Tetramethylblei
Tetramethylblei, mit der Konstitutionsformel Pb(CH3)4, ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der bleiorganischen Verbindungen.
Gewinnung und Darstellung
Tetramethylblei kann durch Reaktion von Blei(II)-chlorid mit Methylmagnesiumchlorid (welches selbst durch Reaktion von Magnesium mit Methylchlorid dargestellt wird) gewonnen werden.<ref name="brauer" />
- <math>\mathrm{4 \ Mg + 4 \ CH_3Cl \longrightarrow 4 \ CH_3MgCl}</math>
- <math>\mathrm{4 \ CH_3MgCl + 2 \ PbCl_2 \longrightarrow Pb(CH_3)_4 + Pb + 4 \ MgCl_2}</math>
Alternativ kann es durch Reaktion von Blei(II)-iodid mit Methyllithium und Methyliodid gewonnen werden.<ref name="brauer" />
- <math>\mathrm{PbI_2 + 3 \ CH_3Li + CH_3I \longrightarrow Pb(CH_3)_4 + 3 \ LiI}</math>
Technisch wurde Tetramethylblei vorwiegend durch Reaktion einer Blei-Natrium-Legierung mit Methylchlorid hergestellt.<ref name="ullmann">Dodd S. Carr: Lead Compounds. In: Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2005, Vorlage:DOI.</ref>
- <math>\mathrm{4 \ PbNa + 4 \ CH_3Cl \longrightarrow Pb(CH_3)_4 + 4 \ NaCl + 3 \ Pb}</math>
Eigenschaften
Tetramethylblei ist eine entzündliche, flüchtige, farblose, stark lichtbrechende Flüssigkeit mit süßlichem Geruch, welche sehr schwer löslich in Wasser ist. Sie zersetzt sich ab einer Temperatur über 90 °C explosionsartig, wobei unter anderem Bleirauch entsteht.<ref name="GESTIS" /><ref name="brauer">Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band II, Ferdinand Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 781 f.</ref>
Verwendung
Tetramethylblei wird dem Benzin für Ottomotoren (vor allem auch für Flugzeugmotoren) als Antiklopfmittel zugesetzt.<ref>Prof. Blumes Bildungsserver für Chemie: Blei (Zitat: „Dies wird zwar nicht mehr dem Benzin für Ottomotoren zugesetzt. Es ist aber noch reichlich im Benzin für kolbengetriebene Flugzeugmotoren enthalten.“)</ref>
Sicherheitshinweise
Die Dämpfe von Tetramethylblei können mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch (Flammpunkt 38 °C) bilden.<ref name="GESTIS" />
Einzelnachweise
<references />
- Wikipedia:Maximale Seitengröße durch Vorlageneinbindungen überschritten
- Wikipedia:Maximale Gesamtgröße der Vorlagenparameter überschritten
- Bleiorganische Verbindung
- Gefährliche Chemikalie nach dem Rotterdamer Übereinkommen
- Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 63
- Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 72
- Metallalkyl