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Tetrahydrothiophen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Strukturformel von Tetrahydrothiophen
Allgemeines
Name Tetrahydrothiophen
Andere Namen
  • THT
  • Tetramethylensulfid
  • Thiolan
Summenformel C4H8S
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit unangenehmem Geruch<ref name=roempp>Eintrag zu Tetrahydrothiophen. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 203-728-9
ECHA-InfoCard 100.003.391
PubChem 1127
ChemSpider 1095
Wikidata [[:d:Skriptfehler: Ein solches Modul „Wikidata“ ist nicht vorhanden.|Skriptfehler: Ein solches Modul „Wikidata“ ist nicht vorhanden.]]
Eigenschaften
Molare Masse 88,17 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,00 g·cm−3<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

−96 °C<ref name="GESTIS"/>

Siedepunkt

121 °C<ref name="GESTIS"/>

Dampfdruck

19 hPa (20 °C)<ref name="GESTIS"/>

Löslichkeit
Brechungsindex

1,5045<ref name=roempp/>

Sicherheitshinweise
GHS-GefahrstoffkennzeichnungVorlage:CLH-ECHA<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 225​‐​302+312+332​‐​315​‐​319​‐​412
P: 210​‐​273​‐​302+352​‐​305+351+338​‐​403+235<ref name="GESTIS" />
MAK

DFG/Schweiz: 50 ml·m−3 bzw. 180 mg·m−3<ref name="GESTIS"/><ref>Vorlage:SUVA-MAK</ref>

Toxikologische Daten

Vorlage:ToxDaten

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Tetrahydrothiophen (THT) ist ein gesättigter Schwefel-Heterocyclus.

Gewinnung und Darstellung

Tetrahydrothiophen kann aus Tetrahydrofuran und Schwefelwasserstoff gewonnen werden.<ref>I. A. Sharipova, Kh. M. Nasyrov, A. Kh. Sharipov, and M. F. Mazitov, "Synthesis of Tetrahydrothiophene from Tetrahydrofuran and Hydrogen Sulfide",Russian J. Org. Chem. 36(1), 105 (2000).</ref>

Eigenschaften

Tetrahydrothiophen ist eine farblose Flüssigkeit und bereits in einer Konzentration von 0,001 ppm riechbar (erinnert an faule Eier, Knoblauch, Steinkohlengas).

  • Viskosität: 1,042 cp (bei 20 °C)
  • Schwefelgehalt: 36,2 % (Massenanteil)
  • Flammpunkt 13 °C<ref name="GESTIS"/>
  • untere Explosionsgrenze (UEG): 1,1 Vol.-% (Luft bei 20 °C, 1013 hPa)<ref name="GESTIS"/>
  • obere Explosionsgrenze (OEG): 12,3 Vol.-% (Luft bei 20 °C, 1013 hPa)<ref name="GESTIS"/>
  • Zündtemperatur 200 °C<ref name="GESTIS"/>

Verwendung

THT wird als Odoriermittel (Odor = Geruch; Geruchstoff) in Erdgas eingesetzt. Da Erdgas nahezu geruchlos ist, impfen die regionalen Gasversorger Erdgas in ihren Gas-Druckregelanlagen/Gas-Druckregel- und Messanlagen mit einer Konzentration von etwa 20 mg·m−3, um frühzeitig vor einer eventuell undichten Rohrinstallation zu warnen. THT ist neben seinem unverwechselbaren Geruch chemisch stabil. Aus undichten erdverlegten Leitungen ausgetretenes THT wird vom Erdboden schlecht absorbiert. Deshalb kann infolge von Rohrleitungsdefekten der Geruch auch an die Oberfläche treten. Bei der Verbrennung mit Erdgas verbrennt es jedoch geruchlos.

Sicherheitshinweise

Als freigesetzte Flüssigkeit verdunstet THT sehr schnell und kann bei Vermischung mit Luft leicht entzündbare Dämpfe bilden, denn die untere Explosionsgrenze liegt bei 1,1 Volumen-%, die Zündtemperatur bei 200 °C, der Flammpunkt bei 13 °C. THT ist bezüglich des Brand- und Explosionsrisikos mit Benzin vergleichbar. Dämpfe von THT sind schwerer als Luft und reizen Augen, Atemwege und die Haut. Flüssig wird es auch über die Haut aufgenommen. Der LD50-Wert (oral, Ratte) liegt bei 1750 mg·kg−1.<ref name="GESTIS"/>

Einzelnachweise

<references/>