson 136"/> Die einzige verfügbare Antriebsquelle war ein 1944 cm³ großer Reihenvierzylinder-Ottomotor, der auf eine Humber-Konstruktion zurückgeht und im Kern auch im zeitgenössischen Humber Hawk verwendet wurde. Der Motor des Sunbeam-Talbot hat allerdings hängende und nicht seitlich stehende Ventile. Dadurch stieg die Motorleistung auf 64 bhp (47 kW).<ref name="Register"/> Das Fahrzeug erreichte je nach Quelle eine Höchstgeschwindigkeit von 120 bis 124 km/h.
Die Produktion war – wie seinerzeit bei Rootes üblich – auf verschiedene Betriebe verteilt: Die Rohkarosserien der Limousine baute die Rootes-Tochter British Light Steel Pressings im Londoner Stadtteil Acton. Die Lackierung übernahm das selbständige Karosseriebauunternehmen Thrupp & Maberly in Cricklewood, während die Endmontage im Rootes-Werk in Ryton-on-Dunsmore erfolgte.<ref name="Robson 136">Graham Robson: The Cars of the Rootes Group, London 2007, ISBN 978-1-903088-29-6, S. 136.</ref> Die viersitzigen Cabriolets wurden komplett bei Thrupp & Maberly gebaut.
Die erste Version des Sunbeam-Talbot 90 wurde bis 1950 produziert. In dieser Zeit entstanden, alle Karosserieversionen zusammengenommen, 4000 Fahrzeuge.<ref name="Register">Einzelheiten und technische Daten zum Sunbeam-Talbot 90 auf sunbeamtalbotalpinergister.co.uk (abgerufen am 26. Dezember 2025).</ref>
Ein weitgehend identisches, allerdings schwächer motorisiertes Parallelmodell des 90 Mk. I war der Sunbeam-Talbot 80, der vor allem wegen seiner geringen Motorleistung nicht überzeugte. Seine Produktion endete zusammen mit der des 90 Mk. I.
Sunbeam-Talbot 90 Mk. II
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Im Herbst 1950 brachte Rootes eine überarbeitete Version des Sunbeam-Talbot 90 heraus. Die als Mk. II bezeichnete Variante unterscheidet sich von der ersten 90-Generation äußerlich nur in wenigen Details; technisch gibt es aber erhebliche Abweichungen.
Der 90 Mk. II hat einen neu konstruierten Kastenrahmen und eine Einzelradaufhängung der Vorderräder mit doppelten Dreiecksquerlenkern und Schraubenfedern.<ref name="Gloor 336"/> Neu war außerdem der Vierzylindermotor, dessen Hubraum auf 2267 cm³ erhöht wurde. Die Leistung stieg auf 70 bhp (51 kW) bei 4000 min−1, die Höchstgeschwindigkeit auf 145 km/h.
Äußerlich unterscheidet sich der Mk. II von der ersten 90-Generation vor allem durch höher gesetzte Frontscheinwerfer und zusätzliche Lufteinlassöffnungen an beiden Seiten der Kühlermaske.<ref name="Register"/>
Der Sunbeam-Talbot 90 Mk. II wurde bis August 1952 produziert. Insgesamt entstanden 9708 Saloons und Drophead Coupés.<ref name="Register"/> Anders als beim Vorgänger, gab es kein Parallelmodell unter der Bezeichnung Sunbeam-Talbot 80 mehr.
Der 90 Mk. II wurde erfolgreich bei der Rallye Monte Carlo eingesetzt.
Sunbeam-Talbot 90 Mark IIA
1952 veränderte Rootes das Modell noch einmal, hauptsächlich die Karosserie. Der Sunbeam-Talbot 90 Mark IIA hatte höher gesetzte Scheinwerfer und die hinteren Radabdeckungen (Spats) entfielen. Die Länge der Karosserie hatte etwas zugenommen, die Höchstgeschwindigkeit betrug nur noch 131 km/h.
Parallel zum 70 bhp-Motor wurde eine leistungsfähigere Variante mit 77 bhp (56,6 kW) bei 4100 min−1 angeboten.
Rootes stellte etwa 9.500 Fahrzeuge der Reihe Sunbeam-Talbot 90 Mark IIA her.<ref>Graham Robson: The Cars of the Rootes Group, London 2007, ISBN 978-1-903088-29-6, S. 140.</ref>
Sunbeam Mark III
1953 entfiel der Name Talbot; alle ehemaligen Sunbeam-Talbot hießen nur noch Sunbeam. 1954 erschien der Nachfolger des Modells 90 Mark IIA, der Sunbeam Mark III hieß. Bei dieser Baureihe war auch die Bezeichnung „90“ entfallen.
Der Motor wurde verstärkt und lieferte maximal 80 bhp (59 kW) bei 4400 min−1. Dies ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit von 151 km/h. 1955 gewann ein Mark III die Rallye Monte Carlo.
Sunbeam Mark IIIS
1957 erschien der Sunbeam Mark IIIS. Sein Motor leistete 92 bhp (67,6 kW). Der Mark IIIS war nur als Limousine erhältlich.
Im selben Jahr wurde die Produktion der großen Sunbeam-Limousinen ersatzlos eingestellt, während der Humber Hawk mit dem gleichen Motor noch bis 1968 weiter angeboten wurde.
Literatur
- David Culshaw, Peter Horrobin: The Complete Catalogue of British Cars 1895–1975. Veloce Publishing plc, Dorchester 1997, ISBN 1-874105-93-6.
- Roger Gloor: Alle Autos der 50er Jahre, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-613-02808-1.
- Graham Robson: The Cars of the Rootes Group, London 2007, ISBN 978-1-903088-29-6.
Weblinks
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