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Thomas Scharff (Historiker)

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Datei:Thomas Scharff Aufnahme von Werner Maleczek.jpg
Thomas Scharff, aufgenommen 2026 von Werner Maleczek auf einer Tagung des Konstanzer Arbeitskreises für mittelalterliche Geschichte

Thomas Scharff (* 5. Oktober 1963 in Uelzen) ist ein deutscher Historiker für Mittelalterliche Geschichte.

Thomas Scharff studierte 1984/85 in Oberursel evangelische Theologie und von 1985 bis 1992 an der Universität Münster die Fächer Mittlere und Alte Geschichte, Ägyptologie sowie Philosophie. Im Jahr 1992 wurde er promoviert bei Hagen Keller mit dem Thema Häretikerverfolgung und Schriftlichkeit. Die Wirkung der Ketzergesetze auf die oberitalienischen Kommunalstatuten im 13. Jahrhundert.<ref>Vgl. dazu die Besprechung von Martin Bertram in: Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken 78, 1998, S. 629–630 (online).</ref> Von 1994 bis 2003 war Scharff Assistent und Oberassistent am Historischen Seminar in Münster. Im Jahr 2000 erfolgte seine Habilitation mit der Arbeit Die Kämpfe der Herrscher und der Heiligen. Krieg und historische Erinnerung in der Karolingerzeit.<ref>Vgl. dazu die Besprechungen von Malte Prietzel in: H-Soz-Kult, 26. März 2003 (online); Hedwig Röckelein in: Concilium medii aevi 6, 2003, S. 1007–1010 (online); Hans-Henning Kortüm in: sehepunkte 3, 2003, Nr. 5 [15. Mai 2003] (online).</ref> Seit 2003 ist er Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Braunschweig. Von 2013 bis 2015 war er Dekan der Fakultät für Geistes- und Erziehungswissenschaften der TU Braunschweig und von 2015 bis 2016 war er Prodekan der Fakultät für Geistes- und Erziehungswissenschaften der TU Braunschweig.

Seine Forschungsschwerpunkte sind die Häresie und Inquisition, die mittelalterliche Schriftkultur, die Historiographie im Frühmittelalter, die Formen und Darstellung mittelalterlicher Königsherrschaft und die Mittelalterrezeption in der Moderne. Er ist unter anderem Mitglied im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (seit 1993), im Mediävistenverband (seit 1994), im Deutschen Hochschulverband (seit 2001), in der Società Internazionale di Studi Francescani in Assisi (seit 2003), in der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft sowie in der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen (seit 2017).

Schriften (Auswahl)

Monografien

  • Die Kämpfe der Herrscher und der Heiligen. Krieg und historische Erinnerung in der Karolingerzeit. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2002, ISBN 3-534-15990-X.
  • Häretikerverfolgung und Schriftlichkeit. Die Wirkung der Ketzergesetze auf die oberitalienischen Kommunalstatuten im 13. Jahrhundert (= Gesellschaft, Kultur und Schrift. Band 4). Lang, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-631-31414-0.

Herausgeberschaften

  • mit Christoph Dartmann und Christoph Friedrich Weber: Zwischen Pragmatik und Performanz. Dimensionen mittelalterlicher Schriftkultur (= Utrecht studies in medieval literacy. Bd. 18). Brepols, Turnhout 2011, ISBN 978-2-503-54137-2.
  • mit Thomas Behrmann: Bene vivere in communitate. Beiträge zum italienischen und deutschen Mittelalter. Hagen Keller zum 60. Geburtstag überreicht von seinen Schülerinnen und Schülern. Waxmann, Münster 1997, ISBN 3-89325-470-6.

Weblinks

Anmerkungen

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