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Thioschwefelsäure

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Struktur von Thioschwefelsäure
Allgemeines
Name Thioschwefelsäure
Andere Namen

Monosulfanmonosulfonsäure

Summenformel H2S2O3
Kurzbeschreibung

farblose, ölige Flüssigkeit (nur unter −30 °C)<ref name="Holleman-Wiberg">A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9.</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
PubChem 24478
ChemSpider 22886
DrugBank DB09499
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 114,14 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

pKS-Wert
  • 0,6<ref name="Holleman-Wiberg" />
  • 1,74<ref name="Holleman-Wiberg" />
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar<ref name="NV">Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.</ref>
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Die Thioschwefelsäure ist eine Sauerstoffsäure des Schwefels bzw. eine Thiosäure der Schwefelsäure, die sich formal von der Schwefelsäure ableitet, wobei ein Sauerstoffatom durch ein Schwefelatom ersetzt wird.

Darstellung

Die Darstellung der wasserfreien Säure kann durch Umsetzung von Schwefelwasserstoff (H2S) mit Schwefeltrioxid (SO3) in Diethylether bei −20 °C erfolgen. Ab einer Temperatur von −10 °C zerfällt Thioschwefelsäure wieder in H2S und SO3. Ohne Ether entsteht dagegen das ebenfalls leicht zersetzliche Lewis-Addukt H2S·SO3.<ref name="Holleman-Wiberg"/>

Eigenschaften

Thioschwefelsäure liegt in der SH-Form vor.<ref name=roempp>Eintrag zu Thioschwefelsäure. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> Die tautomere Struktur mit einer Doppelbindung zwischen den Schwefelatomen ist um 41 kJ/mol energiereicher.<ref name="Holleman-Wiberg"/> Die beiden Schwefelatome haben eine mittlere Oxidationszahl von +2. H2S−1S+5O3

Salze der Thioschwefelsäure

Die Salze der Thioschwefelsäure, die Thiosulfate, sind in Wasser beständig. Sie können durch Kochen von Sulfitlösungen mit Schwefel gemäß folgender Gleichung hergestellt werden:

<math>\mathrm{S_8 + 8 \ Na_2SO_3 \longrightarrow 8 \ Na_2S_2O_3}</math>

Angesäuerte Thiosulfatlösungen zersetzen sich unter Schwefelabscheidung:

<math display="inline">\mathrm{HS_2O_3^- + H^+ \longrightarrow H_2O + SO_2 + S}</math>

In der Photographie hat Natriumthiosulfat praktische Bedeutung als Fixiersalz. Thiosulfationen wirken reduzierend. In Bleichereien wird es zur Entfernung von Chlor aus chlorgebleichtem Gewebe benutzt. Die quantitative Reaktion mit Iod zu Tetrathionat-Ionen S4O62− wird in der analytischen Chemie (Iodometrie) verwendet.

Einzelnachweise

<references/>